Baedeker-Reiseführer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Baedekers Berlin und Umgebungen, 11. Auflage (1900)

Als Baedeker wird ein Reiseführer für Reiseziele im In- und Ausland bezeichnet. Er erschien erstmals 1832 in dem vom Namensgeber Karl Baedeker 1827 gegründeten Verlag in Koblenz, der ab 1872 in Leipzig arbeitete. Aktuell befindet sich der Verlagssitz in Ostfildern-Kemnat.

Durch seinen prägnanten Sprachstil, die Genauigkeit der Reiseinformationen und die großzügige kartographische und sonstige Ausstattung wurde er im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum mit seinem roten Leineneinband zum Synonym des Reiseführers schlechthin. Die frühzeitige Aufnahme fremdsprachiger Ausgaben in das Reiseführerprogramm verschaffte dem Baedeker einen weltweiten Ruf.

Neben der 2010 eingestellten Reihe Baedekers Stadtführer erschienen von 1979 bis 2012 die Baedeker unter dem Titel Baedeker Allianz Reiseführer. Seit 2013 tragen sie wieder den alleinigen Namen Baedeker.

Inhaltsverzeichnis

Vom Beginn 1832 bis zum Jahr 1918[Bearbeiten]

Die vom Verlagsgründer bis 1859 bearbeiteten Bände[Bearbeiten]

Rheinlauf von Mainz bis Cöln, Lithographie der Druckerei Gebr. Becker um 1830, Köln bis Bonn (I)
Rheinlauf von Mainz bis Cöln, Bonn bis Oberhammerstein (II)
Rheinlauf von Mainz bis Cöln, Oberhammerstein bis Braubach (III)
Belgien, 5. Auflage (1853, D 266c)
Rheinlauf von Mainz bis Cöln, Oberwesel bis Mainz (IV)
Österreich, Süd- u. West-Deutschland, 4. Auflage (1853, D 54a)
  • Rheinreise

Ähnlich wie eine Verlegergeneration vor ihm Friedrich Arnold Brockhaus seinen Erfolg auf dem deutschen Lexika-Markt durch den Erwerb und die Überarbeitung eines zuvor dort schon angebotenen Lexikons begründet hatte, nahm der verlegerische Welterfolg des Karl Baedeker Verlags mit dem Kauf des Verlags von Franz Friedrich Röhling durch den 1801 geborenen Verlagsgründer seinen Anfang. Mit diesem Erwerb im Jahre 1832 ging auch das 1828 von dem Historiker Johann August Klein (1778-1831) verfasste Buch Rheinreise von Mainz bis Cöln, Handbuch für Schnellreisende (D 0),[1] das der damals in voller Blüte stehenden Rheinromantik entsprang, in das Eigentum von Karl Baedeker über. Nach einer Ergänzung dieses Reiseführers durch eine von der Fa. Gebrüder Becker lithographierte Karte des Rheinlaufs erschien seine zweite, überarbeitete Auflage im Jahre 1835 – der deutschsprachige Baedeker begann, den Reiseführermarkt zu erobern. Da Baedeker die Rheinreise aber bereits 1832 in der französischen Übersetzung als Voyage du Rhin (F 1) unter dem eigenen Verlagsnamen auf den Markt gebracht hatte, muss dieser Band als die eigentliche Geburtsstunde des „Baedeker“ betrachtet werden. 1839 erschien bereits die dritte Auflage der Rheinreise (D 2). Diesen Band hatte Karl Baedeker nun inhaltlich und typografisch grundlegend überarbeitet und den Inhalt deutlich gestrafft.

  • Moselreise

1835 wurde ein Auszug aus der 2. Auflage der Rheinreise, die Textseiten 309 bis 372, als gesonderter Band unter dem Titel Moselreise (D 34) verlegt, der den Fluss von Trier bis Koblenz beschreibt und mit geschichtlichen Bemerkungen ergänzt wird. Nur zwei weitere Auflagen folgten 1839, ergänzt durch Vorbemerkungen und eine Karte, und 1846, zusätzlich noch durch einen Plan. Zu Übersetzungen kam es nicht.

  • Bad Bertrich

Erst sehr spät wurde in der Bibliothek des British Museum noch eine kleine Baedeker-Ausgabe von 1847 Bad Bertrich im Uesbachthale an der Mosel (D 37) entdeckt, zu der Alexander von Humboldt eine in Briefform gefasste Einleitung geschrieben hatte.[2] Dieser Band behandelte auf 128 Seiten und einer „Situationskarte“ den in der Eifel gelegenen Ort Bad Bertrich mit seinen Heilquellen und würdigte den Geognosten Ernst Heinrich von Dechen.[3] Der im Band Rheinreise von 1849 erwähnte Titel fand keine Folgeauflage, entsprach er doch auch nicht dem endgültigen Konzept Karl Baedekers, mit seinen Reiseführern größere Reisegebiete und ansonsten nur europäische Hauptstädte, die touristisch besonders attraktiv sind, in Einzelausgaben zu bearbeiten.

  • Belgien und Holland

Noch im Jahr 1839 erweiterte der Verlag sein Angebot zunächst um den Band Belgien (D 262), das 1830 als neues Königreich auf der europäischen Landkarte erschienen war. Technik- und kulturgeschichtlich äußerst interessant ist der in der fünften Auflage von 1853 (D 266c)[4][5] enthaltene Abriss des belgischen Eisenbahnwesens, der die gesetzlichen Grundlagen, den Ausbau und die Struktur des Schienennetzes, die Beschaffung des rollenden Materials und die Fahrpreise umfasst. Sogar die Durchschnittsbeschaffungskosten für die Dampflokomotiven (37.500 bfr) oder Waggons (2.428 bfr) sind angegeben. Dabei wurden den belgischen Streckenkosten vergleichend auch diejenigen für die deutschen und englischen Hauptstrecken in Taler-Beträgen gegenübergestellt. Die Ausführungen sind ein Beleg dafür, welch immensen Stellenwert der Autor dem noch jungen Verkehrsmittel beimaß, eröffnete es doch dem Reisenden ein ungleich billigeres, rascheres und bequemeres Fortkommen zu den in den Baedekern beschriebenen Reisezielen und erhöhte damit letztlich auch den Bedarf an Reiseführern. Freilich schoss Karl Baedeker ein wenig über das Ziel hinaus, wenn er bei der Abhandlung zur Benutzung der Eilwagen (Diligencen und Messagerien [Botenfuhrwerke]) angibt, dass „alle grössern Strassen, die noch nicht durch Eisenbahnen nutzlos geworden sind, ... täglich mehrfach von solchen Eilwagen befahren (werden)“[4] – das Kraftfahrzeug, das sich 100 Jahre später bei einer neuen Baedeker-Generation zur Basis des Fernreisens aufschwingen und die Straßen schließlich bevölkern sollte, war eben noch nicht erfunden.

Schließlich erschien dann 1839 im gelben Biedermeier-Einband auch erstmals der Band Holland (D 259) mit einem Einführungstext von XXXI und einem Hauptteil von 210 Seiten, dem nur eine Karte beigegeben war. Bis 1854 folgten zwei weitere Auflagen, der Umfang war auf XXXI bzw. 216 Seiten mit zusätzlich 5 Plänen angewachsen.

Noch unter der Ägide des Verlagsgründers wurden beide Länder 1858 (D 267) in einem gemeinsamen Band vorgestellt. Im Folgejahr kam auch eine französische Übersetzung La Hollande et la Belgique (F 71) auf den Markt - nach Le Rhin (1832) und La Suisse (1852, F 41) der dritte von Karl Baedeker erarbeitete fremdsprachige Titel.

  • Deutschland und Österreich

1842 erlebte der modifiziert bis in die 1930er Jahre immer wieder neu aufgelegte Titel Deutschland und der Oesterreichische Kaiserstaat sein erstes Erscheinen (D 38). Hatte der voluminöse Band, dessen Routenbeschreibungen im Osten bis Lwow, im Süden bis nach Venedig und Pesth/Ofen, im Westen bis ins französische Metz und im Norden bis ins dänische Kopenhagen reichten und in dessen dritter Auflage von 1846 (D 40a) erstmals die legendären Baedeker-Sterne dem Leser Hinweise auf bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten gaben, schon mit reichlich 600 Seiten seinen Einstand gegeben, war er Ende der 1850er Jahre bereits auf über 800 Seiten angeschwollen (1858, 8. Auflage, D 45) und war damit recht unhandlich. Hier befriedigte die 1851 erfolgte Aufteilung des Titels in die Bände Österreich, Süd- und West-Deutschland (Teil I, D 53) und Mittel- und Nord-Deutschland (Teil II, D 95) die Kundennachfrage nach handlicheren Reisebegleitern. Bis 1859 war unter Mitzählung der Gesamtbände jeweils die 8. Auflage erreicht worden.

1855 wurde aus der 6. Auflage des Gesamtbands der die deutsch–österreichische Alpenregion betreffende Teil einer erweiterten Bearbeitung unterzogen und erschien erstmals unter dem Titel Südbayern, Tirol und Salzburg, Ober-Italien gesondert. Der mit einem 30-seitigen Einführungsteil, 200 Seiten Hauptteil und zunächst nur mit zwei Karten ausgestattete Band erlebte mit dem zunehmenden Alpentourismus bis 1914 30 Folgeauflagen, zuletzt mit einem Gesamtumfang von 703 Seiten, 75 Karten und 11 Panoramen.

  • Schweiz

1844 folgte der Band Schweiz (D 289) und umfasste neben einem schon recht umfangreichen Textteil von 567 Seiten zunächst nur eine Karte und das Panorama des Bergmassivs Rigi. Karl Baedekers Lieblingsprojekt hatte es bis zu seinem Ableben auf 8 Auflagen gebracht (D 296a). Das neue stilistische Konzept der Textverknappung hatte nun zu einer Seitenreduzierung auf nur noch rund 450 geführt, gleichzeitig war der Band aber schon mit 7 Karten und 9 Plänen, 2 Bergansichten und 2 Panoramen sowie 16 Ansichten ausgestattet worden.

  • Paris

Als letztes Werk des Gründers der Reihe erschien nach achtjährigen Vorarbeiten schließlich 1855 Paris und Umgebung (D 329) zwar termingerecht zur großen Pariser Weltausstellung, allerdings hatte Baedeker dieses Ereignis völlig übersehen, so dass er darauf mit einem gesonderten Einlagenblatt reagieren musste.

Paris, Rouen, Dieppe, Boulogne, 3. Auflage. (1860, D 331)

Von Ernst Baedeker von 1859 bis 1861 bearbeitete Bände[Bearbeiten]

Nach dem Tod von Karl Baedeker übernahm sein 1833 geborener Sohn Ernst, der im Rahmen seiner Ausbildung auch in London bei der Firma Williams & Norgate, einem späteren Partnerunternehmen des Baedeker-Verlags tätig war, das Verlagsgeschäft. In seiner kurzen Tätigkeitszeit bis zu seinem überraschenden Ableben im Jahre 1861 konnte er jedoch neben dem Band Ober-Italien in deutscher und französischer Sprache nur noch den ersten englischsprachigen Titel, The Rhine (18. Auflage 1926), auf den Weg bringen. Bei der 1860 erschienenen 3. Auflage von Paris hatte Ernst Baedeker erstmals einen aus drei zusammengefalteten Streifen (Nord-Mitte-Süd) bestehenden Stadtplan verwendet – einen Plantyp, der als kartographische Ergänzung auch bei den Beschreibungen zu London ab 1862, Rom ab 1866 und Berlin ab 1878 langjährig verwendet werden sollte.

Ab 1860 bestand eine Kooperationsabsprache mit dem englischen Verleger John Murray, der 1836 mit der Veröffentlichung einer Reiseführerreihe begonnen hatte. Danach vertrieb dieser Baedeker-Bände in England zu einem höheren Preis (vier Schilling sechs Pence) als in Deutschland (umgerechnet vier Schilling). Im Gegenzug vertrieb Baedeker unter anderem Murrays Handbook for Northern Germany in Deutschland. Später, ab 1878 bis 1918, wurden die englischsprachigen Bände von den aus Schottland stammenden Brüdern James und Findlay Muirhead herausgegeben, die danach ein eigenes Reiseführerprojekt, die noch heute auf dem Markt befindlichen Blue Guides ("Blaue Führer"), realisierten.[6]

Von Karl Baedeker II und Fritz Baedeker von 1861 bis 1914 bearbeitete Bände[Bearbeiten]

Der 1837 geborene Karl Baedeker II musste nach dem sehr frühen Tod seines Bruders Ernst den Verlag übernehmen. Am 1. März 1869 wurde auch sein Bruder Fritz (1844–1925) Teilhaber des Verlages. Die elterliche Sortiments-Buchhandlung wurde 1870 verkauft, um im Gegenzug das Verlagsgeschäft mit den immer erfolgreicheren Reiseführern auszubauen. Beide Brüder verlegten den Verlagssitz 1872 aus der rheinischen Provinzstadt Koblenz in die damalige deutsche Buchhandelsmetropole Leipzig, in die Nürnbergerstraße 46. Bereits 1867 war Paris und Nordfrankreich zur Weltausstellung in der 6. Auflage erschienen.

Aber schon 1877 ereilte Karl Baedeker II eine psychische Erkrankung, die eine weitere Mitarbeit im Verlag ausschloss, so dass Fritz Baedeker die weitere Firmenentwicklung und das Verlagsprogramm allein prägte. Insbesondere sein Verdienst ist die Entwicklung des sachlich-knappen „Baedekerstils“, bei dem unter Konzentration auf die wesentlichen Informationen jegliche Textredundanz entfiel. Großes Augenmerk legte er auch auf die Verbesserung des Kartenmaterials.

Angesichts der im Verlag weit gesteckten Pläne zu Ausgaben für Fernreiseziele war die bisherige Vorgehensweise, zur Gewinnung der Reiseinformationen die Routen im Wesentlichen durch den Verlagsinhaber selbst zu absolvieren und nur im Ausnahmefall auf sachkundige Gewährspersonen zurückzugreifen, nicht mehr durchführbar. Es mussten dafür nun vor allem externe Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen über die zu bearbeitenden Gebiete gewonnen werden.

Bände für deutschsprachige Reisegebiete

D 162, Südbayern 36. Auflage in Einzelbänden, Teilband 1 (1914)
Karte der Schweiz aus dem gleichnamigen Baedeker-Band, 35. Auflage (1913)

Nachdem der Inhalt des Deutschland und Österreich umfassenden Bandes, dessen Umfang von Auflage zu Auflage gewachsen und dadurch als Reisebegleiter zunehmend unhandlicher geworden war, erschien dem Verlag ein zusätzliches Angebot unter Aufgliederung dieses Reisegebiets kundenfreundlicher. 1851 erschienen so die Teilbände I Österreich, Süd- und West-Deutschland und II Mittel- und Norddeutschland, der ab 1878 den Deckeltitel "Nord-Deutschland" trug. Parallel zu den vorgenannten Bänden offerierte der Verlag den Reisenden, die ausschließlich das österreichische Kaiserreich bereisen wollten, ab 1853 einen Band Österreich. Er umfasste das Gebiet Österreich-Ungarns einschließlich Venetiens, ab 1873 bis 1913 folgte der Bandname mit Österreich-Ungarn dem beschriebenen Gebiet.

Bereits 1873 folgte wegen der Wiener Weltausstellung die 16. Auflage von Teilband I nun unter dem Titel Süd-Deutschland und Österreich. Sie erhielt dazu einen Anhang "Die Wiener Weltausstellung von 1873" und wurde im Stadtplan Wiens mit einer nach Osten um das Ausstellungsgelände erweiterten Abbildung des Praters versehen; spätere Ausgaben haben dann wieder die ursprüngliche Plangröße. Ab 1887 wurden die Reisegebiete Österreich und Süddeutschland nur noch in separaten Bänden bearbeitet, wobei die Ausgabe für Österreich zum einen mit Ungarn, Dalmatien, Herzegowina und Bosnien sowie zum anderen ohne diese Gebiete aufgelegt wurde. In der 36. Auflage erschien der Band Südbayern neben einem Gesamtband auch in fünf einzelnen Bändchen nebst einem Registerband in einem mit der abgekürzten Titelei der Ausgabe bedruckten Pappschuber.

Der Teilband II Mittel- und Norddeutschland wurde 1889 in der 23. Auflage nochmals in die Teilbände Nord-Ost-Deutschland und Nord-West-Deutschland aufgegliedert. Beide enthielten weiterhin die Beschreibungen von Hamburg, der nordfriesischen Inseln mit Helgoland sowie von Magdeburg und Brandenburg. Berlin wurde nur bei Nord-Ost-Deutschland besprochen; die Altmark, der Harz und Thüringen waren dagegen Nord-West-Deutschland zugeordnet.

Der Gesamtband Deutschland (D 52) mit Deutschland und Österreich erschien letztmals 1872 in 15. Auflage mit fast 1000 Seiten Umfang. Zu einer Neuauflage des Deutschland-Bandes, aber nun ohne Österreich, kam es 1906 unter dem Titel Deutschland in einem Bande (D 223). Er sollte bis 1913 3 Auflage erleben und auch nach 1918 bis 1936 (6. Auflage) seine Fortsetzung finden.

Aufgrund seiner besonderen touristischen Bedeutung wurde der territorial übergreifende Band Rheinlande fortgeführt.

Ab 1878 musste ein gesonderter Band für die deutsche Hauptstadt, Berlin und Umgebungen, in das Verlagsprogramm aufgenommen werden, um ein Konkurrenzprodukt vom Verlag Kiessling, den sog. „Berliner Baedeker“, abzuwehren, das sich zur Markteroberung einfach der Bekanntheit und Wertschätzung der Baedekerschen Marke bedient hatte. Der Berlin-Band behandelte auch das nahe gelegene Potsdam mit seinen Schlössern und dem Park von Sanssouci, das die meisten Berlin-Besucher mit aufgesucht haben dürften. War die erste Auflage noch eine bloße Ausgliederung aus dem Band Mittel- und Norddeutschland, entwickelte sich dieser Baedeker aufgrund der wachsenden Bedeutung Berlins als wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum des Kaiserreichs rasch zu einem völlig eigenständigen Band, der bis 1914 ungefähr in einem zweijährigen Rhythmus erschien.

Der Schweiz-Band wurde grundsätzlich in einem Zweijahresrhythmus fortgeschrieben; es gab in den 1860er Jahren zeitweise auch eine jährlich aktualisierte Ausgabe.

Ausgaben für Reiseziele im übrigen Mitteleuropa

Neben den Ausgaben für Deutschland und die Schweiz sowie dem Separat-Band für Österreich-Ungarn, der auch Teile des heutigen Polens (Galizien mit Krakau), Tschechien und die Slowakei umfasste, gab es keine gesonderten Baedeker für Mitteleuropa. Das weitere polnische Territorium fand im Russland-Band (siehe unten) Berücksichtigung, zu dem es bis 1918 staatsrechtlich gehörte.

Anhang für die Weltausstellung 1900 zu Paris, 15. Auflage (1900)
London, 1. Auflage (1862)

Ausgaben für Reiseziele in West- und Nordeuropa

  • Belgien und Holland

Die Beschreibung der bereits 1858 in einem gemeinsamen Band vereinigten Länder Belgien und Holland erlebte aufgrund der Beliebtheit dieser Reiseziele ab 1861 weitere neunzehn Vorkriegsauflagen. In den frühen Bänden wurde der Kunsthistoriker Karl Schnaase als "Gewährsmann" bei der Beurteilung der beschriebenen Gemälde angeführt. Zuletzt umfasste der Titel über 550 Seiten und war u.a. mit 18 Karten, 36 Plänen sowie einem Straßenverzeichnis Brüssels ausgestattet.

  • Paris, übriges Frankreich und die Riviera

Für Frankreich gab es deutschsprachige Ausgaben weiterhin lediglich für den ersten Städteband des Hauses Baedeker, Paris, dessen 1. Auflage von 1855 stammte und der bis 1914 in vierzehn Auflagen vorlag. Ab 1865 wurde er auch auf Englisch und Französisch (jeweils 18. Auflage 1913 bzw. 1914) recht erfolgreich verlegt. Zu in Paris veranstalteten Weltausstellungen wurden den Paris-Bänden in den Jahren 1867, 1889 und 1900 mit Plänen versehene Anhänge lose oder eingebunden beigegeben.

Erst 1889 folgte ein Band für die auch unter deutschen Touristen immer beliebter gewordene Riviera (fünf Auflagen bis 1913). Dagegen wurden die übrigen Landesteile detailliert ab 1884 zunächst nur in französischsprachigen Ausgaben vorgestellt: Für Nord-, Central- und Südfrankreich erschienen vor dem Ersten Weltkrieg vier Ausgaben (Nord-Ouest, Nord-Est, Sud-Ouest und Sud-Est de la France). Für Nord- und Südfrankreich liegen auch englische Ausgaben in sechs Auflagen vor: 1889 wurde mit Northern France begonnen, und der ab 1891 auf dem Markt befindliche Band Southern France erfuhr von 1895 bis 1898 nochmals eine Aufteilung in einen östlichen und westlichen Band (South-Eastern- und South-Western-France).

  • London und das übrige Großbritannien

Als zweiter Städteband nach Paris folgte anlässlich der Weltausstellung von 1862 der Baedeker London und seine Umgebung nebst Reiserouten vom Continent nach England und zurück, der zunächst nur Ausflüge in die nähere Umgebung von London, wie zum Crystall-Palast zu Sydenham, nach Hampton-Court oder Windsor, beschrieb und teilweise mit einem Anhang zur Weltausstellung ausgeliefert wurde. Die 1866 erschienene Folgeauflage dehnte die Reisebeschreibungen schon aus auf Süd–England, Wales und Schottland, für das eine zusätzliche Karte sowie Pläne von Edinburgh und Glasgow unter gleichzeitigem Verzicht auf die Pläne der kontinentaleuropäischen Ausgangsorte für die Kanalüberquerung beigegeben wurden. Die Erweiterungen erfolgten weiter bis zur achten Auflage des London-Bands von 1884. Danach wurde die allgemeine Beschreibung Großbritanniens von derjenigen Londons abgetrennt, und es erschien 1889 die erste Auflage von Großbritannien, die auch Irland mit umfasste. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges erschienen insgesamt 17 Auflagen der Ausgabe für London und vier für Großbritannien (zuletzt 1906), wobei letztere nach dem Krieg in deutscher Sprache keine Fortsetzung mehr finden sollte. Die bereits 1887, also zwei Jahre vor der deutschsprachigen, für Großbritannien aufgelegte englische Ausgabe Great Britain (7. Auflage: 1910) enthielt im Gegensatz zur deutschsprachigen keine Beschreibung Irlands; eine französischsprachige kam überhaupt nicht auf den Markt.

Die französische Ausgabe Londres erschien erstmals zusammen mit der zweiten deutschen im Jahre 1866 und zuletzt 1913 in zwölfter Auflage. Dagegen setzten die englischen Parallelausgaben für London erst 1878, zeitgleich mit der sechsten deutschen, ein und brachten es bis 1915 – wie die deutschen – durch den insgesamt kürzeren Ausgaberhythmus ebenfalls auf 17 Auflagen. Zur Verbesserung der Handhabbarkeit aller London-Ausgaben wurden die Stadt- und Straßenpläne sowie das Straßenverzeichnis Londons ab 1887 in einem Anhang zusammengefasst, der nach der leicht möglichen Trennung von der Einbindung dem Band entnommen und als gesonderte Broschüre verwendet werden konnte.

Das wachsende Interesse an Reisen nach Skandinavien dokumentieren die ab 1879 für dieses Reisegebiet erschienenen Baedeker, die es unter Aufnahme von Ausflügen nach Spitzbergen und Island bis 1914 auf immerhin 13 Auflagen brachten. Da in ihnen auch die Reiserouten durch Dänemark enthalten waren, deckten diese alle skandinavischen Länder ab, ausgenommen Finnland, das von 1809 bis 1918 als Großfürstentum Finnland zum Russischen Reich gehörte und im Russland-Band ab 1883 (siehe dort) behandelt wurde. Ebenfalls 1879 lag die englische Ausgabe Norway and Sweden – die Länderreihenfolge im Titel war also genau umgekehrt zur deutschen – vor, die dann 1912 in 10. Auflage vorgestellt wurde. Der französischsprachige Titel Suède et Norvège erschien dagegen erst 1886 und wurde nur dreimal neu aufgelegt, zuletzt 1911. Allen diesen Ausgaben wurde als einzige aus dem Programm ein separater Sprachführer, hier für die skandinavischen Sprachen, beigegeben.

Erst 1897 widmete der Verlag eine deutschsprachige Ausgabe der damals noch etwas abseits der großen Touristenströme liegenden iberischen Halbinsel, der 1898 ein Band in englischer und 1900 in französischer Sprache folgte. Bereits 1882 hatte der Oberlandesgerichtsrat Ludwig Passarge aus Königsberg im Verlagsauftrag für den Band eine zweieinhalbmonatige Reise zur Materialsammlung angetreten und der bekannte Kunsthistoriker Carl Justi eine auf 50 Seiten konzipierte kunsthistorische Einführung verfasst. Die so bereits für 1883 vorgesehene Veröffentlichung verzögerte sich jedoch aus vielfältigen Gründen um 14 Jahre.[7] Während die Bände Spanien und Portugal und Spain and Portugal bis 1914 jeweils vier Auflagen erlebten, brachte es die französische Variante Espagne et Portugal nur auf zwei.


Ausgaben für Reiseziele in Süd- und Osteuropa

  • Balkan

Beschreibungen großer Gebiete der Balkanländer sind in dem seit 1873 separat erschienenen Band Österreich-Ungarn enthalten. Dieser Baedeker wurde in seiner letzten Vorkriegsauflage von 1913 (31.) mit immerhin 75 Karten und 76 Plänen ausgestattet und beschrieb damit neben den beiden Kernländern der k.u.k.-Doppelmonarchie auch Serbien, Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Rumänien und Montenegro, wobei das Schwergewicht auf den größeren Städten dieser Länder lag. Auch der Band Konstantinopel und das westliche Kleinasien (siehe unten) enthielt mit den angegebenen Anfahrtswegen Angaben zur Balkanhalbinsel.

  • Italien

Der Ausgabe für Ober–Italien folgten 1866 die Bearbeitungen für Mittel-Italien und Unter-Italien, womit die Apennin-Halbinsel in einer umfassenden Bearbeitung vorlag. Die großen Ströme von Reisenden, die den Spuren vieler berühmter deutscher Italien-Reisender des 18. und 19. Jahrhunderts folgten, hatten eine entsprechende Nachfrage nach diesen Titeln zur Folge, so dass bis 1914 der Oberitalien-Band achtzehn Auflagen erreichen konnte und die beiden anderen immerhin noch vierzehn bzw. fünfzehn. Für den in seinen finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten beschränkten Reisenden bot Baedeker erstmals 1890 einen auf das Gebiet von den Alpen bis Neapel beschränkten Gesamtitalien-Band an, der 1908 seine letzte, sechste Vorkriegsauflage erlebte. Den Auflagen von Ober- und Mittel-Italien wurde ab den 1870er Jahren ein vom Leipziger Kunsthistoriker Anton Springer verfasster Abriss der italienischen Kunstgeschichte vorangestellt; für Unter-Italien war der Bonner Ordinarius Reinhard Kekulé von Stradonitz gewonnen worden.

Griechenland, 4. Auflage (1904)
  • Griechenland

Nachdem der Reisende zu den klassischen Altertümern Griechenlands zunächst noch auf die in den ersten Auflagen für Unter-Italien gebotenen Beschreibungen zu Ausflügen nach Althen beschränkt war, die von dem in Athen ansässigen und mit dem Hause Baedeker familiär verbundenen Karl Wilberg auch als Separat-Ausgaben angeboten wurden, lag mit dem erstmals 1883 erschienenen Griechenland-Band eine detaillierte Reisebeschreibung zu den wichtigsten antiken griechischen Stätten vor. Das Gesamtmanuskript hatte der Archäologe Habbo Gerhard Lolling erstellt. Für die Darstellung Olympias zeichneten der Bauforscher Wilhelm Dörpfeld und der Archäologe Karl Purgold verantwortlich, die kunstgeschichtliche Einleitung hatte wiederum Reinhard Kekulé von Stradonitz verfasst; sie wurde für die 4. Auflage (1904) von dem späteren Direktor der Berliner Antikensammlung Robert Zahn überarbeitet.[8]

Die Attraktivität dieses Bandes wurde ab der zweiten Auflage von 1888 durch zwei Illustrationen und ein Panorama der griechischen Hauptstadt noch erhöht. Insgesamt wurden bis 1908 acht Auflagen gedruckt, bei denen die große Übersichtskarte sich stets in einer Tasche im Rückendeckel befand. Eine englischsprachige Ausgabe Greece folgte 1889 (4. Auflage: 1909); in französischer Sprache erschien allerdings erst 1910 eine einzige Ausgabe (Grèce).

  • Mittelmeer

Im erstmals 1909 aufgelegten Mittelmeer-Band wurden die touristisch vorrangig interessierenden, zum Teil jahrhundertealten Hafenstädte und die Meeresregionen der Anrainerstaaten des Mittelmeers, die in Nordafrika überwiegend einen Kolonial-Status hatten, einer gemeinsamen Bearbeitung unterzogen, so dass auch der Kreuzfahrt-Schiffsreisende auf die Baedeker-Qualität zurückgreifen konnte, ohne sich die teueren Einzelbände für Länder, wie Griechenland, Syrien, Palästina oder Ägypten, zulegen zu müssen. Eine englische Parallelausgabe (The Mediterranean) wurde 1911 veranstaltet, die in Ausstattung und Umfang dem deutschen Band entsprach.

Titelblatt von Russland, 7. Auflage (1912, D 463), hier: Druckfehler „Pekng“
  • Russland

Beginnend mit West- und Mittel-Russland 1883 (D 457) wurde das russische Zarenreich erschlossen. Mit diesem Band lag zunächst eine Beschreibung von Polen (Generalgouvernement Warschau), dem Baltikum, des Großherzogtums Finnland sowie von Zentral-, Mittel- und Südrussland bis zur Halbinsel Krim vor. Zeitgleich erschien ein Kurzer Leitfaden der russischen Sprache, um den deutschen Reisenden einen praktischen Einstieg in die, im Vergleich zum Englischen oder den romanischen Sprachen wesentlich fremdere, russische Sprache anzubieten. Wie der Reiseführer erschien er bis 1912 in fünf Auflagen. In der letzten Auflage von Russland (1912, D 462), für die der renommierte Geograf Alfred Philippson die Einführung Zur Landes- und Volkskunde des europäischen Rußland verfasst hatte, waren dann auch mittelbar über die transsibirische Eisenbahn von Deutschland aus erreichbare asiatische Fernziele, wie Port Arthur und Peking sowie der Reiseweg zur persischen Hauptstadt Teheran - er führte mit der Eisenbahn bis Baku, danach auf dem Wasserweg bis zum Hafen von Enselí-Kasian und schließlich per Kutsche über Rascht - beschrieben worden. Schon damals war der Jagdtourismus in den begüterten Schichten beliebt. So konnte man, den „Elch … auf Treibjagden, vor der Meute und mit Hilfe der Locke“ und den Bär „im Winter mit Treibern“ jagen, wie im Russland-Band von 1912 ausgeführt ist.[9] Von dem in insgesamt sieben Auflagen erschienenen Band gab es von 1893 bis 1902 drei französischsprachige Auflagen (F 210-212), aber nur eine auf Englisch aus dem Jahre 1914 (E 244), die inhaltlich der letzten deutschen von 1912 entsprach. Der Sprachleitfaden erschien 1883 (1888 – 2. Auflage, S 12, 12b) auch in einer französischen Variante als Manuel de langue russe (S 13) und 1914 noch in einer englischen, Manual of the Russian Language (S 14), korrespondierte also mit seinem Erscheinen weitestgehend mit den jeweils aufgelegten Reiseführerbänden.

Das als Venedig des Nordens gepriesene St. Petersburg, die frühere russische Hauptstadt, das reich an Museen und Kunstschätzen war, zog deshalb schon vor dem Ersten Weltkrieg viele Reisende in seinen Bann, zumal es auf dem Seeweg über die Ostsee nicht allzu schwer zu erreichen war. Dementsprechend wurde 1901 für diese Stadt und seine Umgebung ein „Sonder-Abdruck“ (D 464) aus der fünften Auflage des Russland-Bandes aufgelegt, dem noch eine weitere Auflage 1913 (D 465) folgte.

Palästina und Syrien, 4. Auflage (1897, D 481)

Ausgaben für Reiseziele im Nahen Osten

1875 erschien als erster außereuropäischer Band der prestigeträchtige Titel Palästina und Syrien (D 478) in einer Bearbeitung des Schweizer Orientalisten Albert Socin, der bis 1910 (D 484) sieben Auflagen erleben sollte. Im Gegensatz zu allen anderen damals aktuellen Ausgaben wurde dieser Band mit acht Ansichten von Jerusalem illustriert angeboten, nachdem letztmals 1867 in den Schweiz–Bänden Lithographien von Reisezielen in einem Baedeker enthalten waren. Abgebildet wurden z. B. die Klagemauer, die Al-Aksa-Moschee und die Via Dolorosa. Nachdem in der zweiten Auflage 1880 noch zwei Ansichten hinzugefügt wurden, waren Ansichten in der Folgeauflage von 1891 überhaupt nicht mehr enthalten. Lediglich das bereits der Erstauflage beigegebene Panorama von Jerusalem war in allen Auflagen enthalten. Mit den umfassenden Angaben zu Geographie, Bevölkerung, Geschichte und Kunstgeschichte, Religion und arabischer Sprache stellte dieser Band den damaligen Stand der Orientwissenschaften dar und ging damit weit über einen bloßen Reiseratgeber hinaus.

  • Ägypten

1877 wurde Aegypten, erster Theil: Unter–Aegypten bis zum Fayûm und die Sinai-Halbinsel (D 485) vorgelegt. Dieser in dritter und letzter Auflage 1894 erschienene Band wurde zunächst von dem Lehrstuhlinhaber an der Leipziger Universität, dem Ägyptologen Georg Ebers, der Ägypten und Nubien 1869/70 bereist hatte, herausgegeben; mitgewirkt hatten u.a. Ascherson sowie der Geologe Karl Alfred von Zittel und der Ornithologe M. Theodor von Heuglin. Erst 1891 folgte Aegypten, zweiter Theil: Ober–Aegypten und Nubien bis zum zweiten Katarakt. 1897 wurden beide Teilbände zum Baedeker Ägypten (D 489) zusammengeführt, der bereits von dem Leipziger Ägyptologen Georg Steindorff neu bearbeitet wurde und bis 1928 (D 494) weitere vier Auflagen hatte. Auch dieser Band war nicht einfach ein bloßer Reiseratgeber. Die im Orts– und Sachregister enthaltenen Namen von „erfolgreichen Ägyptologen, die bei Ausgrabungen und Forschungen maßgeblich beteiligt waren“, bildeten „ein hervorragendes Kompendium der Ägyptologie“.[10] In diesen Bänden wurde der interessierte Reisende in einem immer weiter ergänzten Einführungsteil u. a. mit der alten und neueren Geschichte Ägyptens, der Bedeutung der Hieroglyphenschrift und der ägyptischen Kunstgeschichte näher vertraut gemacht. Auch waren in den letzten Ausgaben Ausführungen zum ägyptischen Dialekt des Arabischen gemacht, die dem Benutzer den Umgang mit der Bevölkerung vor allem auf den Basaren und abseits der Hauptreiserouten erleichtern sollten. Wie der Syrien-Palästina-Band wurde auch der Unter-Ägypten-Baedeker bis zur 4. Auflage mit sieben Ansichten ausgestattet.

Schon 1878 lag eine englische Übersetzung des Bandes für Unter-Ägypten vor (Egypt Part First: Lower Egypt, with the Fayûm, and the peninsula of Sinai, E 245). Auch vom englischen Pendant gab es bis 1929 (E 253) acht Auflagen. Dagegen folgten der erst 1898 (F 221) erschienenen französischen Ausgabe, nur bis 1914 (F 224), vier Folgeauflagen.

  • Konstantinopel und das westliche Kleinasien

Erst 1905 (D 497), also relativ spät im Vergleich zu den anderen orientalischen Reisezielen, wurde den Orientreisenden ein Reiseführer an die Hand gegeben, der der ehemaligen oströmischen und später byzantinischen Residenz gewidmet war, die zum Ausgabezeitpunkt bereits über 450 Jahre unter osmanischer Herrschaft stand. Die Anreiserouten führten über den Balkan, so dass mit diesem Band auch Reisehinweise zu Serbien, Rumänien und Bulgarien mit entsprechenden Plänen ihrer Hauptstädte geliefert wurden. Die mit wesentlichen Erweiterungen bei Text und Kartenmaterial versehene zweite Auflage (D 498) erschien 1913.[11]

Indien, Titelblatt sowie Währungs- und Entfernungstabelle (1914)
Indien, einzige Auflage (1914)

Indien-Ausgabe für Reiseziele in Asien außerhalb des Nahen Ostens

Mit dem Erscheinen des Indien-Bandes Ende 1913[11] (D 499) war vom Verlag ein weiteres, aber auch letztes Fernreiseziel der klassischen Baedeker-Zeit in umfassender Bearbeitung vorgelegt worden. Neben Indien wurden auch die damaligen Länder bzw. Gebiete Ceylon, Vorderindien, Birma, die Malayische Halbinsel, Siam und Java behandelt, wenngleich der ursprüngliche Plan der Einbeziehung auch Ostasiens aus Gründen des Umfangs wieder aufgegeben werden musste. Der nur deutschsprachig erschienene Titel kam auf erste Anregung des Direktors des Norddeutschen Lloyds, Heinrich Wiegand, und mit Unterstützung dieses Unternehmens zustande. Das Manuskript wurde von dem Forschungsreisenden Georg Wegener erarbeitet. Dessen ethnografischen und kunstgeschichtlichen Einführungstext verfasste der berühmte Indologe und Tübinger Ordinarius Richard Garbe, die praktischen Ratschläge steuerte A. Faller bei. Bei der Erschließung der Vorderindischen Altertümersammlung stand der Archaeological Survey of India zur Seite. Baedekers Indien war ein Höhepunkt der gehobenen Reiseführerliteratur, und der Verlag konnte damit zur Konkurrenzreihe Meyers Reisebücher aufschließen, in der bereits 1907 ein einbändiger Weltreiseführer vorlag, der 1912 überarbeitet in 2. Auflage, nunmehr allerdings in zwei Bänden, erschienen war und auch Indien und sogar Ostasien mit abdeckte.

Eine Neubearbeitung weiterer vergleichbarer Fernreiseziele, ausgenommen die Folgeauflagen des nur in englischer Sprache erschienenen Bandes für Kanada (Canada, 1922, 4. Auflage, E 266) und des Ägypten–Bandes (1928, 8. Auflage) sollte es nämlich durch den Verlag danach für sehr lange Zeit nicht mehr geben. Der Erste Weltkrieg dürfte schon den Verkauf des Indien-Bandes in nicht allzu großem Umfang zugelassen haben, und angesichts der weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland nach 1918 war nur wenig Raum für die Realisierung von zeit- und kostenintensiven Fernreisen für einen größeren Bevölkerungsteil vorhanden. Dadurch konnte es auch keinen großen Bedarf für entsprechende Reiseführer geben. Dies lässt sich auch aus den im Band enthaltenen Hinweisen zur Vorbereitung einer Indienreise folgern, deren finanzieller Rahmen das Budget eines Reisenden selbst mit mittlerem Einkommen überstiegen haben dürfte, wenn etwa von der Mitführung eines vollständigen Betts oder eines eigenen Waschbeckens die Rede ist, um die Bequemlichkeit zu vergrößern.

Erstmals wieder in der Baedeker Allianz Reihe (siehe unten) wurden Indien und vergleichbare Destinationen in umfangreichen Länderbänden oder Bänden für Ländergruppen erneut vorgelegt, die allerdings ein viel breiteres Reisepublikum unter grundlegend veränderten wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse ansprechen sollten.

Ausgaben für Amerika

  • Nordamerika mit Mexiko

Nachdem während des ganzen 19. Jahrhunderts tausende Deutsche via Bremerhaven oder Hamburg die Heimat in Richtung Nordamerika verlassen hatten, um sich eine neue Existenz aufzubauen, gelangten die USA am Ende des 19. Jahrhunderts auch in den Fokus des deutschen Reisepublikums. Mit dem Band Nordamerika gab der Verlag 1893, dem Jahr der mit siebenmonatiger Verspätung in Chicago abgehaltenen 400-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas, den Nordamerika-Touristen ein verlässliches Rüstzeug für die anstehende Schiffspassage und den Aufenthalt in der Neuen Welt an die Hand. Neben den obligatorischen Reiseinformationen zum Geldwesen, der Sprache, dem Maß- und Gewichtssystem sowie den Kommunikationsmitteln wurden dem Leser zusätzlich Informationen über die Geographie, die Geschichte und auch das Deutschtum in Nordamerika in einer fünfzigseitigen Einleitung geliefert. Eine zweite, erweiterte Auflage folgte 1904, so dass der Band mit nunmehr 25 Karten und 32 Plänen den Reisenden ermöglichen sollten, sich ohne größere Probleme im Gastland zurechtzufinden.

Eine inhaltlich weitestgehend eigenständige erste englischsprachige Ausgabe war sogar noch einige Monate vor der deutschsprachigen 1893 erschienen und sollte bis 1909 vier Folgeauflagen erleben. In dieser letzten wurde schon das Erdbeben von 1906, das einen großen Teil der City von San Francisco zerstört hatte, beschrieben. Ihre Einleitung war erkennbar auf den britischen Touristen zugeschnitten und ging mit ausführlichen Darstellungen zum Eisenbahnwesen, der Geschichte, der Verfassung und Regierung, der eingeborenen Bevölkerung und schließlich der Kunstentwicklung merklich über die deutschsprachige Ausgabe hinaus. Erst 1894 folgte die an die deutsche Ausgabe angelehnte französischsprachige Ausgabe Les Etats-Unis, die ebenfalls nur eine Folgeauflage 1905 hatte. In allen Ausgaben war ein Ausflug nach Mexiko aufgenommen; die letzte englischsprachige gab auch Reisehinweise für einen Besuch Alaskas.

  • Kanada (Canada)

Als einziger Baedeker, der nur in englischer Sprache erschien, kam Canada 1894 auf den Markt und wurde zunächst bis 1908 in drei, jeweils überarbeiteten Auflagen nachgedruckt. Autor war wie schon für die Ausgabe United-States J.F. Muirhead, der laut Vorwort den größten Teil der beschriebenen Gebiete Kanadas selbst bereist hatte. Als Abgangsorte für deutsche Kanada-Touristen waren Hamburg (Hamburg-Amerika-Linie) und Bremen (Norddeutscher Lloyd) angegeben, wobei zunächst New York angesteuert wurde und von dort aus das kanadische Montreal.

Die Verlagstätigkeit unter Fritz Baedeker im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Mit Kriegsbeginn am 1. August 1914 waren die meisten der klassischen Reiseländer, wie Italien, Frankreich und Großbritannien, Feindesland und schieden schon von daher als Reiseziel aus. Aber auch die Kriegsbedingungen generell schränkten die verbliebenen Reisemöglichkeiten so stark ein, dass an eine Fortsetzung der Verlagstätigkeit im bisherigen Umfang überhaupt nicht mehr zu denken war. Umso erstaunlicher mutet das Erscheinen des Bands London and its environs in 17. Auflage 1915 an, waren doch Reisen von Deutschen in diese Stadt nunmehr ausgeschlossen und dürften britische Leser zu diesem Zeitpunkt auf ein deutsches Verlagsprodukt nicht erpicht gewesen sein. Dagegen kam der in den Verlagsankündigungen der Vorkriegsbände ebenfalls avisierte Band Mittel-Italien (15. Auflage) schon nicht mehr zur Auslieferung – auf das Neuerscheinen von Baedeker-Titeln musste die Leserschaft bis 1919 warten.

Baedekerausgaben von 1919 bis 1932[Bearbeiten]

Der Beginn der sog. Zwischenkriegszeit stellte den Baedeker Verlag vor extreme Herausforderungen. Durch die inflationäre Entwicklung in Deutschland, die zu dramatischen Vermögensverlusten weiter Teile der Bevölkerung führte, war die für eine Reise ins Ausland unabdingbare Devisenbeschaffung sehr teuer geworden. Dies führte zu einer starken Verminderung der Reiseströme in klassische Urlaubsländer, wie Frankreich, Großbritannien und Italien. An Fernreisen in die Vereinigten Staaten, in den Orient oder nach Indien war für die meisten Deutschen noch weniger zu denken. Die unmittelbar vor dem Kriegsausbruch fertig gestellten Bände für diese Regionen, die schon während des Krieges kaum Absatz gefunden hatten, blieben weiterhin nur schwer verkäuflich und belasteten den Verlag aufgrund des darin gebundenen Verlagskapitals wirtschaftlich sehr stark. Kaum war die wirtschaftlich äußerst schwierige Inflationszeit einigermaßen überstanden, starb Fritz Baedeker 1925. Nun mussten seine Söhne Ernst, Dietrich und Hans Baedeker den Verlag gemeinsam weiterführen. In den Goldenen Zwanzigern der Weimarer Republik nahm der Tourismus zwar zunächst einen neuen Aufschwung, um nur desto stärker nach Eintritt der Weltwirtschaftskrise 1929 wieder abzubrechen.

Ausgaben für deutsche Reisegebiete[Bearbeiten]

Fortsetzung von Vorkriegstiteln

Fortgeführt in der alten Form wurden nur noch die Ausgaben für die Rheinlande, Südbayern und Berlin. Die Rheinlande wurden noch zweimal, 1925 (D 32) und 1931 in 34. Auflage (D 33), bearbeitet und um Karten und Straßenverzeichnisse für Städte, wie Frankfurt oder Köln, ergänzt. Bereits 1921 erschien die Ausgabe für Südbayern unter einem neuen Titel München und Oberbayern (D 240a), bevor der Verlag mit den Bänden von 1925 (D 163) und 1928 (D 164) zur alten Namensgebung zurückkehrte.

Regionalbände für deutsche Landschaften

Sachsen, Nordböhmische Bäder, Ausflug nach Prag, 2. Auflage. (1928)

Der veränderten Situation bei den deutschen Reisenden Rechnung tragend, die ihre Reiseziele nun vornehmlich im Inland suchten, machte der Verlag unter der Federführung von Ferdinand Moll[12] aus der Not eine Tugend und veröffentlichte, indem er dazu sinngemäß den Geographen und Zoologen Friedrich Ratzel zitierte, wonach "der Deutsche ... vor allem wissen (solle), was er an seinem Lande hat"[13], seit 1920 Regionalbände sukzessive für alle nach dem Versailler Vertrag bei Deutschland verbliebenen Teile des untergegangenen Kaiserreichs. Diese fächerten die größere Gebiete umfassenden Ausgaben für Süddeutschland, Nordost- und Nordwestdeutschland sehr stark auf. Als erste Ausgaben erschienen 1920 Bände für Brandenburg (D 229a), den Harz (D 231a), Sachsen (D 234a) und Thüringen (D 236a), gefolgt von Ausgaben für Hannover nebst der deutschen Nordseeküste (D 239a), den Schwarzwald (D 241a) und Westfalen (D 244a) im Jahr 1921. Schließlich wurde die Reihe der Regionalbände 1922 durch Ausgaben für die Ostseeküste (D 245a) und Hessen–Nassau (D 246a), 1923 für Schlesien (D 247) ergänzt. Nach Nordbayern (D 249) 1924 wurde die Regionalband-Reihe erst 1925 mit Württemberg (D 251) abgeschlossen, dessen geographische Übersicht Robert Gradmann verfasste und für dessen schwäbische Kunstgeschichte Julius Baum verantwortlich zeichnete.

Den bis 1922 aufgelegten Titeln ("a"-Varianten der Katalognummern) wurde ein umfangreicher Werbeanhang beigegeben. Er fehlte bei den späteren, zunächst inhaltlich unveränderten Nachdrucken ("b"-Varianten) und den überarbeiteten Folgeauflagen bei mehreren Titeln. Diese gab es zum ersten Mal 1925 für Thüringen und Harz, 1927 für Schwarzwald und 1928 für Sachsen, dieser mit einer kunstgeschichtlichen Einführung von Cornelius Gurlitt, und Brandenburg, für den Paul Ortwin Rave die entsprechenden Erläuterungen gab. 1930 wurde noch Nordbayern überarbeitet vorgestellt. Erst fünf Jahre später sollte, nun schon unter den Bedingungen nationalsozialistischer Kulturpolitik, der Thüringen-Band in dritter und letzter Bearbeitung folgen.

Ein mit einem Ladenpreis von 1,25 RM preisgünstiger Auszug aus dem 1925 in zweiter Auflage vorgelegten Thüringen-Band erschien zum Goethe-Jahr 1932 (D 252), wobei der Text anlassbezogen überarbeitet wurde. Er zählt aufgrund der Kriegsvernichtung größerer unverkaufter Restbestände im Jahr 1943 heute zu den seltensten jüngeren Ausgaben.

Ausgaben für Berlin

Der vor dem Krieg zweijährige Ausgaberhythmus des Berlin-Bandes konnte vom Verlag nicht beibehalten werden. Immerhin erschien bereits 1921 die 19. Auflage mit einem Werbeanhang (D 218), die 1923 ohne diesen nachgedruckt wurde. Eine inhaltlich neu konzipierte 20. Auflage (D 220) folgte dann 1927, bei dem der Großteil der Karten in einem gesondert paginierten Anhang zusammengefasst wurde.

Länderführer für Deutschland

Der einbändige Länderführer für Deutschland, der zuletzt 1913 in 3. Auflage (D 225) erschienen war, wurde 1925 überarbeitet vorgelegt (D 226) und erschien dann nochmals in fünfter Auflage 1932 (D 227), wobei hier schon das Automobil als Reisetransportmittel konzeptionell stärker in den Blickpunkt gerückt wurde.

Ausgaben für ausländische Reisegebiete[Bearbeiten]

Gemessen an der raschen Auflagenfolge vor dem Ersten Weltkrieg wurden auch die Bände mit ausländischen Reisezielen nur noch in größeren Abständen überarbeitet vorgelegt. Dies mag zum einen auf den bereits erreichten hohen Standard bei der „Bearbeitungsdichte“ der Reisegebiete und andererseits auch die schwieriger gewordenen Absatzbedingungen zurückzuführen sein. Nicht zuletzt vollzog sich aber auch die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der meisten Länder in einem langsameren Tempo, als dies noch in den Zeiten des dynamischen Wirtschaftswachstums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas der Fall war (vgl. den damals raschen Ausbau des Eisenbahnnetzes oder das rapide Wachstum vieler europäischer Hauptstädte). Damit unterlagen auch die Reisebedingungen und –ziele nicht mehr einem so raschen Wandel, dass dem durch in sehr kurzem zeitlichen Abstand überarbeitete Baedeker–Auflagen Rechnung zu tragen gewesen wäre.

Europa

  • Balkanstaaten

Für die Balkanstaaten wurde in den 1920er Jahren zunächst eine sog. Notausgabe (D 197) als Auszug aus der Gesamtausgabe von 1913 des Bands Österreich-Ungarn zusammengestellt. Völlig neu erarbeitet wurde dann der dem Adria-Gebiet gewidmete Band Dalmatien und die Adria (D 419), der auf über 300 Seiten Reiseziele auf dem Balkan bis zur Insel Korfu und nach Albanien beschrieb und ausschließlich als deutschsprachige Ausgabe zu haben war.

  • Belgien und Holland

Zwei der ältesten Länder-Titel der Baedeker-Reihe, Belgien und Holland, die nach Einzelausgaben bis 1855 ab 1858 in einem gemeinsamen Band vorgestellt wurden, erfuhren noch eine letzte, wieder getrennte Bearbeitung. So erschien nach einer sog. Notausgabe für Holland mit einem Auszug aus der letzten gemeinsamen 25. Auflage von 1914 (D 286b) eine Neubearbeitung Hollands im Jahr 1927 (D 287), die um ein Straßenverzeichnis von Den Haag und Amsterdam ergänzt wurde. 1930 folgte dann der Band Belgien und Luxemburg (D 288), bei dem der Reisende nun auch auf ein Straßenverzeichnis für Antwerpen neben demjenigen von Brüssel zurückgreifen konnte.

  • Frankreich

Die französischsprachigen Vorkriegsauflagen wurden weiterhin vom Verlag angeboten; Überarbeitungen erfolgten jedoch nicht. Nur der Paris-Band wurde einer kontinuierlichen Aktualisierung unterzogen. Er erschien jeweils in erweitertem Umfang 1923 (D 347) und 1931 in 20. Auflage (D 348) mit einem gesonderten Plananhang wie schon die Ausgaben ab 1900. Da die 20. Auflage von 1931 recht häufig mit einer Beilage zur Pariser Weltfachausstellung von 1937 vorkommt, kann davon ausgegangen werden, dass sie 1937 noch in ausreichenden Stückzahlen beim Verlag vorrätig war und erst jetzt größere Absatzzahlen erreichen konnte, was ihr der Buchmarkt bei ihrem ersten Erscheinen in den unmittelbaren Nachwehen der Weltwirtschaftskrise noch verwehrt hatte. Den deutschsprachigen Mittelmeer-Badegästen wurde 1930 auch der Riviera-Band (D 354) noch einmal in leicht erweitertem Umfang an die Hand gegeben, wobei Straßenverzeichnisse zu vielen Städten das leichtere Auffinden von Reisezielen ermöglichten. Diese Auflage befriedigte den Bedarf bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

  • Großbritannien und London

Eine deutschsprachige Ausgabe für Großbritannien war zuletzt 1906 erschienen. Auch jetzt wurden nur die englischsprachigen Auflagen fortgesetzt mit Bänden von 1927 (E 222) und einem letzten, von 1937 (E 223), der nunmehr über 96 Karten und Pläne verfügte und im Hauptteil auf fast 700 Seiten angewachsen war. Auch London wurde nur dem der englischen Sprache kundigen in 2 Auflagen von 1923 (E 213) und 1930 (E 214) vorgelegt. Die französischsprachigen London–Ausgaben waren ja bereits 1913 eingestellt worden.

  • Italien

Fortgeschrieben wurden alle Ausgaben für Italien: Ober-Italien bis 1931 (D 374) – die kunstgeschichtliche Einführung hatte der 1939 in die USA emigrierte Hans Nachod übernommen -, Mittel-Italien und Rom bis 1927 ( D 389) und Unter–Italien bis 1936 (D 406).

  • Österreich und Ungarn

Für die Liebhaber der österreichischen Alpenlandschaft erschien 1923 der Band Tirol, Vorarlberg und Teile von Salzburg und Kärnten in 37. Auflage (D 167) als Teilband der seit 1855 verlegten Ausgabe mit dem ursprünglichen Titel Südbayern, Tirol und Salzburg, Ober-Italien. Er erfuhr bis 1943 noch vier Nachauflagen, zuletzt 1943 (D 171) unter dem Titel Tirol, Vorarlberg, westliches Salzburg und Hochkärnten. Das übrige Gebiet Österreichs war bereits ab 1887 im Band Österreich enthalten. Hier gab es 1931 die letzte Auflage (D 94), die bis 1943 im Verlagsangebot war. Gemeinsam mit der österreichischen Hauptstadt wurde dann auch die zweite Hauptstadt der ehemaligen Doppelmonarchie, Budapest, 1931 in einem gemeinsamen Städteband behandelt (D 198), der aber keine Fortsetzung finden sollte.

  • Schweiz

Die ursprünglich dritte Ausgabe des Verlags für das Ausland, die vor dem Ersten Weltkrieg aufgrund der regen Nachfrage in einem Zweijahresrhythmus vorgelegt werden musste, erfuhr in der Weimarer Republik nur noch drei Auflagen (D 324-327): 1920 (Neudruck: 1924), 1927 und 1930, wobei der Schweiz-Band von 1930 auch in vier Teilen in einem Futteral ausgeliefert wurde; diese Einbandvariante war für Bergwanderer vorgesehen, die Gewichtsbeschränkungen bei ihrem Gepäck zu beachten hatten.

  • Skandinavien

1929 erschien auch für Norwegen eine so genannte Notausgabe (D 455), die auf der Gesamtausgabe für Skandinavien basierte, jedoch die Beschreibungen von Schweden nicht mit enthielt. Diesem folgte nach Aufteilung des Skandinavien–Bandes 1929 zunächst die nur Schweden und Finnland nebst Reisewegen durch Dänemark gewidmete Ausgabe (D 454), der erst 1931, wiederum unter Einbeziehung von Dänemark sowie von Island und Spitzbergen, ein Norwegen-Band (D 456) folgte. Beide Bände wurden nur in deutscher Sprache herausgegeben, ihnen fehlte der der Vorkriegsausgabe beigegebene umfangreiche Sprachführer.

  • Spanien und Portugal

Für Spanien und Portugal gab es 1929 noch eine letzte fünfte, von Gerhard Peters völlig überarbeitete Auflage (D 476).

  • Tschechoslowakei, Polen und die baltischen Staaten

Reisehinweise für die Tschechoslowakei und teilweise Polen (Galizien mit Krakau) waren bis 1914 in den Bänden Österreich-Ungarn sowie für das Baltikum und das restliche Polen im Russland-Band enthalten. Mit dem Wegfall des Vielvölkerstaats nach 1918 war für eine Fortsetzung von Österreich-Ungarn kein Raum mehr. Die tschechoslowakische Hauptstadt Prag und die beliebten böhmischen Bäder (Karlsbad, Marienbad, Teplitz) wurden deshalb 1928 in der zweiten Auflage des Regionalbandes für Sachsen (D 235) aktualisiert mit beschrieben. Der Russland-Band wurde sicher wegen der politischen Umwälzungen in Russland, die den Reiseverkehr dahin deutlich abgeschwächt hatten, nicht wieder aufgelegt. So waren die nach Polen, in die baltischen Staaten oder nach Russland Reisenden weiterhin auf die vielfach überholten Angaben der letzten Auflagen der vorgenannten beiden Vorkriegsbände von 1912 (D 463) bzw. 1913 (D 196) angewiesen.

Außereuropäische Länder

  • Ägypten und der Sudan

Die sensationellen Grabungserfolge im Tal der Könige durch Howard Carter führten zu dem Ägypten–Band in überarbeiteter Auflage von 1928 (D 494). Er wurde weiterhin von Georg Steindorff redigiert, der auch für die Ausführungen zu Geschichte und Kunstgeschichte, Religion und Hieroglyphenschrift Altägyptens verantwortlich zeichnete, während u.a. der Islam von C. H. Becker, die Einführung in den arabischen Dialekt in Ägypten von Curt Prüfer sowie Land und Volk Ägyptens von dem Engländer Henry Lyons abgehandelt wurden. Die 1929 noch in englischer Sprache vorgelegte Ausgabe (E 253) wurde um einen Abriss der christlichen Kunst von dem italienischen Orientalisten Ugo Monneret de Villard[14] ergänzt.

  • Indien

Weiterhin lieferbar blieb ausweislich der Verlagswerbung im vorderen Buchspiegel der Indien-Band (D 499).

  • Kanada

Bereits 1922 (E 266) war der ausschließlich englischsprachige Canada-Band erweitert in vierter Auflage (3. Auflage 1907, E 265) letztmals ediert worden. Noch immer wird auf den Goldabbau im Gebiet der Flüsse Klondike und Yukon hingewiesen, der aber seinen Höhepunkt längst überschritten hatte.

Baedeker in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Ausgaben von 1933 bis 1939[Bearbeiten]

Noch immer schwer unter den Auswirkungen der nur allmählich abebbenden Weltwirtschaftskrise leidend, traf den Verlag nach Hitlers Machtantritt zunächst das Gesetz über die Beschränkung der Reisen nach der Republik Österreich vom 29. Mai 1933, das erst 1936 wieder aufgehoben wurde und eine Gebühr von 1000 Mark für jede private Reise nach oder durch Österreich vorsah.[15] Gerade die Bände für Tirol und Österreich, das auch Transitland für Italien war, wurden in häufig überarbeiteten Auflagen gedruckt und dürften durch das Gesetz einen Nachfrageeinbruch erlitten haben, ebenso wie die Italienbände. Einen knappen Monat später folgte dann das Gesetz über den Reichsausschuß für Fremdenverkehr,[16] womit auch der Tourismus gleichgeschaltet war und die Titelauswahl der Reihe künftig mit staatspolitischen Interessen konform zu gehen hatte. Alle diese Schwierigkeiten führten dazu, dass der Verlag im Oktober 1934 beim Reichsausschuß für Fremdenverkehr ein zinsloses Darlehen über 120 000 Mark aufnehmen musste, um die weitere Reiseführerproduktion absichern zu können.[17] Baedekers Hauptkonkurrenten auf dem Reiseführermarkt, das Bibliographisches Institut, bei dem seit 1862 Meyers Reisebücher verlegt wurden, traf es ungleich härter: er musste seine traditionsreiche Reiseführerreihe zugunsten von Baedeker einstellen; im Gegenzug erhielt der Verlag aber die Druckaufträge für die Baedeker-Produktion, die zuvor bei den Leipziger Druckhäusern Grimme & Trömel sowie Breitkopf & Härtel untergebracht waren.

Bände für Deutschland einschließlich Berlin bis 1939

Die den deutschen Gebieten gewidmeten Reiseführer widerspiegeln in besonderem Maße die seit 1933 vollzogene radikale Umgestaltung des öffentlichen Lebens im Deutschen Reich. An den Stadtplänen sind die Umbenennungen vieler markanter Straßen und Plätze nach den Führern des nationalsozialistischen Regimes oder seinen Symbolfiguren ablesbar. Die Hinweise auf die z.T. neugebildeten Behörden und Parteidienststellen dokumentieren die Ausschaltung aller übrigen politischen Kräfte neben den Nationalsozialisten aus dem öffentlichen Leben. Und schließlich belegt die Neuaufnahme von vermeintlich wichtigen politisch begründeten Besuchsorten, so des Sterbezimmers von Horst Wessel in die Berlin-Ausgabe von 1936,[18] welche geistige Ausrichtung der Tourismus im Deutschen Reich auch nehmen sollte.

  • Ausgaben für das Deutsche Reich insgesamt

Der seit 1906 verlegte Band für ganz Deutschland kam im Olympiajahr 1936 in sechster Auflage als das Deutsche Reich und einige Grenzgebiete (D 228) erneut auf den Markt und hatte, wie schon die Vorauflage, eine große Deutschlandkarte in einer Tasche des Rückendeckels, auf der die bereits fertiggestellten Autobahnstrecken eingezeichnet waren. Aufgrund der für die Olympiade 1936 auch von ausländischen Besuchern zu erwartenden Nachfrage wurde diese Ausgabe sowohl in französischer (Allemagne, F 40) als auch in englischer Sprache (Germany, E 66) mit derselben Ausstattung vorgelegt. Allemagne war übrigens der einzige französischsprachige Band, der während der Zeit des Nationalsozialismus neu erschien.

Erstmals erschien dann zwei Jahre später als völlig neuartiger Baedeker-Typ der von Oskar Steinheil bearbeitete Autoführer Deutsches Reich (D 255). Dieser Band war unmittelbar auf die Bedürfnisse eines Autoreisenden zugeschnitten und fungierte dementsprechend auch als offizieller Führer des Deutschen Automobilclubs (DDAC). Er war in drei Teile gegliedert: die Reichsautobahnen, die Reichsstraßen sowie die Städte und Landschaften. Im Einführungsteil waren Angaben zu den damaligen Entfernungen der Städte untereinander, den geltenden Verkehrszeichen sowie den in- und ausländischen polizeilichen Kennzeichen der Kraftfahrzeuge enthaltenen. 1939 erschien eine zweite Auflage als Autoführer für Großdeutschland (D256), die das dem Deutschen Reich inzwischen angegliederte Österreichisch mit umfasste.

  • Regionalausgaben

Ausweislich der Auflistungen in den Vorderspiegeln der damals aktuellen Titel waren viele Regionalbände der 1920er Jahre, wie Ostseeküste, Nordseeküste, Brandenburg, Sachsen oder Hessen-Nassau, in den 1930er Jahren noch lieferbar, so dass nach 1933 keine Nachauflagen gedruckt werden mussten. Von einigen bevorzugten Reisegebieten, insbesondere den deutschen Gebirgslandschaften, wie Harz, Schwarzwald und Südbayern sowie das Riesengebirge in Schlesien, wurden jedoch Neubearbeitungen benötigt. So erschien u. a. 1935 zunächst die dritte Auflage von Thüringen (D 238). Bei diesem Titel musste in den während des Zweiten Weltkrieges verkauften Exemplaren die Karte des Gebiets von Leuna weggelassen werden, um geographische Informationen über diesen kriegswichtigen Ort nicht in die Hand von Kriegsgegnern fallen zu lassen. Schon in Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 1936 dürfte im selben Jahr der Band München und Südbayern in nunmehr 39. Auflage (D 165) aufgelegt worden sein. 1936 folgte die 3. Auflage von Schwarzwald (D 243), die sowohl gebunden als auch broschiert verkauft wurde. Als Ausgliederung aus dem im gleichen Jahr erschienenen Baedeker für das Deutsche Reich wurde im selben Jahr der Band Norddeutschland (D 254) insbesondere für die Besucher der Olympischen Spiele 1936 in Berlin aufgelegt, da er aufgrund seines geringeren Umfangs viel handlicher war. Für Schlesien folgte 1938 eine zweite Auflage (D 248), die von Fritz Hölzel überarbeitet worden war. Die geographische Übersicht hatte der bedeutende Geograph Joseph Partsch und die schlesische Kunstgeschichte der Breslauer Ordinarius Dagobert Frey beigesteuert. Auch Hinweise zu Jugendherbergen hatten in diesen Band Einzug gehalten. Mitten im Zweiten Weltkrieg gab es 1942 noch eine vierzigste Auflage für Südbayern (D 166) und 1943 die dritte Auflage des Harz-Bandes (D 233).

In die 1936 erschienenen Bände Norddeutschland und Berlin sowie Deutsches Reich wurde während des Verkaufs zu den Olympischen Sommerspielen eine Beilage zum Reichssportfeld eingelegt. Ebenso wurde die noch immer verkaufte Kleine Ausgabe des Berlin-Bandes von 1933 ab 1934 mit einem Nachtrag zur Namensänderung von Berliner Straßen und Plätzen ausgeliefert.

Great Britain, 9. Auflage (1937, E 223)

Ausgaben für europäische Reisegebiete

  • Die bereits 1933 in Angriff genommene einbändige Beschreibung des europäischen Kontinents blieb Fragment.[19]
  • Der Band Paris von 1931 kam 1937, nun mit einer Beilage zur Weltfachausstellung, auf der Deutschland mit einem repräsentativen Pavillon vertreten war, und einem Plan der Pariser Metro, wieder verstärkt in die Buchhandlungen. Auch in französischer und englischer Sprache wurde Paris jeweils in der 20. Auflage von 1931 (F 163) bzw. 1932 (E 114), häufig auch mit einer Beilage wie die deutsche Ausgabe, weiterhin angeboten.
  • Die hauptsächlich von Hermann Augustine Piehler [20] - der Abriss der Architekturgeschichte stammte von Edward Freeman - verfasste neue Bearbeitung des englischsprachigen Bandes Great Britain (9. Auflage, E 223), die nunmehr 96 Karten und Pläne umfasste, erschien 1937, ebenso wie die 39. und letzte Auflage von Schweiz (D 328), bei der im Vergleich zur Vorauflage die Anzahl der Karten und Pläne sowie der beschreibenden Seiten reduziert, dagegen drei zusätzliche Panoramen beigebunden wurden. Im Unterschied dazu wurde bei der letzten Ausgabe von Switzerland (1938, E 94) auch die Kartenzahl im Vergleich zur Vorauflage nochmals erweitert.

Außereuropäische Länder

Ein unverändert beliebtes Reisegebiet, das Mittelmeer, fand 1934 erneut eine – im Vergleich zur Erstauflage von 1909 reduzierte – Beschreibung. Es waren die Kanarischen Inseln weggefallen. Diese wurden dafür in den ebenfalls 1934 herausgebrachten Baedeker für Madeira (D 477) aufgenommen. Dieser Broschur-Band sollte wohl auch den Bedarf der Passagiere bei den geplanten Reisen mit den KdF-Schiffen mit abdecken, die auch dieses Reiseziel in mehreren Fahrten ansteuerten. 1939 lag dieser Titel auch noch in einer englischen Übersetzung (E 243) vor, der aber nur dreieinhalb Monate bis zum Kriegsbeginn am 1. September 1939 ausgeliefert werden konnte, so dass ein großer Restbestand 1943 zerstört wurde (siehe unten) und er damit sehr selten ist.

Weitere touristische Fernziele wurden von 1933 bis 1945 nicht neu bearbeitet; vorhandene Druckbögen älterer Ausgaben wurden entsprechend der Nachfrage aber weiterhin aufgebunden.

Ausgaben während des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Obwohl die Reiseliteratur mit Beginn des Zweiten Weltkrieges keine Priorität bei der Buchproduktion mehr genoss, konnte die Verlagsproduktion zunächst trotz bestehender Materialprobleme und personeller Einschränkungen in einem eingeschränkten Umfang noch fortgeführt werden, so dass sogar noch einige neue Titel während der ersten Kriegsjahre erarbeitet werden konnten. Die allmähliche Konzentration aller verfügbaren materiellen Ressourcen in Deutschland auf die Kriegsführung führte dann aber zum völligen Zusammenbruch des Reisemarktes, so dass der Verlag in wirtschaftliche Bedrängnis geriet. Zusätzlich war die Fortführung des Verlags in den letzten Kriegsjahren durch die völlige Zerstörung des Verlagsgebäudes im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges (siehe unten) extrem gefährdet, so dass er bei Kriegsende am Rand des Ruins stand.

Ausgaben für Deutschland

Nur anhand von zwei Regionalbänden, Der Harz und sein Vorland und Südbayern, München und die Bayerischen Alpen für das alte Reichsgebiet, und den nachfolgend genannten Bänden für diesem angeschlossene oder militärisch besetzte Länder lässt sich ablesen, dass der Baedeker Verlag anfänglich auch unter Kriegsbedingungen noch eine laufende Verlagstätigkeit entfalten konnte.

Ausgaben für dem Reichsgebiet angeschlossene oder militärisch besetzte Länder

  • Elsass

Für das von 1940 bis 1944 vom Deutschen Reich annektierte Gebiet von Elsass-Lothringen, dass gemäß dem Versailler Vertrag zu Frankreich gekommen war, erschien 1942 der Regionalband Das Elsass, Strassburg und die Vogesen in zwei Ausstattungsvarianten: als Broschur und als sog. französische Broschur mit Schutzumschlag. Beide Vorderdeckel zierte eine Ansicht der Westfront des Straßburger Münsters.

  • Generalgouvernement

Ein weiteres Produkt stellte der Band Das Generalgouvernement. Reisehandbuch. Karl Baedeker, Leipzig 1943, dar. Der Band beschrieb in klassischer Baedeker-Manier polnische Gebiete, die ab 1939, 1941 um den Distrikt Galizien erweitert, als Generalgouvernement verwaltet wurden. Sie hatten bis 1918 als Weichselland zu Russland und als Galizien zu Österreich-Ungarn (bzw. von 1939 bis 1941 zur Sowjetunion) gehört. Der Band sollte über den „Umfang der ordnenden und aufbauenden Arbeit“ des Deutschen Reichs im „Weichselraum“ informieren. Er war auf Veranlassung und mit persönlicher und amtlicher Unterstützung des Generalgouverneurs Hans Frank zustande gekommen.[21] Autoren waren namhafte Wissenschaftler wie der Kunsthistoriker Dagobert Frey, Mitarbeiter des Krakauer Instituts für Deutsche Ostarbeit[22] und der Verwaltung des Generalgouvernements. Der Inhalt entsprach den Positionen der nationalsozialistischen Ostforschung, die Polens geschichtlich-kulturelle Entwicklung als von deutscher Kolonialisation geprägt ansah. Wenn bei der Beschreibung von Kulturleistungen „im Weichselraum“ Namen genannt werden, sind es nie polnische, sondern deutsche oder gelegentlich italienische. Ebensowenig wird auf die bedeutende Geschichte der Juden in Polen eingegangen. Gelegentlich wird angemerkt, eine Stadt sei „jetzt judenfrei“, wie bei Krakau und Lublin. Bei letzterer war zusätzlich hervorgehoben, dass in der Stadt 1862 noch 57 Prozent Juden lebten und sie eine Talmudschule mit der größten Talmudbücherei in ganz Europa besaß. Auf aktuelle politische Maßnahmen, wie die Aktion Zamość, wurde nur in Andeutungen eingegangen. Dort ist von einem nahen Pfälzer Siedlungsgebiet aus der Zeit um 1800 die Rede, „das z. Z. durch neue Ansiedlungen gefestigt wird“.[23]

  • Tirol

1943 wurde in 41. Auflage nochmals eine überarbeitete Ausgabe für „Tirol, Vorarlberg, westliches Salzburg, Hochkärnten“ vorgelegt. Sie entsprach im Umfang im Wesentlichen der Vorauflage von 1938. Sehr wahrscheinlich wurde ein Großteil der Auflage bei dem Bombenangriff auf das Hauptgebäude des Verlags mit zerstört, so dass dieser Band äußerst selten ist.

  • Wien und Niederdonau

Als erster Band einer geplanten regionalen Bearbeitung des durch den sog. Anschluss an das Deutsche Reich gefallenen Gebiets von Österreich kam Wien und Niederdonau 1943 auf den Markt.

Sonderausgaben für die Organisation Todt (OT)

1944 wurden im Auftrag des Reichsministers Speer vom Schriftleitungsbüro des Generalinspekteurs zwei Sonderausgaben jeweils als sog. „Handbuch für den Frontarbeiter“ für die an militärischen Bauprojekten beteiligte paramilitärische Organisation Todt aufgelegt.[24] Ein Band war für Italien (Baedekers OT-Führer Italien) bestimmt und ein anderer für die in die Westfront einbezogenen besetzten Staaten Belgien, Frankreich und die Niederlande (Baedekers OT-Führer West). Über Auflagenhöhen und Verteilungswege ist kaum etwas bekannt; jedenfalls tauchen diese Ausgaben nur äußerst selten auf dem Antiquariatsmarkt auf.

Ausgaben für das Ausland

  • Indien

1942 gab es noch eine letzte Bindequote für dieses exotische Reiseziel - vielleicht für militärische Zwecke (?) -, bei der die große Übersichtskarte des Subkontinents in einer schrägen Leinentasche im hinteren Deckel beigelegt wurde.

Zerstörung des Verlagsgebäudes mit dem Verlagsarchiv und im Zweiten Weltkrieg nicht erschienene Ausgaben[Bearbeiten]

In der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943 wurde das Leipziger Verlagshaus des Baedeker Verlags in der Nürnbergerstraße 46 Opfer des Krieges und bei einem alliierten Luftangriff auf Leipzig völlig zerstört. Dabei gingen das gesamte Verlagsarchiv und vorhandene Restbestände an früheren Auflagen in Flammen auf. Dies erklärt die große Seltenheit mancher Titel, die ohnehin schon in einer nicht allzu hohen Auflage gedruckt und deren Restbestände nunmehr auch vernichtet worden waren.

Ausweislich der Angaben auf dem Vorderspiegel der Ausgabe Wien und Niederdonau von 1943 waren noch Ausgaben für Franken, Württemberg (überarbeitete 2. Auflage) und Ungarn geplant. Durch die Kriegsumstände war an eine Fertigstellung dieser Bände in der Kriegszeit nicht mehr zu denken. Auch war aufgrund der Kriegswirtschaft die Reisetätigkeit der deutschen Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt schon erheblich eingeschränkt, so dass kaum mehr ein praktischer Bedarf an diesen Reiseführern bestanden haben dürfte.

Baedeker von 1945 bis 1949 in Leipzig[Bearbeiten]

Da sich der Verlagssitz nach Kriegsende in der sowjetischen Besatzungszone wiederfand, unterlag er den Zulassungsbestimmungen der dortigen Militärbehörden. Dort wurde Karl Baedeker eine an seine Person gebundene Verlagslizenz mit der Nummer 345 erteilt, so dass er seine Tätigkeit zunächst fortsetzen konnte. Angesichts der Vernichtung des Verlagsarchivs, wodurch auch sämtliche Kartenvorlagen und die sonstigen für die Reiseführerproduktion notwendigen Aufzeichnungen verloren gegangen waren, war an ein rasches Anknüpfen an das Verlagsprogramm vor 1945 nicht zu denken. Darüber hinaus war durch die Kriegszerstörungen und die wirtschaftliche Nachkriegsnot der Urlaubsreiseverkehr und der Bildungstourismus, auf den die Baedeker primär zugeschnitten waren, weitestgehend zum Erliegen gekommen. Ungeachtet dieser Umstände gelang es dem Verlag, in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Bibliographischen Institut 1948 einen schon vor dem Krieg geplanten Band für Leipzig, dem eigenen Verlagsort, herauszubringen. Die mit einem Vorwort des damaligen Leipziger Oberbürgermeisters, Erich Zeigner, versehene Broschüre, die von Hans Baedeker (1874-1959) verfasst wurde, spiegelte einerseits die Kriegszerstörungen in der Stadt wider, dokumentierte andererseits aber auch den ungebrochenen Aufbauwillen der Leipziger Bevölkerung. Aufgrund der Eintragung des Standorts der sowjetischen Militärverwaltung in Leipzig in einem beigefügten Stadtplan mussten nach deren Intervention die noch nicht verkauften Bestände mit einer retuschierten Karte versehen werden, bei der die Objektbezeichnung getilgt war. In ähnlicher Aufmachung kam dann 1949 noch ein Führer für Stuttgart in einer Auflage von 20. Tsd. Exemplaren heraus, wobei hier als Mitverleger die Franckh’sche Verlagshandlung in Stuttgart zeichnete und neben Leipzig auch Hamburg als Verlagsort genannt ist.

Mit dieser Ausgabe fand die über 70 Jahre andauernde verlegerische Tätigkeit des Baedeker Verlags am Standort Leipzig, von wo aus das Unternehmen seine Weltgeltung erlangt hatte, ein jähes Ende; sie wurde dort auch nach der deutschen Wiedervereinigung nicht wieder neu belebt.

Baedekerausgaben ab 1949[Bearbeiten]

Länder-, Regional- und Städteausgaben in klassischer Baedekeraufmachung[Bearbeiten]

Landschaftsbände, Auto- und Stadtführer 1974 (aus: Baedeker Gesamtprogramm 1974)

Vorbemerkungen

Karl Friedrich Baedeker (1910–1979), ein Urenkel des Firmengründers, gründete 1948 in Malente unter altem Namen einen neuen Verlag, für den er eine Lizenz der Britischen Besatzungsbehörden erhielt. In diesem erschien ab 1949 eine Reihe mit Regionalausgaben, die in klassischer Manier ausgestattet wurden, wobei Baedeker bei den Regionalausgaben für Bayern und dem Städteband für München mit dem in München ansässigen Richard Pflaum Verlag kooperierte. Der Firmensitz von Baedeker wurde 1956 nach Freiburg i.Br. verlegt.

Auch für den heutigen Leser der frühen Nachkriegsbände von Anfang der 1950er Jahre dürfte die ausführliche Darstellung der enormen Kriegszerstörungen vor allem in den deutschen Innenstädten von großem historischen Interesse sein. So zeigt eine Karte der Frankfurter Altstadt von 1950 mit weißen Flecken für die total zerstörten Stadtquartiere plastisch das enorme Ausmaß der im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges verloren gegangenen historischen Bausubstanz.[25]

In den Bänden dieser Zeit wurde aber auch den wirtschaftlichen Verhältnissen der Städte und Regionen breiter Raum gegeben. So sind beispielsweise die Ausführungen im Band Hamburg und die Niederelbe (1951) über den Hamburger Hafen mit den dort tätigen Reedereien (z.B. F. Laeisz, Rickmers Rhederei AG, Robert Miles Sloman jr.) und Werften (Blohm & Voss, Deutsche Werft, Howaldtswerke) von einer aufgrund gewandelter Benutzerinteressen später nie wieder erreichten Ausführlichkeit. Ebenso werden beim Band Ruhrgebiet (1959) auf über 100 Seiten der inzwischen untergegangene Steinkohlenbergbau und die mit der Region verbundenen Industrien, wie die Montan-, Chemie- und Metallindustrie, die auch das Erscheinen des Bandes finanziell gefördert hatten[26], tiefschürfend abgehandelt.

Möglicherweise gab es in den frühen 1950er Jahren bei manchen Baedeker-Autoren noch Ressentiments gegenüber einigen während der Nazi-Herrschaft exilierten Schriftstellern. Der 1875 in Lübeck geborene Nobelpreisträger Thomas Mann war im Band Schleswig-Holstein und Hamburg (1949 und 1952) lediglich bei den Ausführungen zu seiner Geburtsstadt relativ kurz erwähnt, nicht jedoch in der für Dichter und Schriftsteller zusammenfassenden, weit ausführlicher gehaltenen Gedenktafel.[27] Auch in den Ausgaben von München und Umgebung von 1951 bis 1960 findet er bei den dort aufgeführten berühmten Persönlichkeiten keine Erwähnung, wobei die Auslassung beim München-Band auch mit im Zusammenhang mit seinem kritischen Münchener Wagner-Vortrag von 1933, Leiden und Größe Richard Wagners, stehen könnte.[28] Auch Stefan Zweig wird bei der eingehenden Beschreibung des Salzburger Kapuzinerbergs im Südbayern-Band von 1953 nicht genannt, obwohl er von 1919 bis 1933 im dort gelegenen Paschinger Schlössl lebte und arbeitete. Dagegen ist bei der Beschreibung der Umgebung von Berchtesgaden auf die Angabe des Berghofs als stark zerstörtes ehemaliges Haus Hitlers nicht verzichtet worden.[29]

Deutschsprachige Regionalbände[30]

Als die nachkriegsbedingten Startschwierigkeiten überwunden waren, konnte den beiden noch in Leipzig erschienenen bzw. erarbeiteten Bänden 1949 der erste Band einer neuen Reihe von Regionalausgaben (Landschaftsbände) folgen: Schleswig-Holstein und Hamburg. 1950 folgte in zweiter Auflage (1. Auflage 1935) der schon erwähnte Band München und Umgebung sowie im April 1951 Frankfurt am Main. Dieser Band stand damit den Besuchern rechtzeitig zu der inzwischen von Berlin nach Frankfurt umgezogenen Internationalen Automobil-Ausstellung zur Verfügung. Im selben Jahr folgte noch Hamburg und die Niederelbe.

Schritt für Schritt wurde die Angebotspalette auf fast alle westdeutschen Regionen erweitert. Der Verlag legte unter Anknüpfung an die vor dem Krieg erschienenen Regionalbände 1951 in dritter Auflage Nord-Bayern, 1953 Südbayern (41. Auflage) sowie Köln und das Rheinland, 1956 Schwarzwald (4. Auflage), Tirol (42. Auflage) und Wiesbaden/Mainz, 1959 Ruhrgebiet, 1962 Rheingau/Rheinhessen und schließlich 1962 Nordbayern-Ostbayern (4. Auflage) vor. Mehrere Bände, wie Schleswig-Holstein und Hamburg, erhielten auch Nachauflagen, allerdings waren insgesamt "die Verkaufszahlen (...) ernüchternd" und gelang kein "Anschluss an die Vorkriegserfolge".[31]

Fortgeschrieben wurde auch der 1936 zuletzt erschienene Berlin-Band mit fünf Auflagen zwischen 1954 und 1987; dies traf auch auf die erstmals 1933 erschienene, heute recht seltene kleine Berlin-Ausgabe zu, die zwischen 1968 und 2002, nun in der Stadtführer-Reihe, mehrfach aufgelegt wurde.

Stadtführer für deutschsprachige Städte[30]

  • Allgemeine Angaben

Auf dem Vorderdeckel der zumeist schmalen Broschurbände im klassischen Baedekerformat, die zunächst unter dem Reihentitel Baedekers Stadtführer von Karl Baedeker erschienen, war das jeweilige Stadtwappen abgebildet. War der Buchrücken bei den ersten Ausgaben noch unbedruckt, trug er ab 1968 den Städtenamen und in den 1980er Jahren teilweise zusätzlich die Bandnummer, die den einzelnen Bänden zugeordnet war und bei der Verlagswerbung verwendet wurde. Die Rückendeckel zierte ein Bauwerk oder Denkmal der Stadt. Die Broschuren enthielten neben den touristisch notwendigen Informationen über den Ort und dem traditionellen, mehrfarbigen Plan der Stadt und/oder Innenstadt zumeist auch eine historische Stadtansicht nach Merian. Wie bereits die Regionalbände ab 1951 waren die Stadtführer mit schwarz-weiß Illustrationen ausgestattet, die häufig aus der Feder von Gerhard Gronwald († 1965) und Katja Ungerer stammten. Grundrisse und Lagepläne wurden auch mit roten Bildelementen ergänzt. Sehr häufig war in den Bändchen Werbung für die laufende Reiseführerproduktion von Baedeker zu finden. Auch Fremdwerbung tauchte in den 1970er Jahren in vielen kleinformatigen Stadtführern auf. Recht häufig warb dabei die Frankfurter Allgemeine Zeitung als alleiniger Inserent ganzseitig um Leserschaft.

In den Bänden, die geografisch Berührungspunkte zur DDR hatten, lässt sich auch die deutsch-deutsche Entspannungspolitik ablesen. Endete z.B. in der Ausgabe von 1977 für Lübeck der Badestrand des nahe gelegenen Priwalls noch an der "Zonengrenze", war daraus in der Folgeauflage von 1983 schon die "DDR-Grenze" geworden.[32] Dagegen waren die in der kleinen Ausgabe für Berlin von 1968 noch gesetzten Anführungsstriche bei der Erwähnung der 'Deutsche(n) Demokratische(n) Republik (DDR)' in der Folgeauflage schon von 1975 verschwunden.[33] Zu diesem Band wurde übrigens ausnahmsweise ein - zusammengefaltet überformatiger - Stadtplan der Frankfurter Richard Schwarz KG lose beigegeben, der dadurch den meisten Bänden abhandengekommen ist.

Unter den Reihenautoren sind aus der Verlegerfamilie der früh verstorbene Florian Baedeker († 1980), Historiker, wie Kurt Pomplun, aber auch Heimatforscher, wie Erich Mulzer (Nürnberg 1986), zu finden. Permanent wurde der Inhalt der Bände bei Folgeauflagen einer Aktualisierung unterzogen. Dies ist am schwächeren Druck der veränderten Textpassagen zumeist leicht erkennbar. Auch wurde das Format ab 1983 leicht vergrößert, wobei die Texte zur besseren Lesbarkeit in größerem Schriftgrad völlig neu gesetzt wurden. An die Stelle der hinteren Einbandillustration trat nun ein standardisierter Werbetext für die Stadtführer-Reihe, und es wurden ein Strichcode und die ISBN hinzugesetzt. Ab 1988 wurden die Wappensupralibros durch ein Foto mit einem markanten Bauwerk abgelöst. Das Fotomotiv blieb bis zum Auslaufen der Reihe unverändert. Nur der Band Nürnberg wurde in der 12. und letzten, von Pablo de Riestra überarbeiteten Auflage von 2008 mit einem neuen Frontfoto ausgestattet. Ende der 1990er Jahre wurden auf die zuvor leeren Buchspiegel Zeichnungen und Beschreibungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der beschriebenen Stadt gedruckt, und um die Jahrtausendwende änderte sich die auf dem Vorderdeckel und Buchrücken angegebene Titelbezeichnung in "Baedeker" ohne das Genitiv-"s".

Der Titelkanon der Reihe, die ihren Höhepunkt in den 1970er und 1980er Jahren hatte, wurde nach 1989, als laut Verlagswerbung noch fast vier Dutzend Titel präsent waren, immer weiter ausgedünnt. Übrig blieben nur Ausgaben für einige wenige größere Städte, wie Basel, Berlin (kleine Ausgabe), Hannover oder Leipzig, sowie Touristenhochburgen, wie Bamberg, Konstanz oder Trier, so dass an der Jahrtausendwende nurmehr gut anderthalb Dutzend Stadtführer auf der Titelliste stand. Das Gros der anderen Orte war in den Regionalbänden der Baedeker-Allianz-Reihe aufgegangen oder hatte dort Separatausgaben erhalten.

  • Alte Bundesrepublik

Die „Stadtführer“ für Städte der Bundesrepublik erschienen ab 1963 und wurden in leicht veränderter Aufmachung noch bis 2012 auf den Markt gebracht. Beginnend mit Lübeck und Kiel, wobei die Texte und Pläne hier noch unverändert der 3. Auflage des Reisehandbuchs von Schleswig-Holstein entnommen worden waren, wurden zunächst touristisch besonders attraktive Großstädte, u.a. Braunschweig, Freiburg und Nürnberg, später aber auch kleinere Orte, wie Idar-Oberstein, Nördlingen und Rottweil, beschrieben. Mitunter waren Stadtjubiläen oder Verbindungen zum Baedeker-Verlag, wie bei Essen, ein Ausgabeanlass. 1986 wurde auf der Grundlage der Stadtführer ein Städteführer für (West-)Deutschland erarbeitet, der die wichtigsten Städte der alten Bundesrepublik und Westberlin beschrieb, allerdings auch einen kurz gefassten „Ausflug nach Berlin (Ost)“ enthielt und mit farbigen Innenstadtplänen und Wappenzeichnungen aufwartete.

  • Ausgaben für die West-Berliner Bezirke

Angesichts der bestehenden Teilung der Stadt Berlin wurden für alle West-Bezirke, ausgenommen Neukölln, zu ihrer besseren touristischen Erschließung Stadtteil-Bände ediert. Sie begannen 1967 mit Schöneberg und endeten mit Zehlendorf im Jahr 1987. Die letzten Nachauflagen erschienen 1988 für Kreuzberg und Charlottenburg. Diese wohl mit vorab vereinbarten Abnahmekontingenten der öffentlichen Hand veranstalteten Ausgaben enthalten sehr häufig Vorworte der amtierenden Bezirksbürgermeister, wie von Heribert Baumann (Wilmersdorf 1975), Herbert Kleusberg (Spandau 1977) oder Jürgen Klemann (Zehlendorf 1987), so dass sich bei vielen Folgeauflagen die parteipolitische Entwicklung in den Bezirken verfolgen lässt. Beim Band Schöneberg von 1967 führte dies bei einer späteren Binderate zum Weglassen des Vorworts von Josef Grunner, da er nur bis 1969 amtierte.

Die Texte wurden zum Teil von renommierten Autoren verfasst. Für allein sechs Bände zeichnete Georg Holmsten verantwortlich, unter anderem für Wilmersdorf (1975), Wedding (1976) und Kreuzberg (1977). Kurt Pomplun verfasste den Band für Tiergarten (1984) und Sabine Bohle-Heintzenberg den die Reihe abschließenden für Zehlendorf (1987). Die Ausstattung entsprach den bundesdeutschen Bänden. Allerdings behielten davon abweichend auch die im Format vergrößerten Auflagen die hintere Deckelillustration bei und waren alle Bändchen hinten zumeist auf mehreren Seiten mit Inseraten von Unternehmen aus den einzelnen Bezirken versehen.

  • DDR

Aufgrund der relativ leichten Einreisemöglichkeiten von Bundesbürgern nach Ost-Berlin stellte dessen berühmte Museums-Landschaft ein lohnendes zusätzliches Reiseziel für die Besucher von West-Berlin dar. Eine leichtere Handhabung und vielleicht auch Grenzpassage mit diesem Reiseführer[34] mag 1969 Anlass zur Herausgabe einer Separat-Ausgabe aus dem Gesamtberlin-Band von 1968 nur für Ost-Berlin gewesen sein. Dagegen blieb es nur bei Planungen für einen 1972 in mehreren Stadtführern angekündigten Band für die frühere preußische Residenzstadt Potsdam.[35] Erst mit der zweiten Auflage des Leipzig-Bandes von 1973 (Erstauflage: 1948, siehe oben) wurde ein weiterer Band zu einer in der DDR gelegenen Stadt publiziert, der ihrem Status als Drehscheibe des Ost-West-Handels geschuldet war. Auch nach der deutschen Wiedervereinigung fand keine weitere ostdeutsche Stadt Eingang in die Stadtführer-Reihe. Das sofort ins Auge springende Dresden war 1986 schon mit einem umfangreicheren Baedeker-Allianz-Band (s.u.) bedacht worden. Die Beschreibungen anderer in Betracht kommender Orte, wie Erfurt, Weimar oder Eisenach im Süden sowie Rostock, Schwerin oder Wismar im Norden, wurden in die jeweiligen Baedeker-Allianz-Regionalbände eingebunden. Separatausgaben erschienen dem Verlag sicher nicht erfolgversprechend genug, auch hatte diese Baedeker-Reihe generell schon ihren Zenit überschritten.

  • Schweiz und Österreich

Schließlich waren das schweizerische Basel ab 1978 - die letzte Auflage erschien 2005 - und Genf sowie Österreichs Hauptstadt Wien (1979), bearbeitet von Gerhard Peters, nebst Graz - beide mit nur einer Auflage - und Innsbruck (1969) als besonders beliebte ausländische Reiseziele in der Reihe vertreten, obwohl der umfangreiche Wien-Band das kleine Format schon überforderte und deshalb nach der Fusion beider Baedeker-Verlage in der neuen Baedeker-Allianz-Reihe seine Fortsetzung fand. Ein 1975 für Zürich angekündigter Band kam dagegen nicht zur Ausgabe.

  • Frankreich

Obwohl das durch Ludwig XIV. 1681 eroberte Straßburg, das nochmals zwischen 1871 bis 1919 zum Deutschen Reich gehörte und von 1940 bis 1944 von Deutschland besetzt war, streng genommen nicht zu den rein deutschsprachigen Städten gehört, wurde es wohl aufgrund seiner besonderen historischen und sprachlichen Entwicklung sowie der Grenznähe zu Deutschland in die Reihe aufgenommen. Zwischen 1973 und 1983 wurde die Stadt so mit 3 Auflagen bedacht.

Länderband USA

Lediglich ein Länderband, USA, wurde mit zwei Auflagen 1974 und 1979 im traditionellen Baedeker-Format nach 1945 verlegt. Er knüpfte an den zuletzt 1904 erschienenen Band Nordamerika an, spiegelte die sich seitdem vollzogene rasante Entwicklung dieses Bundesstaates wider und sollte dem gewachsenen transatlantischen Reiseverkehr Rechnung tragen. Reiseinformationen für Mexiko wie noch im Band von 1904 sind jedoch nicht mehr enthalten. Der Titel wurde formatgleich von 1983 bis 1990 in der Baedeker-Allianz-Reihe fortgesetzt (siehe dort).

Fremdsprachige Ausgaben

Die Tradition der englisch- und französischsprachigen Städteausgaben wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen, wenngleich dies nur in erheblich reduziertem Umfang geschah. So gesellten sich zu den Städte-Bänden Frankfurt am Main, München, Köln, Berlin und Salzburg ihre vorwiegend im Ausland vertriebenen[36] Pendants: Frankfurt and the Taunus (1951, 1953 und 1960), Munich and its environs (1950 und 1956), Cologne and Bonn with environs (1961), Berlin (englische Ausgaben: 1965, 1971 und 1975; französische Ausgabe: 1971) und Salzburg (englische Ausgabe: 1964, übersetzt von Hermann Augustine Piehler (1888−1987)). Eine noch in den 1950er Jahren geplante 21. Auflage von Paris and its Environs (Vorauflage von 1932) kam aber nicht in den Handel. Dies trifft auch auf die weiteren, für 1961 in englischer Sprache mit jeweils ca. 360 Seiten geplanten Städteausgaben Hamburg and its Environs (1st edition), Rom and its Environs (17th edition) und London and its Environs (22nd edition) sowie die für 1965 vorgesehene 3. Auflage von Munich and its environs zu. 1961 sollte ebenfalls der englischsprachige große Berlin–Führer in 7. Auflage erscheinen. Möglicherweise durch den Mauerbau verschob sich das Erscheinen bis ins Jahr 1965.[37]

Dagegen wagte der Verlag 1974 für den vergleichsweise kleinen Kur- und Bäderort Baden-Baden Übersetzungen ins Englische und Französische.[38] Insgesamt dürfte allen diesen fremdsprachigen Bändchen der verlegerische Erfolg gefehlt haben, denn Nachfolger für das Gros der anderen Städte gab es nicht. Schließlich wurden auch drei Regionalbände für touristisch besonders attraktive Regionen, bei denen mit vielen ausländischen Besuchern zu rechnen war, wieder in Übersetzungen vorgelegt: Nordbayern, Franken, Oberpfalz, Niederbayern (Northern Bavaria, 1951, 3. Auflage), Südbayern (Southern Bavaria, 1953) und Tirol (Tyrol and Salzburg, 1961, 14. Auflage); sie knüpften an entsprechende Vorkriegspublikationen an.

Ebenfalls analog zur früheren verlegerischen Praxis (vgl. Canada und Nordest-France etc.) wurden einzelne Titel auch ausschließlich als fremdsprachige Ausgaben konzipiert, weil der Verlag offensichtlich entsprechende Sprachkenntnisse bei den deutschen Benutzern voraussetzte und sicher nicht zuletzt auch an entsprechende Exporterlöse dachte. Bereits 1951 erschien so in 20. Auflage der Band London and its environs, der 1955 eine letzte Nachauflage erlebte. In völlig umgearbeiteter Form veröffentlichte der Verlag zwischen 1966 und 1970 eine auf vier Bände angelegte, sehr handliche Ausgabe für Großbritannien (Great Britain I bis III); der geplante vierte Band für Schottland erschien jedoch nicht mehr.

Ausgaben des Baedekers Autoführer-Verlag[Bearbeiten]

Vorbemerkungen

1951 schloss sich Karl Friedrich Baedeker in Stuttgart mit dem Verleger und Kartografen Kurt Mair (1902–1957) sowie mit Oskar Steinheil, der die ersten Autoführer des Deutschen Reichs von 1938 und 1939 bearbeitet hatte, zusammen und begründete Baedekers Autoführer-Verlag in Stuttgart. In diesem erschienen zunächst die Shell-Autoführer und die Autoreiseführer, da der PKW in den 1950er Jahren die Eisenbahn als klassisches Verkehrsmittel für den Reiseverkehr allmählich abzulösen begann, so dass dem mit einer völligen Neukonzeption aller Reiseführer Rechnung getragen werden musste. Das nun im Hochformat gehaltene Buchformat war deutlich vergrößert worden, da die Reiseführer im Pkw auch in dieser Ausstattung problemlos mitgeführt werden konnten. Erst Ende der 1970er Jahre kam noch einmal das klassische Kleinformat bei der kurzlebigen Reihe der Kompakt–Reiseführer zum Einsatz. Der Inhalt aller Bände war durch Zeichnungen aufgelockert.

Shell-Autoführer

  • Deutschsprachige Ausgaben

Ab 1952 wurden zunächst Baedekers Shell-Autoführer für die deutschen Regionen parallel zu den noch vom Karl Baedeker Verlag bearbeiteten Regionalführern, aber in Abkehr vom traditionellen Erscheinungsbild der roten Baedeker-Reiseführer zum Preis von 4,80 DM vorgelegt. Entsprechend der Firmenfarbe des Shell-Konzerns, mit dem bei der Herstellung kooperiert wurde, waren die Broschüren nämlich in gelb-rotem Grundton gehalten und mit dem Shell-Firmenlogo versehen. Auf dem Vorderdeckel trugen sie zumeist ein für das Titelgebiet typisches Bauwerk, das auch die Schutzumschläge wiederholten. Die unter der Redaktion von Oskar Steinheil erarbeiteten Ausgaben waren einzelnen, eng begrenzten Landschaften gewidmet. Beginnend mit den Bayerischen Alpen, fortgesetzt mit Bänden u. a. zu Franken, Hessen und dem Harz, endete die zehnbändige Reihe mit dem Band Nordsee/Ostsee. Inhaltlich waren sie in fünf Abschnitte geteilt: allgemeine geographische Angaben zum Reisegebiet, Straßenverhältnisse und Unterkunft, Tourenvorschläge, detaillierte Straßenbeschreibungen sowie Angaben zu Orten und Landschaften. Diese regionalen Reiseführer erlebten bis 1973 mehrere Auflagen, was titelabhängig aufgrund unterschiedlicher Nachfrage zwischen drei (Hessisches Bergland) und neun (Schwarzwald) stark variierte.

Die Auflagen ab 1968 erschienen unter dem geänderten Titel Baedekers Autoreiseführer in roter laminierter Broschur, deren Gestaltung den nachfolgend behandelten Länderführern der Autoreiseführer entsprach.

  • Französischsprachige Ausgaben

Unter dem Titel Guide automobile Shell erschienen nur drei Bände ab 1953 auch in französischer Übersetzung. Beginnend mit Rhin et Moselle (Rhein und Mosel), gefolgt von Forêt-Noir. Lac de Constance (Schwarzwald und Bodensee) und 1956 abgeschlossen mit Alpes Bavaroises (Bayerische Alpen), umfasste die kurze Reihe erstaunlicherweise genau die schließlich auch auflagenstärksten deutschen Titel.

Autoreiseführer

Von 1953 bis 1979 – für Deutschland sogar bis 1990 – wurden die „Autoreiseführer“ in Anknüpfung an die Länderführer und die ersten beiden Autoreiseführer für das Deutsche Reich von 1938 und 1939 verlegt. Der Inhalt war in der Regel viergeteilt: Einem Einführungsteil mit allgemeinen Angaben folgte ein größerer Routenteil, dem sich eine alphabetisch geordnete Abhandlung der an den Routen gelegenen Ortschaften und Gebiete anschloss. Schließlich wurden dem Benutzer Hinweise zu den an den Reiserouten liegenden Unterkünften gegeben. Allen Bänden war mindestens eine große Übersichtskarte für das Reisegebiet beigegeben. Auf dem roten Schutzumschlag war ein dreifarbiger Kartenausschnitt des behandelten Reisgebiets abgebildet

  • Ausgaben für Deutschland und deutschsprachige Länder

Von 1953 bis 1990 erschien als erster Band der neuen Reihe der auch von Oskar Steinheil betreute Titel Deutschland, der das Gebiet der alten Bundesrepublik und Westberlin abdeckte und bis 1990 in 14 Auflagen erlebte. Die Auflagenzählung knüpfte allerdings an die beiden Vorkriegsausgaben für das Deutsche Reich an, so dass der erste Band aus dem Jahr 1953 bereits als dritte Auflage erschien. Ausweislich des Untertitel fungierte er als Offizieller Führer des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, was dem Buch eine zusätzliche Nachfrage beschert haben dürfte.

Bereits 1954 folgte für die Schweiz einer der ersten drei Auslandsbände, für Österreich lag erst 1956 die erste Auflage (1975: 9. Auflage) vor.

  • Ausgaben für West- und Nordeuropa

Ebenfalls 1954 gab es für Spanien und Portugal einen weiteren Auslandsband, mit dem erneut ein klassisches Reisegebiet des westlichen Kontinentaleuropas abgedeckt werden sollte. Hinzu kam 1957 Skandinavien, das bis 1976 acht Auflagen erfuhr.

  • Ausgaben für Ost- und Südosteuropa

Nachdem dann 1954 Oberitalien und 1958 Mittel- und Unteritalien, noch immer die klassischen Reiseziele deutscher Touristen, bearbeitet worden waren, erschienen bereits 1956 ein Band für Jugoslawien und Griechenland und 1965 (1973: 3. Auflage) der Band Türkei, der auch die sich anschließenden Routen bis nach Beirut und Jerusalem enthielt, womit er bis nach Asien hineinreichte. Die beiden letztgenannten Ausgaben trugen den von der westdeutschen Bevölkerung wiederentdeckten Reisezielen auf dem Balkan und im Nahen Osten Rechnung.

  • Ausgaben für sozialistische Länder Europas

Zeitgeschichtlich interessant ist der 1968 auf den Markt gebrachte Tschechoslowakei-Band. Er erschien als rasche Reaktion des Verlages auf die durch den Prager Frühling von 1968 zunächst verheißenen politischen Wandlungen in diesem Land. Er wurde aber genau am Tag des Einmarsches der Truppen des Warschauer Pakts in das Land ausgeliefert, so dass dem Band zunächst kein großer Erfolg beschieden war.[39] Abgesehen von dem damals blockfreien Jugoslawien, aufgrund der Transitstrecken im gemeinsamen Band mit Griechenland ab 1956 bearbeitet, folgte dann nur noch ein Band für das damals sozialistische Bulgarien im Jahr 1969. Einerseits führte hier der Tourismus - nicht zuletzt aufgrund der günstigen Devisenumtauschsätze - viele westdeutsche Reisende an das klimatisch begünstigte Schwarze Meer, andererseits grenzte das Land an Griechenland und die Türkei, so dass es auch auf Transitrouten für diese Reiseziele durchquert werden musste, so dass der Verlag eine separate Ausgabe wagte. Bei beiden Bänden wurde im Gegensatz zu den übrigen deutschsprachigen Ausgaben aber keine Folgeauflage nötig.

  • Fremdsprachige Ausgaben für Westeuropa

1955 lag die erste französischsprachige Ausgabe zu dem ein Jahr zuvor erschienenen Band für die Schweiz vor. Es gab bis 1958 noch drei weitere Ausgaben – mit Norditalien, den Benelux-Staaten sowie Spanien und Portugal waren aber lediglich ausgewählte europäische Länder berücksichtigt worden. Mit diesen Ausgaben wollte der Verlag sicherlich ebenso wie mit den acht englischsprachigen Ausgaben zwischen 1957 und 1967 (u. a. Switzerland 1957, 2. Auflage 1967, Austria und Benelux 1958, France 1961, Scandinavia 1963 und Yugoslavia 1964) im Exportgeschäft aktiv werden, da die Käufer kaum in Deutschland zu suchen waren.

Touropa-Baedeker Salzkammergut-Jugoslawien (1957)

Touropa-Baedeker

Im Jahr 1957 erschien eine mit dem Reisebüro Touropa veranstaltete, kurzlebige Reihe von drei kleinen Reiseführern. Diese Broschüren enthielten mit den Teilen Allgemeiner Streckenüberblick, Praktische Hinweise und Streckenbeschreibung sowie zwei Eisenbahnstreckenplänen kurze Reiseinformationen zu den Gebieten „Tirol-Italien“, „Schweiz-Riviera“ und „Salzkammergut-Jugoslawien“, die auszugsweise den gleichnamigen Autoreiseführern entsprechend den Bedürfnissen der mit Touropa auf Urlaubsreise gegangenen Pauschaltouristen entnommen worden waren.

Länderführer USA

In überarbeiteter Form - nun auch mit Farbfotos, Zeichnungen und Tabellen – wurde der bis 1909 verlegte Reiseführer für die USA 1974 und 1979 erneut in 2 Auflagen ediert. Der im klassischen Baedeker–Format aufgebundene Band wurde gemeinsam mit der Lufthansa herausgegeben, die auch bei Teilauflagen auf dem Schutzumschlag genannt ist.

Kompakt–Reiseführer

Der mit den Kompakt–Reiseführern in den Jahren 1976 bis 1979 unternommene Versuch, eine neue inhaltliche Gliederung umzusetzen, blieb Episode und fand keine Fortsetzung: Zu einer dem Kompakt–Reiseführer vorangestellten Generalkarte eines Reisegebiets von „Mairs Geographischem Verlag“ wurden die touristisch interessanten Ziele der einzelnen Planquadrate punktuell beschrieben. Die nur acht Ausgaben dieses Reiseführertyps, mit denen sowohl ausländische Großstädte (New York City, Rom und Prag) als auch touristisch attraktive Regionen (Südtirol/Dolomiten, Bodensee und Vogesen/Elsass) sowie die vor allem bei deutschen Urlaubern beliebte Insel Mallorca besprochen wurden, traf offensichtlich die Bedürfnisse der Käufer nicht ausreichend. Die im Band Vogesen / Elsass (1978) schon als erschienen verzeichneten Bände für Paris[40] und Griechenland (Festland und Inseln) sind ebenso wenig auf den Markt gekommen, wie die nur angekündigten Ausgaben für London und die italienische Riviera[41] sowie den Schwarzwald und Kärnten.[42]

Baedeker-Allianz-Reiseführer bis 2012[Bearbeiten]

  • Verlagsentwicklung

Nach Kurt Mairs Tod übernahm dessen Sohn Volkmar die Verlagsführung. 1972 zog der Baedeker Autoführer-Verlag dann von Stuttgart nach Ostfildern-Kemnat in das neue Verlagsgebäude der Mair-Gruppe. Nachdem Karl Friedrich Baedeker im Jahr 1979 und kurz darauf auch sein Sohn gestorben waren, erwarb die Langenscheidt KG den Freiburger Teil des Verlagshauses. 1987 schlossen sich schließlich die beiden Verlagshäuser Baedeker Autoführer-Verlag und Karl Baedeker Verlag zur Karl Baedeker GmbH mit Sitz in Ostfildern/Kemnat zusammen. Dieser Verlag wurde 1997 von Mairs Geographischer Verlag, der zur MairDumont-Gruppe gehört, mit allen Namensrechten erworben. Als Chefredakteur fungiert gegenwärtig Rainer Eisenschmid sowie als Verlegerin und Geschäftsführerin Stephanie Mair-Huydts.

  • Vorbemerkungen zu den Baedeker-Allianz-Reiseführern

Im Frühjahr 1979 begann noch der Baedeker Autoführer-Verlag mit der Reihe der Baedeker-Allianz-Reiseführer, die bis 2012 den klassischen Baedeker-Band repräsentierten. Da der klassische Autoreisende immer mehr durch den Flugreisenden abgelöst wurde, folgte auch das Konzept diesem Trend, bei dem nicht mehr die Reise selbst mit den verschiedensten Fahrtrouten und den interessantesten Zwischenstationen, sondern das Reiseziel im Blickpunkt der Darstellung steht. Herausgeber der Reihe war Peter Baumgarten. Die Palette reichte vom klassischen Länderband über Bände für bestimmte Urlaubsregionen bis hin zu Städteausgaben für größere Metropolen. Dabei wurden die roten Stadtführer, die ursprünglich auch für die größeren Städte erstellt worden waren, schrittweise durch die Baedeker-Allianz-Ausgaben ersetzt. Lediglich für kleinere Orte, für die aus Gründen des Stoffumfangs das größere Format nicht wirtschaftlich gewesen wäre, wie Leipzig, Lübeck oder Regensburg, und als "Kleine Ausgabe" für Berlin wurde die Stadtführer-Reihe parallel zu diesen Ausgaben fortgeführt bis zur Einstellung der Reihe 2010.

  • Baedeker-Allianz-Reiseführer im Hochformat

Die ersten Ausgaben, die der alten Bundesrepublik und einigen europäischen Ländern, wie Frankreich, Italien, Jugoslawien und Griechenland, gewidmet waren, wurden in einem sehr schlanken Hochformat von 14,5 cm x 26,5 cm, ähnlich den früheren Autoreiseführern, in einem stabilen Pappeinband angeboten. Beide Buchdeckel zierte außen eine identische Farbfotografie eines landestypischen Reiseziels, wie auch die Bandbeschriftung auf der Buchvorder- und Rückseite identisch war. Die Bände waren u. a. mit einer hinten eingeklebten "Großen Autokarte", die das Fahrzeug-Länderkennzeichen trug, in den Text gedruckten Stadt- und Umgebungsplänen, Fotografien der bedeutendsten touristischen Ziele und Tabellen zu prägnanten Landes- und Reiseinformationen ausgestattet. Die Gliederung umfasste vier Hauptpunkte in folgender Reihenfolge: allgemeine Vorstellung des Reiselandes, alphabetisch geordnete Reiseziele, Praktische Informationen (u. a. Sprache, Reisezeit und Verkehrsmittel, Unterkunft, Bewirtung und Einkauf sowie Hinweise zu speziellen Destinationen) und Register. Den europäischen Reiseländern folgten dann bereits 1981 auch außereuropäische Destinationen, wie die Karibik, Mexiko, New York oder Tokio.

  • Baedeker Reiseführer "DDR" im Hochformat

1980 war durch eine Lizenznahme beim Leipziger Tourist Verlag erstmals auch das Gebiet der DDR in vollem Umfang in der Palette der Reiseländer vertreten. Laut Impressum war der Band vom Tourist-Verlag erarbeitet worden und hatte im Baedeker Verlag seine Endfassung erhalten. Dadurch war einerseits die unbeanstandete Mitnahme des Reiseführers in die DDR gesichert, weil ansonsten nicht dem "kulturellen Erbe" zuzurechnende westliche Druckerzeugnisse in die DDR nicht eingeführt werden durften, und konnte durch das abschließende Layout im Hause Baedeker dessen verlegerischen Erfordernissen Rechnung getragen werden. Der Band erschien ohne den Zusatz und das Logo "Allianz" auf dem Einband und im Buchtitel. Lediglich die Autokarte wich bei ihrer Beschriftung mit "Baedeker-Allianz-Reiseführer" insoweit nicht vom Standard ab. Der Band, dessen Einband mit dem Kronentor des Dresdner Zwingers geschmückt ist, dürfte heute für den an jüngerer deutscher Geschichte Interessierten eine sehr anregende Lektüre bieten, sind doch die von der DDR-Führung aufgrund des geteilten Deutschlands für den Tourismus getroffenen spezifischen Reiseregelungen, dem Baedekerschen Reiseführerkonzept folgend, detailliert beschrieben worden.[43] Dies beginnt beim Kleinen Grenzverkehr und der Auflistung der für die Einreisenden ausschließlich passierbaren Grenzübergänge, geht weiter mit den Zoll- und Devisenbestimmungen einschließlich des Mindestumtauschs sowie den restriktiven Aus- und Einfuhrbestimmungen und endete bei der polizeilichen Meldepflicht für in der DDR ankommende Reisende. Erwähnenswert ist auch der im Band zunächst gegebene Hinweis zum Wegfall der Sommerzeit in der DDR ab 1981,[44] der dann auf der Rückseite des Vorsatzes als unzutreffend korrigiert wurde.

  • Baedeker-Allianz-Reiseführer im -Buchformat

Auf das doch recht unhandliche Hochkantformat mit steifen Buchdeckeln wurde später zu Gunsten eines Broschureinbands im normalen Buchformat verzichtet. Durch die Flexibilität der Broschur war wieder ein angenehmerer Transport möglich. Die große Hauptkarte war nun in den Plasteumschlag, der die empfindlichere Broschur schützen sollte, eingelegt.

Von September 2010 an wurden die Baedeker zusätzlich mit einem separat beiliegenden, 16-seitigen "Special Guide" ausgeliefert. Dieser behandelt für die Urlaubsregionen vor allem geographisch, künstlerisch, kulturell oder auch kulinarisch besonders prägnante Themen.

  • Baedeker-Allianz-Reiseführer Asien. Ostasien•Südasien im 12°-Buchformat

Nur einmal noch kehrte der Verlag bei dieser Reihe zum ursprünglichen Baedekerformat und klassischen Einband (hier in rotem Leinen) der Reisehandbücher zurück, das letztmals beim Länderband USA (1974 und 1979) verwendet wurde: beim über 1000 Seiten starken Band Asien. Ostasien•Südasien, bei dem es sich allerdings um eine Lizenznahme des beim Far Eastern Economic Review in 13. Auflage erschienenen Titels All-Asia-Guide handelte. Mit dem 75 DM teuren Band werden nach einer gedrängten Übersicht über die Region, beginnend mit Bangladesch und endend mit Vietnam, die Staaten Ost- und Südasiens beschrieben. Die hinten eingeklebte Karte steuerte Mairs Geographischer Verlag bei.

Baedeker-Reiseführer seit 2013[Bearbeiten]

Ab 2013 kam eine neu gestaltete Baedeker-Generation auf den Markt. Der Zusatz "Allianz" ist weggefallen. Der blaue Farbstreifen an der Oberkante des Einbands blieb aber erhalten. Die mit abgerundeten Ecken - diese gab es schon einmal bei den Baedeker-Shell-Autoführern - versehenen Broschüren sind erstmals mit Infografiken (siehe unter "Ausstattung") ausgestattet und werden unter dem Motto "Wissen öffnet Welten" verlegt. Die noch in vier Teile gegliederten Baedeker-Allianz-Ausgaben wurden um einen Abschnitt "Erleben und Genießen" erweitert, womit sie den Zeitgeist nach der Jahrtausendwende widerspiegeln dürften. Die große Hauptkarte fand nun Platz in einer gesonderten, verschließbaren Plastikhülle, die die Handhabung deutlich verbesserte. Lieferbar sind gegenwärtig ca. 160 Bände mit Reisezielen in allen Erdteilen, ausgenommen die Antarktis, wobei nach entsprechender Überarbeitung die bisherigen Baedeker-Allianz-Ausgaben durch Baedeker-Bände ersetzt worden sind.[45] Die Ausgaben sind auch als E-Book lieferbar.

Gestaltung der Ausgaben[Bearbeiten]

Einband[Bearbeiten]

Biedermeier-Einband

Nach einem ersten einfarbigen Pappeinband mit einem aufgeklebten Rückenschild (Rheinreise, 1835) wurden die Bände ab 1839 in einen gelben Biedermeier-Pappeinband gebunden, der auf der Vorderseite mit schwarz-weiß Miniaturen aus dem behandelten Reisegebiet, häufig auch mit Wappendarstellungen für die jeweiligen Landesteile, bedruckt war (Siehe auch die Abbildung im Internet[46]). Zumindest 1851 wurden Ausgaben der Schweiz und Deutschlands mit Leineneinband aufgebunden, der Prägungen im Biedermeierstil erhalten hatte.

Klassischer roter Leinen- oder Halbleineneinband

Karl Baedeker führte erst 1846 den roten Einband mit Goldprägung ein. Dabei hat er sich sehr wahrscheinlich von den Konkurrenzprodukten des englischen Reiseliteraturverlegers Murray inspirieren lassen. Es war ein schlicht gestalteter Leineneinband mit genarbtem Grund und rechteckiger Kassettierung, der nur 1851 durch das Zwischenspiel im Biedermeierstil unterbrochen war. Am Ende der 1870er Jahre kommt dann der „klassische“ Baedeker-Einband mit der charakteristischen Druckgestaltung und den eingeprägten Zierlinien zum Einsatz. Aufgrund seiner Verwendung weit über ein halbes Jahrhundert bis zum Ende des 2. Weltkrieges, bei nun hohen Auflagen vieler Ausgaben, erlangte er einen großen Bekanntheitsgrad.

1889 wurde – versuchsweise? – abweichend vom „Baedeker-Rot“ ein rosafarbener Leineneinband verwendet. Ein ähnlicher Farbton ist dann auch bei einigen Ausgaben der 1920er Jahre zu finden, wobei es sich hier aber wahrscheinlich um ein Ausbleichen aufgrund minderwertigen Materials handelte. Die letzteren Einbände sind auch nur in Halbleinen ausgeführt, so dass Buchdeckel und Buchrücken unterschiedliche Farbtöne zeigen.

Der Verlagsname war bei den englischen und nur einigen wenigen deutschen Ausgaben in Kursivschrift, dagegen bei den meisten französischen und deutschen Ausgaben in normaler, aufrecht stehender Schrift eingedruckt. Auch die Schreibweisen waren unterschiedlich: „Baedekers“ in Deutsch, „Baedeker's“ auf Englisch und „Baedeker“ auf Französisch.


Roter Kunstlederpappband

Für die Autoreiseführer von 1953 bis 1978 wurde ein hochformatiger roter Kunstlederpappband, der mit einem roten Schutzumschlag versehen war, verwendet. Auf dem Schutzumschlag war das jeweilige Reisegebiet des Bands skizzenhaft dargestellt.

Rot-blauer Pappband

Diese Einbindungsart in zwei Formaten wurde für einen Teil der frühen Baedeker Allianz Reiseführer verwendet. Die beiden Farben, die durch den Schriftzug Baedeker und das Firmenlogo des Allianzkonzerns ergänzt werden, symbolisierten die beiden Partnerunternehmen, die für den Verlag der Reiseführer verantwortlich zeichneten.

Berlin und Potsdam, 21. Auflage. (1936, D 221), Broschureinband
Vergleich von Buchrücken im klassischen Baedeker-Rot verschiedener Erscheinungsdaten

Broschuren

  • Klassische rote Broschur

Ab den 1930er Jahren wurden einzelne Ausgaben auch broschiert verkauft. Mit diesem Einband wurde z.B. der im Goethe-Jahr 1932 für Weimar und Jena, Rudolstadt, Ilmenau aus dem Thüringen-Baedeker aufgelegte Auszug verkauft, wobei hier die Buchrückseite beigefarben blieb. Dieser Ausgabe folgten 1933 Berlin und Potsdam, kleine Ausgabe (D 222) sowie Rom und Umgebung (D 415), 1935 München und Umgebung, Augsburg (D 253) sowie 1936 Berlin und Potsdam (D 221), die ausschließlich so erschienen sind. Dagegen erschienen die Ausgaben München und Südbayern (39. Auflage, D 165) und Thüringen (3. Auflage, D 238) 1935 sowohl broschiert als auch gebunden. Nach 1945 wurde auf diese Einbandvariante bei den Städteführern für den deutschsprachigen Raum und die Kompakt-Reiseführer zurückgegriffen.

  • Rot-gelbe Broschur

Die vom Baedeker Autoführer–Verlag für den Shell Touring Service gelieferten Shell Autoführer für Deutschland sind zweifarbig gehalten. Dem Baedeker–Rot hat sich Gelb als Markenfarbe des Shell Konzerns zugesellt, dessen Markenzeichen, eine gelbe Jakobsmuschel, ebenfalls den Umschlag ziert.

  • Rot-blaue Broschur

Diese Einbindungsart wurde für die meisten der von 1979 bis 2012 ausgelieferten Baedeker Allianz Reiseführer und die aktuell verlegten Baedeker Reiseführer verwendet. Zum Schutz der Broschur waren die Bände zum Teil mit einem durchsichtigen Plasteumschlag versehen worden.

Seit 2013 erscheinen die Bände mit einem neuen Logo, einem schmaleren blauen Streifen und abgerundeten Ecken in einem sogenannten "Flexi-Cover" (Verlagsangabe) ohne Plasteumschlag; auch der Reihenzusatz "Allianz" kam nun in Wegfall.

Gestaltung des Buchrückens beim klassischen Format bis 1945

1851 zeigten die roten Leineneinbände Verzierungen im Biedermeier-Stil (siehe nebenstehende Abbildung: Deutschland I.) und knüpften damit an die gelben, mit Ansichten bedruckten Pappbände an, die zuerst verwendet worden waren. Bereits seit 1846 gab es die ursprüngliche Leinengestaltung, die ab 1852 mit stark gliedernden waagerechten Prägelinien aufwartete (Paris 1860). Bei der um 1880 folgenden, klassisch gewordenen Baedeker-Einbandgestaltung (bis 1945) waren die Rückenlinien schmaler und in ihrer Anzahl reduziert (Indien 1914).

Der Verlagsname und der Buchtitel wurden dem Buchrücken zumeist waagerecht eingeprägt wie auf dem Vorderdeckel. Es kommt jedoch abweichend auch eine vertikale Textanordnung zum Zuge (Schlesien 1938), die bei den Broschureinbänden ab den 1930er Jahren Standard war (Berlin 1936). Aus Platzgründen musste bei den Separat-Aufbindungen von Teilreisegebieten auf die Rückentitelei verzichtet werden; lediglich die Nummer des Teilbands war eingedruckt (Südbayern 1914).

Schutzumschläge[Bearbeiten]

Etwa vom Jahr 1900 an, in wenigen Fällen auch noch früher, wurden die Baedeker-Reiseführer mit Schutzumschlägen versehen, um den Einband bis zum Verkauf zu schützen. Auf diesen schlichten ockerfarbenen Umschlägen sind der Titel, die Anzahl der Karten, Pläne und Panoramen, das Ausgabejahr sowie manchmal der Ladenpreis genannt. Bei diesen Schutzumschlägen werden von den Sammlern noch immer Neuentdeckungen gemacht, da sie von den Käufern aufgrund ihrer Schmucklosigkeit vor dem Gebrauch sehr oft weggeworfen wurden und auch keine Verlagsaufzeichnungen dazu mehr existieren.

Ab Ende der 1920er Jahre fand ein neuer Typ von Schutzumschlägen Verwendung. Er sollte zur Absatzförderung als Blickfang für die Käufer den schon über 50 Jahre unverändert verwendeten Bucheinband optisch aufwerten, indem er das Rot der Buchdeckel, das zum Markenzeichen geworden war, wiederholte, aber zusätzlich auf der Vorderseite eine stumme Skizze des im Baedeker behandelten Reisegebiets lieferte. Teilweise wurden auch Landschaftsabbildungen oder markante Gebäude (z. B. das Straßburger Münster oder das Breslauer Rathaus) verwendet. Die roten Schutzumschläge für die Bände im klassischen Baedeker-Format wurden auch nach 1945 weiter eingesetzt, trugen nun aber vorwiegend Wappensupralibros. Allerdings wurde bei der letzten Ausgabe für Großbritannien (Great Britain, 3 Bände von 1966-1970) nochmals in leicht abgewandelter Form und mit Beschriftung auf die klassische Reisegebietsskizze zurückgegriffen. Diese Umschläge waren auch laminiert, wie die Schutzumschläge der Autoreiseführer, die bereits ab 1953 verlegt wurden. Auch bei deren Umschlägen wurden die im Band behandelten Reiseländer in einer dreifarbigen Gebietsskizze dargestellt.

Bei den broschierten Baedeker Allianz-Ausgaben, deren Einband selbst schon grafisch gestaltet war, setzte man dann lediglich als Schutz vor Gebrauchspuren durchsichtige Plasteumschläge ein, die hinten auch die große Reisekarte mit aufzunehmen hatten.

Einlegemappe Reisehandbuch (vor 1909), mit Teil von Meyers Reisebücher, Deutsche Alpen, 9. Auflage (1908)
Einlegemappe Reisehandbuch (vor 1909)
Hinweiszettel zum Zerlegen von Bänden in Hefte

Textneutrale Einlegemappen und Ausgaben im Schuber[Bearbeiten]

Einlegemappen

Um bei der Mitnahme des Baedekers das Gewicht reduzieren zu können, empfahl der Verlag – teilweise auf beigelegten Hinweiszetteln -, die Gaze im Bedarfsfall am Rücken des Buchblocks an den dafür vorgesehenen Stellen aufzuschneiden, um Teile eines Baedekers für kleinere Reisegebiete separat mitführen zu können. Zum Schutz dieser so gewonnenen Hefte bot Baedeker spezielle Einlegemappen mit dem titelneutralen Eindruck Baedeker’s Reisehandbuch zum Preis von 1.- Mark an, in die die Teilbände eingelegt wurden. Ein Halteband verhinderte das Herausfallen. Mitunter wurden diese Hüllen auch benutzt, um ebenso aufgeteilte Reiseführer konkurrierender Ausgaben, wie z.B. Meyers Reisebücher, aufzunehmen (siehe Beispielbild). Allerdings machten die Käufer trotz der Verlagswerbung von dieser Aufbewahrungsmöglichkeit kaum Gebrauch; sie scheuten zumeist die Zerstörung des Originaleinbands. Entsprechend selten tauchen die Leinendecken heute auf.

Teilbände in Schubern

Da sich die Aufteilung umfangreicher Bände bei Bergwanderungen aber von vornherein anbot, offerierte der Verlag hier bei zwei Titeln mit Reisezielen im Hochgebirge auch eine Ausgabevariante in Teilbänden. So erschien 1914 der Band Südbayern neben einem Gesamtband auch in fünf einzelnen Bändchen nebst einem Registerband in einem mit der abgekürzten Titelei der Ausgabe bedruckten Pappschuber. Auch eine kleine Binderate der 1930 erschienenen 38. Auflage des Bandes Die Schweiz, Chamonix, die oberitalienischen Seen wurde in vier kartonierten Teilen in einem Futteral ausgeliefert. Aber diese mehrbändigen Versionen blieben Ladenhüter, gekauft wurden vor allem die Einbandausgaben. Deshalb beließ es der Verlag bei diesen beiden Versuchen.

Ausstattung[Bearbeiten]

Ansichten

Im Gegensatz zu vielen anderen Konkurrenzprodukten enthielten die Baedeker der klassischen Zeit bis 1945 in der Regel keine Ansichten von Landschaften, Städten oder Gebäuden. Lediglich in den ganz frühen Bänden der Rheinreise bis 1864 und der Schweiz bis 1867 sowie in den ersten beiden Auflagen von Palästina und Syrien (hier: Jerusalem) und der Ägypten-Bände wurden Lithografien oder Holzstiche aufgenommen. Anzumerken ist, dass der Verlag die Anzahl der Ansichten in zeitgleich und zum selben Preis erschienenen deutsch- und fremdsprachigen Ausgaben unterschiedlich handhabte. So waren beispielsweise den Bänden Rheinlande (13. Auflage) zwölf und Bords du Rhin (6. Auflage) vier Lithographien beigegeben. Beide waren laut vorderem Einbandspiegel 1864 zum Preis von "1 Thlr. 10 Sgr." lieferbar.

Nach Verlagsauffassung verteuerten die Illustrationen, die ohne größeren Nutzen für den Leser waren, da dieser sich an Ort und Stelle selbst sein Bild von den Sehenswürdigkeiten machen konnte, nur unnötig die Herstellung und trieben damit die Verkaufspreise in die Höhe. Dementsprechend würden sie sich in letzter Konsequenz als Verkaufshemmnisse erweisen.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden wieder durchgängig s/w–Zeichnungen zur Auflockerung der Reisegebietsbeschreibung verwendet, die aber kostengünstig zusammen mit dem Text gedruckt werden konnten. Beginnend 1974 mit dem Länderband USA mit Farbfotos und dann durchgängig bei der konzeptionell völlig neugestalteten Baedeker–Allianz-Reihe ab 1979 wurde von den modernen typographischen Mitteln zur anschaulicheren Darstellung von Reisezielen und einzelnen Reiseobjekten umfassend Gebrauch gemacht (Farbfotografie, dreidimensional gestaltete Gebäudeschnitte etc.), da diese inzwischen kostengünstig verfügbar und auf dem Reiseführer-Markt Standard geworden waren.

Beilagen und Beibindungen zu aktuellen Ereignissen

Beigebundener Nachtrag von 1934 zu Berlin (1933, D 222)
Anhang "International Exhibition" zu London (1. Auflage, 1862, D 420)
Berlin-Tiergarten (1984), Korrekturzettel zum Plan der Bezirke
  • Beilagen

Wenn auf Veränderungen in einem Reisegebiet reagiert werden musste, ohne dass gerade eine Neuauflage eines Bandes anstand, bei der man den Inhalt entsprechend anpassen konnte, wurden vorhandenen Auflagen kostenlose Beilagen beigegeben und auch die Buchhändler mit diesen versehen, damit sie diese den bei ihnen vorhandenen Lagerbeständen beifügen konnten. Dies traf aber vor allem auf aktuelle Ereignisse zu, die nur von kurzer Dauer waren und deshalb keine langfristige inhaltliche Anpassung eines Bandes erforderten. Nur in Form von Beilagen wurde deshalb auf die Industrieausstellung von Paris 1855 sowie die Weltausstellungen von London 1862, Paris 1867, 1889 und 1937, Wien 1873, St. Louis 1904 oder Brüssel 1910 reagiert. Ebenso informierten Beilagen über das Museum in Gizeh (Baedeker’s Lower Egypt), die Internationale Baufachausstellung 1913 und die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik (Bugra) 1914, die beide in Leipzig abgehalten worden waren. Später wiesen beigelegte Hinweiszettel noch auf die Passionsspiele in Oberammergau 1922 und 1930 hin oder beschrieb ein Plan für das Reichssportfeld, der mehreren Baedeker-Ausgaben für das Olympiajahr 1936 beigelegt war, die Lage der Wettkampfstätten auf dem Berliner Olympiagelände.

Schließlich wurden auch noch in jüngerer Zeit Beilagezettel verwendet, so z. B. für den Band Berlin–Tiergarten von 1984 mit einer selbstklebenden Umrisskarte von Groß-Berlin, die über die im Band bereits vorhandene geklebt werden sollte, um die neue Stadtbezirksgliederung im Osten der Stadt korrekt abzubilden. Aus den Stadtbezirken Weißensee und Lichtenberg waren Teile ausgegliedert worden und bildeten mit Wirkung vom 5. Januar 1979 den neuen eigenständigen Stadtbezirk Marzahn.[47]

Meistens wurden die Beilagen vom Verlag nachgeliefert, so dass sie vom Buchhändler in die bei ihm vorhandenen Exemplare erst noch einzulegen waren, was sehr oft einfach unterblieb. Da darüber hinaus bei losen Blätter die Gefahr des Verlusts aus den Baedekern generell recht hoch war, sind diese zumeist sehr rar. Bände mit vorhandenen Einlagen werden deshalb von Sammlern mit zum Teil erheblichen Preisaufschlägen gehandelt.

  • Beibindungen

Hier wäre die Ausgabe Berlin und Potsdam. Kleine Ausgabe (1933, D 222) anzuführen. Bei der im Jahr 1934 anstehenden Binderate wurde vor das Straßenverzeichnis ein Nachtrag eingebunden, der die seit 1933, zum Teil aus politischen Gründen, vorgenommenen Umbenennung von Straßennamen aufführt. Zum Beispiel war aus dem Reichskanzlerplatz der Adolf-Hitler-Platz oder dem Platz vor dem Brandenburger Tor der Hindenburg-Platz geworden. Aber auch Bahnhöfe hatten neue, vielfach noch heute verwendete Namen, wie Ostkreuz, Innsbrucker Platz oder Schöneberg, erhalten, die im Nachtrag aufgelistet wurden.

Um vor dem Ersten Weltkrieg der Zensur durch die türkischen Behörden zu entgehen, die zur Wegnahme der Baedeker führen konnte, empfahl der Verlag mit beigelegten oder eingeklebten Zensurzetteln u. a. für die Bände Konstantinopel und das Westliche Kleinasien (D 497) von 1905 sowie Palestine and Syria (E 257) und Palestine et Syrie (F 219) - beide 1906 -, die Baedeker vor der Ankunft in einem türkischen Hafen oder an der Grenze in die Rocktasche zu stecken.[48]

Grundriss des Freiburger Münsters, Süd-Deutschland (1913, D 80)

Gebäudegrundrisse

Von den wichtigsten sakralen (Kirchen, Synagogen, Moscheen, Klöster) und profanen Bauwerken (Schlösser, Museen und Galerien, Bibliotheken und Verwaltungsgebäude) wurden Grundrisszeichnungen angefertigt und in die Baedeker aufgenommen. Da diese in den Text gedruckt werden konnten, wurde von diesem Illustrationsmittel rege Gebrauch gemacht.

Infografiken

Aktuell werden sogenannte Infografiken als innovatives Medium eingesetzt, um leicht verständlich mit einem schnellen Überblick Reisewissen präsentieren zu können. Über QR-Codes, die in die Grafiken eingedruckt und über Smartphones abzuscannen sind, können auf weiterführenden Websites oder Videos zusätzliche Informationen abgerufen werden.

Karten und Pläne

Zunächst wurden die kartographischen Beigaben von der „Kartographische(n) Anstalt Eduard Wagner“ aus Darmstadt geliefert. Um die Pläne und Karten, für deren Genauigkeit und Detailreichtum der Baedeker gerühmt wurde, in noch besserer Qualität den Reiseführern beigeben zu können, beschloss Wagner 1872, mit Ernst Debes zusammenzuarbeiten, der vom Verlag Justus Perthes aus Gotha kam. Die Karten, die nach der Fusion entstanden, sind in ihrer Erscheinung vielfältig. Zwischen den Maßstäben ändern sich Farbauswahl und die Art der Reliefdarstellung. Vor allem wurden Schraffen, in Richtung des Gefälles verlaufende Linien, verwendet. Höhenlinien, die am Ende des 19. Jahrhunderts wichtigste Methode zur Darstellung der Formen der Erdoberfläche, fanden kaum Verwendung. Später wurde mitunter Reliefschummerung verwendet.

VO über die Veröffentlichung karto­graphischer Darstellungen von 1940 (RGBl. 1940 I S. 294)

Nachdem der Baedeker Verlag 1872 nach Leipzig umgezogen war, folgte auch die „Geographische Anstalt Wagner & Debes“ 1873 dorthin und lieferte das Gros der Karten und Pläne für die Baedeker bis 1945. Ab 1873 führte Eduard Wagners Sohn Heinrich Wagner zusammen mit Ernst Debes den Betrieb weiter. Neben diesen zeichneten unter anderem der Berliner Heinrich Kiepert (Palästina 1875 und Unter–Ägypten 1877), Johann August Kaupert und Leopold Kraatz sowie der Ägyptologe Richard Lepsius (Unter– und Ober–Ägypten) Karten für Baedeker. Grundsätzlich wurde für das behandelte Reisegebiet mindestens eine große Übersichtskarte, die entweder vor oder nach dem Haupttext eingebunden war, mitgeliefert. Ab der Ausgabe Griechenland (1883, D 467) konnte diese auch in einer Tasche in der Rückendecke separat beigefügt sein. Diese Kartenanordnung ist u. a. noch bei den Bänden Indien (1914, D 499), das Deutsche Reich und einige Grenzgebiete (1936, D 228) und Süddeutschland (1937, D 83) zu finden. Auch bei einigen Bezirksführern von West-Berlin wurden die Bezirkskarten nur lose in die Broschur eingelegt, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Ein Manko der broschierten Stadtführer stellen nämlich die vollständig eingebundenen Stadtpläne dar, deren Lesbarkeit in ihrem Mittelteil nahe der Bindung deutlich eingeschränkt ist.

Es kommt auch eine Zusammenfassung von Karten und Plänen in einem separaten Plananhang vor (siehe dort).

Ab 1940 mussten die seit dem 1. Januar 1933 erschienenen Ausgaben mit einem Stempel versehen werden, der ihre Verkaufsfähigkeit gemäß der Verordnung über die Veröffentlichung kartographischer Darstellungen (KartVeröffVO, RGBl. 1940 I S. 294), zu der zwei Durchführungsbestimmungen ergingen, dokumentierte. Danach durften in den Baedekern Darstellungen bestimmter kriegsrelevanter Örtlichkeiten nicht oder nicht so detailliert enthalten sein, dass sie von Kriegsgegnern für militärische Zwecke verwendet werden konnten.

Auch die Baedeker-Allianz-Reiseführer verfügen über eine separate, zusammengefaltete Hauptkarte, die in den hinteren Teil des Umschlags eingelegt ist und einer vollwertigen, in dieser Qualität auch einzeln zu erwerbenden Karte oder einem Stadtplan entspricht.

Konversationsbücher und Sprachlehren

Traveller's Manual of Conversation (1873)
Sprachlehre aus Schweden, Norwegen (13. Auflage, 1914, D 453)

Um dem Reisenden eine schnelle Verständigung auf seinen Reisewegen zu ermöglichen, verlegte Baedeker bereits ab 1836 ein Traveller’s Manual of Conversation (Conversationsbuch für Reisende) in vier Sprachen (englisch, deutsch, französisch und italienisch). Diesem für englische Reisende bestimmten Taschenbuch sind dann 1864 auch Ausgaben für deutsche und französische Leser gefolgt. Die Bücher beschränkten sich auf ein Wortverzeichnis und kurze Fragen, da der Verlag beim Benutzer Grundkenntnisse in diesen vier Sprachen voraussetzte.

Der für den Mitteleuropäer wesentlich fremderen russischen Sprache widmete dann der Verlag einen von 1883 bis 1912 in fünf Auflagen erschienenen gesonderten Band Kurzer Leitfaden der russischen Sprache, dem ab 1883 eine französische (2. Auflage 1888) und 1914 noch eine englische Ausgabe folgten. Nur dem Band Schweden, Norwegen war von Beginn an (1879) ein Dänisch–Norwegisch-Schwedisch-Sprachführer beigebunden.

Im Übrigen wurden im Einführungsteil in vielen Bänden grundsätzliche Hinweise zu denjenigen Sprachen gegeben, denen der Reisende auf seinen Routen vor allem begegnen würde. Etwas ausführlicher waren diese in den Orientbänden Palästina und Syrien sowie Ägypten mit Ausführungen zur arabischen Sprache gehalten.

Lesebändchen

Die gebundenen Baedeker wurden zumeist mit zwei Lesebändchen in roter und grüner (später blauer) Farbe versehen. Diese ermöglichten dem Leser ein wiederholtes rasches Zugreifen auf gerade benötigte Reiseinformationen.

Panorama des Rigikulm Schweiz (1913, D 323)

Panoramen

Insbesondere bot sich für Bände, die ein gebirgiges Reisegebiet beschreiben, an, die optische Attraktivität durch die Aufnahme von auseinanderfaltbaren Panoramen zu erhöhen, die eine Rundsicht von bekannten, leicht zugänglichen Berghöhen bieten. Schon die frühen Schweiz–Bände enthielten ein Panorama vom Rigi. Später folgten solche in den Bänden für Südbayern (ab 1874), Schweden und Norwegen (ab 1891), Österreich–Ungarn (ab 1910) und Ober-Italien (ab 1906).

Römisches Mu­seum Canter­bury, Aus­stellung zu "Baedeker-Blitz"-Angriffen von 1942

Aber auch imposante Stadtansichten animierten den Verlag zur verkaufsfördernden Aufnahme von Panoramen, zumal diese ein Reiseziel in seiner Wirkung auf den Benutzer plastisch illustrierten. Hier sind die Bände für Griechenland (ab 1883) mit einem Panorama von Athen, Palästina und Syrien (ab 1875) mit einem solchen von Jerusalem oder Mittel–Italien und Rom (1874 bis 1903) mit einem Rom–Panorama zu nennen. Zunächst wurden die Panoramen im Stichtiefdruck hergestellt, später als kostengünstigere Lithographien oder im Buchdruck.

Plananhang

Bei den Ausgaben, die den touristisch bedeutendsten Hauptstädten Europas bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs als Städteband gewidmet waren, wurden die wichtigsten Stadtkarten und -pläne in einem gesonderten Plananhang am Ende des Bandes zusammengefasst und als Broschüre mit Kartoneinband und einer Seitenzählung eingebunden. Sie waren dadurch leicht aus dem Baedeker herausnehmbar und konnten so separat benutzt werden. Plananhänge sind ab den 1880er Jahren in den Bänden für Berlin (nur 1927), London, Mittel-Italien und Rom sowie Paris zu finden.

Sterne für besondere Sehenswürdigkeiten

Ab 1846 wurden nach dem Vorbild Murrays in der dritten Auflage von Deutschland und der Oesterreichische Kaiserstaat besonders bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten mit einem Baedeker-Stern versehen.[49] Dieser galt lange Zeit als höchste Auszeichnung im Fremdenverkehr. Um unter den hervorgehobenen Besuchszielen die unbedingt sehenswerten dem Reisenden ans Herz zu legen, wurde später ein Doppelstern vergeben, der auch in den aktuellen Ausgaben noch verwendet wird.

Im Zusammenhang mit den Baedeker-Sternen ist der sog. Baedeker Blitz (Baedeker raids) zu sehen. Damit werden in Großbritannien Angriffe der deutschen Luftwaffe zwischen April und Juni 1942 auf kulturhistorisch wertvolle Städte wie Exeter und Bath bezeichnet. Sie waren nach einem Angriff der Royal Air Force auf Lübeck auf einer Pressekonferenz des Auswärtigen Amts angekündigt worden als Attacken auf Städte, die "im Baedeker drei Sterne haben". Dass Hitler die Ziele persönlich ausgesucht habe, fällt ins Reich der Legende.

Umfangreiche Währungstabelle aus Paris (3. französische Auflage, 1874)

Vergleichende Geld-Tabellen

Den Bänden bis 1914 wurde häufig als Frontispiz oder vor dem Schmutztitel eine Währungstabelle vorangestellt. Sie erleichterte die Umrechnung der Preise des Reiselandes in diejenigen des Herkunftslandes des Benutzers erheblich, zumal vor 1900, in Großbritannien sogar bis 1971, viele Währungen nicht dezimal ausgestaltet waren. Die Umrechnungskurse dokumentieren bei vielen europäischen Währungen die enormen Wertveränderungen, die bis zur Einführung des Euro eingetreten waren, wodurch sie letztendlich nivelliert wurden. So kostete beispielsweise 1874 eine Mark nur 0,60 holländische Gulden und mussten für einen französischen Franc noch 0,80 Mark bezahlt werden – ein Betrag, der auch für das vergleichbare Münznominal der übrigen Mitgliedsländer der Lateinischen Münzunion, wie die Schweiz, Belgien oder Griechenland, galt (vgl. nebenstehende Abbildung). Zum Vergleich auch Nicht-Eurowährungen: Ein russischer Rubel wertete damals 3,20 Mark, ein Pfund Sterling 20 Mark oder es waren für ein türkisches Pfund 18,50 Mark zu entrichten.

Tafel mit den Papst­wappen aus Italie centrale et Rome, 14. Auflage. (1909)
Tafel mit den Kantons­wappen aus Suisse, 5. Auflage. (1863)

Wappen und Wappentafeln

Karl Baedekers Lieblingsband, Baedekers Schweiz, wurde anfangs noch mit einer kolorierten Wappentafel der Schweizer Kantone als Frontispiz ausgestattet. Die 22, auf den Seitenrand gedruckten Kantonalwappen umgaben einen Reisläufer, der einen Schild mit dem Schweizerischen Landeswappen hält. Ebenso wurden in Baedekers Mittel-Italien und Rom ab 1889 die Wappen der Päpste mit Angabe der Dauer ihrer Amtsführung in s/w abgebildet. Bei den Folgeauflagen der deutschen Regionalbände ab 1936, Schwarzwald, Schlesien, Südbayern und Harz, und den Ausgaben für die dem Deutschen Reich unmittelbar vor oder im Zweiten Weltkrieg angeschlossenen Gebiete, Tirol, Elsass und Wien und Niederdonau, wurde das Stadtwappen an den Beginn der Beschreibungen der größeren Städte gesetzt. In der Ausgabe für Berlin von 1936 ist es auf der Rückseite des Titelblatts abgebildet. Diese Praxis wurde auch bei den Städtebänden nach 1945 fortgeführt, die bis zur Umstellung auf ein farbiges Frontfoto zusätzlich das Stadtwappen auf dem Vorderdeckel trugen. Letzteres traf auch auf die beiden englischsprachigen Ausgaben für London von 1951 und 1955 zu.

Widmungssentenzen

Vor allem vor dem Zweiten Weltkrieg waren sehr vielen Baedekerbänden Reisesentenzen oder ein Widmungstext vorangestellt. Für die deutsch- und französischsprachigen Ausgaben wurde zumeist auf einen Ausspruch zum Reisen von Johann Michael Moscherosch, der mit seinem Pseudonym Philander von Sittewald. 1650 unterschrieben ist, zurückgegriffen:

Wer reisen will,
Der schweig fein still,
Geh steten Schritt,
Nehm nicht viel mit,
Tret an am frühen Morgen,
Und lasse heim die Sorgen.[50]

Bei den englischsprachigen Bänden wurde ein Wunsch zur möglichst guten Aufnahme des Buchs beim Publikum von Geoffrey Chaucer abgedruckt.[51] Nach 1918 wurden mitunter auch Zitate aus Goethes Faust[52] oder anderen bekannten literarischen Werken verwendet.[53]

Zensurzettel

Siehe oben unter Beilagen und Beibindungen.

Typografie[Bearbeiten]

Nur die frühen Baedeker-Ausgaben wurden in der Fraktur-Schriftart gedruckt. Später fand ausschließlich die Antiqua-Schrift Verwendung.

Auflagennummerierung[Bearbeiten]

Die Nummerierung der einzelnen Auflagen orientiert sich an einem Stammbaum–Modell: Wurden einzelne Reisegebiete aus Gründen des Stoffumfangs aufgeteilt, folgten die nunmehrigen Teilbände in ihrer Auflagennummerierung der ursprünglichen Gesamtausgabe. So gibt es zum Beispiel keine erste Auflage des Bandes Nordwest-Deutschland. Vielmehr ist dieser erstmals 1889 als 23. Auflage nummeriert in Anknüpfung an die bisherigen Ausgaben für Gesamtdeutschland auf den Markt gekommen. Dieses Prinzip führt in letzter Konsequenz dazu, dass der zu den Olympischen Sommerspielen 1936 für Nord-Deutschland, einschließlich Berlin, aufgelegte Separat-Band der 6. Auflage des Bandes Das Deutsche Reich und einige Grenzgebiete ebenso als 6. Auflage firmiert, obwohl es zuvor gar keine 1. bis 5. Separat-Ausgabe gab.

Allerdings wurden die Regionalbände für Deutschland ab 1920, wie beispielsweise Brandenburg, Sachsen oder Schlesien, die strenggenommen auch Teilgebiete der früheren Ausgaben für Nordost-Deutschland umfassten, sowie Nordbayern, Franken, Bayerischer Wald, Schwarzwald oder Württemberg und Hohenzollern, die zuvor im Band Süddeutschland bearbeitet worden waren, mit einer eigenständigen Auflagenzählung versehen. Dies traf sinngemäß auch auf die Städtebände Berlin, die ab 1878 in drei Auflagen zunächst als "Separat-Abdrucke" aus Nord-Deutschland erschienen waren, sowie München und Umgebung (EA 1935) zu.

Werbeblatt aus: München und Um­gebung (3. Auflage, 1955)
Werbezettel für Mark Branden­burg, 2. Auflage
Gesamtprogramm des Baedeker Verlags 1974

Angabe des Erscheinungsjahrs[Bearbeiten]

Auch der Baedeker Verlag folgte der verlegerischen Praxis, bei der am Ende eines Jahres erschienene Titel bereits mit dem Erscheinungsjahr des Folgejahrs auf dem Titelblatt versehen wurden. Dies ergibt sich aus vielfach anzutreffenden zeitgenössischen Eintragungen der Ersterwerber zum Datum des Kaufs in den Bänden. Da die Bibliographien von Hinrichsen und sonstige Sammlerkataloge regelmäßig den Titelblattangaben folgt, lässt sich bei den einzelnen Titeln neben den Kaufeintragungen weitere Aufklärung nur durch die Ankündigungen im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, vor allem aber auch eine Registrierungssignatur mit Jahresangaben derjenigen Bibliotheken, bei denen zum Zeitpunkt der Neuerscheinung Pflichtexemplare einzureichen waren, wie der Deutschen Nationalbibliothek oder anderer Landesbibliotheken, finden. So trägt der Band Indien mit der Titelblattangabe "1914" die DNB-Signatur "1913 A 848".[54] Er muss also bereits 1913 als Neuzugang erfasst worden sein. Selbst die vom Baedeker Verlag 1998 edierte Schrift Baedeker. Ein Name wird zur Weltmarke (S. 111) vermerkt hier als Jahr der Erstauflage unzutreffend "1914".

Werbung des Verlags[Bearbeiten]

Eigenwerbung

Baedeker machte die Öffentlichkeit zunächst durch das Versenden von Rezensionsexemplaren auf Neuerscheinungen aufmerksam. Die daraufhin in der Presse, u.a. in der Kölnischen Zeitung, der Preussischen (Adler-) Zeitung, den St. Galler Blättern oder der Augsburger Allgemeinen Zeitung, veröffentlichten Buchbesprechungen druckte Baedeker in den 1850er Jahren in seinen Reisehandbüchern vor dem Titelblatt ab. Später wurden in diesen Vorblättern die aktuell angebotenen Bände abgedruckt, "Urtheile der Presse" folgten. Seit 1859 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde nur noch das Verlagsprogramm auf dem vorderen Einbandspiegel und dem Vorsatz aufgelistet.[55] Die Auflistung umfasste entweder nur deutschsprachige Ausgaben oder gemischtsprachige, in denen auch französisch- und englischsprachige Titel enthalten waren. Dabei waren der Titel, die Ausstattung (u. a. Anzahl der Karten und Pläne sowie der Panoramen und Grundrisse) und der aktuelle Preis der Bände angegeben. Recht selten gab es auch Werbeprospekte, wie zum Beispiel zur Leipziger Bugra 1914.[56] Mitunter wurden den Bänden aber auch Werbezettel für andere Ausgaben beigelegt; beispielsweise wies ein Werbezettel im Band Berlin (20. Auflage, 1927, D 220) auf den 1928 in 2. Auflage erschienenen Brandenburg-Band (D 230) hin oder machte ein rot-weißes Faltblatt im Band Deutsches Reich (6. Auflage, 1936) auf den 1938 in 1. Auflage verlegten Autoführer Deutsches Reich aufmerksam und konnte gleich für Bestellungen ausgefüllt werden. Auch Anzeigenwerbung betrieb der Verlag nur in beschränktem Umfang und beteiligte sich nur gelegentlich an Buchausstellungen. Er betrachtete insbesondere die Bände Russland, Palästina und Syrien, Griechenland und Ägypten als "noble Reklame" für seine Reiseführerproduktion.[57]

Nach 1945 wurde die Titelwerbung auf den hinteren Einbandspiegel verschoben. Für einzelne Ausgaben wurden sog. Waschzettel hergestellt, die den Inhalt des vorliegenden Bandes vorstellten (siehe die Abbildung zu Baedekers München und Umgebung (1955)). Schließlich wurden auch Jahres-Gesamtverzeichnisse in Leporelloform für die Neuerscheinungen und die lieferbaren Titel zur Werbung eingesetzt.

Berlin. Kleine Ausgabe (EA, 1933, D 222) mit Werbung auf der Buchrückseite
Harz (EA, 1920, D 231), Titelblatt des Invaliden­dank-Werbeanhangs

Fremdwerbung

Ehernes Prinzip für Karl Baedeker war von Beginn an der Verzicht auf jegliche Werbung von Unternehmen um zu vermeiden, dass der Verlag in eine wirtschaftliche Abhängigkeit insbesondere von Beherbergungs– und Bewirtungshäusern gerät. Dies hätte möglicherweise inhaltliche Kompromisse bei den Bänden zur Folge gehabt und damit den Ruf der Baedeker als objektive Reiseführer gefährdet. Auf diesen Umstand wurde vom Verlag im Vorwort der meisten Ausgaben ausdrücklich hingewiesen.

Eine erste Ausnahme ergab sich nach dem Ersten Weltkrieg. Aufgrund der fortschreitenden Inflation war die Marktsituation kaum noch kalkulierbar. An einer Hereinnahme von Anzeigen in den deutschen Regionalbänden konnte nicht mehr vorbeigegangen werden. Allerdings wurden diese Anzeigen über die Stiftung „Invalidendank“ abgewickelt, also eine den Kriegsinvaliden verpflichtete Institution. Weiter wurden angesichts der nachklingenden Weltwirtschaftskrise, wohl um die Rentabilität der Ausgaben zu verbessern, bei den 1932 erschienenen Bänden Deutschland (D 227) und Weimar und Jena, Rudolstadt, Ilmenau (D 252) sowie den 1933 aufgelegten Titeln Berlin und Potsdam. Kleine Ausgabe (D 222) und Rom und Umgebung (D 415) erneut Inserate aufgenommen. Die Werbeeinträge wurden zum großen Teil von der Hotellerie gebucht. Aber auch Produzenten von Reiseutensilien, wie die Firma Zeiss für Ferngläser oder Peek & Cloppenburg für Reisekleidung, sowie Banken und Reisebüros oder das Jenaer Planetarium (Weimar und Jena) machten Reklame für sich. Im Band Berlin und Potsdam. Kleine Ausgabe von 1933 findet sich sogar ein noch vor der nationalsozialistischen Machtergreifung gebuchtes Inserat des großen Berliner Kaufhauses Nathan Israel, das sich in jüdischem Eigentum befand.

Schließlich kam es nach dem Zweiten Weltkrieg bei einigen Stadtbänden (z.B. Hamburg und die Niederelbe 1951) erneut zur Aufnahme von Inseraten. Die Werbeeinträge in den ersten Nachkriegsjahren dürften der allgemein noch angespannten wirtschaftlichen Situation geschuldet sein, der sich auch der Baedeker Verlag anpassen musste. Nochmals findet sich dann Werbung in den 1970er Jahren in den kleinformatigen Stadtführern und Bezirks-Baedekern von West-Berlin, um mit diesen Einnahmen ihr Erscheinen zu unterstützen. Bei dieser handelte es sich zumeist um Werbung von Unternehmen, die nicht unmittelbar mit der Reiseorganisation im Zusammenhang standen, so dass eine inhaltliche Einflussnahme auf die Baedeker hier wohl nicht zu besorgen war. Sehr oft war die Frankfurter Allgemeine Zeitung alleiniger Interessent bei den Stadtführern und setzte dabei sicher das Bildungsbürgertum als deren dominierende Käuferschicht voraus.

Grundsätzlich folgten die Werbeeinträge dem Hauptteil mit den Reiseinformationen innerhalb des Bandes. Allein bei Baedekers Berlin. Kleine Ausgabe von 1933, einer Broschurausgabe, trägt auch die Buchrückseite zusätzlich zu den Werbeseiten im Bandinneren einen Reklameaufdruck für den 1932 auf den Markt gekommenen Farbfilm Agfa-Isochrom.

Schleswig-Holstein (1963) mit Sondereinband und 2 Werbeseiten für die MIHAG
Schleswig-Holstein (1949) mit Zudruck der Landesbank und Girozentrale Schleswig-Holstein 1951

Sonderausgaben für Unternehmen[Bearbeiten]

Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren nutzten einige Unternehmen die Popularität der Reihe und ließen kleine Teilauflagen mit Zudrucken oder in besonderen Einbänden fertigen, um sie an Kunden zu Werbezwecken zu verteilen. Hervorzuheben sind hier zunächst die Düsseldorfer Mineralölfirma MIHAG und die ebenfalls dort ansässige Nordwestdeutsche Ausstellungsgesellschaft (NOWEA), die heute als Messe Düsseldorf firmiert. Seitens der MIHAG gelangten zwischen 1956 und 1963 sechs Regionalbände, u. a. Schwarzwald (1956), Ruhrgebiet (1959) und Schleswig-Holstein (1963), zur Ausgabe. Sie waren in einen hellgrünen Plasteeinband mit dem MIHAG-Logo und mit einem zusätzlichen farbigen Werbeblatt aufgebunden worden. Die NOWEA legte ebenfalls 1956 ihre erste Sonderausgabe des Bands Schwarzwald vor und ließ einschließlich ihres Schleswig-Holstein-Bands im Jahre 1963 noch drei Ausgaben folgen. Bereits 1951 hatte die in Kiel ansässige Landesbank und Girozentrale Schleswig-Holstein die erste Schleswig-Holstein-Ausgabe von 1949 mit einem Zudruck zum Weihnachtsfest versehen; sie hatte für das Zustandekommen dieser 1. Auflage auch einen Kredit gegeben, da der Verlag nach seinem Wechsel von Leipzig nach Malente keinen Lastenausgleich erhalten hatte.[58] Ebenfalls 1963 erschien anlässlich der Internationalen Gartenschau in Hamburg ein verlagsseitiger Auszug aus dem Regionalband Hamburg und die Niederelbe von 1962 unter dem Titel Hamburg und Insel Helgoland. Einigen Exemplaren wurde eine Werbebeilage der Ausstellungsleitung zur IGA beigegeben. Schließlich veranstaltete 1974 die Berliner Weberbank zu ihrem 25. Firmenjubiläum für die Freunde ihres Hauses eine Faksimile-Sonderausgabe der 2. Auflage des Berlin-Bandes Berlin nebst Potsdam und Umgebungen. Separat-Abdruck aus der 19. Auflage von Baedeker's Nord-Deutschland, der eine Anlasskarte beigelegt war.

Reprint- und Faksimileausgaben[Bearbeiten]

Berlin, Potsdam und Umgebungen. Separat-Abdruck aus Baedeker's Nord-Deutschland (1878) (Nachdruck zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987)
Liste der Reprint-Ausgaben (Gesamtprogramm des Baedeker Verlags 1974)

Um bestimmte frühe, nur noch in geringen Stückzahlen und zumeist nur zu sehr hohen Preisen verfügbare Ausgaben einem breiteren Leserkreis wieder zugänglich zu machen, legte der Verlag zu Verlagsjubiläen Reprintausgaben auf, so für Berlin (Separat-Ausgabe von 1878) und Deutschland und der Österreichische Kaiserstadt (Ausgabe von 1846).

Von anderen Verlagen wurden weitere seltene Ausgaben, teilweise als Faksimile, erneut veröffentlicht, so dass unter anderem die recht seltenen Ausgaben Athen von 1896 (Pierway Inc., Eric P. und Peter Waschke, Vancouver) sowie Weimar und Jena von 1932 und Indien von 1914 (beide Verlag Fines Mundi, Saarbrücken), mehr oder weniger originalgetreu, zumindest aber inhaltlich für die Liebhaber der Reiseliteratur erschlossen wurden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Bereits 1858 erhielt Baedeker für seine Reiseführer hohe Wertschätzung durch die renommierte Fachzeitschrift Petermanns Geographische Mitteilungen.[59]
  • Auf der Weltausstellung in Chicago 1893 wurde der Verlag für den Band "United States" mit einer Medaille ausgezeichnet.
  • Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wird den Baedeker'schen Reisehandbüchern eine Grand-Prix-Auszeichnung zuerkannt.

Baedeker als Sammelobjekt[Bearbeiten]

Kataloge, Bibliographien, Schriftenreihen[Bearbeiten]

Einer ersten Bibliografie der Baedeker, die von Alex W. Hinrichsen (1936-2012) erstellt worden war, folgte vom selben Autor 1988 ein erster Katalog, der 1991 als Baedeker's Reisehandbücher 1832-1990 in zweiter Auflage erschien und noch immer maßgebend ist. Die von Hinrichsen vorgenommene Nummerierung der Titel wird auf dem Antiquariatsmarkt und von der Sammlerschaft ausschließlich benutzt. Sie wurde für die Ausgaben bis 1945, die vorwiegend gesammelt werden, wie folgt strukturiert:

  • Die deutschsprachigen Titel beginnen mit D 0 (Rheinreise o.J., ca. 1832) und enden mit D 499 (Indien, 1914). Dabei dürfte die 1943, kurz vor der Zerstörung des Verlagsgebäudes erschienene Nummer D 171, Tirol (41. Auflage), die späteste Ausgabe sein, sieht man von den beiden OT-Ausgaben von 1944 ab, die nicht für den regulären Handel bestimmt waren.
  • Mit E 1 (Rhine, 1861) beginnen die englischsprachigen Titel, sie enden mit der Nummer E 266 für die 4. Auflage von Canada (1922). Der zuletzt erschienene Titel war allerdings der 1939, kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, veröffentlichte Band Madeira (E 243).
  • Schließlich beginnen auch die französischsprachigen Titel mit der Rheinreise (Le Rhin) als F 1 und enden bei der Nummer F 226 (Les Etats-Uni [USA], 1905). Die jüngste Ausgabe war hier Allemagne (F 40), die in 15. Auflage im Olympiajahr 1936 in den Handel kam.

Für die Ausgaben nach 1945 bietet sich ein weitaus komplizierteres Bild, da hier eine Vielzahl verschiedener Typen von Reiseführern erschienen war, die zur besseren Übersicht der Katalogbenutzer von Hinrichsen jeweils zusammengefasst wurden. So erhielten:

  • die bis 1963 weitestgehend in klassischer Baedeker-Manier erschienenen Regionalbände als Kennbuchstaben ein N (1–43),
  • die Stadtführer (1-704 mit jeweils einer Zehnergruppe pro Titel, um auch die Folgeauflagen problemlos einreihen zu können) und die Kompakt–Reiseführer (901-908) ein K,
  • die Shell-Autoführer ein G (1–94),
  • die Autoreiseführer – große Länderführer ein H (1–219),
  • die Länderreiseführer (nur USA) ein L (1 und 2 für seine, bis Redaktionsschluss, zwei Auflagen) und
  • die Baedekers Allianz Reiseführer die Buchstaben A, B oder C.

Für Reprintausgaben, auch für solche außerhalb des Baedeker Verlags erschienene, wurde ein R vergeben. Im Hinrichsen-Katalog von 1991 wurden hier nur 12 Ausgaben aufgelistet; zwischenzeitlich kam es jedoch zu weiteren Veröffentlichungen von Reprints.

Für die Sammler von Baedekern gab Alex W. Hinrichsen zwischen 1980 und 1992 eine Schriftenreihe heraus, ursprünglich "Mitteilungen für Baedeker-Freunde", später "Reiseleben" und "Reisen und Leben" genannt.[60]

Antiquarisches Baedeker-Angebot[Bearbeiten]

Während es aufgrund der schon größeren Auflagenhöhen im Zusammenhang mit einem guten Absatz etwa ab den 1880er Jahren von den Titeln für die Hauptreiseziele, wie Deutschland, Italien, Österreich oder die Städte Paris und London, ein recht breites Angebot auf dem Antiquariatsmarkt gibt, sind die frühen Ausgaben der Baedeker aus den 1840er bis 1860er und teilweise den 1870er Jahren, insbesondere die noch im Biedermeiereinband ausgelieferten, zumeist recht gesucht. Aber auch einige Erstauflagen späterer Titel und Bände für Reiseziele mit noch nicht allzu großen Touristenströmen zur Zeit ihres Erscheinens, so dass auch die Verkaufszahlen der Ausgaben beschränkt waren, wie Syrien und Palästina, Griechenland oder Russland, sind nicht so häufig zu finden. In nicht ganz so großem Umfang werden auch einige Regional- und Städteausgaben aus der Zwischenkriegszeit angeboten, wie Ostseeküste, Schlesien oder Württemberg sowie Berlin, München und Augsburg oder Rom. Schließlich sind durch die Zerstörung des Leipziger Verlagsgebäudes vorhandene Lagerbestände schwerer verkäuflicher oder erst kurz vor dem Bombardement fertiggestellter Titel mit verbrannt, so dass sich dadurch ihr Angebot stark verknappt hat und sie zu entsprechend hohen Preisen gehandelt werden. Zu diesen Ausgaben gehören z.B. der Indien-Band von 1914, die aktualisierte Separatausgabe aus dem Thüringen-Band von 1925 für die Goethe-Wirkungsstätten von 1932 oder die 41. Auflage für Tirol von 1943.

Weniger bibliophiles Interesse wecken dagegen die meisten Ausgaben nach 1945. Trotzdem haben die Erstausgaben der neuerstellten Städtebände (Leipzig, Stuttgart, Frankfurt am Main) und die weiteren Ausgaben der Reihe Baedekers Stadtführer, die in den 1960er und 1970er Jahren in ihrer Anmutung durchaus noch an die klassischen Baedeker-Ausgaben der Vorkriegszeit anknüpften, oder die seltenen Touropa-Ausgaben von 1957 auch viele Liebhaber. Gerade die nicht selten in vielen Auflagen über mehrere Dezennien verlegten Stadtführer spiegeln nämlich gut nachvollziehbar die neuere Stadtentwicklung der behandelten touristischen Ziele und die Veränderungen in ihrem wirtschaftlichen und kulturellen Leben im Laufe der Zeit wider.

Lizenzausgaben[61][Bearbeiten]

Deutsche Ausgaben

U.a. von mehreren Titeln der zwischen 1953 bis 1979 bei Baedekers Autoführer-Verlag erschienenen Autoreiseführer und der Baedeker-Allianz-Reiseführer (bis 2012) legte Bertelsmann für seinen Buchclub Lizenzausgaben auf, an denen sich teilweise noch weitere Buchgemeinschaften beteiligten.

Ausgaben der britischen Automobile Association (AA)

Von der britischen Vereinigung The Automobile Association wurden von vielen Ausgaben der Baedeker-Allianz-Reihe Lizenzausgaben mit ähnlicher Ausstattung veranstaltet. Die Umschläge waren in Baedeker-Rot gehalten, trugen ein Frontfoto und waren mit einem weißem Baedeker-Schriftzug auf blauem Grund sowie dem Logo AA der Automobile Association versehen. Es wurden Country Guides (Länderführer), Regional Guides (Regionalführer) und City Guides (Stadtführer) verlegt. Zusätzlich gab es unter dem Titel Baedeker/AA Mapes Landkarten und Straßenatlanten.

Französische Ausgaben von Hachette

Beim Pariser Verlag Hachette Livre erschienen verschiedene Städte- und Länderbände, u.a. der umfangreiche Länderband USA von 1974 als états unis, der in Abkehr der sonst verwendeten rot-blauen Einbandgestaltung in blau-schwarz, eine Reminiszenz an die Guides bleus, gehalten ist.

Italienische Ausgaben des Istituto Geografico De Agostini

Das 1901 gegründete Verlagshaus Istituto Geografico De Agostini, heute De Agostini editore, mit Sitz in Novara übernahm vor allem Bände der großen Metropolen der Welt, wie New York, London oder Moskau, und diverse Länderbände (Ägypten, Spanien oder Frankreich).

Sonstige Lizenzausgaben

Weitere Baedekerübernahmen sind aus den Niederlanden (Kosmos, heute: Kosmos Uitgevers, Amsterdam), Schweden (Esselte), Spanien (Sociedad General Española de Libreria) und Israel (Schocken) bekannt.

Ausstrahlung der Baedeker-Reihe[Bearbeiten]

Dem Baedeker ähnliche Reiseführer

Nicht wenige in- und ausländische Verlage versuchten, die Popularität des Erscheinungsbilds und des Inhalts der Baedeker für eigene Verlagsprojekte zu nutzen: So wurden teilweise die Texte und Karten verwendet, die inhaltliche Gliederung übernommen und die klassische Baedeker-Einbandgestaltung mit dem roten Leinen und der in Goldfarbe geprägten Titelei nachgeahmt. Hier sind insbesondere die TCI-Reiseführer des italienischen Autofahrer-Klubs (Touring Club Italiano) zu nennen, dessen Vorsitzender Bertarelli sich zuvor vergeblich um eine Kooperation mit dem Baedeker Verlag bemüht hatte und deshalb ab 1914 mit der eigenen Herausgabe von Reiseführern begann, die Italien (zunächst sieben Bände geplant) und seine damaligen Kolonien beschreiben sollte; die Klubmitglieder erhielten die Ausgaben kostenlos.[62]

Teilweise wurde auch direkt der Reihenname benutzt (sog. Pseudo-Baedeker).

Bücher mit Bezug auf den Baedeker

  • Werner Bergengruen: Baedeker des Herzens. Verlag Tradition, Berlin 1932 - dieser Titel musste auf Intervention des Baedeker Verlags umbenannt werden, erschien dann als Badekur des Herzens
  • Arthur Holitscher: Narrenbaedeker: Aufzeichnungen aus Paris und London mit Holzschnitten von Frans Masereel, S. Fischer Verlag, Berlin 1925
  • Kurt Münzer, Hermann Struck: Der gefühlvolle Baedeker. Auch ein Handbuch für Reisende durch Deutschland, Italien, Schweiz und Tirol. Deutsches Verlagshaus Vita, Berlin 1911
  • Ludwig Thoma: Käsebiers Italienreise. Piper Verlag, München 1964 (Piper-Bücherei 199) - enthält Baedeker-Zitate
Was nicht im Baede­ker steht. Das Buch von Ungarn und Budapest (1928), Umschlag von Eugen Feiks
  • Jules Verne hat in mehreren seiner Romane Baedeker erwähnt, so in Clovis Dardentor, wo er, als die Romanhelden die Insel Mallorca erreichen, den Hinweis gibt: "Wenn man ein Land nicht kennt, tut man am besten, seinen Baedeker zu Rate zu ziehen". (A. Hartleben's Verlag, Wien, Pest, Leipzig 1897, S. 78).

Buchreihe Was nicht im "Baedeker" steht

Ab 1927 erschien im Piper Verlag die Reihe Was nicht im "Baedeker" steht in 17 Bänden. Zu den Schutzumschlägen bzw. Buchdeckeln von 14 dieser Titel, die broschiert, als illustrierter Pappband oder mit dem Verlagssignet versehene Leinenausgabe erschienen sind, zeichnete der Grafiker Walter Trier die farbigen Illustrationen auf gelbem Grund. Bei den übrigen drei Bänden gestaltete einer der Illustratoren des Titels auch den Schutzumschlag.

Die mit Eugen Szatmaris Beschreibung von Berlin beginnenden und einer überarbeiteten Fassung des Bandes für Rom von Hermann von Wedderkop 1938 endenden Texte wurden von verschiedenen Künstlern, wie Otto Pankok, Olaf Gulbransson oder Ernst Aufseeser, aber auch Henri Matisse, Pablo Picasso und Jean Cocteau, mit schwarz-weiß Illustrationen versehen. Der II. Band zur Stadt Wien wurde auch in englischer Übersetzung vorgelegt. Die Reihe versteht sich als augenzwinkernder Gegenentwurf zu den sehr sachlichen und auf das Wesentliche beschränkten Baedeker-Inhalten und wird aus dem subjektiven Blickwinkel der jeweiligen Autoren des Reisegebiets gespeist (vgl. die Aufstellung aller Titel[63]). 1995 und 1997 legte die Connewitzer Verlagsbuchhandlung aus Leipzig von 5 Titeln Reprintausgaben vor.[64]

Die Idee des Piper Verlags wurde um 1930 vom Amsterdamer Verlag A.J.G.Strengholt[65] aufgegriffen. Unter dem Titel Wat niet in Baedeker staat erschienen mit Zeichnungen und Fotos versehene Bände zu den Städten Amsterdam (ca. 1930), Rotterdam (1931) und Den Haag (1931).


Adolph von Menzel: Auf der Fahrt durch die schöne Natur (1892) mit einem Baedeker-lesenden Reisenden
Zuglaufschild des IC Karl Baedeker 624 von Köln nach Leipzig (2001)

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Selbst Konkurrenzprodukte zitierten den Baedeker zur Untermauerung eigener Angaben. So wurde 1860 im Lloyd-Reiseführer Von Wien nach Triest zur besonderen Wirkung des Markusplatzes auf den Betrachter bei Vollmond darauf hingewiesen, dass "Bädeker, dem man Sentimentalität sicher nicht vorwerfen kann, der aber gesunden Sinn für Natur- und Kunstschönheit hat, ... ausdrücklich (bemerkt): 'Von wunderbarster Wirkung aber ist der Markusplatz mit seiner Umgebung ... in einer hellen Mondnacht.'"[66] Das Zitat wurde höchstwahrscheinlich dem damals aktuellen Baedeker Deutschland und das österreichische Ober-Italien von 1858, S. 142, entnommen.
  • Wohl aufgrund seiner Genauigkeit verdankt der Baedeker seine Verewigung in Jacques Offenbachs Operette La vie parisienne (Pariser Leben, 1866), in der die Verlässlichkeit Baedekers gerühmt wird. In deren englischer Übersetzung heißt es: „Kings and governments may err, but never Mr. Baedeker“.
  • Das Grimmsche Wörterbuch zitierte zum Stichwort “Erwandern“ den „Schweiz“-Baedeker.[67]
  • Adolph von Menzel bildete 1892 auf seinem Gemälde Auf der Fahrt durch schöne Natur einen Bahnreisenden mit einem Baedeker in der Hand ab.[68]
  • T. E. Lawrence (Lawrence von Arabien) soll ständig die englischsprachige Ausgabe von Palästina und Syrien (Palestine and Syria, 1876 erschienen) mit sich geführt haben, während er mit seinen arabischen Bundesgenossen von 1916 bis 1918 gegen die Türken den arabischen Befreiungskrieg führte.
  • Der deutsche Astronom Freimut Börngen benannte den im Jahre 1995 in Tautenburg von ihm entdeckten Asteroiden 23578 nach Karl Baedeker.
  • Auf der IC-Linie 5 von Köln nach Leipzig über Hannover und Magdeburg verkehrte 2001 und 2002 [69] der IC Karl Baedeker, der als IC 624 von Köln nach Leipzig und IC 625 in der Gegenrichtung lief.
  • U.a. in den Filmen Zimmer mit Aussicht und Tod auf dem Nil mit Peter Ustinov ist der Baedeker als Reisebegleiter ins Bild gerückt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Austilat: Herr Baedeker irrt nie. In: Der Tagesspiegel. Nr. 20394, Berlin, 27. September 2009, S. S7.
  • Peter H. Baumgarten, Monika I. Baumgarten (Hrsg.): Baedeker. Ein Name wird zur Weltmarke. Karl Baedeker, Ostfildern 1998, ISBN 3-89525-830-X.
  • Alex W. Hinrichsen: Baedeker’s Reisehandbücher 1832–1990. Ursula Hinrichsen Verlag, Bevern 1991.
  • Burkhart Lauterbach: Baedeker und andere Reiseführer – Eine Problemskizze. In: Zeitschrift für Volkskunde. Halbjahresschrift der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, 85. Jahrgang, Band 1989/II, Göttingen 1989, S. 206–234. (mit englischer Zusammenfassung)
  • Katja Mittl: Baedekers Reisehandbücher. Funktionen und Bewertungen eines Reisebegleiters des 19. Jahrhundert. Universität Erlangen, Magisterarbeit 2007 (PDF)
  • Otto Mühlbrecht: Baedeker (1. Art.). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 759 f. (Familienartikel)
  • Susanne Müller: Die Welt des Baedeker. Eine Medienkulturgeschichte des Reiseführers 1830 – 1945. Campus-Verlag, Frankfurt a. M./ New York 2012, ISBN 978-3-593-39615-6.
  • Karl Friedrich Pfau: Baedeker (2. Art.). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 46, Duncker & Humblot, Leipzig 1902, S. 180–182. (Familienartikel)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baedeker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die laufende Angabe der Katalognummern in diesem Artikel folgt den Angaben von Hinrichsen: Baedeker's Reisehandbücher 1832-1990, Bevern 1991. Sie ist unter Punkt 10.1 ausführlich erläutert. Da der erste Band der Rheinreise noch nicht von Karl Baedeker verfasst worden war, erhielt er von Hinrichsen eine "0".
  2. Mitteilungen für Baedeker-Freunde. 1980, Heft 2, S. 24.
  3. Gegenwärtig ist das Bändchen in mehreren öffentlichen Bibliotheken katalogisiert. Eine Online-Version stellt die Bayerische Staatsbibliothek bereit.
  4. a b K. Baedeker: Belgien. Handbuch für Reisende. 5. Auflage. Karl Baedeker, Coblenz 1853, S. XV.
  5. VII. Eilwagen. und VIII Eisenbahn. In: K. Baedeker: Belgien. Handbuch für Reisende. 5. Auflage. Coblenz 1853, S. XV ff. (online)
  6. Offizielle Web-Seite der "Blue Guides"
  7. Alex W. Hinrichsen: Neue Erkenntnisse in der Baedeker-Forschung. In: Reiseleben. 1986, Heft 13, S. 18–36.
  8. Baedekers Griechenland, Leipzig 1904, S. VI (4. Auflage)
  9. Rußland. Karl Baedeker Verlag, Leipzig 1912, S.  XXIX.
  10. Hinrichsen: Baedeker's Reisehandbücher 1832-1990. S. 43.
  11. a b Auf dem Titelblatt ist das Folgejahr als Erscheinungsjahr angegeben
  12. Vergleiche zu dessen Redaktionstätigkeit den autobiografischen Beitrag von Gerhard Peters: Redakteur an Baedekers Reisehandbüchern 1925-1934. in: Reisen und Leben, 1987, Heft 15.
  13. Baedekers Württemberg und Hohenzollern, Verlag Karl Baedeker, Leipzig 1925, S. V
  14. Vgl. näheres zu de Villard auf der Italienische Wikipedia.
  15. Vergleiche dazu den Gesetzeswortlaut (RGBl. I Nr. 57 vom 30. Mai 1933 S. 311) und den Text der ergänzenden Verordnung vom selben Datum (RGBl. I Nr. 57 vom 30. Mai 1933 S. 312).
  16. Vergleiche den Gesetzestext (RGBl. I Nr. 69 vom 27. Juni 1933 S. 393).
  17. Peter H. Baumgarten, Monika I. Baumgarten (Hrsg.): Baedeker. Ein Name wird zur Weltmarke. Karl Baedeker, Ostfildern 1998, S. 53 f. Die Rückzahlung des Darlehens wurde 1943 unter Auflagen niedergeschlagen.
  18. Berlin und Potsdam. Karl Baedeker Verlag, Leipzig 1936, S. 72.
  19. Gerhard Peters: Redakteur an Baedekers Reisehandbüchern 1925-1934. in: Reisen und Leben, 1987, Heft 15.
  20. Vgl. näheres zu H. A. Piehler auf der Englischen Wikipedia.
  21. Dies wird mit Einzelheiten im Vorwort hervorgehoben, S. V
  22. Information der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Institut für Deutsche Ostarbeit, Krakau
  23. S. 135f.
  24. L. Laurence Boyle: Chronologische Übersicht des Verlags Karl Baedeker. in: "Reiseleben", Heft 8, S. 9–12, Ursula Hinrichsen, Holzminden 1984, ISBN 3-922293-03-4.
  25. Frankfurt am Main. Karl Baedeker Verlag, Hamburg 1951, S. 76.
  26. S. Müller, a. a. O., S. 53.
  27. vgl. Schleswig-Holstein und Hamburg. Karl Baedeker, Hamburg 1949, S. LXV und 92, sowie dito, Ausgabe 1952, S. LXV und 93
  28. vgl. München und Umgebung. Karl Baedeker, Hamburg, und Richard Pflaum Verlag, München 1955, S. 33 (Gedenktafel)
  29. Südbayern. Karl Baedeker, Hamburg, und Richard Pflaum Verlag, München 1953, S. 314, 331.
  30. a b Eine Zusammenstellung aller von 1948 bis 2002 erschienenen Bände ist unter der Kurz-Titelliste der sog. "Freiburger Ausgaben" 1948—2002 zu finden.
  31. S. Müller, a. a. O., S. 53.
  32. Baedekers Lübeck. 4. Auflage, Freiburg 1977, S. 37, bzw. 5. Auflage, Freiburg 1983, S. 48
  33. Baedekers Berlin. Kleine Ausgabe. 2. Auflage, Freiburg 1968, S. 7, bzw. 3. Auflage, Freiburg 1975, S. 12
  34. Das Mitführen von aktuellen westdeutschen Publikationen konnte leicht zu Komplikationen bei der Einreise in die DDR führen, wenn deren Inhalt nicht sofort erkennbar unpolitisch und nicht die westliche Lebensweise propagierend war.
  35. Vgl. u.a. Baedekers Dortmund. Karl Baedeker Verlag, Freiburg 1971, S. 55
  36. Die Bände werden heute antiquarisch überwiegend von ausländischen Händlern angeboten, so dass ihr ursprünglicher Vertrieb im Ausland naheliegt.
  37. Baedeker's Frankfurt and the Taunus. Third Edition, Karl Baedeker, Freiburg 1960, Nachsatz
  38. Katalognotierungen bei Alex W. Hinrichsen: Baedeker’s Reisehandbücher 1832–1990. Bevern 1991, S. 243. Bislang ist nur die französische Ausgabe aus Sammlerhand bekannt. Beide Bände sind erstaunlicherweise weder in der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet, noch gibt WorldCat einen Bibliotheksstandort an
  39. Baumgarten: Baedeker. Ein Name wird zur Weltmarke. S. 91.
  40. Auch im Stadtführer Bonn von 1977 wurde auf Seite 107 (nn), unter "Stadtführer", eine Erstauflage Paris von 1977 zum Preis von 6,90 DM aufgeführt. Erneut wurde der Band u.a. im Stadtführer Basel (1978, Seite 128 [nn]) nunmehr als für 1979 vorbereitet angezeigt.
  41. Baedekers Vogesen / Elsass. Kompakt-Reiseführer. Baedekers Autoführer-Verlag, Stuttgart 1978, S. 96 (nn).
  42. Baedekers Augsburg. Kurzer Stadtführer. Karl Baedeker Verlag, Freiburg 1977, S. 35 (nn). Vgl. auch die nur acht Ausgaben umfassende Katalogisierung der Deutschen Nationalbibliothek.
  43. Die strikte Befolgung der Reisebestimmungen war damals für bundesdeutsche und westberliner Reisende oberstes Gebot, um jegliche Komplikationen mit den DDR-Behörden von vornherein zu vermeiden, die durchaus zu empfindlichen, in DM zu entrichtenden Geldstrafen oder, bei schweren Straftaten nach DDR-Recht sogar zu Freiheitsentziehungen führen konnten.
  44. Baedekers DDR. Baedekers Autoführer Verlag, Ostfildern-Kemnat 1980, S. 254.
  45. Die Internetpräsenz des Verlags (aktuell Juni 2014) führt keine "Baedeker–Allianz"–Titel mehr auf, so dass von einem Vertriebsende dieser Baedeker–Generation auszugehen ist.
  46. Vgl. die Abbildung des Bandes Belgien. Handbüchlein für Reisende, die sich leicht und schnell zurechtfinden wollen. 2., durchaus umgearbeitete Auflage. Bädeker, Koblenz 1843, auf der Webseite der Lippischen Landesbibliothek Detmold zu ihrer Ausstellung zum 150. Todestag von Georg Weerth im Jahre 2006 [1].
  47. Erstaunlicherweise enthielt der im Band abgedruckte Plan bereits den neuen ostberliner (21.) Stadtbezirk "Marzahn" ohne nähere Erläuterung zu seiner Neubildung, die der Korrekturzettel zwar nun gibt, ihn aber nicht mehr abbildet, sondern kartographisch nur die überholte Bezirksgliederung liefert. Das Einkleben würde den textlichen Mangel also nur verschlimmbessern.
  48. Die Texte lauten wörtlich auf deutsch: "Der Übereifer der türkischen Zensur erstreckt sich bisweilen auf Reisehandsbücher. Man vermeidet Schwierigkeiten, wenn man das Buch vor dem Überschreiten der türkischen Grenze oder vor der Ankunft in einem türkischen Hafen in die Rocktasche steckt." und französisch: "Le zèle intempestif de la censure turque n'épargne même pas les guides du voyageur. Afin d'éviter des désagréments, on fera bien, avant de franchir les frontières du pays ou d'entrer dans un port turc, de mettre son guide en sûreté dans une de ses poches."
  49. Peter H. Baumgarten, Monika I. Baumgarten (Hrsg.): Baedeker. Ein Name wird zur Weltmarke. Karl Baedeker, Ostfildern 1998, S. 32.
  50. Vgl. z.B. Karl Baedeker: Handbuch für Reisende in Deutschland und dem Oesterreichischen Kaiserstaat. Verlag Karl Baedeker, Coblenz 1853, S. II.
  51. Die englische Widmung lautet: Go, little book, God send thee good passage. And specially let this be thy prayer: Unto them all that thee will read or hear. Where thou art wrong, after their help to call, Thee to correct in any part or all. (vgl. z.B. Karl Baedeker: The United States with excursions to Mexico, Cuba, Porto Rico, and Alaska. Verlag Karl Baedeker, Leipzig 1909, S. IV).
  52. Karl Baedeker: Mittelmeer. Verlag Karl Baedeker, Leipzig 1934, S. IV)
  53. vgl. Karl Baedeker: Schlesien. 2. Auflage, Verlag Karl Baedeker, Leipzig 1938, Schmutztitel: Auszug aus Eichendorffs Gedicht Abschied.
  54. Vergleiche den DNB-Eintrag.
  55. Alex W. Hinrichsen: Zur Werbetätigkeit des Verlages Karl Baedeker. in: Reisen und Leben, 1989, Heft 18
  56. Vergleiche die Abbildung auf S. 82 in: Alex W. Hinrichsen: Baedeker’s Reisehandbücher 1832–1990. Ursula Hinrichsen Verlag, Bevern 1991
  57. Alex W. Hinrichsen: Baedeker’s Reisehandbücher 1832–1990. Ursula Hinrichsen Verlag, Bevern 1991, S. 50.
  58. S. Müller, a. a. O., S. 53.
  59. August Petermann: Mittheilungen aus Justus Perthes geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesamtgebiete der Geographie. Jahresband 1858.
  60. Die Texte dieser Publikationen sind auf der Webseite Bdkr.com vollständig einsehbar.
  61. Vergleiche die kurzen Ausführungen zum Stand 1990 bei Alex W. Hinrichsen: Baedeker’s Reisehandbücher 1832–1990. Ursula Hinrichsen Verlag, Bevern 1991, S. 227 f.
  62. Baldo Podic: T.C.I. - der italienische Baedeker. in: Reiseleben, Heft 13, S. 6 ff., Ursula Hinrichsen, Holzminden 1986 - ISBN 3-922293-11-5
  63. Aufstellung der in der Reihe des Piper Verlags Was nicht im "Baedeker" steht zwischen 1927 und 1938 erschienenen Titel
    Nr. Autor Titel Illustrator Einbandentwurf zusätzlich
    beschriebene
    Reiseziele
    Auflage
    in Tausend

    Seiten
    (Werbung)
    I[a] Eugen Szatmari Das Buch von Berlin Conny, (Alois) Derso, Dolbin,
    Erich Godal, Rudolf Großmann,
    (Adalbert) Sipos, Heinrich Zille
    Walter Trier Potsdam, Werder,
    Märkische Schweiz,
    Rheinsberg u. a.
    1927: 1.-10. 243 (1)
    I[b] Eugen Szatmari Das Buch von Berlin Conny, Derso, Dolbin, Foujita,
    Erich Godal, Rudolf Großmann,
    Kelen, Sipos, Heinrich Zille
    Walter Trier Potsdam, Werder,
    Märkische Schweiz,
    Rheinsberg u. a.
    1927: 11.-15. 256 (2)
    I[c] Eugen Szatmari Das Buch von Berlin Conny, Derso, Dolbin, Foujita,
    Erich Godal, Rudolf Großmann,
    Kelen, Sipos, Heinrich Zille
    Walter Trier Potsdam, Werder,
    Märkische Schweiz,
    Rheinsberg u. a.
    1927: 16.-20. 246 (1)
    II[a] Ludwig Hirschfeld (1882-1945) Das Buch von Wien und Budapest
    ("Ausflug nach Budapest" nur als Anhang)
    Adalbert Sipos, Leopold Gedő Walter Trier 1927: 1.-10. 278
    II[b] Ludwig Hirschfeld Das Buch von Wien
    (ohne den "Ausflug nach Budapest")
    Adalbert Sipos, Leopold Gedő Walter Trier Südbahn, Baden, Rax,
    Burgenland, Wachau
    1927: 11.-20. 258 (14)
    ohne
    [IIc]
    Ludwig Hirschfeld
    (Übertragung: T. W. Mac Callum)
    The Vienna, that's not in the Baedeker
    (ohne Reihenangabe)
    Tibor Gergely, Adalbert Sipos
    (neue Illustrationen)
    Walter Trier
    (neuer Entwurf)
    Südbahn, Baden,
    Rax, Burgenland
    1929: NN 262 (6)
    III Peter Scher,
    Hermann Sinsheimer
    Das Buch von München Arnold, Engl, Frischmann, Gulbransson,
    Neu, Rothballer, Schondorff, Unold
    Max Unold Starnberger See, Ammersee,
    Chiemsee, Tegernsee
    1928: 1.-10. 144 (4)
    IV Géza Herczeg
    (Vorwort: Ludwig Hirschfeld)
    Das Buch von Ungarn und Budapest Eugen Feiks (1878-1939) Eugen Feiks - 1928: 1.-5. 240
    (davon: 46)
    V Hermann von Wedderkop Das Buch von Köln, Düsseldorf, Bonn Ernst Aufseeser, Georges Schreiber Ernst Aufseeser 1928: NN 229
    VI Hans Reimann Das Buch von Leipzig Walter Buhe, Erich Ohser Walter Trier Weimar,
    Grimma
    1929: 1.-10. 205 (3)
    VII Hermann von Wedderkop Das Buch von Paris Jean Cocteau, Pablo Picasso,
    Rudolf Großmann, Henri Matisse
    Walter Trier 1929: 1.-10.
    1929: 11.-15.
    210 (6)
    VIII Hans Harbeck (1887-1968) Das Buch von Hamburg Eugen Denzel, Hans Leip,
    Kurt Löwengard, Gabriele von Lüttwitz
    Walter Trier Sachsenwald 1930: 1.-6. 171 (5)
    IX Hans Reimann Das Buch von Frankfurt, Mainz,
    Wiesbaden
    Karl Friedrich Brust (1897-1960) Walter Trier Offenbach,
    Bad Homburg
    1930: 1.-5. 207 (1)
    X Hermann von Wedderkop Das Buch von London Paul Bloomfield Walter Trier Oxford, Brighton,
    Southend
    1930: 1.-5. 230 (2)
    XI Hermann von Wedderkop Das Buch von Oberitalien Fritz Heinsheimer, Georg Walter Rössner Walter Trier - 1931: NN 254 (2)
    XII Herbert Eulenberg Das Buch vom Rheinland Franz M. Jansen, Otto Pankok Walter Trier - 1931: NN 215 (1)
    XIII[a]
    (statt XII)
    Hermann von Wedderkop Das Buch von Rom Rudolf Großmann, Felix Meseck,
    Erna Plachte, Käte Wilczynski u.a.
    Walter Trier Campagna 1930: NN 276 (4)
    XIII[b] Hermann von Wedderkop Das Buch von Rom
    (Neue ergänzte Ausgabe)
    Rudolf Großmann, Felix Meseck,
    Erna Plachte, Käte Wilczynski u.a.
    Walter Trier 1938: NN 279
    XIV Erika Mann, Klaus Mann Das Buch von der Riviera Walther Becker, Henri Matisse,
    Rudolf Großmann, Martin Piper
    Walter Trier - 1931: NN 186 (4)
    XV Annemarie Schwarzenbach,
    Hans Rudolf Schmid
    (Hrsg. Eduard Korrodi)
    Das Buch von der Schweiz. Ost und Süd Hans Tomamichel (1899-1984) Walter Trier - 1932: NN 240
    XVI Annemarie Schwarzenbach,
    Hans Rudolf Schmid
    Das Buch von der Schweiz. Nord und West Hans Tomamichel Walter Trier - 1933: NN 310 (2)
  64. Vergleiche die Katalogeinträge bei der Deutschen Nationalbibliothek .
  65. Vgl. zu diesem näher die niederländische Wikipedia Strengholt Holding
  66. [August Mandls]: Von Wien nach Triest, nebst den Fahrten von Bodenbach, Olmütz, Krakau, Linz, Pesth nach Wien und von Triest nach Venedig. Reisehandbuch für alle Stationen der K. K. Priv. Südbahn. Literarisch-Artistische-Abtheilung des Österreichischen Lloyd, 2. Auflage. Triest 1860, S. 207.
  67. Erwandern. In: Hans und Jacob Grimm: Grimmsches Wörterbuch. 1862. (online)
  68. Susanne Müller: Die Welt des Baedeker. Frankfurt a. M./ New York 2012, S. 134
  69. Vergleiche die Webseiten Züge mit Namen, bei der vor 2001 kein Eintrag des IC Karl Baedeker vorhanden ist, und Datenbank Fernverkehr, die ab 2003 keinen Eintrag des IC Karl Baedeker mehr erhält.