Bagger

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Dieser Artikel erläutert die Baumaschine Bagger. Für weitere Bedeutungen siehe Bagger (Begriffsklärung).

Ein Bagger ist eine Baumaschine zum Lösen und Bewegen von Boden und Fels, insbesondere zum Ausheben und Wiederverfüllen von Erdvertiefungen wie etwa Baugruben.

Auch zur Bewegung von Schütt- und anderen Gütern und bei der Gewinnung von Kohle und Erzen im Tagebau werden Bagger eingesetzt.

Raupenbagger Caterpillar 325C

Etymologie[Bearbeiten]

Der Begriff Bagger kommt aus dem Niederländischen (vgl. Baggeren) und bezeichnet dort ursprünglich einen Sand- oder Schlammräumer (einen mit der Hafenboden-freilegenden Tätigkeit beschäftigten Arbeiter).[1]

Gliederung der Baggermaschinen[Bearbeiten]

Auf Grund der vielfältigen Bauformen und Anwendungsgebiete von Baggern lassen sich diese nach unterschiedlichen Kriterien gliedern. Eine übergeordnete Unterscheidung ist anhand des verwendeten Wirkprinzip zum Lösen von Boden oder Fels möglich. Dabei wird in

  • mechanische
  • hydraulische und
  • pneumatische

Löseverfahren unterschieden. Auch Kombinationen wie z. B. das mechanisch-hydraulische Lösen finden Anwendung.[2] In der Fachliteratur[3][4][5] werden Bagger, die Boden und Fels rein mechanisches mittels eines Grabgefäßes lösen, nach Art des Grabgefäßes in Eingefäßbagger, Mehrgefäßbagger und Flachbagger unterschieden. Die Anordnung und Gestalt des Grabgefäßes bestimmt maßgeblich die Einsatzbedingungen und die Leistung eines Baggers bei bestimmten Bodenverhältnissen. Auch die Fels- und Bodenfräsen[6] lösen Boden und insbesondere Fels ebenfalls rein mechanisch, im Gegensatz zu den Gefäßbaggern allerdings mit mehreren Meiseln.
Zu den Baggern, die Boden rein hydraulisch lösen, zählen die Saugbagger, wobei bei diesen Maschinen auch eine Kombination aus mechanischen und hydraulischen Lösen zum Einsatz kommt.[7] Bagger, die ein pneumatisches Löseverfahren verwenden, werden als Pneumatikbagger bezeichnet.[8] Gegenüber den mechanisch und hydraulisch lösenden Baggern sind Pneumatikbagger eher selten anzutreffen.

Eingefäßbagger[Bearbeiten]

Eingefäßbagger zeichnen sich dadurch aus, dass diese zum Graben und Laden mit einem einzigen Grabgefäß ausgestattet sind. Da ein Wechselspiel aus Graben und Laden stattfindet, spricht man bei den Eingefäßbaggern von einem unstetigen oder auch diskontinuierlichen Baggerprozess. Der Unterschied zum Flachbagger besteht darin, dass der Vorschub zum Abtragen des Erdreiches nicht durch das Verfahren des gesamten Baggers erzeugt wird, sondern das Grabgefäß der Maschine bewegt wird. Man spricht auch von einem Standbagger.[9] Eine weitere Gliederung der Eingefäßbagger erfolgt anhand des Einsatzzweckes in Einzweck- und Mehrzweckmaschinen.[10] Einzweckmaschinen sind für eine ganz bestimmte Gewinnungsaufgabe, teils sogar für einen spezifischen Einsatzort konzipiert. Sie werden hauptsächlich im Tagebau oder bei Großbauprojekten, wie z.B. dem Kanalbau, eingesetzt. Mehrzweckmaschinen, auch als Universalbagger bezeichnet, können mit verschiedenen Arbeitsaustattungen betrieben werden, wodurch sie für den universellen Einsatz in Bauwesen besonders geeignet sind. Auch in kleineren Gewinnungsbetrieben, wie Steinbrüchen oder Kiesgruben, werden Universalbagger eingesetzt. Gegenüber den Einzweckmaschinen ist ein Transport mit vertretbarem Aufwand möglich.
Eine weitere Gliederung erfolgt auf Grund der historischen Entwicklung der Eingefäßbagger sowohl für Ein- als auch für Mehrzweckmaschinen anhand des verwendeten Prinzipes der Kraftübertragung in Seilbagger und Hydraulikbagger. Bei Seilbaggern wird die Antriebsenergie mittels Winden und Stahlseilen auf das Grabwerkzeug übertragen. Hydraulikbaggern hingegen verfügen über ein Hydraulikaggregat. Die Grabwerkzeuge werden über Hydraulikzylinder bewegt.[11][12]

Die konstruktive Ausführung von Eingefässbaggern richtet sich maßgeblich nach den Grabwerkzeugen, die anhand der Bodenbeschaffenheit ausgewählt werden. Auf Grund der unterschiedlichen Funktionsweise der Seil- und Hydraulikbagger sind nicht alle Grabwerkzeuge für beide Maschinentypen einsetzbar. Neben den eigentlichen Grabwerkzeugen wurden für die Universalbagger auch weitere Anbaugeräte entwickelt, die nicht zum Lösen und Bewegen von Baggergut eingesetzt werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der wichtigsten Grab- und Ladewerkzeuge von Eingefäßbaggern und deren Verwendungsmöglichkeiten. Da zwischen der konstruktiven Ausführung von landgestützten und schwimmenden Eingefäßbaggern deutliche Unterschiede bestehen, werden diese getrennt beschrieben. Oft werden schwimmende Baggermaschinen auch als Nassbagger, landgestützte Bagger als Trockenbagger bezeichnet. Streng genommen zählen jedoch all diejenigen Bagger zu den Nassbaggern, die Baggergut fördern, dass unterhalb der Wasseroberfläche liegt.[13][14] Beispiel hierfür ist ein Seilbagger mit Schürfkübel, der vom Ufer aus Kies fördert.

landgestützte Eingefäßbagger
Seilbagger
Einzweckmaschinen
Hochlöffel
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Hochlöffel-Seilbagger als Einzweckmaschine werden in großen Tagebauen, wie z.B. der Kohle- und Erzgewinnung, eingesetzt. Sie lösen den Boden direkt oder nehmen zuvor gesprengtes Material auf und verladen es in Muldenkipper oder über mobile Brecher auf Bandanlagen.
Schürfkübel
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Im Tagebau werden große Seilbagger mit Schürfkübel zum Bewegen von Abraum eingesetzt. Sie verfügen zur Fortbewegung über ein Schreitwerk und können durch den langen Ausleger Abraum über vergleichsweise große Distanz transportieren.
Mehrzweckmaschinen
Hochlöffel
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Hochlöffel-Seilbagger als Mehrzweckmaschinen wurden auf größeren Erdbaustellen eingesetzt und sind heute weitgehend durch Hydraulikbagger verdrängt. Auch kleinere Steinbrüche haben diese "Universalbagger" mit Hochlöffelausrüstung eingesetzt, da es für Bagger mit kleinen bis mittleren Löffelinhalten keine speziellen Einzweckmaschinen gab.
Tieflöffel
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"Universalbagger" mit Tieflöffel wurden vor der Verbreitung des Hydraulikbaggers auf Baustellen zum Ausheben von Gruben eingesetzt und zählten bis in die 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zu den Standardmaschinen auf Baustellen.
Greifer
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Zum Materialumschlag in Betrieben und Häfen sowie auf Baustellen zum Be- und Entladen von Kippern war ein Seilbagger mit Greiferausrüstung im zwanzigsten Jahrhundert die Standardmaschine. Trotz der Verdrängung durch Hydraulikbagger werden vereinzelt noch Seilbagger mit Greifern eingesetzt, da diese durch den Ausleger über einen höheren Arbeitsradius verfügen als Hydraulikbagger.
Schürfkübel
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Mehrzweck-Seilbagger mit Schürfkübelausrüstung werden hauptsächlich in Sand- und Kiesgruben eingesetzt. An Kiesseen dienen diese Maschinen insbesondere zur Förderung des Baggergutes aus dem Wasser heraus, während der Bagger an Land steht.
Schlitzwandgreifer
Seilbagger mit Schlitzwandgreifer.JPG
Zum Ausheben von Gräben für Schlitzwände werden "Universalbagger" mit einer speziellen Schlitzwandausrüstung verwendet. Auf Grund der Aushubtiefe ist dies mit Hydraulikmaschinen schwierig.
Hydraulikbagger
Einzweckmaschinen
Hochlöffel
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Zur Gewinnung von Rohstoffen werden heute in kleinen und mittleren Tagebaubetrieben anstelle von Seilbaggern Hydraulikbagger mit Hochlöffel eingesetzt. Diese sind wirtschaftlicher und wartungsärmer als Seilbagger. In größeren Tagebaubetrieben, beispielsweise den Kohletagebauen in den USA, kommen bei einem diskontinuierlichen Abbauverfahren nach wie vor Seilbagger zum Einsatz.
Mehrzweckmaschinen
Tieflöffel
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Hydraulikbagger mit Tieflöffel sind weltweit auf jeder Erdbaustelle im Einsatz. Sie werden zum Ausheben von Baugruben und Bewegen von Erdreich verwendet und haben Seilbagger mit Tieflöffel vollständig abgelöst.
Greifer
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Im Bauwesen werden Hydraulikbagger mit Greifern als Anbaugerät zum Ausheben von Gräben und zum Verladen von Erdreich eingesetzt. Der Wechsel zu anderen Arbeitsausrüstungen wie z.B. dem Tieflöffel ist durch Schnellwechsler innerhalb kürzerer Zeit möglich. Gegenüber den Greifern, die bei Seilbaggern verwendet werden und die über Seilzüge geschlossen werden, werden diese Greifer über Hydraulikzylinder betätigt.

Weitere Anbaugeräte, die mit Universalbaggern verwendet werden, sind beispielsweise Rammeinrichtungen, Abrissbirnen, Felsmeißel sowie Bohr- und Verrohrungsgeräte. Siehe auch Anbaugeräte.

schwimmende Eingefäßbagger
Seilbagger-Einzweckmaschinen
Hochlöffel
Bucyrus Pan American.png
Schwimmbagger mit Hochlöffel kommen zum Einsatz, wenn zum Lösen von Gestein unterhalb der Wasseroberfläche hohe Reißkräfte erforderlich sind. Dies ist beispielsweise beim Aushub von Hafenbecken oder Kanälen in felsigen Bereichen der Fall. Hochlöffel-Schwimmbagger werden überwiegend in Nordamerika und England eingesetzt. Dort werden sie als dipper dredger bezeichnet. Auf dem europäischen Festland sind sie nicht anzutreffen.[15][16]
Greifer
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Schwimmbagger mit Greiferausrüstung werden im Wasserbau sowie zum Umschlag von Schüttgut eingesetzt. Während kleinere und mittlere Schwimmbagger aus einem herkömmlichen Seilbagger-Oberwagen bestehen, der auf ein Ponton montiert ist, sind größere Maschinen spezielle Konstruktionen, die teilweise auch über zusätzliche Stelzen zur Stabilisation sowie einen eigenen Antrieb verfügen. Schwimmbagger mit Greiferausrüstung eignen sich für leichtere Böden. Die maximal mögliche Baggertiefe liegt bei 35m.[17]
Kieswerk eching 2011.jpg
Schwimmgreiferanlagen, auch Tiefengreifer genannt, werden in Kies- und Sandwerken zur Gewinnung eingesetzt. Mit einer Baggertiefe von bis zu 100 Metern können sie überall dort Rohstoffe fördern, wo der Einsatz von Eimerketten- und Saugbaggern nicht mehr möglich ist.[18][19][20]
Hydraulikbagger-Einzweckmaschinen
Tieflöffel
Dredge ship on the Danube.JPG
Hydraulikbagger zur Nassbaggerei bestehen überwiegend aus herkömmlichen Oberwagen, die auf ein Schiff oder Ponton montiert sind. Sie werden zum Wasserbau und zur Instandhaltung von Binnengewässern und Häfen eingesetzt. Auf Grund der begrenzten Auslegerlänge ist der Aktionsradius auf geringe Wassertiefen beschränkt.
Greifer
Dredger, Antrim (2) - geograph.org.uk - 840543.jpg

Mehrgefäßbagger[Bearbeiten]

Mehrgefäßbagger verfügen über mehrere Grabgefäße, die endlos miteinander verbunden sind und umlaufend angetrieben werden. Dadurch findet ein stetiges Graben und Entladen statt, weshalb man bei Mehrgefäßbaggern auch von stetig oder kontinuierlich arbeitenden Baggern spricht. Der Vorschub erfolgt bei Mehrgefäßbaggern entweder durch ein Verstellen des Baggerwerkzeuges oder durch ein Verfahren der gesamten Maschine.[21] Anhand der Art der Kraftübertragung auf die Grabgefäße werden die Mehrgefäßbagger in Eimerkettenbagger und Schaufelradbagger unterschieden. Bei beiden Maschinentypen wird das Baggergut mit dem Grabgefäßen aufgenommen und an einer anderen Stelle wieder abgegeben. In der Regel erfolgt die Abgabe auf ein Förderband.

Eimerkettenbagger[Bearbeiten]

Bei den Eimerkettenbaggern sind eimerförmige Grabgefäße an einer endlosen Kette, der Eimerkette, befestigt. Die Kette wird über einen Antriebsturas mittels Motor und Getriebe angetrieben und an ein oder mehreren Stellen umgelenkt. Das Baggergut wird von den umlaufenden Eimern gelöst und in diesen bis zur Abgabestelle befördert.

Eimerkettenbagger lassen sich anhand ihres Einsatzortes in landgestützt und schwimmend unterteilen.[22] Eine weitere Gliederung erfolgt oft anhand der Baugröße und der Anwendung. Schwimmende Eimerkettenbagger lassen sich zudem in Flussbagger und Seebagger unterteilen. Während Flussbagger in Binnengewässern zur Kies-und Sandgewinnung sowie zur Vertiefung und Instanthaltung von Wasserstraßen eingesetzt werden und über keinen eigenen Fahrantrieb verfügen, sind Seebagger hochseetaugliche Schiffe, oft auch mit eigenem Fahrantrieb. Während Flussbagger gerade in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vielerorts im Einsatz waren, sind Seebagger als Eimerkettenbagger seltener anzutreffen. Sie werden zur Landgewinnung sowie im Meeresbergbau eingesetzt.[23][24]

landgestützte Eimerkettenbagger
Grabenbagger mit Eimerkette
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Im Bauwesen werden Gräben für Kabel und Leitungen mit unter anderem mittels Eimerketten-Grabenbaggern ausgehoben, wobei heute eher Grabenfräsen oder Grabenbagger mit Schaufelrad zum Einsatz kommen.[25]
kleine Eimerkettenbagger
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Einsatz in kleineren Betrieben der Grundstoffindustrie, insbesondere zum Abbau von Lehm und Ton in Ziegeleien.
Eimerkettenbagger mittlerer Größe
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Einsatz in größeren Gewinnungsbetrieben der Grundstoffindustrie, insbesondere bei der Kies- und Sandgewinnung. Bis die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Eimerkettenbagger mittlerer Größe auch auf größeren Erdbaustellen, z.B. beim Kanalbau eingesetzt.
Eimerkettenbagger als Tagebaugroßgerät
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Einsatz in größeren Tagebauen der Braunkohle- und Kreidegewinnung.
schwimmende Eimerkettenbagger
Flussbagger
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Zur Kies- und Sandgewinnung in Binnengewässern werden Eimerkettenbagger auf Pontons eingesetzt. Mit diesen wird das Abbaumaterial aus Tiefen bis ca. 20 Metern gefördert und auf schwimmende Bandanlagen oder Schuten verladen.[26] Die Abbauposition des Baggers wird über Stahlseile, die am Ufer befestigt sind, und entsprechende Winden auf dem Ponton verändert. Sie verfügen über keinen eigenen Fahrantrieb.
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Zur Instandhaltung von Häfen und Schifffahrtswegen sowie zur Kiesgewinnung in größeren Flüssen werden neben Saugbaggern auch Eimerkettenbagger eingesetzt. Diese sind meist deutlich größer ausgeführt als die Eimerkettenbagger, die in Kies-und Sandgruben arbeiten. Zum Ändern der Baggerposition werden überwiegend Schlepper eingesetzt. Diese Eimerkettenbagger sind ebenfalls als Ponton ausgeführt und verfügen über keinen eigenen Fahrantrieb. Die Fördermaschine wurde früher mittels einer Dampfmaschine angetrieben. Heute haben diese Dieselmotoren.
Weiterführender Artikel: Baggerschiff Minden
Sumpter Dredge (Baker County, Oregon scenic images) (bakDA0055a).jpg
Zur Gold- und Zinngewinnung in Nordamerika und Australien kommen spezielle Eimerkettenbagger, ie sog. Goldbagger, zum Einsatz. Diese enthalten teilweise komplette Aufbereitungsanlagen. Weiterführende Artikel: Goldbagger
Seebagger
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Seetauglich Eimerkettenbagger mit eigenem Fahrantrieb werden als Seebagger bezeichnet. Gegenüber den pontongestützten Flußbaggern werden sie den Schiffen zugeordnet. Seebagger sind auf Grund ihrer speziellen Verwendung im Wasserbau in Küstennähe sowie im Meeresbergbau recht selten.

Schaufelradbagger[Bearbeiten]

Bei den Schaufelradbaggern sind die Grabgefäße fest an einem Rad befestigt, das über ein Getriebe angetrieben wird. Einteilung Schaufelradbagger: mit Vorschub, ohne Vorschub.

Grabenbagger mit Schaufelrad
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Auch Schaufelradbagger können als Grabenbagger eingesetzt werden. Gegenüber Grabenfräsen und Grabenbaggern mit Eimerkette ist deren Grabtiefe jedoch durch den Radius des Schaufelrades begrenzt.
Kompaktschaufelradbagger
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Kompaktschaufelradbagger werden in kleineren Tagebauen zum Abbau oder Haldenbetrieb eingesetzt. Auch im Erdbau finden sie Anwendung, wenn sehr große Erdmassen über einen längeren Zeitraum abgebaut und bewegt werden müssen. Beispiele hierfür sind der Bau von Autobahnen, Staudämmen oder Kanälen. Die Geräte sind heute standardisiert und verfügen ausschließlich über Raupenfahrwerke. Das Fördergut wird üblicherweise mit Bandanlagen weitertransportiert.[27]
Schaufelradbagger als Tagebaugroßgerät
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In großen Tagebaubetrieben, insbesondere im Braunkohletagebau in Europa, spielen Schaufelradbagger als Gewinnungsmaschinen eine wichtige Rolle. Diese Tagebaugroßgeräte sind oft mehrere hundert Meter lang und Teil einer Großanlage aus Bandanlagen und Absetzern für die kontinuierliche Förderung. Weiterführender Artikel: Schaufelradbagger.

Flachbagger[Bearbeiten]

Flachbagger unterscheiden sich gegenüber den Gefäßbagger durch die Art des Bodenabtrages in Form von dünnen Schichten. Diese werden durch das Baggerwerkzeug gelöst und verschoben oder mittels eines Kübels aufgenommen. Die Grabbewegung findet durch Verfahren der gesamten Baggermaschine statt.[28] Flachbagger werden hauptsächlich für horizontale Erdarbeiten wie dem Planieren von Flächen oder Geländeformen eingesetzt, wohingegen die Ein- und Mehrgefäßbagger ihre Hauptanwendung bei vertikalen Erdarbeiten finden.[29] Flachbagger gliedern sich in:

Planiermaschinen
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Planiermaschinen lösen das Erdreich während des Fahrens mit einem Planierschild als Grabwerkzeug, dass frontal an der Maschine angeordnet ist. Das Erdreich kann nach dem Lösen nicht vom Planierschild aufgenommen werden, sondern wird von diesem vor der Maschine hergeschoben. Planiermaschinen verfügen meist über ein Raupenfahrwerk, weshalb diese auch bei schwierigen Bodenverhältnissen eingesetzt werden können. Haupteinsatzgebiet ist der Erdbau.
Grader
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Grader, auch Planierer, Erdhobel oder Straßenhobel genannt, lösen das Erdreich ebenfalls mit einem Planierschild. Dieses ist jedoch in der Mitte der Maschine angeordnet, wodurch es wesentlich geringere Vertikalbewegungen erfahrt, wenn die Maschine über unebenen Boden fährt. Außerdem ist das Planierschild drehbar. Erdhobel werden deshalb gegenüber Planiermaschinen zum Erstellen von Gelände- und Trassenprofilen im Erdbau, insbesondere im Straßenbau, verwendet.
Schürfkübelmaschinen
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Schürfraupe Bührer Operator 1030.jpg
Schürfkübelmaschinen lösen das Erdreich während des Fahrens mit einem Schürfkübel als Grabwerkzeug. Dieser ist meist in der Mitte der Maschine angeordnet und nimmt das gelöste Erdreich nach dem schneiden auf. Der gefüllte Schürfkübel wird dann vom Boden gelöst und zum Transport des Erdreichs verwendet. An der Abgabestelle wird das Erdreich während des Fahrens durch Kippen des Kübels verteilt. Schürfkübelmaschinen gliedern sich in Schürfzüge und Schürfraupen.

Fels- und Bodenfräsen[Bearbeiten]

Tagebaufräsen
(Continuous Surface Miner)
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Tagebaufräsen sind kontinuierlich arbeitende Tagebaugeräte, die über eine Fräswalze das Gestein schichtweise lösen und teils auch auf eine Bandanlage oder einen Muldenkipper fördern. Tagebaufräsen werden insbesondere zum Lösen von hartem Gestein eingesetzt, da dies mit andere Tagebaugeräte wie Eimerkettenbagger und Schaufelradbagger nicht möglich ist.[30]
Asphaltfräsen
Cold milling machines - Wirtgen.jpg
Asphaltfräsen sind Straßenbaumaschinen, die zum Abtragen von Asphaltdecken eingesetzt werden. Auch diese Maschinen verfügen über Fräswalzen. Streng genommen gehören die Asphaltfräsen nicht zu den Baggermaschinen, da sie keinen natürlich gewachsenen Boden lösen, sie weisen jedoch sonst die Merkmale eines Baggers, das "Lösen und Befördern" auf.
Grabenfräsen
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Grabenfräsen verfügen über speziell angeordnete Meißel, wodurch sehr schmale tiefe Gräben ausgehoben werden können. Diese Maschinen sind deshalb geeignet, Kabel automatisiert über große Distanzen zu verlegen.

Saugbagger[Bearbeiten]

Saugbagger verwenden zum Lösen des Baggermaterials hydraulische Verfahren. Das Haupteinsatzgebiet dieser Bagger ist die Nassbaggerei[31], d.h. die Gewinnung bzw. Beseitigung von Sand, Kies oder Schlick vom Grund eines Gewässers oder dem Meeresboden (bis auf eine vorgegebene Tiefe). Ein Saugbagger besteht im Wesentlichen aus einer Kreiselpumpe und einer bis zum Grund reichenden Saugleitung. Beim Baggern wird direkt über dem Grund Wasser eingesaugt, wobei das Baggergut um den Saugkopf herum durch den Unterdruck gelöst und mit in die Saugleitung befördert wird. Das Gemisch aus Wasser und Baggergut wird an Bord des Saugbaggers entweder direkt mit Pumpen durch eine schwimmende Rohrleitung zum Zielort weiterbefördert oder wieder voneinander getrennt, wobei das Wasser in das Gewässer zurückgeleitet wird. Da ein Einsaugen von schwer lösbaren Böden nur mit hohem Druck möglich ist, werden bei einigen Saugbaggertypen zusätzlich auch mechanische Löseverfahren verwendet. Bei den Schneidkopfsaugbaggern wird beispielsweise das Baggergut durch rotierende Meißel am Saugkopf gelöst und dann eingesaugt.

rein hydraulisch arbeitende Saugbagger
Grundsaugbagger in Sandgruben
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Zum Fördern von Sand und Kies im Nassverfahren werden Grundsaugbagger eingesetzt. Diese bestehen aus einem Ponton, auf dem Antrieb, Baggerpumpe und Saugrohr montiert sind. Das Saugrohr wird über eine Hebeeinrichtung auf den Grund des Kiessees herabgelassen. Über eine Saugleitung, die ebenfalls auf Pontons angebracht ist, wird das Baggergut ans Ufer gepumpt. Saugbagger zur Sand- und Kiesgewinnung in Binnengewässern können bis zu einer Abbautiefe vom ca. 35 Metern, mit zusätzlicher Unterwasserpumpe bis 50 Metern eingesetzt werden.[32] Da Grundsaugbagger über keine mechanischen Lösehilfen verfügen, können diese nur bei leicht-lösbaren Kies- oder Sandlagerstätten eingesetzt werden. Durch den Einsatz einer hydraulischen Lösehilfe in Form von Spritzdüsen am Saugkopf, der sog. Jet-Einrichtung, können Grundsaugbagger auch bei bestimmten schwer lösbare Böden noch eingesetzt werden.
hydraulisch-mechanisch arbeitende Saugbagger
Schneidkopfsaugbagger

(Cutterbagger)

Bay dredger (2051716933).jpg
Schneidkopfbagger verfügen am Saugkopf über einen zusätzlichen Schneidkopf. Die dort angeordneten rotierenden Meißel lösen das Baggergut, bevor es eingesaugt wird. Deshalb sind Schneidkopfsaugbagger besonders für schwer lösbare Böden geeignet. Zur Gewinnung von Sand und Kies werden Schneidkopfsaugbagger in derselben Bauform wie Grundsaugbagger eingesetzt. Die Maschinen verfügen lediglich über einen zusätzlichen Antrieb für den Schneidkopf. Zum Bau und für die Instandhaltung von Häfen und Schifffahrtswegen sind jedoch auch größere Maschinen in Betrieb.
Hopperbagger
Volvox Asia at Keelung.jpg
Hopperbagger sind seegängige Saugbagger, die über seitlich angeordnete Schleppköpfe verfügen. Die Schleppköpfe verfügen über eine Saugeinrichtung sowie über mechanische Lösehilfen, wie Reißzähne oder Druckwasserdüsen. Die Schleppköpfe werden über den Meeresgrund gezogen und das so gelöste Material wird über Saugkopf und Rohrleitung ins Schiff befördert. Hopperbagger sind meist Laderaumsaugbagger, d.h. das Material wird zunächst an Bord gelagert und später durch Spülen von Bord gepumpt. Gegenüber den Schneidkopfsaugbaggern sind Hopperbagger eher für leichte Böden wie Sand geeignet.[33]


Konstruktive Merkmale von Baggern[Bearbeiten]

Fahr- bzw. Schreitwerke[Bearbeiten]

Bei landgestützten Baggern kommen folgende Fahr- bzw. Schreitwerke zum Einsatz:

  • Raupenbagger (Kettenfahrzeug) mit einem Einsatzgewicht bis zu 1000 t, die auf Raupen fahren. Im Tagebau wurden Löffelbagger bis zu 6500 t auf 4 Doppel-Kettenlaufwerken bewegt.
  • Radbagger, auch als Mobilbagger bezeichnet, mit einem Einsatzgewicht von etwa 8 t bis 100 t, die immer auf Rädern fahren. Die meisten Mobilbagger besitzen einen Allradantrieb.
  • Geländegängige Schreitbagger können über den Baggerarm und das Räderpaar schreiten (Laufartiges Hoppeln), ca. 10 t. Im Tagebau schreiten die größten Schürfkübelbagger auf zwei bis vier „Schuhen“, bis jetzt 13.500 t. Während der Arbeit sitzen sie auf einer runden Grundplatte.
  • Zweiwegebagger

Klassifizierung nach Größe[Bearbeiten]

  • Minibagger oder Kleinbagger mit einem Einsatzgewicht von etwa 1 t bis 6 t, die regelmäßig auf Gummiketten fahren. Die kleinsten Bagger haben eine Breite von unter 1 m und können somit auch für spezielle Aufgaben innerhalb von Gebäuden eingesetzt werden (z. B. mit Hydraulikhammer für kleinere Abbrucharbeiten).
  • Midibagger mit einem Einsatzgewicht von etwa 7 t bis 10 t, die i. A. auf Rädern fahren.
  • Mittelklassebagger mit einem Einsatzgewicht von etwa 10 t bis 60 t. Motorleistung 50 kW bis 300 kW. 0,5 m³ bis 3,0 m³ Tieflöffelvolumen. Die größeren Bagger dieser Klasse fahren auf Ketten. Typischer Einsatz auf Baustellen z. B. für den Baugrubenaushub (leichter Erdbau) oder die größeren Geräte beim schweren Erdbau (Straßenbau, Kanalbau).
  • Großbagger mit einem Einsatzgewicht von etwa 60 t bis 200 t. Motorleistung 300 kW bis 800 kW. 3,0 m³ bis 15,0 m³ Tieflöffelvolumen. Einsatz z. B. in Steinbrüchen.
  • Größtbagger mit einem Einsatzgewicht von über 200 t bis >10.000 t. Motorleistung >800 kW. Fördergefäß 15,0 m³ bis >100 m³ Volumen. Einsatz z. B. Erzgewinnung

Allgemeine Beschreibungen[Bearbeiten]

Ein Standbagger zeichnet sich in der Regel durch einen um 360° drehbaren Aufbau mit einem Ausleger aus, an dessen Ende ein Anbaugerät montiert werden kann. Es gibt zweigeteilte Ausleger, die Verstellausleger genannt werden, und Monoblockausleger. Die Ausleger und die Anbaugeräte werden durch Hydraulik bewegt. Daher wird er auch Hydraulikbagger genannt. Darüber hinaus gibt es auch Seilbagger, Schaufelradbagger, Schürf- bzw. Löffelbagger, Saugbagger u.v.m.

Als spezielle Variante sind Zweiwegebagger in der Lage, auch auf den Gleisen von Eisenbahnen zu fahren. Weiterhin gibt es Schreitbagger mit zwei Rädern und zwei Stützen speziell für unwegsames Gelände.

Im Unterschied zum Radlader ist ein Standbagger durch seinen weit heb- und senkbaren Ausleger in der Lage, auch deutlich unterhalb seiner eigenen Standebene zu arbeiten, und wird dadurch bevorzugt zum Ausheben von Baugruben u. Ä. eingesetzt. Eine Kombination der beiden stellt der Baggerlader dar.

Bagger haben fast immer nur einen Fahrersitz. Es wird nur die Fahrerlaubnisklasse L benötigt, da deren bauartbestimmte Höchstgeschwindigkeit in der Regel nicht höher als 20 km/h ist.

Anbaugeräte[Bearbeiten]

Sieblöffel
O&K RH 30-D Hochlöffelbagger
(OilQuick)-Schnellkupplungsanschluss an einem kippbaren Löffel
Hydraulisch angetriebene Rüttlerplatte / Anbauverdichter von MTS mit OilQuick Schnellwechsler
Bedienelemente eines Baggers mit Raupenantrieb und Tieflöffel
Führerstand eines Baggers mit Raupenantrieb und Tieflöffel
Anbaugeräte für Bagger sind
Abbruch

1 hydraulisch betrieben

Zwischen den oben genannten Anbaugeräten und dem Baggerstiel ist meist eine Schnellwechseleinrichtung eingebaut (auf dem Foto des Raupenbaggers gut zu sehen, rot lackiert). Damit lassen sich die Anbaugeräte in kürzester Zeit vom Baggerfahrer wechseln, ohne dass er sein Führerhaus verlassen muss.

Bagger für Sondereinsätze[Bearbeiten]

Ein Liebherr-Bagger R 914 mit Böschungsausrüstung

Für spezielle Anwendungszwecke wie z. B. den Deichbau oder allgemein die Erstellung von Böschungsprofilen werden Bagger mit besonders langen oder Teleskopauslegern eingesetzt, die durch eine vergrößerte Reichweite bessere und genauere Flächenbearbeitungen erlauben.

Ein Bagger mit langer Abbruchausrüstung ist eine besondere Maschinengattung, die in der Regel zum Abbruch von höheren Gebäuden eingesetzt wird.

Zu unterscheiden ist der Bagger von den Baggern mit Böschungsausrüstung, die für andere Aufgabengebiete entwickelt sind.

Ein Bagger mit langer Abbruchausrüstung verfügt standardmäßig über einen Langen Ausleger, der je nach Einsatzfall aus bis zu drei Teilen besteht. Zwei lange Auslegerteile sind mit einem kurzen Mittelstück verbunden und so flexibel und universell steuerbar. Generell ist auch eine normale Tieflöffelausrüstung, Fachbegriff: Erdbauausrüstung, verfügbar, die mit dem Abbruchausleger ausgetauscht werden kann.

Ein Liebherr-Bagger 934 mit langer Abbruchausrüstung beim Abbruch eines mehrstöckigen Hauses

Bagger mit langer Abbruchausrüstung können Gebäude mit einer Höhe von bis zu 60 m abbrechen, ein Novum auf diesem Gebiet ist ein Teleskopabbruchbagger einer holländischen Abbruchfirma mit 62 m Reichhöhe.

Hersteller[Bearbeiten]

Caterpillar Raupenbagger
Hitachi Excavator ZX250LCN-3
Mobilbagger Cat M318
Bagger mit Hydraulikhammer in einem Steinbruch

Hersteller von Baggern (alphabetisch sortiert)[Bearbeiten]

2001 bis 2010: Terex-Atlas
China
China
Ltd./SDLG, China

Nicht mehr existente Hersteller[Bearbeiten]

  • Akerman (S),
heute Volvo Construction Equipment
  • ARA (FIN)
  • Bavaria
  • Benati (I), heute CNH
  • Benmac (D/I)
  • Benoto (F)
  • Benfra (I)
  • Brunieri (I)
  • Brøyt (NO)
  • Bünger (D)
  • Cosmoter (I)
  • Demag (von Terex übernommen)
  • Eder
  • Ertmer
  • Fuchs, heute Terex/Fuchs
  • Furukawa (F)
  • Gottwald
  • Gross
  • Guria (ES)
  • Hatra
  • Halla (KO), heute Hyundai
  • Hanomag
  • Hymac (GB)
  • International Harvester (USA)
  • Klönne (D)
  • Kockum Landsverk (S)
bei Bucyrus International
heute Terex Schaeff
heute New Holland Construction
  • PelJob,
heute Volvo Construction Equipment
  • Poclain (F), heute Case CE
  • Richier (F)
  • Priestman (GB)
  • Samsung Heavy Industries,
heute Volvo Construction Equipment
  • Schaeff, heute Terex/Schaeff
  • Simit (I), heute CNH
  • Tractem (F)
  • VEB Werk Weimar
  • Weserhütte
  • Wieger
  • Wilhag
  • Wittener Baggerwerk
  • Yumbo (F)

Rekorde[Bearbeiten]

Die größten Bagger sind Schaufelradbagger. Das 1978 von Krupp Industrietechnik gebaute Modell „288“ arbeitet zurzeit im Tagebau Garzweiler (RWE Power) und ist seit seiner Inbetriebnahme bis heute der größte Bagger der Welt. Er hat ein Dienstgewicht von 12.840 t, eine Höhe von 96 m und eine Länge von 215 m.

Big Muskie

Die nächste Größenordnung sind Schürfkübelbagger mit elektrischem Seilantrieb und Schreitwerk. Der Big Muskie[34] arbeitete in den 1970ern und 1980ern in den USA. Er hatte ein Dienstgewicht von 13.500 t und einen Schaufelinhalt von 166 m³.

Der größte Hochlöffelbagger war der seilgetriebene Marion 6360 mit Kettenlaufwerk, genannt Capitain, von Marion Power Shovel in den USA. Das Dienstgewicht betrug 12.700 t und die Schaufel fasste etwa 138 m³. Er wurde 1992 verschrottet. Der nächstgrößere Hochlöffelbagger namens Big Brutus kann noch betrachtet werden.

Der größte hydraulische Hochlöffelbagger der Welt war der Bucyrus RH 400 (ehemals Orenstein & Koppel) mit 980 t Einsatzgewicht und einer Motorleistung von 3360 kW (etwa 4500 PS). Das Grabgefäß in der Ladeschaufelversion fasst 52 m³ (SAE 2:1). Produziert wird er in Deutschland, im Bucyrus-Werk in Dortmund-Dorstfeld. Dieser wurde 2013 vom Caterpillar 6120B H FS mit 1.270 t Einsatzgewicht und einem Fassungsvermögen von 65 m³ abgelöst. Dieser hat die Besonderheit eines Hybridaggregats.

Der größte hydraulische Tieflöffelbagger der Welt ist der 2012 vorgestellte Liebherr R9800 mit einem Dienstgewicht von 800 bis 810 t und einem Löffelinhalt von bis zu 47,5m³.

Der größte Abbruchbagger mit langer Ausrüstung Deutschlands ist im Einsatz bei der PLANNERER Abbruch GmbH aus Pullenreuth, welcher die Bezeichnung BHD-3010 trägt und von der Firma BURDE Engineering GmbH, aus der Nähe von Mainz, entwickelt und gebaut wurde. Die Maschine wird im Februar 2015 der Öffentlichkeit präsentiert. Der BHD-3010 ist mit einer Erdbauausrüstung, einer 30m langen Heavy-Duty Ausrüstung für Werkzeuge mit 10t Einsatzgewicht und einem Teleskopausleger ausgestattet. Die Maschine hat ein Gesamtgewicht von über 150 Tonnen.

Der größte Abbruchbagger mit langer Ausrüstung in Europa ist der bis zu 90m hoch reichende Cat 5110B, welcher von der Firma Rusch, Holland, welche nicht mehr existiert, gebaut wurde. Der Verbleib der Maschine ist unbekannt.

Der größte weltweit existierende Abbruchbagger ist eine Maschine der Firma Kobelco mit fast 300 Tonnen Einsatzgewicht.

Lärm[Bearbeiten]

Als Anhaltspunkt für den Baustellenlärm eines typischen Baggers wurden in einem WHO-Bericht 90 dB in 10 m Entfernung, d. h. etwa 32 Sone angegeben.

Sicherheit[Bearbeiten]

  • In Deutschland ist eine jährliche UVV-Überprüfung (nach Richtlinien der Berufsgenossenschaften) bei Baggern vorgeschrieben.

Modellbau[Bearbeiten]

Es gibt voll funktionsfähige, funkferngesteurte Baggermodelle, die kleinere Erdarbeiten verrichten können. Wie die großen Bagger verfügen sie über eine Hydraulik.

Mediale Bedeutung[Bearbeiten]

In der Fernsehsendung Wetten, dass..?, gab es Wetten, die mit Baggern durchführt wurden; z. B. einen Turm besteigen, ein Feuerzeug anzünden oder Tennis spielen oder mit einem Pinsel die Buchstaben des Senders „ZDF“ auf das Dach eines PKWs zu schreiben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Kunze, Helmut Göhring, Klaus Jacob: Baumaschinen. Vieweg, Braunschweig/ Wiesbaden 2002, ISBN 3-528-06628-8.
  • Günter Kühn: Handbuch Baubetrieb – Organisation, Betrieb, Maschinen. VDI Verlag, Düsseldorf 1999, ISBN 3-18-400933-5. (Systematische Vorstellung von Baggern und Baumaschinen allgemein.)
  • Ulf Böge, Stefan Heintzsch: Bagger – Die große Chronik aller deutschen Hersteller. Podszun, Brilon 2002, ISBN 3-86133-282-5.
  • Ulf Böge, Rainer Volkwein: Weserhütte Bagger. Podszun, Brilon 2004, ISBN 3-86133-350-3.
  • Ulf Böge, Stefan Heintzsch, Arnold Düßmann: Atlas Weyhausen – Siegeszug der Hydraulik. Atlas, Hamburg 2007, OCLC 255945662.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Petri Fremdwörterbuch, 13. Auflage. 1888.
  2. Wolfgang Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2002.
  3. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen, Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 152.
  4. Kurth/Pajer/Pfeifer: Tagebaugroßgeräte und Universalbagger, VEB Verlag Technik Berlin, 1971, S. 12.
  5. Martin Scheffler: Einführung in die Fördertechnik: Fördermittel, Funktion u. Einsatz,Darmstadt Technik-Tabellen-Verlag Fikentscher, 1973, S. 230.
  6. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen, Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 152.
  7. Günter Kühn: Handbuch Baubetrieb – Organisation, Betrieb, Maschinen; VDI-Verlag,Düsseldorf,1991, S. 218 ff.
  8. Wolfgang Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2002.
  9. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen Erdbau- und Tagebaumaschinen,Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 151/153ff
  10. DIN 24080
  11. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen,Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 151.
  12. DIN 24080
  13. Bernd Meyer: Arbeitskreis Nassbaggerei Küste – eine besondere Einrichtung in der WSV In: Zwischen Weser und Ems. Heft 38, 2004.
  14. Heuer,Gubany,Hinrichsen:Baumaschinen Taschenbuch – Ratgeber für die Baupraxis. 4. Auflage. Bauverlag 1994, S. 229.
  15. Encyclopedia Britannica, Vol. 7,Jahr unbekannt [1]
  16. Akademischer Verein Hütte "Hütte, des Ingenieurs Taschenbuch, Band 3-Bautechnik",1956, S. 800 [2]
  17. Ulrich Smoltczyk: Grundbau-Taschenbuch, Teil 2: Geotechnische Verfahren: John Wiley & Sons, 2001, S. 287 link
  18. Wolfgang Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2002, S. 265.
  19. Nassgewinnung von Kies und Sand. In: Steine und Erden 1/2002, ISSN 2192-1695 link
  20. Heinrich Otto Buja: Ingenieurhandbuch Bergbautechnik: Lagerstätten und Gewinnungstechnik Beuth Verlag, 2013, S. 789, link
  21. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen, Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 151/208ff.
  22. Wolfgang Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2002, S. 264.
  23. G. Tränkner: Taschenbuch Maschinenbau – Band 3/1 Stoffumwandlung, VEB Verlag Technik Berlin, 1971, S. 219.
  24. Paulmann, Blaum: Die Nassbagger und die Baggereihilfsgeräte. Ihre Berechnung und ihr Bau, Springer-Verlag, 1912, S....
  25. Hermann Bauer: Baubetrieb – Bauablauf, Kosten, Controlling, Störungen, Springer-Verlag, 2006, S. 99.
  26. Wolfgang Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2002.
  27. Günter Kühn: Handbuch Baubetrieb – Organisation, Betrieb, Maschinen, VDI-Verlag,Düsseldorf,1991, S. 183.
  28. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen, Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 151/197ff.
  29. Martin Scheffler: Einführung in die Fördertechnik: Fördermittel, Funktion u. Einsatz, Darmstadt Technik-Tabellen-Verlag Fikentscher, 1973, S. 230.
  30. Kunze/Göhring/Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen, Braunschweig/Wiesbaden, 2002, S. 218.
  31. Karl-Heinz Hochhaus: Bedarf an Nassbaggerarbeiten steigt weltweit deutlich an. In: Hansa, Heft 5/2014, S. 64–69, ISSN 0017-7504
  32. Nassgewinnung mit Saugbaggern. In: Steine und Erden 1/2000, ISSN 2192-1695 link
  33. Heinz M. Hiersig: Lexikon Maschinenbau. S. 702, VDI-Verlag, 1995
  34. Demolition of Big Muskie

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bagger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bagger – Sammlung von Bildern