Bahamut

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Dieser Artikel behandelt die mythologische Figur Bahamut. Für das gleichnamige Album von 2007 siehe Hazmat Modine.

Bahamut (arabisch ‏بهموت‎, DMG Bahamūt) ist einer arabischen Legende nach ein wundersamer Fisch, der in grundlosen Gewässern schwimmt und das gesamte Gebäude der Welt auf sich trägt. In einer Überlieferung heißt es:

Gott schuf die Erde, aber die Erde hatte keinen Halt, und so schuf er unter der Erde einen Engel. Aber der Engel hatte keinen Halt, und so schuf er unter den Füßen des Engels einen Felsen aus Rubin. Aber der Felsen hatte keinen Halt, und so schuf er unter dem Felsen einen Stier mit viertausend Augen, Ohren, Nasen, Mäulern, Zungen und Füßen. Aber der Stier hatte keinen Halt, und so schuf er unter dem Stier einen Fisch namens Bahamut und unter den Fisch tat er Wasser und unter das Wasser Finsternis, und die menschliche Wissenschaft weiß nicht, was sich jenseits dieses Punktes befindet.

Der Mythos basiert auf dem sagenhaften Urzeitmonster Behemoth, das im Buch Hiob im Alten Testament erwähnt wird.

In Tausendundeine Nacht wird berichtet, dass Bahamut so riesig und strahlend sei, dass kein Mensch seinen Anblick ertragen könne. Alle Meere der Erde, in einem seiner Nasenlöcher untergebracht, wären wie ein Senfkorn inmitten einer Wüste. In der 496. Nacht aus Tausendundeiner Nacht wird erzählt, dass es Isa bin Maryam (Jesus von Nazaret) auf seinen Wunsch hin erlaubt wurde, Bahamut zu sehen, mit dem Ergebnis, dass er bewusstlos zu Boden sank und erst nach drei Tagen wieder aus seiner Ohnmacht erwachte. Möglicherweise steht die Größe und Mächtigkeit des sagenhaften Fisches für den Kosmos. Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges vermutet dagegen, die Vorstellung eines Engels über einem Felsen, der auf einem Stier ruhe, der auf dem Bahamut stehe, der über Unbekanntem schwimme, beziehe sich auf den kausalen Gottesbeweis des Aristoteles: Demnach müsse es, da jede Ursache auf eine ihr zugrundeliegende Ursache zurückgeführt werden könne, eine allererste Ursache geben, um einen regressus ad infinitum zu vermeiden.

Trivia[Bearbeiten]

In der Computerspielreihe Final Fantasy ist Bahamut in allen Teilen der Hauptreihe (bis auf Teil 2) enthalten und erscheint fast immer in Form eines Drachen. [1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jorge Luis Borges (mit Margarita Guerrero): Einhorn, Sphinx und Salamander. Das Buch der imaginären Wesen (= Jorge Luis Borges: Werke. Bd. 20 = Fischer-Taschenbücher 10584). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-10584-6.
  • Norbert Borrmann: Lexikon der Monster, Geister und Dämonen. Die Geschöpfe der Nacht aus Mythos, Sage, Literatur und Film. Das (etwas) andere Who is Who. Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89602-233-4.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Auftreten von Bahamut in Final Fantasy