Bahnhof Andernach

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Andernach
Bahnhofsgebäude von Andernach, erbaut 1956
Bahnhofsgebäude von Andernach, erbaut 1956
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung KAND
IBNR 8000331
Eröffnung um 1858
Lage
Stadt Andernach
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 26′ 8″ N, 7° 24′ 12″ O50.4355555555567.4033333333333Koordinaten: 50° 26′ 8″ N, 7° 24′ 12″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Andernach ist die Verkehrsdrehscheibe der Stadt Andernach. Er hat vier Personenverkehrsgleise (Gleise 1, 2, 3, 24), davon drei mit einer Länge von mehr als 280 m,[1] sowie Abstellgleise und Gütergleise. Er liegt an der linken Rheinstrecke und ist Endpunkt der Eifelquerbahn. Neben dem Personenverkehr gibt es auch Container- und Güterverkehr, der im östlich hinter dem Bahnhof liegenden Güterbahnhof abgewickelt wird. Von dort führen Anschlussgleise zum Rheinhafen Andernach und zur Firma Rasselstein.

Auf dem Bahnhofsvorplatz gibt es einen Busbahnhof, der von allen Stadtbuslinien und den Regionalbuslinien nach Mayen, Neuwied und Ochtendung bedient wird. Lediglich die Regionalbuslinie nach Maria Laach hält 50 Meter vom Busbahnhof entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Andernach erhielt am 15. August 1858 einen Bahnanschluss an der Strecke von Oberwinter nach Weißenthurm. Die Konzession hatte die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft. Daraufhin fuhr am 11. November 1858 der erste Zug über die linke Rheinstrecke. Ein Jahr später wurde die Strecke bis Bingerbrück ausgebaut.

Am 1. April 1878 wurde die Strecke von Andernach nach Niedermendig für den Güterverkehr und am 15. Mai für den Personenverkehr freigegeben. Bauherr war die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft. Für den Güterverkehr wurde am 20. September 1879 die 2,33 Kilometer lange Güterstrecke zur Rheinwerft eröffnet.

1911 wurde ein neues Bahnhofsgebäude fertiggestellt, nachdem zuvor eine Gleiserhöhung mit dem Bau von Bahnunterführungen stattgefunden hat. Am 1. Januar 1945 wurde der Bahnhof durch einen Bombenangriff weitgehend zerstört.[2] Lediglich der Gaststättenflügel mit Wohngeschossen blieb unversehrt. 1956 wurde eine neue Schalterhalle errichtet, deren Fassade aus städtebaulichen Erwägungen soweit erhöht wurde, dass der rückwärtige Altbau optisch dahinter verschwand.[3]

In Andernach hielten alle Personen-/Nahverkehrszüge und Eilzüge sowie einige D-Züge, während die meisten höherwertigen Reisezüge ohne Halt durchfuhren.

Zum Sommerfahrplan 1979 hielt mit dem IC 564/565 Burggraf MünchenWürzburgFrankfurt am MainMainzKoblenzBonnKöln erstmals ein Intercity planmäßig in Andernach, wenn auch in Tagesrandlage (6.25 Uhr Richtung München, 23.30 Uhr Richtung Köln). Ab dem Sommerfahrplan 1980 folgte der freitags verkehrende IC 1632 Seemöwe HamburgDortmundEssen – Köln – Koblenz. Tariflich konnten die Züge zwischen Köln und Frankfurt beziehungsweise Bonn und Koblenz mit D-Zugfahrkarten genutzt werden. Mit Start des IC-85-Systems zum Sommerfahrplan 1985 entfielen die IC-Züge.

Mit Start des FD-Zug-Systems zum Sommerfahrplan 1983 hielt jeder zweite FernExpress in Andernach, wobei lediglich der FD 712/713 Allgäu-Express in beide Richtungen hielt und der FD 210/211 Wörthersee-Express als einziger FD-Zug in beide Richtungen ohne Halt durchfuhr. Im Laufe der Zeit hielten immer weniger FD-Züge in Andernach, zum Winterfahrplan 1987/88 waren es nur noch zwei, ab dem Sommerfahrplan 1988 fuhren alle FD-Züge ohne Halt durch Andernach durch.

Von 1983 bis 1988 sank die Zahl der Fernzughalte von 18 bis 23 auf 10 pro Tag. Es verblieben nur noch die fünf D-Zugpaare 2020/2021 und 2026/2027 Frankfurt-Dortmund, 2124/2125 München-Dortmund, 2700/2701 Freudenstadt-Dortmund und 2802/2803 Saarbrücken-Dortmund. Später wurde das D-Zugpaar München-Dortmund durch das IC-Zugpaar 640/641 Beethoven Dortmund-Koblenz ersetzt und damit hielten IC-Züge wieder planmäßig in Andernach.

Eine deutliche Verbesserung brachte der Fahrplanwechsel im Sommer 1991. Als Vorläufer des InterRegio-Systems wurde Andernach von zwei im Zwei-Stunden-Takt verkehrenden D-Zug-Linien (Norddeich-Heidelberg, Münster-Saarbrücken/Luxemburg) angefahren, so dass täglich von kurz vor 7 bis kurz vor 22 Uhr stündlich ein D-Zug Richtung Köln und Koblenz fuhr (32 Fernzughalte/Tag). 1993 und 1994 wurden die D-Zuglinien in InterRegio-Linien umgewandelt. Im Norden wurden nun auch Wilhelmshaven, Bremerhaven, Hamburg, Lübeck und Stralsund erreicht, im Süden Karlsruhe, Freudenstadt und Seebrugg. Ab 1999 begann die DB das InterRegio-Netz auszudünnen, Züge in Tagesrandlagen entfielen und im Norden endeten die Züge wieder in Münster oder Norddeich. Als Ersatz für die wegfallenden InterRegio-Züge hielten in Tagesrandlage mit EC 25 Franz Liszt Köln-Budapest, IC 605 Claus Störtebecker Hamburg-Koblenz und IC 708 Rügen Koblenz-Binz nun wieder Intercity- und Eurocity-Züge in Andernach.

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 wurden die InterRegio-Linien durch Intercity-Linien ersetzt. Die Zahl der Fernverkehrshalte in Andernach sank leicht von 29 bis 31 auf 24 bis 25.

Während des Sommerfahrplans 2006 hielt mit ICE 1524 Frankfurt-Berlin erstmals ein ICE planmäßig in Andernach, der aber zum Jahresfahrplan 2007 durch einen IC Frankfurt-Hamburg ersetzt wurde. Seit dem Jahresfahrplan 2008 halten einzelne ICEs der ICE-Linie 10 Berlin-Koblenz in Andernach.

Bahnhofsvorplatz mit Busbahnhof, umgestaltet 2013

In den Jahren 2010 und 2011 wurde der Bahnhof Andernach modernisiert. Um eine größere Barrierefreiheit des Bahnhofs zu erreichen, wurden zwei Aufzüge installiert, sodass nun alle Bahnsteige ohne Treppen erreicht werden können. Außerdem wurden in der Nähe der Bahnsteigkante Bodenplatten mit bestimmtem Profil verlegt, das blinde Menschen auf die Kante aufmerksam machen soll. Die Modernisierungsmaßnahmen kosteten 1 Million Euro, die aus dem Konjunkturprogramm des Bundes bezahlt wurden. Mittelfristig ist noch geplant die Kopfenden des Mittelbahnsteigs zu erhöhen, um das Einsteigen in die Züge zu erleichtern.[4]

Zum Jahresfahrplan 2006 und 2012 dünnte die Bahn das Fernverkehrsangebot zwischen Köln und Trier um zunächst ein und dann zwei weitere Zugpaare aus bis es zum Jahresfahrplan 2015 zwischen Koblenz und Trier vollständig eingestellt wurde. In Folge dessen sank die Zahl der Fernverkehrshalte in Andernach auf 12 (samstags) bis 21 (freitags).

Ausstattung[Bearbeiten]

An vier Bahnsteigen halten im Bahnhof Andernach die Züge. Die Zugzielanzeiger wurden im Rahmen der Modernisierung von Fallblattanzeigen auf LCD-Anzeigen umgerüstet.

An Serviceeinrichtungen verfügt der Bahnhof über ein DB-Reisezentrum, welches über zwei Schalter verfügt, und einen DB-Servicestore, der sich in einem Teil der ehemaligen Bahnhofsbuchhandlung befindet. Die ehemalige Bahnhofsgaststätte und die Taxizentrale stehen derzeit leer.

Die Bahnhofshalle verfügt über einen Abfahrtmonitor, Fahrkartenautomaten mit Touchscreen der DB und von „trans regio“. Des Weiteren gibt es einen Geldautomaten und Sitzgelegenheiten.

Bedienung[Bearbeiten]

Regionalverkehr[Bearbeiten]

In Andernach halten Regional-Express (RE) und Regionalbahn (RB). Die Züge erreichen im Norden Emmerich, im Westen Kaisersesch, im Süden Koblenz und seit Dezember 2014 im Osten Limburg. Voraussichtlich ab Dezember 2016 soll die Mittelrheinbahn südlich bis Mainz durchgebunden werden.[5]

Der Rheinland-Pfalz-Takt 2015 sah ursprünglich eine Verlängerung der Pellenz-Eifel-Bahn westlich nach Gerolstein vor, die aber nicht realisiert wurde.[6]

Linie Linienname KBS Verlauf Betreiber Fahrzeuge Takt
RE 5 Rhein-Express 415/420/470 Emmerich – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Remagen – Andernach – Koblenz DB BR 146 mit Doppelstockwagen 60 min
RB 23 Lahn-Eifel-Bahn 478/625 Mayen – Mendig – Andernach – Koblenz – Niederlahnstein – Bad Ems – Diez – Limburg DB BR 643 und BR 640 60 min
MRB 26 Mittelrheinbahn 470 Köln – Bonn – Remagen – Andernach – Koblenz trans regio Siemens Desiro ML 60 min
RB 92 Pellenz-Eifel-Bahn 478 Kaisersesch – Mayen – Mendig – Andernach DB BR 643 und BR 640 60 min

Fernverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Andernach ist Systemhalt der Intercity-Linien 32 und 35, die aber nicht mehr in einem durchgängigen Takt verkehren. Die übrigen Fernverkehrszüge der Linken Rheinstrecke fahren mit Ausnahme von zwei IC-Zugpaaren in Tagesrandlage von/nach Hamburg und des ICE 556 von Berlin ohne Halt durch Andernach durch.

Linie Zuglauf Anzahl Halte pro Tag
ICE 10 Berlin – Hannover – Bielefeld – Hamm – Wuppertal – Köln – Andernach – Koblenz 1 Zug (Mo-Fr)
IC 30/31 (Ostseebad Binz – Rostock –) Hamburg – Bremen – Münster (Westf) – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Andernach – Koblenz – Mainz – Frankfurt (Main) 2 Zugpaare
IC/EC 32 (Berlin – Hannover – Dortmund – Essen –) bzw. (Münster (Westf) – Oberhausen –) Duisburg – Düsseldorf – Köln – Andernach – Koblenz – Mainz – Mannheim – Stuttgart (– Klagenfurt / Innsbruck / Oberstdorf / Tübingen) 3-6 Zugpaare
IC 35 (Norddeich Mole –) Emden – Rheine – Münster (Westf) – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Andernach - Koblenz (– Konstanz/ Stuttgart) 1-3 Zugpaare

Weitere Haltepunkte in Andernach[Bearbeiten]

Die Stadt Andernach hat in zwei Stadtteilen weitere Haltepunkte:

  • Namedy an der linken Rheinstrecke mit dem Halt der MittelRheinBahn (MRB 26)
  • Miesenheim an der Eifelquerbahn mit dem Halt der Pellenz-Bahn (RB 92)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Andernach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.deutschebahn.com: Station Andernach Abgerufen am 5. Oktober 2011
  2. Klaus Schäfer: Andernach am Rhein, ISBN 3-89702-066-1
  3. Martin Schack: Neue Bahnhöfe - Empfangsgebäude der Deutschen Bundesbahn 1948-1973, ISBN 3-933254-49-3
  4. www.rhein-zeitung.de: Reisende kommen in Andernach barrierefrei zum Zug Abgerufen am 5. Oktober 2011
  5. Weitere Maßnahmen in der Region Koblenz - Stand 17. September 2014 (PDF)
  6. Reaktivierungsprojekt Eifelquerbahn - Aktueller Sachstand Juni 2013 (PDF; 84 kB)