Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen

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Berlin-Schönefeld Flughafen
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3 (Fernbahn)
2 (S-Bahn)
Abkürzung BFHS (Fernbahn)
BFLH (S-Bahn)
IBNR 8010109
Eröffnung 10. Juli 1951
Webadresse s-bahn-berlin.de
Lage
Gemeinde Schönefeld
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 23′ 29″ N, 13° 30′ 46″ O52.39138888888913.512777777778Koordinaten: 52° 23′ 29″ N, 13° 30′ 46″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
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Der Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen, auch Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld, ist ein Bahnhof für S-Bahn- und Regionalzüge in der brandenburgischen Gemeinde Schönefeld nahe dem gleichnamigen Flughafen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Ort Schönefeld erhielt am 27. September 1900 seinen ersten Bahnhof, Schönefeld (Kr. Teltow) an der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn (NME).[1] Mitte Mai 1938 wurde mit dem Bau des Güteraußenringes (GAR) begonnen, der aufgrund des Zweiten Weltkrieges jedoch schnell und nur notdürftig errichtet wurde. Der GAR kreuzte in Schönefeld die Strecke der NME und erhielt im Ort ebenfalls einen Bahnhof, der zunächst nur betrieblichen Zwecken diente und ebenfalls Schönefeld (Kr. Teltow) hieß.[2] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem durch Schönefeld führenden Teilstück des GAR der Personenverkehr aufgenommen, im Ort entstanden mit Schönefeld (Kr. Teltow) Mitte und Schönefeld Siedlung neue Stationen. Aufgrund der Berlin-Blockade wurde die Strecke der NME am 25. Oktober 1948 an der Stadtgrenze unterbrochen. Bereits am 3. Januar 1949 wurde in Schönefeld eine Verbindungskurve zwischen NME und GAR errichtet, der Schönefelder Bahnhof der NME erhielt den Namen Schönefeld (Kr. Teltow) Dorf.

Um 1950 machten sich die Folgen der Trennung Deutschlands und Berlins immer stärker bemerkbar, eine leistungsfähige Umfahrung von West-Berlin war nötig geworden. Die Trasse des GAR war dafür jedoch nicht nutzbar, da sie teilweise durch West-Berliner Gebiet führte. Am 1. Mai 1950 begannen die Bauarbeiten für den Berliner Außenring, der am 1. Juli 1951 zwischen Genshagener Heide und Schönefeld in Betrieb ging. Die offizielle Einweihung war am 10. Juli 1951. Da südlich des Ortes Schönefeld bereits der neue Flughafen im Entstehen war, musste die Trasse mitten durchs Dorf und den Dorfteich geführt werden. Östlich von Schönefeld nutzten die Züge in den ersten Monaten noch die Trasse des GAR, am 10. Dezember 1951 ging der Außenring zwischen Schönefeld und dem Grünauer Kreuz in Betrieb.[3]

Der mit dem Außenring am 10. Juli 1951 eröffnete Bahnhof Schönefeld (b Bln) diente zunächst nur betrieblichen Zwecken und als Kontrollbahnhof der DDR-Grenzorgane. Auch Fluggäste durften ein- und aussteigen.[4] Dennoch blieb die Anbindung des Flughafens an die Stadt unbefriedigend. Bereits Anfang 1959 plante man eine elektrische S-Bahn zwischen Schönefeld und dem Grünauer Kreuz mit Anschluss an die Innenstadt und dem Ausbau des Kontrollbahnhofs Schönefeld (b Bln) zu einem Verknüpfungspunkt zwischen Flug- und Eisenbahnverkehr.[4] Dazu kam es jedoch zunächst nicht.

Flughafenbahnhof[Bearbeiten]

Eingangshalle, 2014
Bahnsteige, 2010
Gleisanlagen, 2007

Die Notwendigkeit für einen Ausbau des Flughafenbahnhofs wuchs nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Es ging dabei nicht mehr nur um eine Anbindung des Flughafens, sondern auch um die Verbindung der Orte südlich von Berlins mit der Innenstadt, nachdem der Weg durch West-Berlin unterbrochen worden war. Die Planungen für den Bau der S-Bahn nach Schönefeld waren nun dringend umzusetzen, Ende September war Baubeginn für die neue S-Bahn-Strecke. Bereits am 26. Februar 1962 gingen die Strecke und ein zusätzlicher Bahnsteig in Schönefeld für die S-Bahn in Betrieb, Schönefeld war jetzt an das Berliner S-Bahn-Netz angebunden. Auch an den Ferngleisen wurde der ehemalige Kontrollbahnhof zum öffentlichen Halt.[4] Im gleichen Jahr wurde der Bahnhof zweimal umbenannt: zuerst in Zentralflughafen Schönefeld (25. März 1962), anschließend in Zentralflughafen Berlin-Schönefeld. Im Zusammenhang mit der Umbenennung des Flughafens wurde der Bahnhof am 1. Juni 1976 in Flughafen Berlin-Schönefeld umbenannt.

Trotz nachträglichen Errichtens des Abfertigungsgebäudes und einer Fahrkartenausgabe blieb der Bahnhof lange Zeit nur ein Provisorium. Die Infrastruktur erfüllte weder die repräsentativen Funktionen als Eingangstor der DDR-Hauptstadt noch die praktischen Funktionen, die für einen der wichtigsten Umsteigebahnhöfe der DDR nötig waren. Ähnlich wie für den Flughafen selbst gab es eine Reihe von Umbauplänen, die jedoch jahrelang nicht verwirklicht wurden. 1976 erhielt der Flughafen eine neues Abfertigungsgebäude, die „Neue Passagierabfertigung“, das jedoch in erheblichem Abstand zum Bahnhof errichtet wurde. Damals diskutierte Projekte wie die Verschwenkung der S-Bahn zum neuen Terminal oder der Bau einer U-Bahn zwischen Bahnhof und Abfertigungsgebäude wurden nicht in Angriff genommen.[5]

Im Sommer 1978 begann man mit einem Totalumbau des Bahnhofs. Neue, verbreiterte und überdachte Bahnsteige wurden gebaut und ein Empfangsgebäude errichtet. Ein neuer Fußgängertunnel anstatt der alten Brücke wurde zusammen mit einem neuen Empfangsgebäude am 29. Juni 1984 in Betrieb genommen. Der neue S-Bahnsteig ging schließlich am 14. Dezember 1984 in Betrieb.[5] Am 25./26. März 1983 ging ein neues Gleisbildstellwerk im Bahnhof in Betrieb, am 28. Mai des gleichen Jahres wurde der elektrische Betrieb auf den Ferngleisen aufgenommen.[5]

Seit dem Mauerfall 1989 nahm die Bedeutung des Bahnhofs nach und nach ab. Bis zur Eröffnung des neuen Nord-Süd-Fernbahntunnels am 28. Mai 2006 verkehrten noch sämtliche Züge von Berlin nach Dresden/Leipzig über den Flughafenbahnhof. Danach wurde der Verkehr größtenteils auf die kürzere Nord-Süd-Fernbahn zum neuen Berliner Hauptbahnhof verlegt.

Beim derzeitigen Ausbau des Flughafens Berlin-Schönefeld zum Flughafen Berlin-Brandenburg erhielt dieser ein neues Terminal. Unter dem Terminal entstand der neue Flughafenbahnhof. Vorgesehen ist, dass der Regionalverkehr dann nur noch den neuen Bahnhof anfahren wird, der alte Bahnhof Schönefeld bleibt nur noch für die S-Bahn in Betrieb und soll dann wieder Schönefeld (b Berlin) heißen.

Im September 2014 wurde bekanntgegeben, dass das Empfangsgebäude des Bahnhofs abgerissen werden soll. Im Inneren des Gebäudes standen bereits viele Läden leer.[6]

Seit 15. Oktober 2014 ist das Bahnhofsgebäude "leergezogen" und geschlossen. Der Zugang zu den Bahnsteigen ist nur noch über die Außentreppen und -rampen möglich.

Verbindungen[Bearbeiten]

Bis zur Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs im Juni 2006 wurden die aus Richtung Halle/Leipzig und Dresden kommenden Züge über den Berliner Außenring zunächst nach Schönefeld und von dort aus weiter in Richtung Stadtbahn geleitet. Die Wiederinbetriebnahme der Anhalter Bahn macht diesen Umweg überflüssig, wodurch fast sämtliche Fernverkehrsverbindungen über den Bahnhof Berlin Südkreuz geleitet wurden.

Linie Verlauf Takt
RE 7 DessauBad BelzigBeelitz-HeilstättenBerlin WannseeBerlin FriedrichstraßeBerlin-Schönefeld FlughafenRangsdorf – Wünsdorf-Waldstadt 60 min
RB 14 Berlin-Schönefeld FlughafenBerlin OstbahnhofBerlin Zoologischer GartenBerlin-Spandau – Nauen 60 min
RB 19 Berlin Gesundbrunnen – Berlin Südkreuz – Berlin-Schönefeld FlughafenKönigs WusterhausenLübben (Spreewald)Senftenberg 60 min
RB 22 Berlin Friedrichstraße – Berlin-CharlottenburgPotsdam GriebnitzseePotsdamGolmSaarmundBerlin-Schönefeld Flughafen – Königs Wusterhausen 60 min
Berlin S45.svg (Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg –) Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min

Mit der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg sollen die S-Bahnlinien bis zum neuen, unterirdischen Flughafenbahnhof verlängert werden. Alle Züge des Regional- und Fernverkehrs sollen dann ebenfalls über diesen Bahnhof geführt werden und nicht mehr den Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen bedienen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Kuhlmann: Schönefeld bei Berlin. Ein Amt, ein Flughafen und elf Bahnhöfe. GVE, Berlin 1996. ISBN 3-89218-038-5.
  • Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe / Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra verlag, Berlin 1998, ISBN 3-930863-25-1, S. 76, S. 262/263 und S. 360.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Kuhlmann: Schönefeld bei Berlin. Ein Amt, ein Flughafen und elf Bahnhöfe. GVE, Berlin 1996. ISBN 3-89218-038-5, S. 16.
  2. Bernd Kuhlmann: Schönefeld bei Berlin. Ein Amt, ein Flughafen und elf Bahnhöfe. GVE, Berlin 1996. ISBN 3-89218-038-5, S. 26/27.
  3. Bernd Kuhlmann: Schönefeld bei Berlin. Ein Amt, ein Flughafen und elf Bahnhöfe. GVE, Berlin 1996. ISBN 3-89218-038-5, S. 48–51.
  4. a b c Bernd Kuhlmann: Schönefeld bei Berlin. Ein Amt, ein Flughafen und elf Bahnhöfe. GVE, Berlin 1996. ISBN 3-89218-038-5, S. 53–56.
  5. a b c Bernd Kuhlmann: Schönefeld bei Berlin. Ein Amt, ein Flughafen und elf Bahnhöfe. GVE, Berlin 1996. ISBN 3-89218-038-5, S. 60–66.
  6. Bahnhof Schönefeld wird abgerissen. In: Märkische Allgemeine Zeitung, 5. September 2014.