Bahnhof Berlin Bornholmer Straße

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Berlin Bornholmer Straße
Bahnhof Bornholmer Straße, südliches Bahnsteigsende
Bahnhof Bornholmer Straße, südliches Bahnsteigsende
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4 (S-Bahn)
Abkürzung BBOF (Fernbahn)
BBOS (S-Bahn)
IBNR 8089008
Eröffnung 01. Oktober 1935
22. Dezember 1990
Auflassung 13. August 1961 (Geisterbahnhof)
Webadresse s-bahn-berlin.de
Architektonische Daten
Architekt Richard Brademann
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 33′ 16″ N, 13° 23′ 53″ O52.55444444444413.398055555556Koordinaten: 52° 33′ 16″ N, 13° 23′ 53″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Bornholmer Straße ist ein Bahnhof der S-Bahn im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow. Er liegt an der Berliner Nordbahn und der Stettiner Bahn sowie einer Verbindungsstrecke zum Bahnhof Schönhauser Allee an der Berliner Ringbahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Personenverkehr der Nordbahn, die 1877 ihren Betrieb aufgenommen hatte, wurde schon seit Ende des 19. Jahrhunderts zum Stettiner Bahnhof, dem Ausgangspunkt der bereits 1842 eröffneten Stettiner Bahn, geführt. Beide Strecken verzweigten sich nördlich der Bornholmer Straße, einen Bahnhof gab es in diesem Bereich jedoch lange Zeit nicht.

Am 1. Oktober 1935 wurde die nach Plänen des Reichsbahnarchitekten Richard Brademann errichtete Bahnstation Bornholmer Straße mit zwei Bahnsteigen dem Verkehr übergeben. In der Presse wurde der Bahnhof als „Berlins schönster Bahnhof“ bezeichnet; Brademann verwies darauf, dass der Bahnhof „auch repräsentatieren müsse.“[1]

Getrennte Strecken (nach dem Mauerfall)
Umbau des Bahnhofs

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin geteilt. Der Bahnhof lag unmittelbar im Grenzbereich des sowjetischen Sektors (Ost-Berlin) zum französischen Sektor in West-Berlin. Um Ost-Berliner Reisende in Richtung Pankow nicht mehr über den West-Berliner Bahnhof Gesundbrunnen zu führen, wurde ab Ende 1952 die für den Güterverkehr bestehende Verbindungskurve aus Richtung Schönhauser Allee für den S-Bahn-Betrieb elektrifiziert. Die Gleise führten östlich am Bahnhof Bornholmer Straße vorbei, die Züge hielten dort nicht.

Der Bahnhof wurde beim Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 geschlossen. Der West-Berliner Zugverkehr in Richtung Frohnau und Heiligensee wurde von nun an nur über die Gleise am westlichen Bahnsteig A abgewickelt, wobei die Züge nicht hielten. Ursprünglich war an ein Offenhalten für West-Berliner Reisende wie am ebenfalls auf Ost-Berliner Gebiet gelegenen Bahnhof Wollankstraße gedacht worden. Dazu kam es nicht und der Bahnhof wurde ein „Geisterbahnhof“. Der Zugverkehr von Schönhauser Allee in Richtung Bernau und ab 1962 Oranienburg erfolgte über die Verbindungskurve, die nach 1961 zweigleisig ausgebaut und von den Ferngleisen getrennt wurde; dabei wurden die beiden Gleise im unmittelbaren Grenzgebiet von einer zusätzlichen Mauer begleitet. Im typischen Berliner Mutterwitz wurde seinerzeit diese Baumaßnahme als „Ulbrichtkurve“ verspottet.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde am 22. Dezember 1990 der Bahnsteig A wieder geöffnet. An der Ostkurve wurden am 5. August 1991 zunächst zwei provisorische Seitenbahnsteige errichtet, an denen die Züge in Richtung Bernau dann wieder hielten. Später wurde der Bahnhof umgebaut, so dass es jeweils einen Bahnsteig für die Züge in Nord-Süd und einen für die in Süd-Nord-Richtung gibt. Am 1. Dezember 1997 ging der wieder eröffnete Bahnsteig B für die Züge in Richtung Norden in Betrieb.[1]

Anlagen[Bearbeiten]

Luftbild des Bahnhofs vor der Verzweigung der Strecken zur Ringbahn

Der Bahnhof wird von der Bösebrücke überspannt. Das Empfangsgebäude liegt als Reiterbahnhof auf Straßenniveau über den Gleisen. Das bungalowartige Gebäude besitzt einen fünfeckigen Überbau und einen kleinen Turm, der mit dem S-Bahn-Symbol geschmückt ist.[1] Der Bahnhof bestand ursprünglich wie Baumschulenweg aus einem Seitenbahnsteig B für den Verkehr Richtung Norden – es gab kein Gleis aus östlicher Richtung – und einem Mittelbahnsteig A Richtung Süden. Heute bestehen die Bahnsteiganlagen aus zwei Inselbahnsteigen mit vier Gleisen, die im Richtungsbetrieb bedient werden. Der westliche Bahnsteig dient den Zügen von der Nordbahn und der Stettiner Bahn in Richtung Innenstadt beziehungsweise Ringbahn, der östliche den Zügen in entgegengesetzter Richtung.

Östlich der S-Bahn-Gleise verlaufen die Gleisanlagen der Fernbahn. Für die Fernbahn gibt es im Bereich Bornholmer Straße keine Bahnsteige.

Die von Richard Brademann erbauten Anlagen des Bahnhofs (Empfangsgebäude und Treppenzugänge) stehen heute unter Denkmalschutz.

Anbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof Bornholmer Straße ist neben dem Bahnhof Gesundbrunnen der Knotenpunkt für den nördlichen Berliner S-Bahn-Verkehr. Hier laufen die Linien aus Richtung Oranienburg (S1, S85) und Hennigsdorf (S25) sowie Bernau (S2) und Hohen Neuendorf (S8) zusammen. Es besteht eine Umsteigemöglichkeit zu den Straßenbahnlinien M13 und 50 der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf Takt
Berlin S1.svg Oranienburg – Lehnitz – Borgsdorf – Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Frohnau – Hermsdorf – Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – Wollankstraße – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße (Großgörschenstraße) – Julius-Leber-Brücke – Schöneberg – Friedenau – Feuerbachstraße – Rathaus Steglitz – Botanischer Garten – Lichterfelde West – Sundgauer Straße – Zehlendorf – Mexikoplatz – Schlachtensee – Nikolassee – Wannsee 10 min
(Abschnitt Oranienburg–Frohnau alle 20 min)
Berlin S2.svg Bernau – Bernau-Friedenstal – Zepernick – Röntgental – Buch – Karow – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße – Südkreuz – Priesterweg – AttilastraßeMarienfelde – Buckower Chaussee – Schichauweg – Lichtenrade – Mahlow – Blankenfelde 10 min
(Abschnitt Lichtenrade–Blankenfelde & Abschnitt Bernau–Buch alle 20 min)
Berlin S25.svg Hennigsdorf – Heiligensee – Schulzendorf – Tegel – Eichborndamm – Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik – Alt-Reinickendorf – Schönholz – Wollankstraße – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße – Südkreuz – Priesterweg – Südende – Lankwitz – Lichterfelde Ost – Osdorfer Straße – Lichterfelde Süd – Teltow Stadt 20 min
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen) 20 min
(Abschnitt Grünau–Zeuthen nur in der HVZ)
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau) 20 min
(nur Mo–Fr)
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld 20 min

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe / Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra verlag, Berlin 1998. ISBN 3-930863-25-1, S. 45–47

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin Bornholmer Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe / Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra verlag, Berlin 1998. ISBN 3-930863-25-1, S. 45–47