Bahnhof Berlin Warschauer Straße

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Berlin Warschauer Straße
S-Bahnhof nach Abriss des Empfangsgebäudes (2005)
S-Bahnhof nach Abriss des Empfangsgebäudes (2005)
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Trennungsbahnhof Ostbahn
Haltepunkt Schlesische Bahn
Bahnsteiggleise 4 (nach Abschluss des Umbaus)
Abkürzung BWRS
IBNR 8089045
Eröffnung 11. August 1884
Webadresse bahnhof.de
s-bahn-berlin.de
Architektonische Daten
Architekt Dörr Ludolf Wimmer Architekten, Berlin (neues Empfangsgebäude)[1]
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 22,4″ N, 13° 27′ 1,1″ O52.50622313.450305Koordinaten: 52° 30′ 22,4″ N, 13° 27′ 1,1″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Berlin Warschauer Straße ist ein Umsteigebahnhof im Berliner Ortsteil Friedrichshain des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Der S-Bahnhof Warschauer Straße befindet sich unterhalb der Warschauer Brücke, der U-Bahnhof Warschauer Straße dagegen oberhalb der Warschauer Brücke parallel zur Warschauer Straße und dem Industriepalast. Zusätzlich endet die vom Frankfurter Tor kommende Straßenbahn neben dem U-Bahnhof. Am Knotenpunkt Warschauer Straße – er beinhaltet U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn – steigen täglich mehr als 85.000 Menschen um.[2]

S-Bahnhof[Bearbeiten]

Warschauer Brücke und Bahnhof Warschauer Straße (1930)

Der S-Bahnhof Warschauer Straße befindet sich auf der östlichen Seite der Warschauer Brücke, mit Bahnsteigen an den an die Berliner Stadtbahn anschließenden S-Bahnstrecken nach Erkner (Bahnsteig A) und nach Lichtenberg (Bahnsteig B). An dieser Stelle stand bereits von 1884 bis 1903 das erste Bahnhofsgebäude, das von 1903 bis 1924 von einem Gebäude an der gegenüberliegenden (westlichen) Seite der Brücke abgelöst wurde. Architekt dieses zweiten Bahnhofsgebäudes war Karl Cornelius.[3] 1924 wurde am ursprünglichen Standort ein neues Empfangsgebäude aufgebaut, konstruiert von Richard Brademann. Mit der Zerstörung der Brücke 1945 wurde dieses Gebäude stark beschädigt und anschließend in veränderter Weise wiederaufgebaut.

S-Bahnhof Warschauer Straße (1994), mit dem mittlerweile abgerissenen Empfangsgebäude
S-Bahnhof Warschauer Straße 1992, links der Erkner-Bahnsteig

Im Jahr 1983 wurde der Bahnhof rekonstruiert. Am 20. Dezember 1986 bekam er einen dritten Bahnsteig C, um insbesondere die Kapazität aus den Neubaugebieten im Nordosten der Stadt (Neu-Hohenschönhausen und Marzahn) ins Stadtzentrum zu erhöhen. Dadurch bestand von einem Gleis Zugang zu zwei Bahnsteigen. Allerdings erfolgte zu keiner Zeit eine gründliche Instandsetzung der Anlagen. In der Folge mussten wegen akuter Baumängel Teile des maroden Empfangsgebäudes Ende 2004 gesperrt werden. Das Empfangsgebäude und die Bahnsteigzugänge wurden anschließend bis April 2005 abgerissen. Provisorische Treppenanlagen ermöglichen seitdem den Zugang zu den Bahnsteigen der S-Bahn.

Ein seit längerer Zeit geplanter Neubau des Bahnhofs erfolgt nun im Zuge des Projekts zur Grunderneuerung des Bahnhofs Ostkreuz. Geplant ist, zwei Mittelbahnsteige und ein Empfangsgebäude neu zu errichten. Die Bahnsteige sollen dann, genauso wie beispielsweise am Ostbahnhof und zukünftig am Ostkreuz, im Richtungsbetrieb bedient werden. Außerdem werden Fahrtreppen und Aufzüge installiert. Im März 2012 gingen die Bahnsteige B und C außer Betrieb und wurden anschließend zurückgebaut. Der Zugverkehr wurde anschließend ausschließlich über den Bahnsteig A (ehemals von und nach Erkner) abgewickelt. Am 13. Mai 2013 wurde die erste Bahnsteigkante des neu errichteten Bahnsteigs B in Betrieb genommen. An diesem halten nun die stadteinwärts fahrenden S-Bahnzüge.[4] Ab Sommer 2013 ist die Errichtung des neuen Empfangsgebäudes geplant. 30 Millionen Euro sollen insgesamt in den Umbau investiert werden.[5]

Im Dezember 2012 erließ das Eisenbahn-Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau des Empfangsgebäudes. Dieses soll nun bis 2015 errichtet werden. Zudem ist seitens des Berliner Senates geplant, den Fußgängersteg vom U-Bahnhof bis zum neuen Empfangsgebäude zu verlängern, um den Umsteigeweg zwischen S- und U-Bahn zu verkürzen.[2] Der Abschluss der Baumaßnahmen ist für 2017 vorgesehen.

U-Bahnhof[Bearbeiten]

Eingänge des stillgelegten U-Bahnhofs Warschauer Brücke, 1992
Hochbahnhof Warschauer Straße
Zug der Linie U12 auf dem Viadukt
– links die Werkstatthalle der ehemaligen Hochbahngesellschaft

Der U-Bahnhof an der Warschauer Brücke wurde von Paul Wittig im Auftrag des Unternehmens Siemens & Halske errichtet und am 17. August 1902 in Betrieb genommen. Er ist Endbahnhof der ersten Berliner Hochbahnlinie, der heutigen Linie U1, und besteht aus einem 360 Meter langen und 26 Meter breiten gemauerten Viadukt, in dessen Bögen Läden, Werkstätten und Geschäftsräume untergebracht wurden. Am Endbahnhof Warschauer Brücke befand sich auch die erste Werkstatt der Berliner Hoch- und Untergrundbahn.[6] Die parallel zur Bahnstrecke gelegene viergleisige Halle[7] wurde im Rahmen der Wiederöffnung des Bahnhofs im Jahr 1995 rekonstruiert und wird seither als überdachte Abstellanlage genutzt. Ebenfalls nur noch als Abstellhalle verwendet wird die achtgleisige Wagenhalle I, die 1909 im rechten Winkel zum Hochbahnhof entlang der Rudolfstraße erbaut wurde.[8]

Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof geschlossen und ging erst am 14. Oktober 1945 wieder in Betrieb. Mit dem Mauerbau im Jahr 1961 wurde der Bahnhof erneut stillgelegt.[9] Die Räume wurden in Lagerräume umgewandelt, unter anderem für das Berliner Glühlampenwerk Narva.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der U-Bahnhof Warschauer Brücke nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert. Hierbei erfolgte auch ein Umbau der Gleisanlagen, sodass der Bahnhof statt vier nur noch drei Bahnsteiggleise behielt, diese aber für den Einsatz von 8-Wagen-Zügen verlängert wurden. Der Bahnhof ging am 14. Oktober 1995 wieder in Betrieb, als Umsteigebahnhof entsprechend dem benachbarten S-Bahnhof nun unter dem Namen Warschauer Straße.[9] Zunächst verkehrten die Züge abwechselnd als Linie U1 nach Krumme Lanke und als Linie U15 nach Uhlandstraße. Am 12. Dezember 2004 wurde die Strecke Nollendorfplatz – Krumme Lanke zur eigenständigen Linie U3, die U15 wurde in U1 umbenannt. Bei gegebenen Anlässen fährt zeitweise auch die Linie U12 in Richtung Ruhleben.

Die Verlängerung der U-Bahn-Linie durch die Warschauer Straße zur Frankfurter Allee (heutiger U-Bahnhof Frankfurter Tor der U-Bahnlinie U5) wurde 1914 konzessioniert, der Erste Weltkrieg und seine Folgen hinderten die Hochbahngesellschaft jedoch an der Ausführung.[10] Im 2011 beschlossenen Berliner Stadtentwicklungsplan Verkehr bis 2025Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren ist diese Erweiterung nicht mehr vorgesehen.[11] Pläne, den U-Bahnhof Warschauer Straße über den gleichnamigen S-Bahnhof zu verlegen, um das Umsteigen zu erleichtern, werden ebenfalls nicht weiter verfolgt. Lediglich die Verlängerung des Fußgängerstegs vom U-Bahnhof bis zum neuen Empfangsgebäude der S-Bahn ist seitens des Berliner Senats weiterhin geplant.[1]

Direkt in der U-Bahnhalle gibt es seit etwa 1991 ein an der Wand angebrachtes in Bronze gegossenes Wappen von Warschau. Es wird in einen Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft zu Berlin gebracht.[12]

Straßenbahn[Bearbeiten]

Die Straßenbahn auf der Warschauer Straße zwischen dem U-Bahnhof Warschauer Brücke und dem Zentralviehhof, bei der Eröffnung „Flachbahn“ genannt, ist insofern eine Besonderheit, als sie zunächst ebenfalls von der Hochbahngesellschaft betrieben wurde und nicht von einer der vielen Straßenbahngesellschaften. Ursprünglich sollte die Hochbahn durch die Warschauer Straße weiter nach Norden geführt werden. Dazu kam es jedoch bis heute nicht. Bedingt durch die Konfrontation zwischen Ost und West fuhr die Straßenbahn bereits seit 1953 nicht mehr über die Oberbaumbrücke, ein Übergang war allerdings noch möglich. Deshalb ließen die Ost-Berliner Verkehrsbetriebe um die Revaler Straße, also nördlich des Bahnhofs Warschauer Straße, eine Wendeschleife für die Straßenbahn anlegen, sodass auf den Einsatz von Zweirichtungsstraßenbahnen verzichtet werden konnte.

Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands nahm der Berliner Senat auch wieder die Pläne auf, das Straßenbahnnetz in Richtung West-Berlin auszudehnen. Als einen ersten Schritt ließ der Senat zum 18. Mai 2000 die Straßenbahnstrecke von der Warschauer Straße über die Brücke bis zum U-Bahnhof führen. Die BVG ließ hier eine Stumpfendstelle als Zwischenlösung bauen, da ein rascher Weiterbau der Strecke in Richtung Hermannplatz geplant war. Bedingt durch die Finanzschwierigkeiten des Landes Berlin sind diese Pläne zunächst verschoben, der Einsatz von Zweirichtungsstraßenbahnen ist daher nun unabdingbar geworden.

Linienübersicht[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird von den S-Bahn-Linien S5, S7 und S75 sowie der U-Bahn-Linie U1 bedient. Neben den Straßenbahn-Linien M10 und M13 besteht auch eine Umsteigemöglichkeit zu den Berliner Omnibuslinien 248 und 347, die in Richtung Südkreuz bzw. vom Helsingforser Platz (Friedrichshain) via Osthafen zur Tunnelstraße nahe dem Ortsteil Alt-Treptow führt und zu der Nachtbuslinie N1, die ebenfalls vom Helsingforser Platz via Nollendorfplatz zum Zoologischen Garten führt.

Linie Verlauf
Berlin S5.svg Spandau – Stresow – Pichelsberg – Olympiastadion – Heerstraße – Messe Süd – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Nöldnerplatz – Lichtenberg – Friedrichsfelde Ost – Biesdorf – Wuhletal – Kaulsdorf – Mahlsdorf – Birkenstein – Hoppegarten – Neuenhagen – Fredersdorf – Petershagen Nord – Strausberg – Hegermühle – Strausberg Stadt – Strausberg Nord
Berlin S7.svg Potsdam Hauptbahnhof – Babelsberg – Griebnitzsee – Wannsee – Nikolassee – Grunewald – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Nöldnerplatz – Lichtenberg – Friedrichsfelde Ost – Springpfuhl – Poelchaustraße – Marzahn – Raoul-Wallenberg-Straße – Mehrower Allee – Ahrensfelde
Berlin S75.svg Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Nöldnerplatz – Lichtenberg – Friedrichsfelde Ost – Springpfuhl – Gehrenseestraße – Hohenschönhausen – Wartenberg
Berlin U1.svg Uhlandstraße – Kurfürstendamm – Wittenbergplatz – Nollendorfplatz – Kurfürstenstraße – Gleisdreieck – Möckernbrücke – Hallesches Tor – Prinzenstraße – Kottbusser Tor – Görlitzer Bahnhof – Schlesisches Tor – Warschauer Straße

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin Warschauer Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUmsteigen leicht gemacht. In: Der Tagesspiegel. 14. Januar 2013, abgerufen am 14. Januar 2013.
  2. a b  Ein neues Gesicht für die Warschauer Straße. In: punkt 3. Nr. 1, 2013, S. 12 f. (online, abgerufen am 14. Januar 2013).
  3. An der Warschauer Brücke entsteht Bahnhofsgebäude Nummer 5. Artikel auf der Internetseite der S-Bahn Berlin, 22. November 2011
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNeue Bahnsteige: Weitere Bauetappe zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße erreicht. Deutsche Bahn AG, 6. Mai 2013, abgerufen am 18. Mai 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDas Projekt informiert: Bauarbeiten im Oktober 2012. Deutsche Bahn AG, 1. September 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  6. Berliner Verkehrsseiten: Stellwerksbezirk Warschauer Straße
  7. Ulrich Lemke, Uwe Poppel: Berliner U-Bahn, 3. Auflage, S. 130
  8. Johannes Bousset: Die Berliner U-Bahn, S. 130
  9. a b  Dr. Hans-Ulrich Stockhorst: U-Bahnhof Warschauer Straße vor und nach dem Mauerbau. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 5, 2013, S. 85 f.
  10. E.h.J. Bousset: Die Berliner U-Bahn, S. 11
  11. Land Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Stadtentwicklungsplan Verkehr. Stand: März 2011, S. 58 und Anhang: Maßnahmenkatalog, S. 18 (PDF; 10,4 MB)
  12. Beatrice Kunath: Woher das Wappen im U-Bahnhof Warschauer Straße stammt. In: Berliner Morgenpost-online vom 16. März 2014