Bahnhof Berlin Westkreuz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berlin Westkreuz
Ringbahnsteig
Ringbahnsteig
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bauform Turmbahnhof
Bahnsteiggleise 2 (oben)
4 (unten)
Abkürzung BWKR
BWKRR (oben)
BWKRV (unten)
IBNR 8089047
Eröffnung 10. Dezember 1928
Webadresse bahnhof.de
s-bahn-berlin.de
Architektonische Daten
Architekt Richard Brademann
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 4″ N, 13° 17′ 2″ O52.50111111111113.283888888889Koordinaten: 52° 30′ 4″ N, 13° 17′ 2″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der S-Bahnhof Berlin Westkreuz liegt im Berliner Ortsteil Charlottenburg des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Er stellt neben dem Bahnhof Ostkreuz die Verbindung zwischen (verlängerter) Stadtbahn und Ringbahn dar.

Vom Bahnhof Westkreuz kann man mit verschiedenen S-Bahnlinien über die Wetzlarer Bahn nach Wannsee und Potsdam, über die Spandauer Vorortbahn zum Olympiastadion und nach Spandau, über die Ringbahn nach Gesundbrunnen und den Süden Berlins sowie über die Stadtbahn in die Innenstadt gelangen.

Im Betriebsstellenverzeichnis wird Berlin-Westkreuz als BWKR mit den Varianten BWKRR (Ringbahn) und BWKRV (Vorortbahn) geführt.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof vom Funkturm aus gesehen

Das Westkreuz liegt in einer nur sehr dünn besiedelten Gegend an der Grenze zwischen den Ortsteilen Charlottenburg, Halensee, Westend und Grunewald. Der Weg zum Messegelände ist relativ lang, dieses wird durch die Bahnhöfe Messe Süd (ehemals Eichkamp) und Messe Nord/ICC (ehemals Witzleben) sowie durch U-Bahn und Bus wesentlich besser erschlossen. Daher dient Westkreuz überwiegend dem Umsteigen.

Eine gewisse Kuriosität war der hölzerne Behelfsbahnsteig an den Gütergleisen der Ringbahn, der vom 27. Juni 1994 bis zum 31. Mai 1997 dieselgetriebenen Nahverkehrszügen aus dem westlichen Umland als Endpunkt diente.

Geschichte[Bearbeiten]

Einziger Ein- und Ausgang des Bahnhofs

Der Bahnhof ist als Turmbahnhof konstruiert und bietet dadurch sehr kurze Umsteigewege in alle Richtungen. Er ging am 10. Dezember 1928 unter dem Namen Ausstellung in Betrieb, bekam jedoch schon am 15. Januar 1932 seinen heutigen Namen. Sein Empfangsgebäude mit integriertem Turmstellwerk wurde von Richard Brademann gestaltet und aus statischen Gründen im Nordwest-Winkel des Bahnhofskreuzes platziert.

Der Bahnsteig der Ringbahn liegt vollständig in einer 161 × 22 Meter großen Halle, darunter liegen die beiden Bahnsteige der Stadtbahn, die auf fast der ganzen Länge überdacht sind.

Es gab von Anfang an Probleme mit dem Untergrund, der hier aus einer sandgefüllten eiszeitlichen Schmelzwasserrinne besteht. Schon beim Bau traten Setzungsschäden auf, unter anderem neigte sich der Stellwerksturm. Auch die Ringbahnhalle sackte ab, es gab bis zu 50 Zentimeter Setzungsdifferenzen. Daher musste im Lauf der Zeit immer wieder nachgearbeitet werden. 1968 begann die Reichsbahn mit dem bis dahin größten Reparaturvorhaben: Die Ringbahnhalle wurde hydraulisch angehoben, neue Fundamente wurden gesetzt, eine Tiefgründung versucht. Diese Arbeiten zogen sich bis 1976 hin.

Die Betriebseinstellung der S-Bahn nach dem Reichsbahner-Streik im Jahr 1980 betraf auch den Bahnhof Westkreuz. Auf der Stadtbahn gab es nur noch einen Minimalverkehr, der Betrieb auf der Ringbahn war komplett eingestellt worden. Auch 1984 nach der Betriebsübernahme durch die BVG änderte sich daran zunächst nichts.

Bahnsteige der Stadtbahnebene, dahinter Ringbahnhalle, 2008

Erst 1989 begann der Berliner Senat mit dem Wiederaufbau der Ringbahn. Er stellte einen besonders großen Sanierungsbedarf beim Bahnhof Westkreuz fest. So mussten 1993 Empfangsgebäude und Stellwerk abgerissen werden; der Stellwerksturm hatte mit 30 cm einen gefährlichen Überhang bekommen. Der Bahnhof wurde mit Fahrtreppen und Aufzügen ausgestattet.

Am 17. Dezember 1993 wurde der erste Teilabschnitt der Ringbahn in Betrieb genommen, damit hatte das Westkreuz nach 13 Jahren wieder seine alte Funktion erhalten.

Im Rahmen der Generalsanierung der Stadtbahn wurden in Westkreuz seit 2004 neben den Gleisanlagen auch die beiden Stadtbahnsteige saniert. Die Arbeiten wurden bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 abgeschlossen.

Anbindung[Bearbeiten]

Das Westkreuz wird von insgesamt sechs Linien der Berliner S-Bahn bedient. Der Turmbahnhof dient vorrangig als Umstieg zwischen den einzelnen S-Bahnlinien. Eine Bushaltestelle ist zwar vorhanden, wird aber nur in einer Richtung bedient.

Linie Linienverlauf Bahnsteig Takt in der HVZ
Berlin S41.svg
Berlin S42.svg
Gesundbrunnen – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Sonnenallee – Neukölln – Hermannstraße – Tempelhof – Südkreuz – Schöneberg – Innsbrucker Platz – Bundesplatz – Heidelberger Platz – Hohenzollerndamm – Halensee – Westkreuz – Messe Nord/ICC – Westend – Jungfernheide – Beusselstraße – Westhafen – Wedding – Gesundbrunnen oben 5 min
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen oben 20 min
Berlin S5.svg Spandau – Stresow – Pichelsberg – Olympiastadion – Heerstraße – Messe Süd – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Nöldnerplatz – Lichtenberg – Friedrichsfelde Ost – Biesdorf – Wuhletal – Kaulsdorf – Mahlsdorf – Birkenstein – Hoppegarten – Neuenhagen – Fredersdorf – Petershagen Nord – Strausberg – Hegermühle – Strausberg Stadt – Strausberg Nord unten 10 min (Abschnitt Hoppegarten–Strausberg 20 min; Strausberg–Strausberg Nord 40 min)
Berlin S7.svg Potsdam Hauptbahnhof – Babelsberg – Griebnitzsee – Wannsee – Nikolassee – Grunewald – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Nöldnerplatz – Lichtenberg – Friedrichsfelde Ost – Springpfuhl – Poelchaustraße – Marzahn – Raoul-Wallenberg-Straße – Mehrower Allee – Ahrensfelde unten 10 min
Berlin S75.svg Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Nöldnerplatz – Lichtenberg – Friedrichsfelde Ost – Springpfuhl – Gehrenseestraße – Hohenschönhausen – Wartenberg unten 10 min

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Remy: Betriebseröffnung des Bahnhofs „Ausstellung“ in Berlin. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jahrgang 48, Heft 52 (26. Dezember1928), urn:nbn:de:kobv:109-opus-59731, S. 846–849. (Vier Abbildungen)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin Westkreuz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien