Bahnhof Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming)

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Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming)
Regionalbahnsteig in Blankenfelde, im Hintergrund der S-Bahnsteig.
Regionalbahnsteig in Blankenfelde, im Hintergrund der S-Bahnsteig.
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2 (Fernbahn)
1 (S-Bahn)
Abkürzung BBF (Fernbahn)
BBFD (S-Bahn)
IBNR 8010053
Eröffnung 8. Oktober 1950
Webadresse s-bahn-berlin.de
Lage
Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 20′ 15,4″ N, 13° 24′ 56,9″ O52.337613.4158Koordinaten: 52° 20′ 15,4″ N, 13° 24′ 56,9″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) ist ein Regional- und S-Bahnhof im Ortsteil Blankenfelde der brandenburgischen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Die Station umfasst zwei baulich voneinander getrennte Haltepunkte. Der Haltepunkt Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) mit einem Mittelbahnsteig für den Regional- und Fernverkehr liegt südlich des Bahnübergangs Karl-Marx-Straße, der Haltepunkt Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) S-Bahn nördlich davon sowie westlich der Fernbahngleise. Dieser ist Endpunkt der Linie S2 der Berliner S-Bahn.

Lage und Aufbau[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt inmitten des Ortsteils Blankenfelde am Streckenkilometer 19,4 der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Über Verbindungskurven am nördlich gelegenen Abzweig Glasower Damm Süd sind die Ferngleise mit dem Berliner Außenring verbunden. Ein Ferngleis sowie das Gleis der S-Bahn führen über den Außenring hinweg nach Berlin; beide Gleise werden vor dem Bahnhof Mahlow zusammengeführt.

Der 229 Meter lange Fernbahnsteig hat eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern und auf einer Länge von etwa 30 Metern überdacht. Der 180 Meter lange und 96 Zentimeter hohe Bahnsteig der S-Bahn liegt versetzt zu diesem und verfügt über eine Bahnsteigkante. Aus baulichen Gründen befindet sich dieser drei Meter oberhalb des Niveaus der Ferngleise. Der Fernbahnsteig verfügt über einen Fußgängertunnel mit Ausgängen beiderseits der Gleise sowie einen niveaugleichen Ausgang zum Bahnübergang Karl-Marx-Straße. Der S-Bahnsteig ist über Treppen und eine Rampe zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick vom S-Bahnsteig über den Bahnübergang zum Regionalbahnsteig

Der Bahnhof entstand im Rahmen von „Subbotniks“ der Blankenfelder Bevölkerung und wurde am 8. Oktober 1950 unter dem Namen Blankenfelde (Kr Teltow) eröffnet.[1] Hintergrund war die bevorstehende Schließung des Anhalter Bahnhofs in Berlin und die damit verbundene Umleitung der Fernzüge über den Berliner Außenring nach Ost-Berlin. Um dennoch eine Verbindung zwischen West-Berlin und der Fernbahn nach Dresden zu erhalten, entstand in Blankenfelde der Umsteigepunkt. Obwohl das zweite Streckengleis der Dresdener Bahn infolge von Reparationsleistungen fehlte, wurde ein Mittelbahnsteig errichtet und der Platz für das zweite Gleis im Vorfeld berücksichtigt.

Die S-Bahn befuhr die weitere Strecke bis Rangsdorf im Gemeinschaftsbetrieb mit der Fernbahn, was bei der eingleisigen Strecke zu einem störanfälligen Fahrplan führte. Daher wurde 1952 das zweite Streckengleis wieder hergerichtet. Anstatt einen zweigleisigen Mischbetrieb durchzuführen, wurden Fern- und S-Bahn betrieblich voneinander getrennt, also zwei nebeneinander verlaufende eingleisige Strecken betrieben. Im darauf folgenden Jahr wurde der Bahnhof nach der Kreisgebietsreform in Blankenfelde (Kr Zossen) umbenannt.[1]

Durch den Mauerbau war der S-Bahn-Verkehr nördlich von Mahlow unterbrochen. Ein noch zwischen Mahlow und Rangsdorf pendelnder Zug wurde im September 1961 eingestellt und dafür die zwischen Rangsdorf und Wünsdorf verkehrenden Züge nach Mahlow verlängert.[2] Ab Mai 1963 wurden diese Vorortzüge über den Außenring nach Schönefeld geleitet.[2] Um Mahlow weiterhin anzubinden, wurde ein separater Bahnsteig angelegt und das kurze Stück mit einem Pendelzug bedient. Zum Einsatz kamen während der ersten Jahre Diesellokomotiven der Baureihe V 15 mit einem Steuerwagen, auf Grund der blauen Lackierung der Loks erhielt diese Verbindung in Anlehnung an eine zeitgleich ausgestrahlte Unterhaltungssendung den Spitznamen „Blauer Bock“.[1][2] Da westlich des bestehenden Bahnsteigs kein Platz vorhanden war und die Verbindungskurven zum Außenring niveaufrei gekreuzt werden sollten, musste der Bahnsteig für den „Blauen Bock“ versetzt zum Fernbahnsteig und drei Meter gegenüber diesem erhöht angelegt werden.

Nach der Wende wurde die Verknüpfung des West-Berliner S-Bahn-Netzes mit dem Brandenburger Umland in Angriff genommen. Da die Dresdener Bahn 1985 mit Wechselstrom elektrifiziert wurde, hätte für eine Wiederinbetriebnahme der S-Bahn nach Rangsdorf ein komplett neues Streckengleis errichtet werden müssen. Daher beschränkte man sich auf eine Wiederinbetriebnahme bis Blankenfelde, wo ein Umstieg zum Regionalverkehr hergestellt wurde. Der „Blaue Bock“ wurde am 16. September 1991 eingestellt und der betroffene Abschnitt für den elektrischen Betrieb umgebaut. Der Seitenbahnsteig wurde dabei abgetragen und an gleicher Stelle neu errichtet. Eine Neuanlage neben dem Fernbahnsteig – auf gleicher Höhe oder in Dammlage – wurde verworfen, da einerseits das starke Gefälle nördlich des Bahnsteigs, andererseits der enge Zeitplan dagegen sprachen.[1] Am 31. August 1992 wurde der S-Bahn-Verkehr von Lichtenrade über Mahlow nach Blankenfelde wieder aufgenommen. Seinen aktuellen Namen erhielt der Bahnhof am 2. Juni 1996.

Verkehr[Bearbeiten]

Bis Ende der 1950er Jahre wurde Blankenfelde im Personenverkehr ausschließlich von den Zügen der Berliner S-Bahn angefahren.[3] Etwas später wurde auch auf dem Ferngleis ein Vorortverkehr im geringen Umfang aufgenommen, mit dem West-Berlin umfahren werden konnte. 1960 hielten drei Züge in Richtung Berlin und vier Züge aus Richtung Berlin in Blankenfelde, darunter war auch ein für die Benutzung mit S-Bahn-Fahrkarten freigegebener D-Zug.[4] Nach Mauerbau verblieb als einzige Fahrtmöglichkeit in Richtung Berlin der Weg über den Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld. In Blankenfelde hielten etwa stündlich Doppelstockzüge zwischen Berlin-Schönefeld, teilweise bereits von Berlin-Schöneweide und Wünsdorf; ein Anschlusszug pendelte zwischen Blankenfelde und Mahlow.

Nach Mauerfall und der Wiederinbetriebnahme der S-Bahn nach Blankenfelde benutzte der Regionalverkehr auch weiterhin den Weg über Schönefeld, die Züge verkehrten etwa zweimal stündlich nach Berlin. In den 1990er Jahren war Blankenfelde auch Halt einer Linie von Potsdam nach Wünsdorf, nach wenigen Jahren wurde diese Linie doch wieder eingestellt. Es gab Bestrebungen, Blankenfelde zum Halt von Interregiozügen zu machen, die seitens der Deutschen Bahn jedoch nicht verwirklicht wurden.[5] Seit Inbetriebnahme der Nord-Süd-Fernbahn in Berlin im Jahre 2006 verkehren die Züge nach Berlin alternierend über die neue Strecke beziehungsweise über Schönefeld zur Berliner Stadtbahn.

Der Bahnhof wird heute von der Linie S2 im 20-Minuten-Takt sowie den stündlich verkehrenden Regional-Express-Linien RE3 und RE7 bedient. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zu den Buslinien der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming.

Linie Verlauf
RE3 (Stralsund Hbf – Greifswald – Züssow – Anklam – Jatznick – Pasewalk – Prenzlau) / Schwedt (Oder) – Angermünde – Eberswalde Hbf – Bernau (b Berlin)  – Berlin Gesundbrunnen – Berlin Hbf – Berlin Potsdamer Platz – Berlin Südkreuz – Berlin-Lichterfelde Ost – Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) – Zossen – Wünsdorf-Waldstadt – Doberlug-Kirchhain – Elsterwerda
RE7 Dessau Hbf – Roßlau (Elbe) – Wiesenburg (Mark) – Seddin – Michendorf – Berlin-Wannsee – Berlin-Charlottenburg – Berlin Zoologischer Garten – Berlin Hbf – Berlin Friedrichstraße – Berlin-Schönefeld Flughafen – Blankenfelde (Kr Teltow-Fläming) – Zossen – Wünsdorf-Waldstadt
Berlin S2.svg Bernau – Bernau-Friedenstal – Zepernick – Röntgental – Buch – Karow – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße – Südkreuz – Priesterweg – AttilastraßeMarienfelde – Buckower Chaussee – Schichauweg – Lichtenrade – Mahlow – Blankenfelde

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Kramer, Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins S-Bahnhöfe. Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra, Berlin 1998, ISBN 3-930863-25-1.
  •  Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Detlef Hoge, Mike Straschewski: Blankenfelde. In: stadtschnellbahn-berlin.de. 25. Februar 2008, abgerufen am 14. Januar 2012.
  2. a b c  Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2004, S. 203.
  3. Deutsche Reichsbahn, Kursbuch Sommer 1957
  4. Deutsche Reichsbahn, Kursbuch Sommer 1960
  5. Kein IR-Halt in Blankenfelde. in: Signal, verkehrspolitische Zeitschrift, GVE-Verlag, Heft 3/98