Bahnhof Denfert-Rochereau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
RER.svgDenfert-Rochereau
P1060652.JPG
Tarifzone 1
Linie(n) BParis rer B jms.svg
Ort Paris XIV.
Eröffnung 7. Juni 1846
Angeschlossene Stationen Denfert-Rochereau
04Paris m 4 jms.svg 06Paris m 6 jms.svg
Gebäude des Gare de Denfert-Rochereau (2004)
Das Gebäude des Gare de Denfert-Rochereau auf einer Postkarte (1904)

Der Bahnhof Denfert-Rochereau (früher auch Gare de Sceaux) steht am gleichnamigen Platz, dem Place Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement der französischen Hauptstadt Paris. Er ist einer der wenigen noch erhaltenen Bahnhöfe aus den ersten Tagen der französischen Eisenbahn. Heute halten dort die Züge der RER-Linie B.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1846 eröffneten die Grafen von Nemours und von Montpensier, in Vertretung ihres Vaters, des französischen Königs Louis-Philippe I., den zwischen 1842 und 1846 in runder Form erbauten Bahnhof. Der Bahnhof Denfert-Rochereau erhielt eine große Wendeschleife und das Gebäude war dem Verlauf der Gleise angepasst.

Hier endeten hier die Züge der sog. Ligne de Sceaux. Die Achsen wurden nach einem etwas komplizierten Verfahren in den Kurven in Abhängigkeit vom Kurvenradius gedreht, so dass im Unterschied zu den bisher verwendeten starren Achsen die Beeinträchtigung der Gleise durch schräg zu den Gleisen stehende Räder entfiel. Nach Jean-Claude-Républicain Arnoux dem Erfinder dieser Anordnung benannte Anlage spricht man vom Système Arnoux.[1]

Gleichzeitig mit der Einweihung des Bahnhofes erfolgte auch die Eröffnung der komplett neuen Eisenbahnstrecke Ligne de Sceaux zwischen Denfert-Rochereau und dem heutigen Pariser Vorort Sceaux, betrieben durch die Compagnie du Sceaux. Die Strecke wurde in einer damals wie heute unübliche Streckenspurweite von 1750 Millimeter betrieben.[2]

1895 wurde die Ligne de Sceaux bei einer gleichzeitig stattfindenden Umspurung auf 1450 Millimeter unterirdisch bis zum Gare du Luxembourg verlängert, Denfert-Rochereau war nicht mehr der Endbahnhof der Vorortstrecke. Bis 1937 betrieb die private Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans die Eisenbahnstrecke und elektrifizierte diese auch. Daraufhin ging die Strecke in den Besitz der Compagnie du chemin de fer métropolitain de Paris (CMP) über. Die CMP wurde 1948 von der neugegründeten staatlichen Nahverkehrsgesellschaft RATP übernommen.[3]

1977 verlängerte die RATP die Eisenbahnstrecke vom Gare de Luxembourg weiter unterirdisch bis zum innerstädtischen Großbahnhof Châtelet Les Halles. Mit der Eröffnung des Tunnels begann auch der Betrieb des neuen Pariser Vorortnetzes Réseau Express Régional (RER) auf der Strecke, die Ligne de Sceaux heißt seitdem RER B, aber der Bahnhof Denfert-Rochereau hat sich nicht mehr wesentlich verändert.[3]

Seit 1906 besteht auch ein Übergang zu einer gleichnamigen, parallel zum Eisenbahnhof gelegenen Station der Pariser Métro.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gaston Jacobs: La ligne de Sceaux, [Die Eisenbahn von Sceaux], Éditions La Vie du Rail, 1987, ISBN 2-902808-28-3
  2. Kurze Geschichte zur Ligne de Sceaux (französisch)
  3. a b Christoph Groneck: Metros in Frankreich – Metros in France, Robert Schwandl Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-936573-13-1; Seite 76

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gare de Denfert-Rochereau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.8332.333Koordinaten: 48° 49′ 59″ N, 2° 19′ 59″ O