Bahnhof Dorsten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dorsten
Empfangsgebäude 2010
Empfangsgebäude 2010
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bauform Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Reisende/Tag < 5000 (2006)[1]
Abkürzung EDRN
IBNR 8006709
Eröffnung 1. Juli 1879
Lage
Gemeinde Dorsten
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 39′ 31″ N, 6° 58′ 13″ O51.6586111111116.9702777777778Koordinaten: 51° 39′ 31″ N, 6° 58′ 13″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Dorsten ist der zentrale Bahnhof in der Stadt Dorsten. Er liegt östlich der Innenstadt, die Gleise sind in Nord-Süd-Richtung ausgelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnsteiggleise auf der Westseite

Der Bahnhof entstand 1879 als Gemeinschaftsbahnhof der Rheinischen Eisenbahn und der Niederländisch-Westfälischen Eisenbahn. Die Bahnstrecke sollte die Textilindustrie des Achterhoek um Winterswijk mit Kohle versorgen, wurde aber auch intensiv in der Gegenrichtung benutzt, um Lebensmittel in das wachsende Ruhrgebiet zu bringen.

Das Bahnhofsgebäude in Insellage zwischen den Bahnstrecken Duisburg–Quakenbrück (eröffnet am 1. Juli 1879) auf der westlichen und Bismarck–Winterswijk (in Betrieb ab 13. Juni 1880) auf der östlichen Seite präsentiert sich auch heute noch im Wesentlichen im Zustand des Baujahres.

Bis zur Verstaatlichung im Jahre 1882 gab es als Übergabe zwischen den beiden Strecken nur ein Stumpfgleis südlich des Gebäudes. Danach entstanden eine mit Signalen gesicherte Verbindung und vier Aufstellgleise zwischen den Durchgangsgleisen Ost und West, sowie eine 13-Meter-Drehscheibe mit dreiständigen Lokschuppen. 1912 wurden die Gleisanlagen für Güterzüge deutlich nach Süden verlängert und ein neuer Ablaufberg errichtet.

Durch Sprengungen während des Ruhraufstandes 1920 wurden Brücken über die Lippe unpassierbar und Dorsten war für mehrere Wochen Endpunkt der Bahnstrecken aus dem Ruhrgebiet, umgekehrt der Hervester Bahnhof Endpunkt für die Strecken aus Richtung Norden.

1923 besetzten belgische Truppen im Rahmen der Ruhrbesetzung den Dorstener Bahnhof und nutzten ihn als Zollbahnhof zum unbesetzten Münsterland.

In den 1930er Jahren verkehrten 26 Zugpaare und circa 40 Güterzüge durch Dorsten.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges sprengte die deutsche Wehrmacht die Brücken über Lippe und Kanal und Dorsten war für zwei Jahre Endstation für die Eisenbahnstrecke Richtung Norden.

Nach dem Krieg wurde die Strecke nach Oberhausen nicht wieder in Betrieb genommen, lediglich ein Pendelverkehr über Bottrop bis Osterfeld-Nord war bis 1960 noch in Betrieb. In den 1950er Jahren wurde der südliche Vorbahnhof und die Drehscheibe zurückgebaut. Der Ringlokschuppen wird inzwischen als Gewerbegebäude genutzt. Das Bahnhofsgebäude wurde 1985 renoviert und 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Seit dem Jahre 2000 versucht die Stadt Dorsten das Bahnhofsgebäude wieder einer aktiven Nutzung zuzuführen was aber durch die Insellage erschwert wird.[2][3][4]

Bedienung[Bearbeiten]

Schienen-Nahverkehr[Bearbeiten]

Bahnhofsvorplatz

Dorsten ist der Bahnknotenpunkt zwischen dem Ruhrgebiet und dem westlichen Münsterland. Durch die hier verkehrenden vier Regionallinien bestehen Direktverbindungen in zahlreiche Städte des Ruhrgebiets (u.a. Essen und Dortmund) und zu den Kreisstädten Borken und Coesfeld im Münsterland.

Die Linien werden durch die NordWestBahn im Auftrag des VRR betrieben. Es kommen Fahrzeuge vom Typ Bombardier Talent(RE 14/RB 45) und LINT41 (RB 43/RB 44) sowie teilweise ein 628er Triebzug (RB 43) der EVB zum Einsatz. Betreiber des Bahnhofes ist die DB Station&Service.

Linie Name Verlauf Takt Gleis
RE 14 Der Borkener Borken (Westf) – Dorsten – Gladbeck West Bottrop – Essen 60 min 2 Ost nach Borken (Westf)
2 West nach Essen Hbf
RB 43 Emschertalbahn Dorsten – Gladbeck Ost Wanne-Eickel – Herne – Castrop-Rauxel Süd – Dortmund 60 min 1 Ost
RB 44 Der Dorstener Dorsten – Gladbeck West – Bottrop – Oberhausen 60 min 1 West
RB 45 Der Coesfelder Coesfeld (Westf) – Reken – Wulfen (Westf) – Dorsten 60 min 1 West

Die heute noch genutzten Gleise 1 Ost und 1 West liegen direkt am Bahnhofsgebäude. Die weiteren Gleise (2 Ost und 2 West) auf jeder Seite werden durch Zwischenbahnsteige über schienengleiche Überwege erschlossen.

Stadt- und Regionalverkehr[Bearbeiten]

Unmittelbar westlich des Bahnhofes liegt der ZOB Dorsten. Von hier aus verkehren die Buslinien der Vestischen, des Rheinlandbus und des Westfalenbus.

Linie Verlauf
188 Dorsten ZOB Feldhausen – Gladbeck Oberhof (weiter als Linie 189 nach Essen-Karnap)
274 Dorsten ZOB Kiebeck – Hervest, Dorfstraße
276 Holsterhausen, Friedensplatz – Gemeinedreieck – Dorsten ZOB St.-Nikolaus-Kirche – Hardt, Gahlener Straße
278 Holsterhausen, Wennemarstraße – Dorsten ZOB Elisabeth-Krankenhaus – In der Miere
TB 279 Friedhof Hardt – Westwall – Dorsten ZOB Altenzentrum Maria Lindenhof
293 Dorsten ZOB Schermbeck (– Raesfeld-Erle)
296 Im Päsken – Dorsten ZOB Östrich, Baumbachstraße
299 Dorsten ZOB Schermbeck, Rathaus (– Wesel Bf/Busbahnhof)
R 21/295 Dorsten ZOB Holsterhausen – Deuten – Raesfeld – Borken
SB16 Dorsten ZOB Kirchhellen – Bottrop Hbf Essen Hbf
SB 25 Recklinghausen Hbf Marl Mitte S-Bahn-Logo.svg Dorsten ZOB
SB 26 Marl Mitte S-Bahn-Logo.svg Brassert – Barkenberg – Alt-Wulfen – Dorsten ZOB
SB 28 Gelsenkirchen-Buer – Dorsten ZOB Schermbeck

Der Busbahnhof sowie Park&Ride- und Bike&Ride-Plätze sind durch Fußgängertunnel mit dem Bahnhofsgebäude und den Zuggleisen verbunden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Dorsten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnhofsentwicklungsprogramm Nordrhein-Westfalen. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 17, abgerufen am 12. Juli 2011 (PDF; 7,3 MB).
  2. Umgestaltung Bf. Dorsten (2001–2015), Studie des Lehrstuhls Eisenbahn- und Straßenwesen der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus zu Umgestaltungsmöglichkeiten
  3. Bahnhof Dorsten: "Das ist ein Stück Heimat", Artikel in Der Westen, 10. Februar 2009, Ludger Böhne
  4. Stadtpaket Dorsten, Stadtentwicklung bis 2018 in Konzept Ruhr, 2008. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 4. Juni 2013. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.konzept-ruhr.de