Bahnhof Finnentrop

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Bahnhof Finnentrop
Bahnhof Finnentrop (2014)
Bahnhof Finnentrop (2014)
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Anschlussbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung EFP
IBNR 8000102
Lage
Ort Finnentrop
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 10′ 22″ N, 7° 57′ 52″ O51.1727777777787.9644444444444Koordinaten: 51° 10′ 22″ N, 7° 57′ 52″ O
Höhe über SO 240 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

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Der Bahnhof Finnentrop ist ein Anschlussbahnhof an der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen. Der Bahnhof befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Finnentrop im Kreis Olpe. Hier zweigt die Biggetalbahn nach Olpe ab, ebenso befand sich hier der Startpunkt der 1996 stillgelegten Nebenbahn Finnentrop-Wennemen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof Finnentrop entstand im Zuge des Baus der Ruhr-Sieg-Strecke von 1858 bis 1861, die Bauten der Haltestelle wurden bereits 1860 fertiggestellt.[1] Am Ort Neubrücke gelegen, erhielt er nach einem nahegelegenen Gut den Namen Finnentrop, der erst 1908 zur Bezeichnung des Gesamtortes wurde.[2] 1870 wurde ein erstes Empfangsgebäude erbaut. Dieses wurde 1898 wegen des gestiegenen Verkehrsaufkommen durch einen Neubau abgelöst und diente bis zu seinem Abriss 1937 als Wohnraum für Eisenbahnerfamilien.[1] Eine dem Bahnhof angegliederte Lokstation entstand in den 1870er-Jahren in Verbindung mit den Zweigstrecken nach Olpe und Wennemen, 1892 war hier jedoch nur eine Lokomotive stationiert.[2] Gemeinsam mit Altenhundem entwickelte der Bahnhof sich nach und nach zu einem der Betriebsmittelpunkte der Ruhr-Sieg-Strecke. 1914, nach der Schließung der auf dem dafür benötigten Gelände befindlichen Finnentroper Hütte 1901, wurde aus der Lokstation ein selbstständiges Bahnbetriebswerk.[3] Im Ersten Weltkrieg wurde neben dem Bahnhof eine Feldküche eingerichtet, im Wartesaal des Empfangsgebäudes eine Sanitätskolonne ins Leben gerufen.[4] Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 660 Personen am Bahnhof beschäftigt.[5]

Im Jahr 2002 stellte die Deutsche Bahn AG den Fahrkartenverkauf im Bahnhofsgebäude ein, zwei Jahre später übernahm die Gemeinde das Gebäude. Im Rahmen der Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe investierte das Land Nordrhein-Westfalen über eine Million Euro in die Umgestaltung des Bahnhofs. Im ersten Bauabschnitt wurde Ende 2007 das Empfangsgebäude abgerissen[6] und der Bahnhofsplatz vollkommen umgestaltet. Eine Bürgerinitiative hatte vorher Vorschläge zur Neunutzung der Gebäude gemacht.[7][8] Der Hauptbahnsteig wurde auf 76 Zentimeter erhöht und als Kombibahnsteig ausgebaut: Linienbusse halten nun direkt gegenüber der Züge, wodurch ein barrierefreier Umstieg möglich ist. Weitere Baumaßnahmen sind ab 2014 geplant.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Das 2007 abgerissene Bahnhofsgebäude
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1874[9] wurde ein zunächst vier Fahrzeuge fassender Ringlokschuppen erbaut, der nach dem Ersten Weltkrieg erweitert wurde. Um 1921 wurde eine 20-Meter-Drehscheibe ergänzt.[10] 1944 wurde er teilzerstört, 1982 stillgelegt. Am 6. Februar 2010 stürzte der Schuppen wegen Schneelast ein. Infolgedessen wurde auch die nach dem Ersten Weltkrieg angebaute[3] Wagenausbesserungshalle gesperrt.[9] Die Mauern des Lokschuppens sollen allerdings erhalten bleiben.[11] Das Bahnbetriebswerk verfügte außerdem über eine Entseuchungsanstalt zur Reinigung und Desinfektion von Viehwagen.[3]

1913 wurde das mechanische Stellwerk Fr am Rangierbahnhof in Betrieb genommen, 1924 (Fs), 1928 (Ff) und 1937 (Fn) drei weitere. 2002 wurden die letzten drei durch ein elektronisches Stellwerk von Siemens ersetzt.[12] Das denkmalgeschützte, aber abrissbedrohte[13] Reiterstellwerk Ff ist noch erhalten, auch die Stellwerke Fn und Fs sind in die Denkmalliste der Gemeinde Finnentrop eingetragen.

Bedienung[Bearbeiten]

LINT-Triebwagen in Finnentrop

Der Bahnhof Finnentrop wird im Schienenpersonennahverkehr stündlich bedient

Vom Zentralen Omnibusbahnhof verkehren mehrere Regionalbuslinien.

Sonstiges[Bearbeiten]

2008 veröffentlichte Christian Linder das Buch Der Bahnhof von Finnentrop über Carl Schmitt, der seine Besucher dort „nach durchdiskutierter Nacht“ am andern Mittag verabschiedete.[14]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Franz Bitter: Finnentrop. Seite 66
  2. a b Franz Bitter: Finnentrop. Seite 7
  3. a b c Franz Bitter: Finnentrop. Seite 67
  4. Franz Bitter: Finnentrop. Seite 17
  5. Franz Bitter: Finnentrop. Seite 68
  6. Abriss des Empfangsgebäudes am Bahnhof schon im November. In: Westfalenpost, 23. Oktober 2007
  7. Bahnhof Finnentrop soll zum Schmuckstück werden. In: Sauerlandkurier, 15. April 2007.
  8. Webseite der Bürgerinitiative
  9. a b derwesten.de: Ringlokschuppen in Finnentrop eingestürzt, abgerufen am 9. Februar 2010
  10. Zentralblatt der Bauverwaltung (PDF; 723 kB), 27. April 1921
  11. Mathias Wirths: Alter Lokschuppen, Finnentrop (PDF; 277 kB) auf fh-dortmund.de
  12. Liste deutscher Stellwerke, abgerufen am 5. Januar 2013
  13. Die Bedeutung des Reiter-Stellwerks: BI will Abriss nicht hinnehmen. In: DerWesten.de, 30. Januar 2009
  14. Der Sprachmachtmensch. In: dradio.de, 13. April 2008