Bahnhof Friedberg (Hessen)

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Friedberg (Hessen)
Bahnhof Friedberg (Hessen) (Hessen)
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Daten
Kategorie 3
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 10
Reisende 19.000[1]
Abkürzung FFG (Bf), FFG2 (ESt)
IBNR 8000111 (Bf)
Eröffnung 9. November 1850
Architektonische Daten
Baustil Neoklassizismus / Neorenaissance
Architekt Krause
Lage
Stadt Friedberg (Hessen)
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 19′ 54,9″ N, 8° 45′ 39,2″ O50.3319168.760878Koordinaten: 50° 19′ 54,9″ N, 8° 45′ 39,2″ O
Höhe über SO 148 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen

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Der Bahnhof Friedberg (Hessen) ist ein Trennungsbahnhof östlich der hessischen Stadt Friedberg. Er liegt an Streckenkilometer 165,9 der Main-Weser-Bahn.

Zeichnung des Empfangsgebäudes des alten Bahnhofs auf einem Schaltschrank der Oberhessischen Versorgungsbetriebe gegenüber dem früheren Standort des Empfangsgebäudes
Fürstenpavillon – heute genutzt als Büro und Sozialraum der Hessischen Landesbahn

Erster Bahnhof[Bearbeiten]

Der erste Bahnhof von Friedberg lag bei Streckenkilometer 165,4, etwas nördlicher als die heutige Anlage. Der Bauplatz wurde 1847 von der Bahn erworben. Zum Bau musste ein Teil der dort noch vorhandenen Stadtmauer abgetragen und östlich das Gelände aufgeschüttet werden. Der Bahnhof war als Durchgangsbahnhof ausgelegt. Der Bauplan für das Empfangsgebäude stammte von dem Ingenieur Peter Hochgesand (1818-1896). Er wurde später Bahnhofsinspektor in Friedberg. Das Gebäude wurde neoklassizistisch, zweigeschossig errichtet. Der Eröffnungszug erreichte, von Frankfurt am Main kommend, am 11. März 1850 gegen 11 Uhr den Bahnhof.[2] Fahrplanmäßiger Betrieb wurde am 10. Mai 1850 aufgenommen.[3] Am 9. November 1850 folgte der Abschnitt der Main-Weser-Bahn von Friedberg nach Butzbach. Die gesamte Strecke der Main-Weser-Bahn von Kassel bis Frankfurt wurde seit dem 15. Mai 1852 befahren.[4]

In Friedberg wurden weitere Strecken an die Main-Weser-Bahn angeschlossen: Am 15. September 1881 wurde hier die Bahnstrecke Friedberg–Hanau in Betrieb genommen, nachdem dort seit dem 1. Dezember 1879 schon bis zum Bahnhof Heldenbergen-Windecken (heute Nidderau) gefahren werden konnte. Am 1. Oktober 1897 folgte die Bahnstrecke Friedberg–Mücke und am 13. Juli 1901 die Bahnstrecke Friedberg–FriedrichsdorfBad Homburg, letztere wurde auch als Bäderbahn bekannt. Friedberg wurde zum Knotenpunkt für Reisende und Güter. Das hatte aber auch zur Folge, dass die betrieblichen Anlagen des Bahnhofs für den zunehmenden Verkehr zu eng wurden.

Bereits 1897/98 wurde südlich des Empfangsgebäudes ein Fürstenpavillion, ein gesondertes Empfangsgebäude für den Großherzog von Hessen und seine Gäste, errichtet.[5] Dazu zählte unter anderem Zar Nikolaus II. von Russland und seine Familie, die 1910 ihre Sommerferien auf dem Schloss Friedberg verbrachten. Der Fürstenpavillion ist als Fachwerkbau ausgeführt und wurde später zum neuen Bahnhof versetzt.[6]

Nachdem die betrieblichen Anlagen des Bahnhofs für den zunehmenden Verkehr zu eng wurden, musste Abhilfe geschaffen werden. Das war wegen der Hanglage am überkommenen Standort nicht möglich. Der Neubau des erweiterten Bahnhofs erfolgte deshalb etwa einen halben Kilometer südlich – und damit stadtauswärts. In der Nacht vom 9. auf den 10. August 1913 wurde der zweite Friedberger Bahnhof in Betrieb genommen, und der erste aufgegeben.

Während des Ersten Weltkriegs diente das alte Empfangsgebäude als Kaserne. 1920 wurden dort Wohnungen eingebaut. In dieser Form bestand es bis 1983, als es für den Neubau eines Parkhauses abgerissen wurde.[7]

Bahnanlagen[Bearbeiten]

Der zweite Friedberger Bahnhof wurde am 10. August 1913 in Betrieb genommen. In dieser Form besteht er weitgehend bis heute.

Der Bahnhof Friedberg (Hessen) hat zwei Haus- und vier Inselbahnsteige, insgesamt also zehn Bahnsteigkanten. Der eine Hausbahnsteig (Gleis 1a) ist ein Stumpfgleis südlich des Empfangsgebäudes, das ausschließlich für die Nahverkehrszüge in Richtung Friedrichsdorf benutzt wird. Die Gleise 2 und 4 am ersten Inselbahnsteig sind die durchgehenden Hauptgleise der Main-Weser-Bahn. Die S-Bahn nutzt meist die Gleise 5 und 7 am zweiten Inselbahnsteig. Die Züge in Richtung Hanau Hauptbahnhof fahren in der Regel vom vorletzten Inselbahnsteig (Gleise 8 und 10) ab. An dem am weitesten östlich gelegenen Bahnsteig (Gleise 11 und 12) fahren die Züge der Bahnstrecke Friedberg–Mücke in Richtung Nidda bzw. Wölfersheim-Södel ab. Die Inselbahnsteige sind durch eine Unterführung erschlossen, Aufzüge fehlen allerdings. Die Gepäckförderbänder an den Treppen wurden wieder entfernt.

Am Bahnhof befinden sich drei elektromechanische Stellwerke (Fahrdienstleiterstellwerk östlich des nördlichen Bahnhofskopfes, Wärterstellwerk für die südliche Einfahrt des Personenteils westlich des Südkopfes, Wärterstellwerk für die südliche Einfahrt des Güterverkehrsteil zwischen diesem und der Einfahrt des Personenverkehrsteils).

Östlich der Bahnsteige liegt ein größeres Gleisfeld, das dem Güterverkehr dient und nochmals 12 Gleisachsen aufweist. Früher wies der Bahnhof saisonweise einen ganz erheblichen Zuckerrübenverkehr aus dem umliegenden Anbaugebiet, der Wetterau, auf, der zu der hier arbeitenden Zuckerfabrik Friedberg führte. Diese Güteranlagen werden heute kaum noch genutzt. Die nördliche Bahnhofsausfahrt der Main-Weser-Bahn führte direkt auf das Rosentalviadukt, das 1982 durch eine moderne, einige Meter östlich gelegene Betonbrücke ersetzt wurde.

Bis zum 1. Oktober 1982 bestand hier auch das Bahnbetriebswerk Friedberg (Hess). Nachdem es als selbständige Dienststelle der Deutschen Bundesbahn aufgegeben worden war, wurde es noch eine Zeitlang als Außenstelle des Bahnbetriebswerks Frankfurt 1 weitergeführt, 1984 zu einem Stützpunkt herabgestuft und spätestens 1999 aufgegeben.[8]

Hochbauten[Bearbeiten]

Das heutige Empfangsgebäude und die übrigen Hochbauten des Bahnhofs sind überwiegend Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Empfangsgebäude[Bearbeiten]

Das heutige Empfangsgebäude wurde 1912–1913 in einer Mischung aus Neoklassizismus und Neorenaissance von dem Darmstädter Regierungsbaurat Krause unter dem Einfluss von Armin Wegner errichtet.[9] Im Vestibül sind originale Keramikverkleidung und gestaltete Glasfenster erhalten, die vom Jugendstil beeinflusst sind.

Im Zuge der Konjunkturprogramme wurde das Empfangsgebäude im Jahr 2010 durch die DB Station&Service AG für 600 T€ energetisch saniert und neu angestrichen.[10]

Im Bahnhof Friedberg gibt es eine Bahnhofsgaststätte, deren Speiseraum von der Straße aus erreicht werden kann und die durch eine Theke zur Bahnhofshalle hin das Laufpublikum mit Speisen und Getränken versorgt. Des Weiteren gibt es ein Reisezentrum der DB, einen Buch- und Zeitschriftenladen, einen Kiosk und - seit Februar 2011 - eine McDonalds-Filiale im ehemaligen Expressgutbereich.[11]

Fürstenpavillon[Bearbeiten]

Auch der zweite Friedberger Bahnhof behielt den Fürstenpavillon. Er wurde vom alten Bahnhof an eine Stelle nördlich des neuen Empfangsgebäudes versetzt. Heute wird das kleine Gebäude als Büro und Sozialraum durch die Hessischen Landesbahn genutzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Im Bahnhof Friedberg (Hessen) hält im 2-Stunden-Takt ein InterCity von Hamburg nach Karlsruhe. An Wochenenden nehmen jeweils zwei InterCity-Züge Kurs nach Westerland und über Wolfsburg und Stendal nach Berlin Südkreuz.

Zwischen Dezember 2009 und Dezember 2011 verkehrte zusätzlich ein tägliches EuroCity-Zugpaar von Siegen über Gießen nach Klagenfurt.[12][13]


Linie Strecke Taktfrequenz
IC 26 (Stralsund Hbf –) Hamburg HbfHannover HbfKassel-WilhelmshöheMarburg (Lahn)GießenFriedberg (Hess)Frankfurt (Main) HbfHeidelberg HbfKarlsruhe Hbf (– Konstanz) 2-Stunden-Takt
IC 2190
IC 2191
WesterlandHamburg HbfHannover HbfKassel-WilhelmshöheMarburg (Lahn)GießenFriedberg (Hess)Frankfurt (Main) Hbf Zug verkehrt samstags und sonntags,
viermal nur sonntags

Nahverkehr[Bearbeiten]

Im Bahnhof Friedberg (Hessen) halten eine Reihe Nahverkehrszüge. Hier halten die Regional-Express-Züge Frankfurt HbfSiegen (Main-Sieg-Express) und Frankfurt Hbf–Kassel Hbf (Main-Weser-Express). Sämtliche Züge der Regionalbahn-Verbindungen Friedberg–Gießen und einzelne Regional-Express-Verbindungen von Frankfurt Hbf nach Marburg halten auch im Friedberger Bahnhof. Der Bahnhof Friedberg ist auch Halt für den Mittelhessen-Express. Der Friedberger Bahnhof ist Anfangs- bzw. Endpunkt der HLB-Züge von/nach Friedrichsdorf, Hanau Hbf, Wölfersheim-Södel und Nidda.

Seit dem 28. Mai 1978 wird der Bahnhof Friedberg von der Linie S6 der S-Bahn Rhein-Main angefahren.

Verbindungsübersicht[Bearbeiten]

Linien
Gießen Fern IC 26
IC-Linie
Frankfurt Hbf
Gießen Fern IC 2190/2191
IC-Linie
Frankfurt Hbf
Gießen Regional RE 30
Main-Weser-Express
Frankfurt Hbf
Bad Nauheim Regional RE 30
Frankfurt Hbf–Marburg
Frankfurt West
Bad Nauheim Regional RB 30
Friedberg–Gießen
Ende
Bad Nauheim Regional SE 30/40
Mittelhessen-Express
Frankfurt West
(2-stdl. Bad Vilbel)
Gießen Hessische Landesbahn RE 40/99
Main-Sieg-Express
Frankfurt Hbf
Beginn Hessische Landesbahn RB 16
Friedberg–Friedrichsdorf
Friedberg Süd
Beginn Hessische Landesbahn RB 31
Friedberg–Wölfersheim-Södel
Dorheim (Wetterau)
Beginn Hessische Landesbahn RB 32
Friedberg–Beienheim–Nidda
Dorheim (Wetterau)
Bad Nauheim Regional RB 33
Friedberg–Nidderau–Hanau
Assenheim (Oberhess)
S-Bahn Rhein-Main
Vorherige Station Linie Nächste Station
Endstation S6 Bruchenbrücken
Südbahnhof →

Literatur[Bearbeiten]

  •  Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2.1, Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 188f.
  •  Eisenbahnatlas Deutschland. Ausgabe 2009/2010. Schweers + Wall, 2009, ISBN 978-3-89494-139-0.
  • Dieter Eckert: Visitenkarte für Ortsfremde. Vor 75 Jahren. Eröffnung des neuen Friedberger Bahnhofs. In: Wetterauer Zeitung, Beilage: Hessische Heimat. 5. November 1988, S. 91–92.
  •  Alfred Kerber, Wolfgang A. Keil: Friedberg - Deine Bahn. Friedberg (Hessen) 1979 (Aufsatz, maschinenschriftl., Matrizenabzug, Sammlung Wetterau).
  • Frank Trumpold: Friedbergs alter Bahnhof (1850-1913). In: Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (OVAG) (Hrsg.): Anschluss an die weite Welt: Zur wechselvollen Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen, Friedberg 2014 (2015), ISBN 978-3-9815015-5-1, S. 54-57.
  • Frank Trumpold: Friedbergs neuer Bahnhof (seit 1913). In: Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (OVAG) (Hrsg.): Anschluss an die weite Welt: Zur wechselvollen Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen, Friedberg 2014 (2015), ISBN 978-3-9815015-5-1, S. 58-60.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Bahn.de Hessischer Fernbahnhof wird denkmalgerecht saniert
  2. Trumpold: Friedbergs alter Bahnhof, S. 54.
  3. Eisenbahn in Hessen. 2005, S. 143.
  4. Eisenbahn in Hessen. 2005, S. 143.
  5. Trumpold: Friedbergs alter Bahnhof, S. 55.
  6. Eisenbahn in Hessen. 2005, S. 188.
  7. Trumpold: Friedbergs alter Bahnhof, S. 55.
  8. Frank Trumphold: Das Bahnbetriebswerk Friedberg (Hess). In: Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (OVAG) (Hrsg.): Anschluss an die weite Welt: Zur wechselvollen Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen, Friedberg 2014 (2015), ISBN 978-3-9815015-5-1, S. 208-211.
  9. Eisenbahn in Hessen. 2005, S. 189.
  10. Bahnhof: Freude über neues Erscheinungsbild auf: wetterauer-zeitung.de, 1. November 2010.
  11. Im Bahnhof: McDonald’s soll am 28. Januar eröffnet werden. auf: wetterauer-zeitung.de, 4. Januar 2011.
  12. Direktverbindung Siegen - Österreich nimmt am 13. Dezember Verkehr auf. Pressemitteilung des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd vom 24. August 2009 (PDF; 116 KB). Abgerufen: 13. September 2009.
  13. Eurocity für Siegen. In: Sauerlandkurier. 27. Mai 2009.