Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach

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Groß-Umstadt Wiebelsbach
Bahnsteige in Groß-Umstadt Wiebelsbach
Bahnsteige in Groß-Umstadt Wiebelsbach
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung FWH
Eröffnung 27. Dezember 1870
Architektonische Daten
Baustil Historismus
Lage
Stadt Groß-Umstadt
Ort Wiebelsbach
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 49′ 59,2″ N, 8° 56′ 27,2″ O49.83318.9409Koordinaten: 49° 49′ 59,2″ N, 8° 56′ 27,2″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen

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Der Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach liegt an der hessischen Odenwaldbahn und gehört zur Bahnhofskategorie 5. Hier verzweigt sich die aus Richtung Erbach kommende Odenwaldbahn in die Streckenäste nach Darmstadt und Hanau. Der Bahnhof liegt im Verbundgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude
Empfangsgebäude von 1871, jetzt Bahnmeisterei

Der Bahnhof ging am 27. Dezember 1870 mit der Eröffnung des Streckenastes nach Babenhausen (weitergeführt 1882 nach Hanau) in Betrieb. Am 15. Juli 1871 folgte die Verbindung nach Darmstadt und am 24. Dezember 1871 die Eröffnung der Strecke nach Erbach (1882 bis Eberbach verlängert). Alle diese Strecken und den Bahnhof baute und betrieb damals die Hessische Ludwigsbahn.

Der Bahnhof trug ursprünglich den Namen Wiebelsbach-Heubach. Wiebelsbach und Heubach sind heute Stadtteile von Groß-Umstadt. Der Bahnhof war aber von den beiden namensgebenden Dörfern weit abgelegen und „steht mitten auf der grünen Wiese“. Als zwischen 1984 und 1988 die durchgehenden Züge von Frankfurt nach Stuttgart als D-Züge verkehrten,[1] galt der Bahnhof Wiebelsbach-Heubach als die einsamste Schnellzugstation Deutschlands.

Das erste Empfangsgebäude von 1871 ist heute noch erhalten. Es steht auf der dem heutigen Empfangsgebäude gegenüber liegenden, Wiebelsbacher Gleisseite und diente nach Errichtung des zweiten Empfangsgebäudes als Bahnmeisterei. Das zweite Empfangsgebäude wurde von 1905 bis 1910 östlich der Gleise, auf der Heubacher Seite, errichtet. Es wurde in einer eklektischen Stilmischung aus Elementen der Neorenaissance, des Jugend- und des Heimatstils errichtet. Beide Empfangsgebäude sind heute – ebenso wie die gesamte Odenwaldbahn – Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.[2]

Am 10. September 2005 erhielt der Bahnhof – zeitgleich mit zahlreichen anderen Stationen der Odenwaldbahn – seinen gegenwärtigen Namen.

Technische Ausstattung[Bearbeiten]

Im Bahnhof befindet sich ein Elektronisches Stellwerk (ESTW), welches die gesamte Odenwaldbahn steuert.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

BR 615 in Groß-Umstadt Wiebelsbach

Die Odenwaldbahn ist nicht elektrifiziert, so dass hier Züge des Typs Bombardier Itino (BR 615) zum Einsatz kommen. Alle Linien werden von der VIAS GmbH befahren.

Verkehr[Bearbeiten]

Linie Zuglauf Taktfrequenz Name
RE 64 Frankfurt (Main) HbfOffenbach (Main) HbfHanau HbfBabenhausen (Hess)Groß-Umstadt Wiebelsbach (– Erbach (Odenw)) 60 min Odenwaldbahn
Odenwald-Netz
RB 64 Hanau Hbf – Seligenstadt (Hess) – Babenhausen (Hess) – Groß-Umstadt Wiebelsbach 60 min
RE 65 Darmstadt HbfDarmstadt NordReinheim (Odenw)Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (Odenw) 60 min Odenwaldbahn
Odenwald-Netz
SE 65 Frankfurt (Main) Hbf – Darmstadt Nord – Reinheim (Odenw) – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (Odenw) 60 min
RB 65 Darmstadt Hbf – Darmstadt Nord – Reinheim (Odenw) – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (Odenw) – Eberbach 60 min

Einige Züge der Linie RB 65 fahren ab Darmstadt Hbf weiter als Linie RB 66 über die Main-Neckar-Eisenbahn und die Pfungstadtbahn bis nach Pfungstadt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Utz von Wagner: Die Odenwaldbahn. Eine romantische Eisenbahnreise von Darmstadt nach Eberbach = Eisenbahn-Bildarchiv 15. Freiburg 2005. ISBN 3-88255-354-5, S. 8.
  2. Rödel, S. 445.