Bahnhof Liège-Guillemins

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bahnhof Lüttich-Guillemins)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bahnhof Liège-Guillemins
IMG 5215 Liège-Guillemins.JPG
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 9
Reisende wochentags 15.153
samstags 7.590
sonntags 7.508[1]
Eröffnung 18. September 2009
Webadresse www.b-europe.com
Architektonische Daten
Architekt Santiago Calatrava
Lage
Stadt Lüttich
Provinz Lüttich
Region Wallonie
Staat Belgien
Koordinaten 50° 37′ 24,9″ N, 5° 34′ 2,9″ O50.6235833333335.5674722222222Koordinaten: 50° 37′ 24,9″ N, 5° 34′ 2,9″ O
Liste der Bahnhöfe in Belgien

i1i3i7i10i12i14i16i16i16i18

Der Bahnhof Liège-Guillemins ist der wichtigste Bahnhof der in der belgischen Region Wallonien gelegenen Stadt Lüttich. Der nach durchgreifendem Um- und Neubau im September 2009 in seiner heutigen Gestalt in Betrieb genommene Bahnhof befindet sich etwas außerhalb der Innenstadt, im Stadtteil Guillemins. Er ist Haltepunkt von Thalys- und Intercity-Express-Zügen und damit ein Knotenpunkt im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Außerdem ist er ein bedeutender Bahnhof im Regionalverkehr der SNCB/NMBS. Pro Tag verkehren hier rund 500 Züge.

Inhaltsverzeichnis

Hochgeschwindigkeitsbahnhof nach Entwürfen von Santiago Calatrava [Bearbeiten]

Innenansicht des Bahnhofs

Das nach den Entwürfen des Architekten Santiago Calatrava vollständig neu errichtete Bahnhofsgebäude ist am 19. September 2009 feierlich eröffnet worden.[2]

Die Planungen für das neue Bahnhofsgebäude begannen 1996. Es wurden 312 Millionen Euro investiert und unter anderem 10.000 t Stahl zur Errichtung des 200 m langen, auf- und abschwingenden und an eine Schanze erinnernden Bogens des Bahnhofsdaches verbaut, welches sich bis zu 40 m über dem modernisierten Gleisbett erhebt. Beim Entwurf des Bauwerkes soll der Planer von einer sich auf dem Rücken räkelnden Frau inspiriert worden sein.[3] Der Bau hat keine Außenfassade im herkömmlichen Sinn; stattdessen ist der Übergang von Innen nach Außen nahtlos gestaltet.[4]

Die Streckengleise (Aachen–)Welkenraedt–Lüttich–Brüssel wurden im Zuge des Umbaus auf die Nordseite des Bahnhofs verlegt und drei Bahnsteige mit 450 m Nutzlänge geschaffen. Die Einfahrgeschwindigkeit in den Bahnhof wurde von 40 auf 100 km/h erhöht.[5]

Der neue Lütticher Bahnhof wird von der SNCB als ein Teilstück der Modernisierung der belgischen Eisenbahnverbindungen gesehen, und zwar in der Anbindung Belgiens an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen London, Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln/Frankfurt.[6] Seit dem Jahr 2009 beträgt die Fahrtzeit zwischen Köln und Lüttich nur noch eine knappe Stunde.

Praktisch noch ungelöst ist die Anbindung des neuen Bahnhofs an das städtische Umfeld bzw. die regionale Infrastruktur. Einer wirtschaftlichen und städtebaulichen Aufwertung des nach einer Niederlassung des strengen Ordens der Wilhelmiten benannten Stadtteils stehen voraussehbar die Interessen der jetzigen Bewohner an bezahlbarem Wohnraum und der Wahrung des bisherigen sozialen Umfelds gegenüber.[3]

Calatrava soll auch den neuen Bahnhof von Mons bauen.[3]

Gründe für den Bau des neuen Bahnhofs [Bearbeiten]

Mit dem Aufkommen der Hochgeschwindigkeitszüge galt der alte Bahnhof Lüttich-Guillemins als nicht mehr zeitgemäß: Die Bahnsteige waren zu schmal und zu stark gekrümmt, außerdem sah der gesamte Bahnhofsbereich heruntergekommen aus. Ferner waren die Platzverhältnisse für die stark angestiegenen Passagierströme zu knapp, und es mangelte an Komfort. Darüber hinaus beschränkten die vielen niveaugleichen Kreuzungen die Ankunft und Abfahrt von Zügen. Für aktuelle Fernzüge waren überdies die Bahnsteige zu kurz. Da sich ein Ausbau des alten Bahnhofs nicht mehr lohnte, wurde sein Abbruch und Neubau beschlossen.

Nach einem internationalen Wettbewerb um den Posten des Architekten für den neuen Bahnhof in Lüttich wurde das Projekt an den berühmten Architekten Santiago Calatrava vergeben. Calatravas Entwürfe sind umstritten und darüber hinaus hat er wiederholt Design-Bahnhöfe errichtet. Er entwarf den früheren Bahnhof Stadelhofen in Zürich, den Bahnhof von Luzern, den Bahnhof Lyon-Saint-Exupéry TGV, den intermodalen Bahnhof Oriente in Lissabon und die neue PATH-Station in New York. Der neue Bahnhof besteht aus Stahl, Glas und weißem Beton und hat einen monumentalen Baldachin von 200 m Länge und 35 m Höhe. Das Datum der Fertigstellung war ursprünglich für April 2006 geplant. Schließlich fand die Eröffnung der Station am Freitag, den 18. September 2009 statt und die Fertigstellung erfolgte 2 Wochen davor.

Der Bahnhof im Lauf der Jahrzehnte [Bearbeiten]

Verbindungen im Fern- und Regionalverkehr [Bearbeiten]

international [Bearbeiten]

  • Thalys
    • Paris-Nord–Brüssel-Midi–Lüttich-Guillemins–Aachen–Köln (HSL 2 & HSL 3)
    • Paris-Nord–Mons–Charleroi–Namur–Lüttich-Guillemins
  • ICE
    • Brüssel-Midi–Lüttich-Guillemins–Aachen–Köln–Frankfurt/Main (HSL 2 & HSL 3)

täglich [Bearbeiten]

  • IC
    • A : Ostende–Brügge–Gent–Brüssel–Löwen–Lüttich-Guillemins–Verviers–Welkenraedt–Eupen
  • IR
    • c : Antwerpen–Hasselt–Tongern–Lüttich-Guillemins
    • m : Liers–Lüttich-Guillemins–Luxemburg
    • q : Lüttich-Guillemins–Welkenraedt–Aachen (euregioAIXpress)
  • L
    • Lüttich-Palais-Lüttich-Guillemins-Verviers
    • Lüttich-Guillemins-Waremme
    • Herstal-Lüttich-Guillemins-Jemelle

in der Woche [Bearbeiten]

  • IC
    • D : Lille–Tournai–Mons–La Louvière–Charleroi–Tamines–Namur–Huy–Lüttich-Guillemins–Herstal–Milmort–Liers
    • F : Quiévrain–Brüssel–Lüttich-Guillemins
    • M : Brüssel–Ottignies–Gembloux–Namur–Statte–Huy–Lüttich-Guillemins–Herstal–Liers
    • O : Brüssel–Lüttich-Guillemins–Visé
  • L
    • Lüttich-Palais-Lüttich-Guillemins-Statte
  • verschiedene P-Züge in der Hauptverkehrszeit

am Wochenende [Bearbeiten]

  • IC
    • D: Lille-Namur-Lüttich-Guillemins-Lüttich-Palais
    • E : Knokke/Blankenberge–Brügge-Gent-Brüssel–Landen-Lüttich-Guillemins/Genk

Übergang zum Nahverkehr [Bearbeiten]

Auf dem Bahnhofsvorplatz befinden sich Haltestellen des innerstädtischen und regionalen Busverkehrs der Verkehrsgesellschaft Transport en Commun.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Liège-Guillemins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Anzahl der einsteigenden Fahrgäste 2009: Reizigerstellingen 2009, TreinTramBus.be
  2. Liège-Guillemins : la gare est à vous!
  3. a b c Olaf Münichsdorfer: Lichtblicke für Lüttich. d'Land 13. November 2009. S. 27.
  4. Projects.
  5. Sven Andersen: Neu- und Ausbaustrecken für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2002, ISSN 1421-2811, S. 278–281.
  6. Liens vers d'autres sites.