Bahnhof Lehrte

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Bahnhof Lehrte
Bahnhof Lehrte (Niedersachsen)
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Daten
Kategorie 3
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Abkürzung HLER
Profil auf Bahnhof.de Nr. 3620
Lage
Stadt Lehrte
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 22′ 36″ N, 9° 58′ 28″ O52.3766666666679.9744444444444Koordinaten: 52° 22′ 36″ N, 9° 58′ 28″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen

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Ehemaliges Stellwerk, an dem sich die Strecken nach Hannover (links) und Celle (rechts) trennen

Der Bahnhof Lehrte ist ein 1843 errichteter Personen- und Güterbahnhof in der Niedersächsischen Stadt Lehrte östlich von Hannover. Er ist ein wichtiger Kreuzungsbahnhof im Nord-Süd- und Ost-West-Güterverkehr in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Lehrte entwickelte sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen und wurde zu einer typischen sogenannten Eisenbahnerstadt. 1843 wurde die Eisenbahnstrecke Hannover–Peine über Lehrte gebaut, die in den folgenden Jahren nach Braunschweig verlängert und mit Seitenlinien von Lehrte nach Celle (1845) und nach Hildesheim (1846) verlängert wurde. 1844 entstand auch das Empfangsgebäude des Bahnhofes im klassizistischen Stil nach Plänen von Eduard Ferdinand Schwarz.

Die Berlin-Lehrter Eisenbahn wurde von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft (MHE) gebaut und 1871 durchgängig eröffnet. Sie stand in Konkurrenz zu der bereits bestehenden Bahnlinie über Magdeburg und Braunschweig. Endpunkt der Bahn war in Berlin der Lehrter Bahnhof, der 1958 abgerissen wurde. Der nahe dieser Stelle befindliche neue Berliner Hauptbahnhof erinnert mit dem Namenszusatz „Lehrter Bahnhof“ noch daran.

Die Bahnstrecke nach Hildesheim, die die südliche Kernstadt in eine westliche und östliche Hälfte teilte, wurde 1990 umgelegt und östlich von Lehrte an das Streckennetz wieder angeschlossen. Hierdurch ergab sie eine lang erwünschte Verkehrsentlastung im Bereich des Stadtkerns. Der alte Bahndamm wurde als innerstädtischer Grünzug neu gestaltet. Die für Lehrte typischen Bahnschranken waren damit in der Kernstadt verschwunden.

1998 wurde die Schnellfahrstrecke von Hannover über Lehrte an der alten Berlin-Lehrter Eisenbahn entlang über Meinersen, Gifhorn, Wolfsburg, Oebisfelde, Stendal und Spandau nach Berlin eröffnet. Lehrte ist heute reine Nahverkehrsstation, da die ICE und IC in Richtung Berlin und die IC in Richtung Leipzig durchfahren.

Bis zum Sommer 2008 wurde der Knoten in Lehrte erneut umgestaltet, um Güterzügen von der Umgehungsbahn und aus Celle eine kreuzungsfreie Fahrtmöglichkeit nach Hildesheim und Braunschweig zu geben, die Gleise der Schnellfahrstrecke wurden dafür hochgelegt. Die Fernzüge aus Wolfsburg und Braunschweig können Lehrte seitdem mit 120 km/h durchfahren.

[Bearbeiten] Personennahverkehr

Für den Personennahverkehr ist Lehrte ein wichtiger Knotenpunkt im Großraum-Verkehr Hannover (GVH) mit Anschluss an die S-Bahn Hannover. Unter anderem halten oder enden Zugverbindungen verschiedener Kategorien von/nach Bielefeld, Braunschweig, Celle, Hannover, Hildesheim, Rheine und Wolfsburg in Lehrte.

[Bearbeiten] Rangierbahnhof

Der ehemalige Rangierbahnhof am Schnittpunkt der Nord-Süd- und Ost-West-Güterstrecken wurde nach seiner Stilllegung 1960 bis 1964 um die Hälfte seiner bisherigen Anlagen verkleinert. Als zentraler Rangierbahnhof der Region Hannover wurde in den 1960er Jahren Seelze im Westen der niedersächsischen Landeshauptstadt ausgebaut.

[Bearbeiten] Megahub

Seit 1997 gib es Pläne für die Schnellumschlagsanlage Lehrte. Diese soll die Anlage in Hannover-Linden ersetzen. Die Reste des Rangierbahnhof, die aktuell durch die DB AG-Tochter DUSS betrieben werden[1], sollen in einen Containerbahnhof für den Seehafenhinterlandverkehr („Megahub“) umgebaut werden. Hier sollen im Kombinierten Verkehr die Container umgeschlagen werden. Dies soll hier nicht nur zwischen Lkw und Güterzügen geschehen sondern auch zwischen den Zügen. Die Güterwaggons nicht rangiert werden, sondern die Container von Containerbrücken umgesetzt werden. Die 100 Millionen Euro teuere Einrichtung soll die Bezeichnung „Megahub Lehrte“ tragen. Die Anlage wird aus zwei Gleissystemen mit je drei Gleisen bestehen. Diese sind für Zuglängen von 700 m ausgelegt und von drei 82 m breiten Containerbrücken überspannt.[2] Daneben werden die Container über Fahrerlose Transportfahrzeuge umgeschlagen[3] Neben den existierenden Bahnstrecken soll dieser Bahnhof über eine 17 km lange Güterzuganbindung an die Y-Trasse angebunden werden. Das Planfeststellungsverfahren hierzu wurde am 14. April 2005 abgeschlossen.[4][5] Im November 2011 einigten sich die DB Netz AG und das Bundesverkehrsministerium auf eine Finanzierungsvereinbarung. Das Verkehrsministerium stellte hierfür in seinen Investitionsrahmenplan 2011–2015 77,1 Millionen Euro ein.[6] Der geplante Baubeginn ist 2012.[7] Nördlich des Bahnhofes entwickelt die Region Hannover das 4,7 Hektar große Güterverteilzentrum Hannover-Lehrte.[8]

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Neue Westfälische:„Container-Bahnhof ein Trumpf“
  2. Eurailpress:„Bund stellt Mittel für Megahub Lehrte bereit“
  3. Hannoversche Allgemeine 18.10.2010: „Megahub in Lehrte wird vorerst nicht gebaut“
  4. Eisenbahn Bundesamt 14. April 2005: „Planfeststellungsbeschluß Bau einer Umschlaganlage für den Kombinierten Verkehr am Standort Lehrte Hannover“
  5. Deutsche Verkehrszeitung 24.8.2010:„Warten auf den Megahub in Lehrte“
  6. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung:„Investitionsrahmenplan 2011 - 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP)“
  7. http://www.dvz.de/news/politik/artikel/id/bau-von-mega-hub-in-lehrte-kann-2012-starten.html Deutsche Verkehrszeitung: „Bau von Mega-Hub in Lehrte kann 2012 starten“
  8. HRG: „GVZ Hannover-Lehrte“
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