Bahnhof Marseille-Saint-Charles

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Marseille-Saint-Charles
Ansicht der Bahnhofshalle vom Bahnsteigende aus
Ansicht der Bahnhofshalle vom Bahnsteigende aus
Daten
Betriebsart Kopfbahnhof
Bahnsteiggleise 16
Reisende/Jahr 15,5 Millionen (2008)
Eröffnung 1848
Lage
Stadt Marseille
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Staat Frankreich
Koordinaten 43° 18′ 12,5″ N, 5° 22′ 47,4″ O43.30347615.3798246Koordinaten: 43° 18′ 12,5″ N, 5° 22′ 47,4″ O
Höhe über SO 49 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Frankreich
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Der Bahnhof Marseille-Saint-Charles ist der wichtigste Bahnhof des Großraums Marseille. Ein erstes Bahnhofsgebäude wurde am 8. Januar 1848 eröffnet, der jetzige Bau wurde erst einige Jahre später vollendet. Der Kopfbahnhof befindet sich auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Stadtzentrums.

Die Anzahl der Reisenden hat in den letzten Jahren stark zugenommen: waren es im Jahr 2000 7,1 Millionen Fahrgäste, so waren es im Jahr 2008 schon 15,5 Millionen. Dies hängt insbesondere mit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke LGV Méditerranée zusammen, die die Fahrzeit von Paris nach Marseille auf drei Stunden verkürzte.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich bei Km 862,125 der Bahnstrecke Paris–Marseille[1] und bei Km 444,084 der Bahnstrecke Lyon–Marseille.[1] Außerdem ist er der Anfangspunkt der Bahnstrecken Marseille–Ventimiglia und| Marseille-Saint-Charles–Marseille-Joliette.

Er weist 16 Kopfgleise auf und ist mit 1500 V Gleichstrom elektrifiziert. Eine Abstellanlage befindet sich nördlich des Bahnhofs.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fassade des Bahnhofs
Die “Halle Honnorat”

Das Bahnhofgebäude wurde 1848 in Form eines die Gleise umfassenden U erbaut, es gab einen Flügel für die ankommenden und einen für die abfahrenden Fahrgäste. Diese zwei Flügel wurden durch ein Glasdach zu einer Bahnhofshalle verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der nördliche Flügel abgerissen, um den Bahnhof erweitern zu können. Das Hallendach und die es tragende Wand blieben erhalten. Ende der 1990er Jahre war es nötig, den Bahnhof neu zu strukturieren. Das Projekt beinhaltete unter anderem die Neugestaltung des Busbahnhofs und der umliegenden Stadtteile, im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der LGV Méditerranée. Im Juni 2001 wurde der neugestaltete Bahnhof in Betrieb genommen, unter anderem wurde der Querbahnsteig komplett erneuert. Auf der Nordseite wurde 2007 die neue Halle Honnorat eröffnet, sie hat eine Fläche von 6400 m².[2]

Betrieb[Bearbeiten]

Bahnhofshalle

Vom Bahnhof Saint-Charles gibt es Verbindungen mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV zu folgenden Bahnhöfen: Paris Gare de Lyon, Massy TGV, Marne-la-Vallée-Chessy, Aéroport Charles de Gaulle 2 TGV, Valence TGV, Aix-en-Provence TGV, Avignon TGV, Nîmes,Lyon Part-Dieu und Lille-Europe. Seit dem 23. März 2012 existiert eine TGV-Direktverbindung über Lyon, Strasbourg und Mannheim nach Frankfurt.

Verbindungen mit Intercités bestehen zu den Bahnhöfen Nîmes, Montpellier, Béziers, Perpignan, Toulouse, Bordeaux, Nizza und Ventimiglia.

Der Bahnhof Marseille-Saint-Charles ist der wichtigste Knoten für die Nahverkehrszüge des TER Provence-Alpes-Côte d’Azur. Von ihm aus führen viele Linien ins Umland, unter anderem nach Toulon, Nizza, Aix-en-Provence, Briançon, Grenoble, Lyon und Avignon.

Anbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird von den zwei Métrolinien der Métro Marseille bedient, die von der Régie des Transports de Marseille betrieben werden. Außerdem halten einige Buslinien am Bahnhof. Der Bahnhof besitzt seit 2006 auch einen großen Busbahnhof, dieser ist Knotenpunkt der “Cartreize”, ein Busunternehmen im Département Bouches-du-Rhône.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Marseille-Saint-Charles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Livre : Nouvelle géographie ferroviaire de la France par Gérard Blier, Tome 2, Seite 226.
  2. Après dix ans de travaux, la gare Saint-Charles est sur les rails et La nouvelle gare Saint-Charles ouvre ses quais et ses commerces, La Provence et Autour de la gare Saint-Charles, agrandie, Marseille se régénère, le Monde, 9. und 10. Dezember 2007.