Bahnhof Niederlahnstein

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Niederlahnstein
Bahnhof Niederlahnstein (Rheinland-Pfalz)
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Daten
Kategorie 4
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4 (zuvor 6)
Abkürzung KNL
IBNR 8000278
Eröffnung 3. Juni 1864
Lage
Stadt Lahnstein
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 19′ 1″ N, 7° 35′ 59″ O50.31694447.5997222Koordinaten: 50° 19′ 1″ N, 7° 35′ 59″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
i7i13i15i16i16i18i20

BW

Der Bahnhof Niederlahnstein ist neben dem Bahnhof Oberlahnstein und dem Haltepunkt Friedrichssegen einer von drei Bahnhöfen in der rheinland-pfälzischen Stadt Lahnstein. Der Trennungsbahnhof der Rechten Rheinstrecke und der Lahntalbahn liegt im Stadtteil Niederlahnstein und bildet eine Verkehrsdrehscheibe des öffentlichen Personennahverkehrs im Rhein-Mosel-Lahn-Gebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nassauische Rhein Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete 1856 das erste Teilstück der 1853 konzessionierten nassauischen Rheintalbahn von Wiesbaden nach Rüdesheim. Wegen finanzieller und technischer Schwierigkeiten wurde die Strecke erst 1862 bis Oberlahnstein und am 3. Juni 1864 bis Niederlahnstein verlängert. Dort erhielt die Rheintalbahn über die Pfaffendorfer Brücke Anschluss an die Strecke der Rheinischen Eisenbahngesellschaft nach Koblenz und ihr linksrheinisches Schienennetz. Zuvor verband provisorisch mit dem Trajekt Stolzenfels–Oberlahnstein eine Eisenbahnfähre die beiden Strecken.

Am 27. Oktober 1869 wurde die Fortsetzung der nassauischen Rheintalbahn von Niederlahnstein bis Neuwied eröffnet.

Mit dem Untergang des Herzogtums Nassau als eigenständigem Staat im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 wurde die Lahntalbahn Bestandteil der Preußischen Staatseisenbahnen, welche ab 15. Mai 1879 eine direkte Verbindung von Niederlahnstein über die Lahn zur Stammstrecke unweit von Friedrichssegen einrichtete. Die Einmündung befand sich bei der Blockstelle Hohenrhein.

1878/79 wurde im Süden von Koblenz die Horchheimer Eisenbahnbrücke, eine wichtige Verbindung zwischen rechter und linker Rheinstrecke, errichtet. Damit wurde der direkte Anschluss Niederlahnsteins nach Koblenz geschaffen. Im selben Zeitraum erhielt der Bahnhof ein neues Empfangsgebäude.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof das Ziel alliierter Luftangriffe, am 26. Dezember 1944 wurde dabei das Empfangsgebäude komplett zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der zerstörte Lahntalbahn-Abschnitt Niederlahnstein–Hohenrhein nur eingleisig wieder aufgebaut.

Das Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe wurde im August 1952 als selbstständige Dienststelle aufgelöst.[1]

Um das Jahr 1960 wurde die gesamte Rechte Rheinstrecke von Köln bis Wiesbaden elektrifiziert.

Zwischen Anfang Juni 2004 und Anfang November 2009 wurde der Bahnhof Niederlahnstein im Zuge des Rheinland-Pfalz-Taktes in einem Pilotprojekt des Landes Rheinland-Pfalz zum „Umweltbahnhof Niederlahnstein“ umgestaltet. Kernpunkt des Konzepts war der barrierefreie Ausbau der Bahnsteige. Es wurde drei Personenaufzüge zu den Bahnsteigen gebaut. Darüber hinaus entstanden neue Bahnsteigdächer, eine Fahrradabstellanlage, Kurzzeitparkplätze und neue Zugänge zur Fußgängerunterführung. Mit der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes war die Stadt Lahnstein beauftragt. Die Gesamtbaukosten des Projektes beliefen sich auf 5,4 Millionen Euro.[2]

Im Dezember 2007 wurde das elektronische Stellwerk Rechter Rhein in Betrieb genommen. Im Sommer 2008 wurde die zweite Bauphase des Projektes fertiggestellt. Der Streckenabschnitt Oberlahnstein–Niederlahnstein wurde an das elektronische Stellwerk angeschlossen.[3]

Im Jahr 2007 wurden die Leistungen auf dem Abschnitt Frankfurt–Koblenz vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) europaweit ausgeschrieben. Zum Fahrplanwechsel 2010/2011 am 12. Dezember 2010 hat die VIAS GmbH den Betrieb zwischen Neuwied, Koblenz, Wiesbaden und Frankfurt übernommen.[4]

Empfangsgebäude[Bearbeiten]

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs wird heute durch die Agentur für Arbeit genutzt.

Gleisanlagen[Bearbeiten]

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Der Niederlahnsteiner Bahnhof besitzt umfangreiche Gleisanlagen. Der Personenverkehr wird an vier Bahnsteiggleisen (zwei Mittelbahnsteige) abgewickelt. Einen Hausbahnsteig gibt es nicht.

Die Nummerierung beginnt auf der Westseite am Empfangsgebäude.

  • Gleis 2 ist ein Durchgangsgleis sowie ein Streckengleis der Lahntalbahn und teilt sich mit Gleis 3 einen Inselbahnsteig. Heute halten hier die Züge der Vectus-Linie RB 25 und der Lahntal-Express (RE 25) in Richtung Koblenz Hbf.
  • Gleis 3 ist ein Durchgangsgleis und liegt am Bahnsteig neben Gleis 2. Heute halten hier die Züge in Richtung Limburg und Gießen.
  • Gleis 4 ist ein Durchgangsgleis und ein Streckengleis der Rechten Rheinstrecke. Es teilt sich mit Gleis 5 einen weiteren Inselbahnsteig. Heute halten hier die VIAS-Züge in Richtung Koblenz Hbf und Neuwied.
  • Gleis 5 ist ein weiteres Durchgangsgleis und liegt am Bahnsteig neben Gleis 4. Hier fahren die VIAS-Züge Richtung Frankfurt (Main) Hbf über Rüdesheim und Wiesbaden Hbf.
  • Gleis 6 war ein Durchgangsgleis ohne Bahnsteig, welches früher dem Güterverkehr diente. Etwa in der Mitte des Bahnhofs Niederlahnstein steht auf diesem Gleis ein Prellbock, wodurch dieses Gleis nur von Niederlahnstein bis Koblenz benutzt werden kann.
  • Gleis 7 ist ein für den Güterverkehr nutzbares Durchgangsgleis, zu welchem heute jedoch der Zugang im Zuge des Projektes „Umweltbahnhof Niederlahnstein“ versperrt und überbaut wurde. Der noch vorhandene Inselbahnsteig, welchen sich Gleis 7 mit Gleis 8 teilt, wird heute nicht mehr genutzt.
  • Gleis 8 ist wie Gleis 7 ein ebenfalls nur noch für den Güterverkehr nutzbares Gleis.

Personenverkehr[Bearbeiten]

Bahnanlagen im Großraum Koblenz

Hier halten alle auf den beiden Strecken verkehrenden Nahverkehrszüge (RE, SE, RB). Güter- und einzelne Fernverkehrszüge fahren ohne Halt durch den Bahnhof.

Auf dem Südabschnitt der Rechten Rheinstrecke (Koblenz–Wiesbaden–Frankfurt) verkehrten bis zum Fahrplanwechsel 2010/2011 im Dezember 2010 die Loreley-Bahn (RB 10) und der Loreley-Express (RE 10), welche von der Deutschen Bahn (DB) betrieben wurden. Im Zuge der europaweiten Ausschreibung verkehren seit dem 12. Dezember 2010 nur noch Stadt-Express-Züge im Stundentakt, teilweise sogar halbstündlich, welche nun von der VIAS GmbH betrieben werden. Die VIAS GmbH setzt neue Triebzüge vom Typ Stadler Flirt ein.

Auf der Lahntalbahn verkehrten seit dem Fahrplanwechsel 2004/2005 am 12. Dezember 2004 Triebwagen der vectus Verkehrsgesellschaft mbH zwischen Koblenz Hbf und Limburg (Lahn) etwa im Stundentakt. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 wurde diese Leistung wieder von der Deutschen Bahn übernommen und die Regionalbahnlinie von Limburg nach Koblenz wurde über Andernach nach Mayen verlängert. Außerdem verkehrt noch die Regional-Express-Linie Lahntal-Express zwischen Koblenz Hbf, Limburg und Gießen.

Linien
Koblenz Hbf Eisenbahn SE 10 Oberlahnstein
Koblenz Hbf Eisenbahn RB 23 Friedrichssegen
Koblenz Hbf Regional RE 25 Bad Ems

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eisenbahnerstadt Oberlahnstein. Abgerufen am 14. Dezember 2014.
  2. Umweltbahnhof Niederlahnstein
  3. www.bahnaktuell.net: ESTW Rheintal: Weiterer Streckenabschnitt geht in Betrieb Abgerufen am 5. November 2011
  4. www.vias-online.de: Ausschreibung RMV-Linie 10