Bahnhof Winterthur

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Bahnhof Winterthur
Picswiss ZH-13-02.jpg
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Perrongleise 9
Reisende 122'000 täglich (Stand 2010)
Abkürzung W
Eröffnung 1855
Architektonische Daten
Baustil Renaissance
Architekt Jakob Friedrich Wanner (1860)
Lage
Stadt Winterthur
Kanton Zürich
Staat Schweiz
Koordinaten 696796 / 26181947.58.7233333333333Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 8° 43′ 24″ O; CH1903: 696796 / 261819
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
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Der Bahnhof Winterthur, auch Winterthur Hauptbahnhof genannt, ist der grösste und wichtigste Bahnhof der Schweizer Stadt Winterthur. Er wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betrieben und ist der Bahnhof mit der landesweit dritthöchsten Passagierfrequenz. Der Bahnhof wird von etlichen Linien der S-Bahn Zürich sowie von zahlreichen Zügen des Schienenpersonenfernverkehrs bedient. Es bestehen zudem direkte Zugverbindungen nach Deutschland. Die meisten Züge, die in die Ostschweiz fahren, passieren den Bahnhof Winterthur. Abweichend von der offiziellen SBB-Bezeichnung wird der Bahnhof vom lokalen Verkehrsunternehmen Stadtbus Winterthur, dessen Drehscheibe er darstellt, als Hauptbahnhof bezeichnet und vom Bundesamt für Verkehr in seiner Dienststellendokumentation (Didok) als solcher bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

1855 entstand in Winterthur ein erster provisorischer Riegelbau aus Holz als Bahnhofgebäude. Der Entwurf dafür stammt von A. Beck, welcher auch die Bauleitung hatte. Dieser Bau wurde 1860 an die Stadt Zürich verkauft, welche ihn in der Nähe des Kornhauses wieder aufbauen wollte. Mit grösster Wahrscheinlichkeit wurde er für den Bau der Kornhauswirtschaft verwendet, da diese sehr grosse Ähnlichkeit hatte.[1]

Fünf Jahre nach der Eröffnung des Provisoriums wurde der erste richtige Bahnhof unter der Leitung des Architekten Jakob Friedrich Wanner erbaut, der zusammen mit A. Beck auch für den Entwurf zuständig war. Der Baumeister Meier stammte aus Winterthur, die Bahnhalle wurde von der Firma Benkiser in Pforzheim gefertigt.[2] Als die Tösstalbahn und Nationalbahn in Winterthur den Betrieb aufnahmen, erfolgte 1875 die erste Erweiterung, mit beidseitig je einem Anbau mit der Breite von vier Fensterachsen, um Platz für neue Wartesäle zu erhalten.

Plan des Umbaus 1894-96

Mit dem Umbau 1894-96 erhielt das Bahnhofgebäude seine heutige Gestalt. Hierbei setzte sich der Vorschlag der Architekten Ernst Jung und Otto Bridler, ein Bahnhofsgebäude im Renaissancestil, durch; das Bundeshaus diente dabei als Vorlage.

Im Jahr 1944 wurden die heutigen Gleise 8 und 9 ergänzt. 1980 wurde der Bahnhof abermals um zwei Gleise (die heutigen Gleise 1 und 2) erweitert, die für die Tösstallinie und als Postzuggleis gebraucht wurden. Auf dem Postzuggleis fährt heute die S-Bahn nach Wil.

1988 wurde das zweigeschossige Parkdeck über den Geleisen des Bahnhofs gebaut. Im Jahr 2000 folgte der Bau des Stadttor Winterthur zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Gebäude des EPA-Warenhauses, in dem sich heute ein Coop-City-Warenhaus befindet.

Zwischen 1898 und 1951 wurde der Bahnhof auch von der Strassenbahn Winterthur bedient, deren zwei Linien zwischen 1915 und 1941 auf dem Bahnhofplatz miteinander verknüpft waren.

Gleisanlage[Bearbeiten]

Der Bahnhof ist ein Durchgangsbahnhof mit 9 Gleisen, wovon einzig die Gleise 1 und 2 nicht durchgehend sind. Ab dort verkehren die S-Bahnlinien ins Tösstal und nach Wil. Für die Schnellzüge werden die Gleise 3,4 und 5 benutzt, die am nächsten an der Bahnhofshalle stehen.

Vor dem Hauptbahnhof auf der Strecke Richtung Zürich befindet sich der ehemaligen Güterbahnhof, der jedoch 1995/1996 stillgelegt wurde und heute nur noch zum Abstellen von Zügen dient. Als Ersatz wurde die Unterhaltsanlage beim Bahnhof Oberwinterthur gebaut.

Bahnhofshalle vom Gleis 3 her gesehen (direkt mit dem Rücken zum Empfangsgebäude)

Zugverkehr[Bearbeiten]

S-Bahnlinien[Bearbeiten]

Folgende S-Bahnlinien, die alle dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) angehören, bedienen den Winterthurer Bahnhof. Während die Linien mit den niedrigeren Nummern von den SBB betrieben werden, werden die Züge mit höheren Nummern (ab S26) von Thurbo betrieben.

Nachtzüge[Bearbeiten]

Es verkehren fünf Nachtzüge ab Winterthur, wovon zwei dem Zürcher S-Bahnnetz zugeordnet sind. Die drei anderen gehören zu den „Thurbo-Nightliner“. Auch die Linie SN3 der S-Bahn Zürich wird von Thurbo betrieben und gehört gleichzeitig auch zu den Thurbo-Nightlinern.

Schnellzüge[Bearbeiten]

Diese regelmässig verkehrende Schnellzuglinien halten am Bahnhof.

Stadtverkehr[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Winterthur, wie der Bahnhof von Stadtbus genannt wird, ist der zentrale Busbahnhof von Stadtbus Winterthur und somit auch wichtigster Knotenpunkt des Trolleybus in Winterthur. Es halten alle bis auf zwei städtische Buslinien am Bahnhof. Auch die regionalen Linien des Stadtbusses sowie von Postauto halten alle am Bahnhof. Einzig die Linien, die Wiesendangen und ein paar Orte nordöstlich von Winterthur bedienen, fahren am Bahnhof Oberwinterthur ab. Der Busbahnhof von Winterthur ist der grösste im Kanton Zürich.

Stadt Winterthur[Bearbeiten]

Die Linien 1–3 sind Trolleybuslinien. Die restlichen Linien werden mit ausschliesslich niederflurigen Autobussen betrieben. Gelenkbusse kommen normalerweise auf den Linien 5, 7 und 14 zum Einsatz, auf den übrigen Linien fahren Standardbusse.

Linie Strecke
1 Töss – HB – Oberwinterthur
2 Wülflingen – HB – Seen
3 Rosenberg – HB – Oberseen
4 HB – Breite – HB (Rundkurs)
5 Technorama – HB – Dättnau
7 HB – Schlosstal – Bahnhof Wülflingen
10 HB – Bahnhof Oberwinterthur
11 HB – Steig
12 HB – Bruderhaus
14 HB – Bahnhof Hegi
M HB – Oskar Reinhart "am Römerholz" (Museumsbus; Taxilinie)

Regionallinien[Bearbeiten]

Die gelben Nummern sind Postautolinien, die blauen Nummern sind Linien von Stadtbus. Jedoch fahren auf den Linien 665/670 Linien von Stadtbus und Postauto.

Linie Strecke
660 HB – Brütten – Nürensdorf – Bassersdorf
665 HB – Neftenbach – Dättlikon
667 HB - Neftenbach (jeweils am Morgen und am Abend)
670 HB – Neftenbach – Berg am Irchel – Flaach – Rafz
674 HB - Rosenberg - Seuzach
676 HB – Rutschwil – Henggart
680 HB – Elsau – Schlatt – Elgg/Girenbad bei Turbenthal

Nachtbusse[Bearbeiten]

Nachtbusse sind die Linien die nachts von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag ab 1:30 bis 4:30 stündlich verkehren. Da die letzten regulären Busse meistens um 0:50 abgefahren sind (ab Bahnhof) und die ersten Busse wieder ab 5:30 verkehren, kann man daher von einem durchgehenden Verkehrsnetz sprechen, wenn die Nachtbusse fahren. Die Busse fahren die angegebenen Linien nur stadtauswärts, jedoch nicht mehr zurück.

Linie Strecke
N59 HB – Strochenbrücke – Schlosstal – Niederfeld – Bahnhof Wülflingen
N60 HB – Oberwinterthur – Seuzach – Adlikon (Postauto)
N61 HB – Hegi – Elsau – Wiesendangen – Sulz – Rickenbach – Ellikon – Altikon – Thalheim – Dinhard – Welsikon
N64 HB – Rosenberg – Seuzach – Flaach – Buch am Irchel – Riet bei Neftenbach (Postauto)
N65 HB – Waldheim – Eishalle – Oberseen
N66 HB – Töss – Brütten – Nürensdorf – Bassersdorf – Lindau – Kemptthal
N67 HB – Wülflingen – Neftenbach – Pfungen – Dättlikon
N68 HB – Seen – Rikon im Tösstal – Turbenthal – Wila (Postauto)

Kunstinstallation zum 750-Jahr-Stadtjubiläum[Bearbeiten]

Auf dem Gleis 4/5 sitzen seit April 2014 in einem Wartehäuschen auf den Bänken lebensgrosse Puppen, die zu einer Installation des Künstlerpaares Glaser-Kunz gehören. Mit Beamern werden auf die Gesichtsfelder Winterthurer projiziert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winterthur Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Stutz, Bahnhöfe der Schweiz, Seite 110
  2. Werner Stutz, Bahnhöfe der Schweiz, Seite 152