Bahnhof Wittenberge

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Wittenberge
Wittenberge Bahnhof 4006.jpg
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung WW
IBNR 8010382
Eröffnung 15. Oktober 1846
Architektonische Daten
Baustil Klassizismus
Lage
Stadt Wittenberge
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 0′ 7″ N, 11° 45′ 46″ O53.00194444444411.762777777778Koordinaten: 53° 0′ 7″ N, 11° 45′ 46″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
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Gleisende mit Prellbock auf der Westseite des Bahnhofs
Berliner Seite nach dem Umbau des Bahnhofs

Der Bahnhof Wittenberge der brandenburgischen Stadt Wittenberge liegt fast genau in der Mitte der Bahnstrecke Berlin-Hamburg. Etwa 5000 Fahrgäste nutzen täglich den von rund 100 Personenzügen bedienten Bahnhof.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Zugang und Bahnsteige[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt etwa 1,3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt am östlichen Rand der Stadt Wittenberge. Das Empfangsgebäude mit dem Hausbahnsteig ist von Westen her über mehrere direkt anstoßende Straßen erreichbar. Seine Bahnsteigkante hat nach dem bis 2004 erfolgten umfangreichen Umbau eine Länge von 375 Metern bei einer Höhe von 55 Zentimetern, weitere etwa 60 Meter Bahnsteigfläche im südlichen Teil liegen nicht direkt an den Durchfahrtsgleisen.

Vom mittleren Bereich des Empfangsgebäudes erstrecken sich in Richtung Norden zwei weitere Inselbahnsteige von 405 Meter Länge bei einer Höhe von jeweils 76 Zentimetern. Sie sind durch eine 65 Meter lange Unterführung mit dem Hausbahnsteig verbunden.

Eine barrierefreie Zugänglichkeit wird mit einer Rollstuhlrampe neben den drei straßenseitigen Treppenstufen entlang des Empfangsgebäudes und für die Inselbahnsteige durch Aufzüge neben den Treppenzugängen erreicht.

Bahnbetriebswerk[Bearbeiten]

Im Süden des Bahnhofs wurde bereits mit dem Bau der Strecke Berlin-Hamburg 1846 ein Werkstattgebäude errichtet, das im Laufe der Zeit zum Bahnbetriebswerk erweitert wurde. Es war wegen der Lage auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg wichtig für die Wartung, Bereitstellung und den Wechsel von Lokomotiven. 1872 wurde dort ein Ringlokschuppen nebst Drehscheibe errichtet. Nördlich angrenzend kam 1889 ein weiterer, größerer Ringlokschuppen mit 16 Ständen hinzu, der noch erhalten ist und restauriert wird. Er soll ab Mitte 2012 von den Dampflokfreunden Salzwedel als Eisenbahnmuseum genutzt werden. Wiederum daran anschließend befindet sich ein Rechteckschuppen mit ehemals sechs, heute noch fünf Lokomotiv-Ständen, der 2010 von der Schienenfahrzeugbau Wittenberge als Werkstattgebäude erworben wurde. Zwei Wassertürme sind heute noch erhalten, davon ist einer noch betriebsfähig. Mit der 1997 abgeschlossenen Elektrifizierung der Strecke und dem wartungsfreien Elektrolok-Betrieb verlor das Bahnbetriebswerk weitgehend seine vormalige Bedeutung.[2]

Streckenanbindungen[Bearbeiten]

Der Bahnhof wurde 1846 am Streckenkilometer 126 der Berlin-Hamburger Bahn errichtet. 1851 wurde die Strecke Wittenberge–Stendal eröffnet. Ab 1870 verlief von hier die Zweigstrecke Wittenberge–Lüneburg, die nach Nordwesten über die Dömitzer Elbbrücke und über Dannenberg (Elbe) nach Buchholz in der Nordheide führte. Damit wurde der Bahnhof Wittenberge zum wichtigen Eisenbahnknoten zwischen Berlin und Hamburg. Das Empfangsgebäude des damaligen Keilbahnhofs wurde zwischen den westlich gelegenen Gleisen der Magdeburger Strecke und den östlichen Gleisen der Berlin-Hamburger Bahn angelegt.

Ausbau[Bearbeiten]

Der Bahnhof Wittenberge wurde im Rahmen des Ausbaus der Berlin-Hamburger Bahn seit 2000 umfassend saniert. Er verlor dabei seine Eigenschaft als Inselbahnhof. Alle Gleise finden sich nun auf der östlichen Seite des Empfangsgebäudes. Die so genannte „Magdeburger Seite“ verlor ihre Gleise, die Strecke aus Richtung Stendal wurde südlich des Gebäudes auf die Berliner Seite verschwenkt. Dabei wurde auch die Gleisanzahl deutlich reduziert. Im Rahmen der Bauarbeiten wurden 280.000 Tonnen Erde bewegt, rund 22 Kilometer Gleis erneuert, 120 Weichen aus- sowie 42 eingebaut und 32 Kilometer Oberleitung erneuert.

Die Durchfahrgeschwindigkeit Richtung Berlin wurde von 70 km/h (im Jahr 1996) auf 160 km/h erhöht; eine Erhöhung auf 197 km/h wäre unter Ausnutzung der ICE-T-Neigetechnik möglich. Die Deutsche Bahn hat jedoch auf die Nutzung des bogenschnellen Fahrens bei Geschwindigkeiten über 160 km/h verzichtet. In Richtung Hamburg liegt die zulässige Geschwindigkeit im Bahnsteigbereich bei 200 km/h.[3]

Mitte 1997 lief das Planfeststellungsverfahren. Der Baubeginn war im gleichen Jahr geplant.[4] Die geplanten Kosten lagen Anfang 1997 bei rund 110 Millionen DM.[5] Insgesamt wurden 76 Millionen Euro investiert,[6] darunter sieben Millionen Euro in neue Bahnsteige.

Durch den Umbau sollten die Betriebskosten gesenkt, das Umsteigen vereinfacht und 18 Hektar Flächen zur städtebauliche Entwicklung freigesetzt werden.[4]

Die Eröffnung des umgebauten Bahnhofs erfolgte am 24. August 2004 unter Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder.[3]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird von IC/EC-Zügen der DB Fernverkehr, als auch von Nahverkehrszügen von DB Regio und der Ostdeutschen Eisenbahn bedient. Die meisten ICEs passieren den Bahnhof ohne Halt. Im Zweistundentakt verkehren Busse als „Arendsee-Express“ nach Salzwedel über Arendsee. Die Linie war nach der Abbestellung der Züge auf der Bahnstrecke Wittenberge–Salzwedel eingerichtet worden. Im Fahrplanjahr 2014 halten folgende Linien am Bahnhof:

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
EC 27 HamburgWittenbergeBerlinDresdenPrahaBudapest/Wien einzelne Züge DB Fernverkehr
IC 56 LeipzigFlughafen Leipzig/HalleHalleMagdeburgSchwerinRostockWarnemünde ein Zugpaar DB Fernverkehr
RE 2 Wismar – Schwerin – Wittenberge – Neustadt – Nauen – BerlinKönigs WusterhausenLübbenCottbus 120 (Wismar–Wittenberge)
060 (Wittenberge–Cottbus)
Ostdeutsche Eisenbahn
RE 6 WittenbergePerleberg – Pritzwalk – Wittstock – NeuruppinHennigsdorfBerlin-SpandauBerlin Gesundbrunnen 060 (Mo–Fr)
120 (Sa–So)
DB Regio Nordost
RB 30 Wittenberge – Osterburg – Stendal – Tangerhütte – Magdeburg – Schönebeck-Bad Salzelmen
(einzelner Zug Mo–Sa Magdeburg-Wittenberge als RE 7)
060 (Mo–Fr)
120 (Sa–So)
DB Regio Südost

Literatur[Bearbeiten]

  •  N.N.: Salzwedel und Wittenberge. Zwei Bw im Fluge. In: eisenbahn magazin. Nr. 2/2012, Alba Publikation, Düsseldorf Februar 2012, ISSN 0342-1902, S. 24–28 (mit großformatigem Luftbild vom 22. Oktober 2011).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnhofsentwicklungsprogramm Brandenburg. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 57, abgerufen am 8. August 2010 (PDF; 4,6 MB).
  2. eisenbahn-magazin 2/2012, S. 25–28
  3. a b Hans-Jürgen Kielke: Umbau des Bahnhofs Wittenberge „Befreiung aus der Insellage“. In: Roland Heinisch, Armin Keppel, Dieter Klumpp, Jürgen Siegmann (Hrsg.): Ausbaustrecke Hamburg–Berlin für 230 km/h. Eurailpress, Darmstadt 2005, S. 112–116.
  4. a b Wittenberge: Bahnhofsumbau beginnt. In: Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mbH (Hrsg.): Info-Brief, ZDB-ID 2668166-3, Heft 2/1997, 31. August 1997, S. 5.
  5. Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mbH (Hrsg.): Aktuell: Projekt 2 und 3. Heft 1/1997, Januar 1997, S. 6.
  6. Meldung Umbau des Fernbahnhofs Wittenberge abgeschlossen. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2004, ISSN 1421-2811, S. 428.