Bahnhof Zwiesel

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Zwiesel
Bahnhofsgebäude von Zwiesel von der Straßenseite (2012)
Bahnhofsgebäude von Zwiesel von der Straßenseite (2012)
Daten
Kategorie 5
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung NZWL
Eröffnung 15. November 1877
Lage
Stadt Zwiesel
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 1′ 15″ N, 13° 13′ 35″ O49.02083333333313.226388888889Koordinaten: 49° 1′ 15″ N, 13° 13′ 35″ O
Höhe (SO) 578 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i7i12i13i15i15i16i18i20

Der Bahnhof Zwiesel ist der bedeutendste Eisenbahnknoten im Bayerischen Wald. Er ist der einzige Bahnhof der niederbayerischen Stadt Zwiesel. Neben dem Bahnhof Zwiesel gibt es im Stadtteil Lichtenthal noch den Haltepunkt Lichtenthal. Der Bahnhof Zwiesel besitzt vier Bahnsteiggleise und gehört der Bahnhofskategorie 5 der DB Station&Service an. Zwiesel liegt an der Bahnstrecke Plattling–Bayerisch Eisenstein, die auch Bayerischen Waldbahn genannt, wird. Im Bahnhof Zwiesel zweigen die Bahnstrecken nach Grafenau und Bodenmais von der Bayerischen Waldbahn ab. Die Bahnstrecken werden von Zügen der Regentalbahn unter dem Markennamen Waldbahn bedient.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnhof Zwiesel vor dem Umbau (2006)

Der Bahnhof der Glasmacherstadt Zwiesel wurde am 15. November 1877 mit der Hauptbahn Plattling–Bayerisch Eisenstein in Betrieb genommen. Seit dem 1. September 1890 ist der Bahnhof zusätzlich Ausgangspunkt der Nebenbahn nach Grafenau, wodurch die Bedeutung des Bahnhofs weiter anstieg. Eine weitere Nebenbahn folgte am mit der Bahnstrecke Zwiesel–Bodenmais, die am 3. September 1928 eröffnet wurde und ebenfalls in Zwiesel seinen Ausgangspunkt hatte. Aufgrund der vier Bahnstrecken, die in alle Himmelsrichtungen führen, wird das um den Bahnhof liegende Streckennetz auch als Zwieseler Spinne bezeichnet.[1][2]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Triebwagen der Waldbahn nach Bodenmais am neuen Mittelbahnsteig in Zwiesel im Juni 2012

Zwischen September 2006 und Juli 2007 wurde ein neuer Inselbahnsteig angelegt. Der Bahnsteig verfügt über drei Bahnsteigkanten, die an den durchgehenden Gleisen 2 und 5, sowie dem Stumpfgleis 4 liegen. Die Höhe des Bahnsteiges wurde auf 55 cm angehoben, sodass ein höhengleicher Einstieg in die Züge möglich ist. Bei der Renovierung des Inselbahnsteigs wurde erstmals der nach dem Bahnhof benannte Bahnsteigüberdachungstyp „Zwiesel“ verwendet, der seitdem an mehreren anderen Haltepunkten und Bahnhöfen verbaut wurde.[3] Lediglich das Bahnsteiggleis 1 am Hausbahnsteig hatte bis 2013 noch eine Bahnsteighöhe von nur 22 cm. Dieser wurde im Sommer 2013 für 600.000 Euro auf eine Höhe von 55 Zentimeter erhöht. Der umgebaute Bahnsteig ist 90 m lang. Damit ist der Bahnhof komplett mit Bahnsteigen der Höhe 55 cm ausgestattet und somit ein ebenerdiger Zugang zu allen Zügen möglich.[4]

Nördlich des Bahnhofsgebäude ist bis heute eine Ladestraße vorhanden. Der Güterverkehr am Bahnhof wurde jedoch eingestellt. Das Innere des Bahnhofsgebäudes wurde während der Modernisierung der Bahnsteige ebenfalls renoviert. Die Deutsche Bahn betreibt dort seit Frühjahr 2008 ein DB Service Store. In diesem befindet sich neben einem Cafe auch ein Fahrkartenschalter.

Im Vorfeld des Bahnhofs befinden sich mehrere Bushaltestellen. Der Bahnhof stellt einen zentralen Umsteigeknoten in der Stadt dar, sodass der Bahnhof von den Stadtbuslinien, von den Bussen der RBO sowie von den Falkensteinbusse bedient wird.

Bahnsteigdaten
Gleis Nutzbare Länge[5] Bahnsteighöhe[5] Aktuelle Nutzung
1 90 m 55 cm Regionalbahnen nach Grafenau
2 120 m 55 cm Regionalbahnen nach Bayerisch Eisenstein
4 65 m 55 cm Regionalbahnen nach Bodenmais
5 120 m 55 cm Regionalbahnen nach Plattling

Betrieb[Bearbeiten]

Bis 2000 wurde der Bahnhof Zwiesel auch von Fernverkehrszügen bedient. Bis 1987 fuhr der Triebwagenzug VT 601 der Deutschen Bundesbahn als Alpen-See-Express nach Zwiesel und weiter in den Bayerischen Wald. Der Zug diente hauptsächlich den zahlreichen Touristen im Bayerischen Wald. Nachdem der Zug eingestellt war, kamen noch Kurswagen des IC Arber und des IC Bayerwald nach Zwiesel. Der Waldbahn-Anschluss nach Špicák (über Bayerisch Eisenstein) wurde zum Fahrplanwechsel Ende 2014 eingestellt.

Seit 2003 wird der Zugbetrieb, von seltenen Sonderfahrten abgesehen, nur noch im vertakteten Betrieb mit den grün-gelben Regio-Shuttles der Regentalbahn unter dem Betriebsnamen Waldbahn durchgeführt, wobei sich die Züge aus dem Fernbahnhof Plattling, dem Bahnhof Bodenmais sowie dem Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein kurz vor der vollen Stunde (Stunden-Takt), sowie der Zug aus Grafenau zur ungeraden Stunde (2-Stunden-Takt) im Bahnhof treffen.

Zuggattung Strecke Taktfrequenz
WBA PlattlingDeggendorfZwieselBayerisch Eisenstein Stundentakt
WBA Zwiesel – Bodenmais Stundentakt
WBA Zwiesel – Frauenau – Spiegelau – Grafenau Zweistundentakt

Planmäßiger Güterverkehr findet seit 2000 nicht mehr statt. Heute zeugt der noch vorhandenen Güterschuppen vom einstigen großen Güteraufkommen. Außerdem gab es einen Gleisanschluss zur Zwieseler Kristallglas AG.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Christoph Riedel: Die Zwieseler Spinne. In: Eisenbahn-Magazin. Nr. 4/2012, S. 30–32.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Walther Zeitler: Die Bayerische Waldbahn. Neue Presse, Passau 1991, ISBN 3-924484-38-4.
  2.  Christoph Riedel: Die Zwieseler Spinne. In: Eisenbahn-Magazin. Nr. 4/2012, S. 30–32.
  3. Bahnsteigüberdachung Zwiesel. In: doering-stahlbau.de. Döhring Stahlbau. Abgerufen am 5. März 2013.
  4.  Bahnsteig wird erneuert. In: Bayerwaldbote Zwiesel. 6. Mai 2012.
  5. a b Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Zwiesel. In: deutschebahn.com. DB Station&Service. Abgerufen am 6. März 2014.