Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach

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Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach
Strecke der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach
Kursbuchstrecke (DB): 425, 485
Streckennummer (DB): 2550
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Strecke von Duisburg
   
ehem. Strecke von Krefeld
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Düsseldorf
   
63,9 Mönchengladbach Hbf
BSicon STR.svg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Güterstrecke nach Rheydt-Geneicken
  ehem. Strecke nach Stolberg
BSicon STR.svg
   
62,0 Landwehr (Bk)
Bahnhof, Station
60,0 Rheydt Hbf
Gleisdreieck – geradeaus, nach links, ex von links
von/nach Köln
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Güterumgehungsbahn von Viersen-Helenabrunn
   
Eiserner Rhein (ehem. Abzweig)
Bahnhof ohne Personenverkehr
58,9 Rheydt Gbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Eiserner Rhein nach Dalheim
Straßenbrücke
A 61
Haltepunkt, Haltestelle
56,1 Wickrath (ehem. Bf)
Haltepunkt, Haltestelle
51,8 Herrath (ehem. Bf)
Haltepunkt, Haltestelle
47,2 Erkelenz (ehem. Bf)
Straßenbrücke
A 46
   
44,4 Tenholt (Bk)
Bahnhof ohne Personenverkehr
41,6 Baal Gbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Verbindungsstrecke nach Ratheim
Turmhalt… – oben
40,8 Hückelhoven-Baal (ehem. Bf, Jülich–Dalheim)
   
40,6 Baal Bk
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rur
   
38,8 Rurbrücke (Üst)
Haltepunkt, Haltestelle
36,7 Brachelen
   
35,3 Lindern Abzw
Bahnhof, Station
34,6 Lindern (2007–2013 Hp)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Heinsberg
   
31,6 Müllendorf (Bk)
Bahnhof, Station
27,4 Geilenkirchen
   
Geilenkirchener Kreisbahn
Haltepunkt, Haltestelle
22,7 Übach-Palenberg (ehem. Bf)
   
19,6 Finkenrath (Bk)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
19,4 Nievelstein (Awanst)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke von Sittard
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Alsdorf
Bahnhof, Station
16,1 Herzogenrath
   
13,8 Pesch (Bk)
   
ehem. Strecke von Würselen
Bahnhof, Station
11,5 Kohlscheid
   
ehem. Bahnstrecke von Maastricht
Straßenbrücke
A 4
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
8,6
5,8
Richterich (Üst, ehem. Bf)
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BSicon BHF.svgBSicon exSTR.svg
4,7 Aachen West
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Aachen Templerbend (Inselbahnhof, bis 1910)
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Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Güterstrecke nach Montzen
Haltepunkt, Haltestelle
3,5 Aachen Schanz
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0,0 Aachen Marschierthor
ursprünglicher Anfang der Strecke
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Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Wesertalstrecke von Lüttich
Bahnhof, Station
1,8 Aachen Hbf
Strecke – geradeaus
Schnellfahrstrecke nach Köln

Die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach ist eine wichtige Städteverbindung im Rheinland und Teil der Relation Ruhrgebiet–Belgien. Sie wird täglich von Reise- und Güterzügen befahren.

Maßgeblich an der Entwicklung dieser Strecke beteiligt waren die Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn-Gesellschaft und die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Die Strecke hat ihren Ausgangspunkt im Hauptbahnhof Aachen, dem gemeinsamen Anfangs- bzw. Endbahnhof der Strecken aus Richtung Belgien und Köln mit der Strecke nach Mönchengladbach. Kurz hinter dessen Ausfahrsignalen folgt der erst 2004 eröffnete Haltepunkt Aachen Schanz. Im sich anschließenden Bahnhof Aachen West zweigt die ausschließlich im Güterverkehr genutzte Montzenroute nach Belgien ab.

Nachdem die Strecke zunächst auf einem hohen Damm am Westteil Aachens vorbei geführt wird, folgt ein tiefer Einschnitt, in dem der ehemalige Bahnhof und die heutige Überleitstelle Richterich liegt. Im Bahnhof Richterich befand sich auch der Abzweig nach Simpelveld zur sogenannten Millionenlinie. Der auf die Überleitstelle folgende Bahnhof Kohlscheid ist das Ende der 4,2 km langen und eine Steigung von 14 Promille aufweisenden Kohlscheider Rampe. Früher mussten schwere Züge in Richtung Aachen von Herzogenrath bis Kohlscheid nachgeschoben werden, um die Steigung der Rampe zu überwinden. Außerdem war Kohlscheid Ausgangspunkt der heute fast vollständig rückgebauten Bahnstrecke Stolberg–Kohlscheid über Würselen.

In Herzogenrath zweigen die Bahnstrecke Stolberg–Herzogenrath und die Bahnstrecke Sittard–Herzogenrath ab, die von der euregiobahn befahren werden. Außerdem besitzt die Herzogenrather Glasfabrik Saint-Gobain einen Anschluss. In diesem Bereich verläuft die Strecke durch das Tal der Wurm, die abschnittsweise die Grenze zu den Niederlanden bildet.

Der auf den Haltepunkt Übach-Palenberg folgende Bahnhof Geilenkirchen diente einst als Umsteigeknoten zu den Strecken der Geilenkirchener Kreisbahn nach Tüddern und Alsdorf. Gegenwärtig zeugt nur noch der normalspurige Gleisanschluss der WestEnergie und Verkehr von der Kreisbahn-Ära. Ab dem Bahnhof Lindern, wo eine Nebenbahn zur Kreisstadt Heinsberg abzweigt, wird das Terrain flacher. Hinter Lindern, im Abschnitt Lindern–Brachelen–Baal, führt die Strecke auf einem hohen Bahndamm durch die Rurniederung, der gleichnamige Fluss wird mit einer Betonbrücke überquert.

Mit dem Turmbahnhof Baal wird schließlich der nächste Knotenpunkt erreicht. An jenem Bahnhof kreuzte sich bis 1980 die Bahnstrecke Jülich–Dalheim im unteren Bahnhofsteil mit der Strecke Aachen–Mönchengladbach im oberen Bahnhofsteil. Hinter dem Bahnhof Baal durchquert die Strecke das überwiegend landwirtschaftlich geprägte Land der Erkelenzer Börde.

Im Güterbahnhof Rheydt zweigt die frühere Bahnstrecke Krefeld–Rheydt und heutige Mönchengladbacher Güterumgehungsbahn ab, auf der Güterzüge den viel befahrenen Abschnitt zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Mönchengladbach Hauptbahnhof umfahren können, um im Bahnhof Viersen-Helenabrunn auf die Strecke Mönchengladbach–Duisburg zu gelangen. Des Weiteren befindet sich dort eine Abstellanlage für die Züge zum Siemens-Prüfcenter in Wegberg-Wildenrath.

Zwischen dem Güterbahnhof und dem Rheydter Hauptbahnhof verläuft der Eiserne Rhein aus Dalheim auf einem Streckengleis parallel zur Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach. Im Hauptbahnhof enden die Strecken aus Köln und Dalheim.

Das Zusammentreffen dieser Strecken in Rheydt führt zur hohen Auslastung des letzten Abschnitts der Strecke bis zum Mönchengladbacher Hauptbahnhof. Von dort führen Strecken weiter nach Duisburg und nach Düsseldorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Planung für den Bau der Strecke erfolgte zunächst durch die Aachen-Neuß-Düsseldorfer Eisenbahn-Gesellschaft, welche am 21. August 1846 vom preußischen Staat die Konzession zum Bau der Strecke Aachen–Neuss–Düsseldorf-Oberkassel erhielt. Da die Gesellschaft ebenso wie die Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahn-Gesellschaft während des Baus in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurden beide 1850 auf eigenen Wunsch der Königlichen Direktion der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn unterstellt, existierten jedoch als Aktiengesellschaften weiter.

Die Strecke konnte in folgenden Teilabschnitten eröffnet werden:

Streckenabschnitt Strecken-
km
Eröffnet
MönchengladbachRheydt 3,8 12. August 1852
Rheydt–Herzogenrath 44,0 12. November 1852
Herzogenrath–Aachen 13,2 17. Januar 1853

Bis 1854 wurde die Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn alleinige Betreiberin der Strecke und blieb es bis zum 31. Dezember 1865. Ab dem 1. Januar 1866 übernahm die mehrheitlich im Besitz des preußischen Staats befindliche Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME) alle Strecken der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn-Gesellschaft. Letztere wurde mit der Übernahme durch die BME aufgelöst.

Die alternative Trassenführung über Eschweiler, Jülich und Hottorf (bei Linnich) wurde nicht näher in Betracht gezogen.[2]

Verlegung der Streckenführung innerhalb Aachens 1910[Bearbeiten]

Ursprünglich begann die Strecke im Bahnhof Aachen Marschierthor. Dieser befand sich auf Höhe des Marschiertors an der Stelle, wo sich heute die Werkstatt Aachen der DB Regio auf der Nordseite des Aachener Hauptbahnhofes befindet.

Im Jahr 1910 wurde wegen des Abrisses des Bahnhofs Aachen Templerbend, der durch den Bahnhof Aachen West ersetzt wurde, ein Teilstück der Strecke in Aachen verlegt. Der Bahnhof Templerbend lag in Nord-Süd-Richtung unmittelbar hinter dem heutigen Abzweig der Montzenroute. Von dort verlief die Strecke nach einer leichten Linkskurve am Fuße des Lousberg und der Roermonder Straße entlang Richtung Nordosten direkt durch das heutige westliche Aachener Stadtgebiet bis zum damaligen Bahnhof Richterich. Der ehemalige Verlauf über einen hohen Bahndamm in Laurensberg ist heute noch auf Luftbildern nachvollziehbar.

Umbau 2007[Bearbeiten]

Zwischen Übach-Palenberg und Rheydt Hauptbahnhof wurde die Strecke im Jahr 2007 an das elektronische Stellwerk (ESTW) Grevenbroich angeschlossen. Bei den Baumaßnahmen in den Jahren 2006 und 2007 wurden u. a. neue Ks-Signale aufgestellt und die letzten Formsignale an der Strecke im Bahnhof Lindern und zwischen der Blockstelle Herrath und Rheydt Hauptbahnhof entfernt. Die Bahnhöfe Wickrath, Übach-Palenberg und Erkelenz wurden zu Haltepunkten umgebaut, der Bahnhof Lindern zu einer Haltestelle, da der Haltepunkt Lindern mit der Abzweigstelle, an der die Bahnstrecke Lindern–Heinsberg (Rheinl) auf freier Strecke begann, örtlich verbunden war. Für die Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke nach Heinsberg wurde Lindern im Herbst 2013 wieder zu einem Bahnhof umgebaut.

Im Aachener Hauptbahnhof entstand bis 2007 ebenfalls ein neues ESTW, weswegen auch dort Ks-Signale die alten Lichtsignale ersetzen.

Gegenwärtiger Betrieb[Bearbeiten]

Betrieben wird der Regionalverkehr auf der Strecke von DB Regio NRW. Der stündliche Wupper-Express (RE 4) und die stündliche Rhein-Niers-Bahn (RB 33) stellen auf dem Abschnitt Aachen – Mönchengladbach die Grundversorgung sicher. Dabei bedient die Regionalbahn alle Halte bis auf Kohlscheid, der Regional-Express alle Halte mit Ausnahme von Kohlscheid, Brachelen, Herrath und Wickrath. Ab Mönchengladbach benutzen die beiden Züge getrennte Strecken (RB 33 weiter über die Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort–Mönchengladbach nach Duisburg und RE 4 weiter über die Bahnstrecke Mönchengladbach–Düsseldorf bis Düsseldorf, anschließend über Wuppertal und Hagen nach Dortmund). Seit dem 15. Dezember 2013 wird die Rhein-Niers-Bahn in Lindern zur Bedienung der Strecke nach Heinsberg geflügelt. Außerdem gibt es nachts eine direkte RE-Verbindung von Aachen zum Bahnhof Düsseldorf Flughafen Terminal. Zusätzlich verdichtet wird der Abschnitt Herzogenrath – Aachen im Halbstundentakt durch die euregiobahn, die von Herzogenrath jeweils stündlich weiter nach Alsdorf und Heerlen sowie montags bis freitags zweimal täglich nach Geilenkirchen verkehrt.

Der Abschnitt Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf wird außerdem noch vom Rhein-Erft-Express und der Rhein-Erft-Bahn nach Koblenz sowie der Schwalm-Nette-Bahn nach Dalheim benutzt.

Zugschild des InterRegio 2646

Im Fernverkehr gab es zwischen 1991 und 2001 einen Interregio in Richtung Ostdeutschland, der Aachen Hbf, Mönchengladbach Hbf, Herzogenrath und Geilenkirchen (zwischen 1999 und 2001 auch Erkelenz und Rheydt Hbf) bediente, nennenswerten Fernverkehr gab es davor bis 1981 lediglich mit dem D-Zugpaar 340/341 zwischen Aachen Hbf und Berlin Friedrichstraße. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 verkehrt mit den IC 1918 und 1919 von und nach Berlin erstmals seit der Einstellung des Interregios wieder planmäßiger Fernverkehr mit Zwischenhalten in Mönchengladbach Hbf, Rheydt Hbf, Herzogenrath und Aachen Hbf auf der Strecke.

Im Güterverkehr wird die Strecke derzeit als Alternative zum Eisernen Rhein genutzt. Züge aus Belgien ins Ruhrgebiet kommen von der Montzenroute und fahren vom Bahnhof Aachen West zumindest bis Rheydt Gbf. Dort besteht die Möglichkeit, die Güterumgehungsbahn Mönchengladbach zu nutzen oder bis Mönchengladbach Hbf und bereits ab dort auf der Strecke nach Duisburg weiter zu fahren.

In der Frequenz stärker als auf dem Streckenteil zwischen Aachen West und Mönchengladbach ist der Güterzugverkehr allerdings auf dem kürzeren, unmittelbar durch die Aachener Innenstadt führendem Streckenteil zwischen Aachen West und Aachen Hauptbahnhof.[3] Grund hierfür ist, dass die bereits vom Aachener Hauptbahnhof nach Belgien abzweigende Westertalstrecke dicht mit Personenzügen des Nah- und Fernverkehrs belegt und u. a. aufgrund der Ronheider Rampe topografisch schwieriger ist. Deshalb werden die meisten der von oder über Köln fahrenden Güterzüge nach Belgien und umgekehrt nicht über die Wesertalstrecke, sondern die Montzenroute geführt.

Der lokale Güterverkehr auf der Strecke ist jedoch nach Schließung der Zechen des Aachener Steinkohlenreviers und Angebotsveränderungen seitens der Bahn, etwa durch das Programm Mora C, bedeutungslos geworden und beschränkt sich (Stand Februar 2014) auf gelegentliche Düngemittelverkehre mit Tds-Wagen zum Gleisanschluss der WestEnergie und Verkehr in Geilenkirchen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Mönchengladbach–Aachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Aachen - Mönchengladbach, Die Geschichte auf www.gessen.de
  3. Website aachenbahn von Stefan von der Ruhren zur Güterzugbelegung