Bahnstrecke Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg

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Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg
Zugkreuzung im Bhf Bindlach
Zugkreuzung im Bhf Bindlach
Kursbuchstrecke (DB): 852
Streckennummer (DB): 5051
Streckenlänge: 21,0 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Schnabelwaid
   
von Hollfeld
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Weiden
Bahnhof, Station
58,05 Bayreuth Hbf 344 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Warmensteinach
Bahnübergang
Bayreuth Weiherstraße
Bahnhof, Station
62,21 Bindlach 356 m
Bahnübergang
Bindlach Ruhstraße
   
Bindlach Ortsteil Gemein
Bahnübergang
Bindlach Ortsteil Crottendorf
Straßenbrücke
So-Da-Brücke
Bahnübergang
Staatsstraße 2183
Haltepunkt, Haltestelle
65,49 Ramsenthal Richtung Bayreuth
Bahnübergang
Alte Bahnhofstraße
Haltepunkt, Haltestelle
65,49 Ramsenthal Richtung Harsdorf
Bahnübergang
Gartenstraße
Bahnübergang
Staatsstraße 2183
Bahnhof, Station
68,48 Harsdorf 344 m
Bahnübergang
Harsdorf Straße zum Klärwerk
   
Bundesautobahn 70
Bahnübergang
Straße KU 11
Bahnübergang
Bü zum Weiherweg
Bahnhof, Station
73,73 Trebgast 323 m
Bahnübergang
Staatsstraße 2183
Bahnübergang
Staatsstraße 2183
Bahnübergang
Staatsstraße 2183
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weißer Main
Bahnübergang
nach Himmelkron
   
76,2 Schlömen
   
76,3 von Bischofsgrün
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
78,0 Schlömener Kurve zur Bahnstrecke Bamberg–Hof
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Hof
Bahnhof, Station
79,1 Neuenmarkt-Wirsberg 348 m
Strecke – geradeaus
nach Bamberg

Die Bahnstrecke Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg ist eine eingleisige Hauptbahn in Bayern. Nach Inbetriebnahme der Schlömener Kurve ist sie seit dem 10. Juni 2001 Teilstück der sogenannten Sachsen-Franken-Magistrale von Dresden nach Nürnberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Neuenmarkt-Wirsberg - links der ehemalige Hausbahnsteig der Bayreuther Züge

Die Strecke von Neuenmarkt nach Bayreuth war die erste bayerische Bahnstrecke, die durch einen Vertrag mit dem Staat (Pachtbahngesetz) gebaut wurde. Die Stadt Bayreuth finanzierte den Streckenbau und verpachtete sie anschließend an den bayerischen Staat.

Am 28. November 1853 wurde sie von der Königlich Bayerischen Staatsbahn als Nebenstrecke der Ludwig-Süd-Nord-Bahn und eine der ersten Nebenbahnen in Bayern eröffnet. Im Jahr 1905 wurde die Pachtstrecke verstaatlicht.

Am Ort Schlömen zweigte ab 28. Dezember 1896 die Bahnstrecke Neuenmarkt–(Bad) Berneck ab, die 1898 bis Bischofsgrün verlängert wurde. Von Neuenmarkt bis Schlömen, wo die Blockstelle zum Stellwerk wurde, benutzten die Züge das Gleis der Pachtbahn mit. An den Pfingstfeiertagen 1986 befuhr letztmals ein Triebwagenzug mit mehreren Personenwagen die Strecke. Der zuletzt noch im Güterverkehr bediente Abschnitt von Schlömen nach Lanzendorf wurde am 30. Juni 2006 endgültig stillgelegt.

siehe auch: Geschichte der Eisenbahn in Bayreuth
siehe auch: Pachtbahn

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Triebwagen der agilis am Abzweig nach Bischofsgrün
Stellwerk und Blockstelle Schlömen am gleichnamigen Haltepunkt
Bahn (mit IRE aus Dresden) und Straße unter der A 70 bei Harsdorf
Einfahrt nach Bayreuth Hbf mit Schienenbus aus Warmensteinach, 1987

Die Strecke verlässt den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg in südlicher Richtung und schwenkt bald darauf nach Südwesten, wobei sie erst dem Laubenbach und dann dem Weißen Main jeweils knapp zwei Kilometer weit folgt. Am Ortsrand von Schlömen zweigt die ehemalige Nebenstrecke nach Bischofsgrün ab, die Weiche und ein anschließendes Gleissstück sind noch vorhanden. Der Haltepunkt Schlömen wurde erst 1896 eingerichtet[1] und ist nicht mehr in Betrieb.

Hebelstellwerk im Bahnhof Bindlach

Nächste Station und erster Bahnhof ist Trebgast, wo die Staatsstraße 2183 die Trasse kurz hintereinander zweimal niveaugleich kreuzt. Das Gleis am Hausbahnsteig und das Ladegleis sind verschwunden, nur das lange Kreuzungsgleis existiert nach wie vor. Hier finden planmäßig Zugkreuzungen statt. Die Flügelsignale wurden erst 2012 abgebaut, das Hebelstellwerk am 22. März 2012 stillgelegt. Wie das Harsdorfer Hebelstellwerk wird es in ein Museum überstellt, das Bindlacher Hebelstellwerk soll als Ersatzteilspender dienen.

Die Strecke folgt der Staatsstraße nach Bayreuth am östlichen Rand des weiten Tals des Flüsschens Trebgast. Auf halber Strecke nach Harsdorf passiert die Bahn die von einem bemannten Bahnübergang gesicherte Straße nach Neudrossenfeld und unterquert dann parallel zur Straße die Autobahn A 70.

In Harsdorf zweigte früher - von Bayreuth kommen noch vor dem Bahnübergang - ein längeres Industriegleis zur örtlichen Malzfabrik ab, was Harsdorf zum bedeutendsten Zwischenbahnhof der Strecke machte. Dieses Gleis wurde schon in den 1980er Jahren nicht mehr benutzt und Anfang der 1990er Jahre abgebaut. Der Bhf Harsdorf ist inzwischen ebenfalls nur noch zweigleisig. Die Strecke verläuft hier bereits von Nordost nach Südwest und schwenkt nach dem Haltepunkt Ramsenthal nach Süden. Anschließend wird die So-da-Brücke unterquert, die jahrelang als Sinnbild für teuere Fehlplanungen galt, bis Ende 2012[veraltet] aber an die Straße angeschlossen werden soll. Der Ortschaft Gemein wurde indes, mit der Sperrung des niveaugleichen Bahnübergangs, der kürzeste Weg nach Bindlach und Bayreuth genommen.

Bahnhof Bindlach (April 2012)

Im Bahnhof Bindlach sind das in der Gegend einst häufig anzutreffende Weichentrapez mit zwei Gütergleisen und der Güterschuppen ebenfalls nicht mehr existent. Das stillgelegte Hebelstellwerk ist im Mai 2012 aber noch vorhanden und kann, als eines der letzten Exemplare seiner Art in Oberfranken, gut eingesehen werden. Die Schranke über die Ruhstraße wird weiterhin mechanisch bedient. Im Jahr 2006 wurde ein neuer Bahnsteig für das Gleis 1 ca. 50 m südlich des Bahnhofsgebäudes errichtet, der sich aber vom Bahnhof aus nicht direkt erreichen lässt. Der Bahnsteig für das Gleis 2 blieb an alter Stelle erhalten und wird von einer Fußgängerschranke geschützt.

Müllumladestation Bayreuth

Südlich des Bahnhofs Bindlach wird das Bayreuther Stadtgebiet erreicht. Hier gibt es Güteranschlussgleise (u.a. einer Müllumladestation) und eine Panzerverladerampe, die bis in die 1990er Jahre genutzt wurde. Die von Osten her kommende Strecke aus Warmensteinach wurde früher parallel und eigenständig in den Bayreuther Hauptbahnhof geführt. Beim Bau der Hofer Straße wurde sie vor einigen Jahren, als eine neue Brücke angelegt wurde, kurz vor dieser in die Pachtbahn eingeführt. Parallele Ein- und Ausfahrten auf den beiden Strecken sind seitdem nicht mehr möglich.

Insgesamt verläuft das Planum ohne nennenswerte Gefälle und Steigungen verhältnismäßig flach. Tiefster Punkt ist der Bahnhof Trebgast, die höchste Stelle liegt bei Bindlach. Der kleinste Kurvenradius findet sich am nördlichen Ortsrand von Trebgast.[2] Niveaugleiche Bahnübergänge existieren an mehreren Stellen, sie sind weitgehend durch Lichtzeichen- und Schrankenanlagen gesichert. Einzig nennenswerter Kunstbau ist die dreibogige Sandsteinbrücke über den Weißen Main.

Schlömener Kurve[Bearbeiten]

In Neuenmarkt-Wirsberg musste bis 2001 ein Fahrtrichtungswechsel vorgenommen werden, um die Züge über die berühmte Schiefe Ebene weiter in Richtung Hof zu befördern. Durch die Eröffnung der Schlömener Kurve zum Fahrplanwechsel am 10. Juni 2001, die die östliche Umfahrung des Bahnhofs Neuenmarkt-Wirsberg ermöglicht, verbesserte sich die Anbindung der Strecke Richtung Nordosten erheblich. Dank der damaligen ICE-Linie 17 (DresdenNürnberg im Stundentakt, jeder zweite Zug über Bayreuth) verkehrten zwei Jahre lang ICE-TD-Triebzüge mit Neigetechnik der Baureihe 605.

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

In Neuenmarkt-Wirsberg bestehen Anschlüsse sowohl Richtung Bamberg als auch Richtung Hof. Über die Schlömener Kurve sind die Pachtbahn und die Schiefe Ebene seit 2001 direkt verbunden. Zwischen Bayreuth und Hof verkehren heute, wie auch über Kulmbach nach Bamberg (– Würzburg) und Coburg (– Bad Rodach), durchgehende Züge.

Seit Dezember 2006 bis Dezember 2013 verkehrte dort der IRE Franken-Sachsen-Express Nürnberg–Bayreuth–Dresden (seit Dezember 2007 im 2-Stunden-Takt), nachdem zwischenzeitlich überhaupt keine Züge mehr planmäßig die Schlömener Kurve nutzten. Seit 15. Dezember 2013 verkehrt hier der zweistündlich verkehrende RE Nürnberg–Bayreuth–Hof.

siehe auch: Überregionale und regionale Bahnverbindungen Bayreuth

Deutsches Dampflokomotiv-Museum[Bearbeiten]

Museumslokomotive 50 3690 vor dem Deutschen Dampflokomotiv-Museum

In Neuenmarkt befindet sich das Deutsche Dampflokomotiv-Museum (DDM) mit einer Vielzahl von Exponaten. Neben der Präsentation seiner statischen Ausstellung veranstaltet das DDM in unregelmäßigen Abständen, meist in Zusammenarbeit mit anderen Eisenbahnmuseen sowie Bahn- und Lokomotivbetreibern Sonderfahrten, u. a. über die Schiefe Ebene.

Trivia[Bearbeiten]

Bahnhof Harsdorf, davor angebaut das Hebelstellwerk

Im März 2012 wurde das Hebelstellwerk Harsdorf durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt. Das die Technik beinhaltende neue Gebäude entstand an einer Stelle, an der es dem Schrankenwärter den Blick auf einen Teil der Bahnschranke verstellt. Seitdem versieht daher ein Schrankenbeobachter 18 Stunden am Tag vor Ort seinen Dienst und meldet dem Schrankenwärter über Funk, dass sich die Schranke ordnungsgemäß geschlossen und wieder geöffnet hat.[3]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Zintl: Bayreuth und die Eisenbahn. Gondrom-Verlag, Bindlach 1992, ISBN 3-8112-0780-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Zintl: Bayreuth und die Eisenbahn, S. 28
  2. Robert Zintl: Bayreuth und die Eisenbahn, S. 32
  3. Nordbayerischer Kurier vom 20. Juni 2012, S. 23

Weblinks[Bearbeiten]