Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz

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Biederitz–Trebnitz
Strecke der Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz
Kursbuchstrecke (DB): 254
Streckennummer: 6410
Streckenlänge: 30,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Strecke – geradeaus
von Magdeburg
Bahnhof, Station
0,0 Biederitz Keilbahnhof
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Potsdam
   
nach Magdeburg-Buckau
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Loburg
Bahnübergang
Bundesstraße 1
Bahnhof, Station
4,4 Königsborn
Bahnübergang
Bundesstraße 246
Haltepunkt, Haltestelle
8,0 Wahlitz
Straßenbrücke
Bundesstraße 184
Bahnübergang
Bundesstraße 246a
Bahnhof, Station
13,2 Gommern
   
nach Loburg (Kleinbahnen des Kreises Jerichow I)
   
nach Pretzien (Kleinbahn Gommern–Pretzien)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Ehle
Haltepunkt, Haltestelle
19,8 Prödel
Haltepunkt, Haltestelle
22,3 Lübs (b Magdeburg)
   
26,1 nach Wiesenburg
Turmbahnhof – oben
26,9 Güterglück Blankenheim–Berlin
   
27,4 von Güsten
Kilometer-Wechsel
30,3
0,0
Trebnitz (Streckenwechsel 6410/6411)
Strecke – geradeaus
nach Leipzig Hbf

Die Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Sachsen-Anhalt. Die Strecke beginnt in Biederitz bei Magdeburg und verläuft über Güterglück in Richtung Dessau-Roßlau. Ihren nominalen Endpunkt hat sie bei Trebnitz an der ehemaligen Landesgrenze zwischen dem Herzogtum Anhalt und Preußen, wo sie in die Bahnstrecke Trebnitz–Leipzig übergeht.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke von Biederitz bis zur damaligen preußisch/anhaltischen Grenze bei Trebnitz wurde von der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn-Gesellschaft gebaut und ging am 1. Juli 1874 zunächst eingleisig in Betrieb. Zeitgleich eröffnete die Berlin-Anhaltische Eisenbahn-Gesellschaft den Streckenabschnitt von der Grenze bis Zerbst. Dort bestand Anschluss an die bereits am 1. November 1863 eröffnete Strecke von Roßlau an der Elbe[1] 1882 übernahmen die Preußische Staatsbahnen die Strecke.

Die schon früh zweigleisig ausgebaute Strecke wurde 1923 als Teil der Verbindung Leipzig–Dessau–Magdeburg elektrifiziert. 1946 wurde der elektrische Betrieb im gesamten mitteldeutschen Netz wieder eingestellt, die Anlagen wurden auf nicht schonende Weise abgebrochen und als Reparationsleistung an die UdSSR abgegeben. Gleichzeitig wurde das zweite Streckengleis abgebaut.

In den 1970er Jahren wurde das zweite Gleis wieder verlegt. Am 15. April 1975 wurde auch der elektrische Betrieb zwischen Magdeburg Neustadt und Zerbst wieder aufgenommen.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Streckenende an der ehemaligen Blockstelle Trebnitz

Die Strecke verläuft nach dem Abzweig des Nebenbahngleises in Richtung Altengrabow auf ganzer Länge in Richtung Südosten und nach Kreuzen der Bundesstraße 1 weitestgehend parallel zur Bundesstraße 184, die sie bei Gommern unterquert. Zuvor wird bei Königsborn die Bundesstraße 246 niveaugleich gekreuzt. Im ehemaligen Turmbahnhof Güterglück wird die in diesem Bereich stillgelegte Bahnstrecke Berlin–Blankenheim (Kanonenbahn) unterquert. Nach weiteren etwa drei Kilometern endet die Strecke an der ehemaligen Blockstelle Trebnitz nördlich des gleichnamigen Dorfes und geht nach Kilometerwechsel unmittelbar in die Bahnstrecke Trebnitz–Leipzig über.

Betrieb[Bearbeiten]

Von 1993 bis 1995 diente der Abschnitt von Biederitz bis zur Kanonenbahn-Verbindungskurve bei Güterglück dem Fernverkehr mit ICE- und InterCity-Zügen von Westdeutschland nach Berlin, da bis zur Ertüchtigung der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg die Strecke Güterglück–Belzig–Berlin-Wannsee als Umleitungsstrecke mit bis zu 160 km/h Höchstgeschwindigkeit genutzt wurde. Ab 1994 gab es auch ein Interregio-Zugpaar mit sich nahezu jährlich änderndem Laufweg zwischen dem sächsisch-ostthüringischen und dem nordwestdeutschen Raum. Dieser Fernzug hielt zwischen Magdeburg und Dessau lediglich in Zerbst.

Aktuell wird diese Strecke im Personenverkehr von Linien der DB Regio befahren. Jeweils im Zweistundentakt verkehren die Regional-Express-Linie RE 13 (MagdeburgDessauLeipzig), die Regionalbahn-Linie RB 42 (Magdeburg–Dessau) und in der Hauptverkehrszeit zusätzlich mit einigen Fahrten die Linie RE 15 (Magdeburg–Lutherstadt Wittenberg).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Peter Bley: 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Bley, 150 Jahre Berlin-Anhaltische Eisenbahn. alba, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-340-8, S. 43.