Bahnstrecke Blumenberg–Eilsleben

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Blumenberg–Eilsleben
Kursbuchstrecke: 316 (2002), 205e (1944)
Streckennummer: 6861
Streckenlänge: 25,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D2
   
von Egeln und Halberstadt
   
von Schönebeck
Bahnhof, Station
0,0 Blumenberg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Magdeburg
   
4,3 Wanzleben
   
9,0 Anschluss Nordzucker AG
   
10,3 Klein Wanzleben
   
12,6 Remkersleben
   
17,6 Seehausen
   
von Magdeburg
   
von Haldensleben
Bahnhof, Station
25,3 Eilsleben
   
nach Schöningen
Strecke – geradeaus
nach Helmstedt

Die Bahnstrecke Blumenberg–Eilsleben ist eine 25,3 Kilometer lange, eingleisige Bahnstrecke in Sachsen-Anhalt. Wegen ihrer früheren Hauptfracht wird sie seit den 1990er Jahren auch als Zuckerbahn bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Konzession für die Strecke BlumenbergEilsleben wurde vom preußischen Landtag am 25. Februar 1881 erteilt. Für den die Belieferung der Zuckerfabriken während der Rübenkampagne wurden erste Teilstrecken schon vorzeitig für den Güterverkehr eröffnet: Am 5. Oktober 1882 der Abschnitt Blumenberg–Klein Wanzleben und zehn Tage später, am 15. Oktober, der Abschnitt Eilsleben–Seehausen. Im Jahr darauf, am 1. September 1883, wurde die ganze Strecke im Betrieb genommen und auch der Personenverkehr eingeführt. Die Bedeutung der Bahn lag im Güterverkehr. Vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden befördert, hier besonders Zuckerrüben im Herbst. Aber auch der Personenverkehr war zeitweise rege. 1944 verkehrten werktags sechs Zugpaare, sonntags drei. 1989 war es ähnlich: Werktags sechs Zugpaare und sonntags vier. Dazu gab es noch einzelne Züge auf Teilstrecken. Zuletzt reichte allerdings ein Schienenbus Baureihe 771 ohne Beiwagen.

Am 28. September 2002 wurden der Personenverkehr auf der Gesamtstrecke und der Güterverkehr auf dem Streckenabschnitt Eilsleben–Klein Wanzleben eingestellt. Dieser wurde zum 31. Dezember 2003 stillgelegt. Nach einer öffentlichen Ausschreibung der Strecke durch die Deutsche Bahn[1] wurde sie 2005 von der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) übernommen. Als Ende 2007 ein Tochterunternehmen der Nordzucker AG ein Bioethanolwerk in Klein Wanzleben neu errichtete, unterstützte das Land Sachsen-Anhalt den Ausbau des Abschnitts Blumenberg–Klein Wanzleben (vor allem die Erhöhung der Achslasten auf 22,5 Tonnen) sowie den Neubau der Verladestation und der Anschlussgleise auf dem Gelände der Zuckerfabrik mit einer Million Euro.[2] Seit dem 29. August 2008 hat die Infrastruktur wieder die Stellung einer öffentlichen Bahn und es werden jährlich etwa 100.000 Tonnen Bioethanol in Kesselwagen von Klein-Wanzleben zum Magdeburger Hafen befördert.[3] Anfang 2011 konnte die Anzahl der 1.000 Tonnen schweren Ganzzüge auf zwei je Woche erhöht werden. Obwohl ein Zug 50 Tanklasttransporte auf der Straße ersetzt, gibt es an den unbeschrankten Bahnübergängen Sicherheitsbedenken der Anwohner.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVgl. DB Netz, "2002 im Internet veröffentlichte Angebote von Strecken der DB AG an Dritte". Abgerufen am 20. Oktober 2009.
  2. Verkehrsminister Daehre: Rund 2,7 Millionen Euro für Sanierung der „Zuckerbahn“ im Bördekreis. Sachsen-Anhalt, Ministerium für Landwirtschaft und Verkehr, 23. Januar 2008, abgerufen am 20. Oktober 2009 (pdf; 39 kB).
  3. Bettina Koch: Modernisierte Strecke eingeweiht. Klein Wanzleber Zuckerbahn jetzt fit für Ethanoltransporte. Volksstimme (Magdeburg), 24. Januar 2008, archiviert vom Original am 2. Februar 2014, abgerufen am 20. Oktober 2009.
  4. Sabrina Krug: Allein ein Transport erspart der Straße 50 Tanklast-Fahrten/ Minister würdigt Erfolg des Werkes. Volksstimme (Magdeburg), 22. Februar 2011, abgerufen am 25. Februar 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Fiegenbaum, Wolfgang Klee: Abschied von der Schiene – Stillgelegte Bahnstrecken 2000–2005, Transpress, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-71295-4, S. 57 f.