Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven
Die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven ist eine 1862 eröffnete durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Eisenbahnhauptstrecke der Deutschen Bahn, die die beiden Städte Bremen und Bremerhaven verbindet.
Sie ist für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h zugelassen. Gemessen von Bremen Hauptbahnhof bis Bremerhaven Hauptbahnhof ist sie 62,0 km lang, oft wird jedoch auch noch die Verlängerung über Bremerhaven-Lehe zum Rangierbahnhof Bremerhaven-Speckenbüttel und weiter zur Columbuskaje mit hinzu gezählt.
Inhaltsverzeichnis |
Bedienung [Bearbeiten]
Die Strecke ist im Fahrplan 2008 ohne Fernverkehr. Bis 2001 verkehrten auf ihr verschiedene Fernzüge – vom F-Zug über D-, IR- und IC-Züge bis hin zum ICE. Ein ICE von Bremerhaven nach München oder auch IR-Züge zwischen Cuxhaven und Luxemburg oder Saarbrücken sind die jüngeren Beispiele.
Wichtigster Zwischenbahnhof ist Osterholz-Scharmbeck, wo auch die Regional-Express-Züge halten. Die RE der Linie Bremerhaven – Bremen – Osnabrück verkehren im Zwei-Stunden-Takt (in der Hauptverkehrszeit Verdichtung auf Stunden-Takt). Seit Dezember 2010 verkehrt stündlich die Linie RS 2 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen zwischen Bremerhaven-Lehe und Twistringen, seit Mitte Dezember 2011 auf dem Abschnitt Bremen Hauptbahnhof–Bremen-Burg die Linie RS1 Richtung Bremen-Vegesack und Bremen-Farge im Halbstundentakt, in der Hauptverkehrszeit im Viertelstundentakt.[2]
Daneben findet umfangreicher Güterverkehr, der insbesondere im Transport von Containern und Autos besteht, von und zu den Bremerhavener Seehäfen statt. Mehr zur Eisenbahn in Bremerhaven und ihren Häfen in einem eigenen Artikel.
Namensgebung [Bearbeiten]
In historischen Quellen wird die Strecke auch als „Geestebahn“ (nach dem Fluss Geeste, an dem sie endete) bezeichnet. Diese Bezeichnung ist aber nicht eindeutig, da auch die Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude (westlich Bremervörde) so bezeichnet wird, letztere liegt näher an dem Fluss.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Trassenführung war ein umkämpfter Kompromiss der Länder Hannover und Bremen. Um 1850 forderte Bremen eine von Vegesack und Blumenthal ausgehende kurze Verbindung an die Wesermündung. Dabei sollten insbesondere die wohlhabenden Dörfer der Osterstader Marsch erschlossen werden. Hannover bevorzugte dagegen eine Strecke über Lesum, Scharmbeck und Beverstedt. So wäre in Beverstedt zusätzlich ein Abzweig in Richtung Hamburg ermöglicht worden, um das hannöversche Geestemünde als Winterhafen für Hamburg nutzen zu können. Bremen schlug als Kompromiss die 1817-1839 gebaute heutige Bundesstraße 6 als groben Verlauf vor. Schließlich einigten sich beide Länder „in der Mitte,“ so dass die Bahnstrecke bei Stubben und Loxstedt verläuft.
Der Endpunkt der Strecke lag zunächst im heutigen Bremerhavener Stadtteil Geestemünde, damals noch eigenständige, nicht zum Land Bremen gehörende Stadt. Der Hafen von Bremerhaven (und 1896 zunächst auch die Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven) wurde über eine kurz vor diesem abzweigende Stichstrecke angebunden. Erst 1914 entstand die heutige Streckenführung über den heutigen Hauptbahnhof, damals Bahnhof Geestemünde.
Literatur [Bearbeiten]
- Hans Heinrich Seedorf: Der Landkreis Wesermünde. Walter Dorn Verlag, Bremen 1968
- Walter Bollen, Bahnhof am Meer: Die Eisenbahn an der Unterweser. Hauschild Verlag, Bremen 2006, ISBN 978-389757-343-7
Weblinks [Bearbeiten]
- http://www.elbe-weser-Bahn.de Eisenbahnen Elbe-Weser-Dreieck (Private Webseite, Geschichte und Aktuelles)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
- ↑ http://www.regiosbahn.de/de/aktuelles/nachricht/anzeige/fahrplanwechsel-2011-mit-neue-rs-1-ver.html