Bahnstrecke Düren–Heimbach

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Düren–Heimbach
Strecke der Bahnstrecke Düren–Heimbach
Kursbuchstrecke (DB): 484
Streckennummer (DB): 9306 (ex 2584)
Streckenlänge: 30,0 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D 4
Maximale Neigung: 13 
Minimaler Radius: 179 m
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1][2][3]
Strecke – geradeaus
Strecke von Jülich
BSicon BS2+l.svgBSicon BS2+lc.svg
SFS und S-Bahn-Strecke von Köln
BSicon ABZrg.svgBSicon KRZ+l.svg
Bördebahn von Euskirchen (niveaugleich)
BSicon STR.svgBSicon eABZrg.svg
Strecke von Distelrath
BSicon KBHFxe.svgBSicon S+BHF.svg
0,0 Düren
BSicon exSTR.svgBSicon emKRZo.svg
DKB-Straßenbahn Düren – Kreuzau
BSicon eBS2l.svgBSicon BS2r.svg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
SFS nach Aachen
Haltepunkt, Haltestelle
1,8 Düren Annakirmesplatz
   
DKB-Straßenbahn Düren – Rölsdorf
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
3,0 Düren Neumühl (Anst)
Haltepunkt, Haltestelle
3,6 Düren-Kuhbrücke
Bahnhof, Station
4,6 Lendersdorf
Haltepunkt, Haltestelle
5,0 Düren Renkerstraße
Haltepunkt, Haltestelle
5,8 Niederau-Tuchmühle
   
6,4 Friedenau (Anst)
   
DKB-Straßenbahn Düren – Kreuzau
Bahnhof, Station
7,3 Kreuzau
Haltepunkt, Haltestelle
8,2 Kreuzau Eifelstraße
Haltepunkt, Haltestelle
10,2 Üdingen
Bahnhof, Station
12,0 Untermaubach-Schlagstein
Haltepunkt, Haltestelle
13,9 Obermaubach
Haltepunkt, Haltestelle
18,7 Zerkall
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rur
Bahnhof, Station
19,7 Nideggen-Brück
Haltepunkt, Haltestelle
22,7 Abenden
Brücke über Wasserlauf (groß)
Rur
Haltepunkt, Haltestelle
25,3 Blens
Haltepunkt, Haltestelle
26,8 Hausen (b Düren)
Kopfbahnhof – Streckenende
30,0 Heimbach (Eifel)

Die Bahnstrecke Düren–Heimbach (regional auch Rurtalbahn oder Rurtalstrecke genannt) von Düren nach Heimbach erschließt die Rureifel. Neben der Bedeutung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat diese Strecke (insbesondere an Wochenenden und Feiertagen) eine große Bedeutung für den Tourismus.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Planungen[Bearbeiten]

Bereits kurz nach dem Bau der Eisenbahnstrecke Köln – Düren – Aachen durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft gründete sich 1846 in Düren ein Eisenbahnkomitee. Dieses hatte den Bau einer Eisenbahnstrecke von Düren nach Trier zum Ziel. Die Linienführung sollte dem Rurtal bis Heimbach folgen und weiter über Schleiden in Richtung Eifel verlaufen. Strittig war zu dieser Zeit vor allem die Anbindung der Eifelstrecke an die Düren – Schleidener Bahn. Bedenken gab es auch von Seiten der Kölner Handelskammer bezüglich einer Linienführung der Eifelstrecke über Düren – Schleiden, hier wurde eine direkte Anbindung über Euskirchen bevorzugt.[4] Schließlich wurde die Eifelstrecke der Rheinischen Eisenbahn über Euskirchen und nicht über Heimbach – Schleiden gebaut.

Bau der Strecke[Bearbeiten]

In den 1880er Jahren wurde von Seiten örtlichen Industrie, Handel, Handwerk und Landwirtschaft wieder verstärkt der Bau einer Eisenbahnstrecke im Rurtal gefordert. Schließlich erging 1889 die Genehmigung zum Bau einer Bahnstrecke von Düren nach Kreuzau. Am 1. Juni 1892 wurde der Personenverkehr bis Kreuzau durch die Preußischen Staatseisenbahnen aufgenommen. Weiter ruraufwärts ging es nur zu Fuß oder per Pferdefuhrwerk.[5]

Die Industriebetriebe im oberen Rurtal, aber unter anderem auch der Eifelverein, drängten weiter auf eine Verlängerung der Strecke nach Heimbach, welche 1896 vom Preußischen Abgeordnetenhaus auch genehmigt wurde. Allerdings verschleppte sich der Weiterbau noch um Jahre. Auf energisches Drängen von Stadtrat und Kreistag Düren wurden die Arbeiten 1902 doch noch begonnen.[5] Aufwendig waren vor allem zwei Brücken über die Rur bei Zerkall und Abenden. Aber auch die zum Teil nur sehr geringe Breite des Rurtals zwischen Kreuzau und Üdingen sowie im weiteren Verlauf nach Heimbach machten größere Erdbewegungen erforderlich. Am 1. August 1903 konnte der Abschnitt bis Blens in Betrieb genommen werden. Da vor dem Bahnhof Heimbach noch einmal größere Felsmassen abgesprengt werden mussten, wurde der letzte Abschnitt von Blens nach Heimbach einen Monat später am 1. September 1903 eröffnet. Von Beginn an hatte die Bahnstrecke vor allem auch Bedeutung für den Tourismus im Rurtal.

Wiederaufbau und Rationalisierung[Bearbeiten]

Akkutriebwagen der Baureihe 515 im Bahnhof Heimbach

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Strecke in einem recht erbärmlichen Zustand. Im erbitterten Endkampf um den Rurübergang wurden die zwei großen Rurbrücken bei Zerkall und Abenden durch Sprengungen zerstört. Der Wiederaufbau ging nur schrittweise voran, so konnte ab November 1945 die Strecke von Düren bis Friedenau kurz vor Kreuzau wieder befahren werden. Ab 1947 erreichten die Züge den zu diesem Zeitpunkt neu eingerichteten Haltepunkt Zerkall. Eine Weiterfahrt in Richtung Nideggen war aufgrund der zerstörten Rurbrücke noch nicht möglich. Nachdem die Brücke mit Mitteln aus dem Genzlandfonds der Regierung wieder aufgebaut worden war, konnte der Zugverkehr im Mai 1950 über Nideggen bis Abenden ausgedehnt werden. Im Oktober 1950 wurde schließlich Heimbach wieder erreicht, nachdem auch die zweite Rurbrücke wieder instand gesetzt war.[6]

Ab 1956 wurde die gesamte Strecke im Zugleitbetrieb betrieben, nachdem in sämtlichen Unterwegsbahnhöfen Rückfallweichen eingebaut worden waren. Zugleiter war damals der Fahrdienstleiter des Bahnhofs Lendersdorf. Damit konnten auf den übrigen Bahnhöfen die Fahrdienstleiter entfallen, lediglich in Kreuzau verblieb noch ein örtlicher Schrankenwärter. Später wurde die Zugleitung in den Bahnhof Kreuzau verlegt, wo sie sich auch in der ersten Zeit nach der Übernahme durch die DKB bis zum Umzug nach Distelrath noch befunden hat.

Ebenfalls Ende der 50er Jahre wurden die langsamen von Dampfloks gezogenen Züge auf modernere Dieseltraktion mit Schienenbussen, später auch Akkumulatortriebwagen der Baureihe 515 umgestellt. Im Schüler-, Berufs- und Ausflugsverkehrverkehr fuhren teilweise auch lokbespannte Garnituren mit Dieselloks der Baureihe V 100.[7] Diese zogen Nahverkehrswagen, zunächst Umbauwagen der Bauart B3y, später sogenannte Silberlinge.

Bis Ende der 60er Jahre verkehrten sogenannte Sonntagsausflugszüge durchgehend von Aachen, Mönchengladbach (über Jülich) beziehungsweise Düsseldorf (über Grevenbroich) von und nach Heimbach, ein Umsteigen in Düren war nicht erforderlich. Die Züge erreichten Heimbach am Sonntagvormittag zwischen 10:00 und 11:00 und verließen Heimbach wieder am Abend zwischen 18:30 und 19:30.[8] Zuletzt wurden diese Züge mit Triebwagen gefahren.

Die Strecke Düren – Heimbach wurde, ebenso wie die Strecke Jülich – Düren, als Versuchsstrecke für die Erprobung des Zugbahnfunks B ausgewählt. Die Inbetriebnahme erfolgte am 5. August 1974.[9]

Niedergang[Bearbeiten]

Personenzug mit Lokomotive der DB-Baureihe 212 und zwei n-Wagen 1990 in Untermaubach

Mit zunehmender Motorisierung war auch die Strecke Düren – Heimbach immer stärker dem Wettbewerb, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr, ausgesetzt. Zum Sommerfahrplan am 1. Juni 1975 wurde der planmäßige Zugverkehr stark eingeschränkt. Neben einer allgemeinen Ausdünnung entfielen vor allem die Frühzüge von Düren nach Heimbach und auch die meisten Direktverbindungen von und nach Jülich beziehungsweise Neuss. Nur wenige der entfallenen Fahrten wurden auf die parallel führende Bahnbuslinie Düren – Heimbach verlagert.

Aufgrund der Diskussionen um die Stilllegung der Rurtalbahn entschieden sich die betroffenen Gemeinden, den bis zum Sommer 1977 mit Bussen bedienten Schülerverkehr wieder auf die Schiene zu verlegen. Der daraus resultierende Andrang führte wieder zu einem verstärkten Einsatz lokbespannter Züge. Zum Fahrplanwechsel im Mai 1978 wurden schließlich die Schienenbusse der Baureihe 795 ausgemustert und durch mit Dieselloks der Baureihe 211/212 bespannte Züge, teilweise mit Steuerwagen, ersetzt. Daneben verkehrten noch einzelne Zugpaare mit Akkumulatortriebwagen.[9]

Das Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen der Bahnstrecke im Jahr 1978 stand aber weiterhin unter dem Damoklesschwert der drohenden Stilllegung, was sogar im Grußwort des damaligen Generalvertreters Aachen der Bundesbahndirektion Köln zur Jubiläumsfestschrift erwähnt wurde.[10]

Revitalisierung[Bearbeiten]

Triebwagen der Rurtalbahn in Heimbach

Zur Vermeidung einer Stilllegung der Rurtalbahn trat der Kreis Düren in zähe und lange Verkaufsverhandlungen mit der Bundesbahn, welche letztlich von Erfolg gekrönt waren. So konnte die Dürener Kreisbahn (DKB) im Juni 1992 als erste Eisenbahngesellschaft in Nordrhein-Westfalen von der Bundesbahn eine Eisenbahnstrecke zum symbolischen Preis von 1 DM erwerben. Damit war der Kreis Düren ein Vorreiter bei der Regionalisierung des Eisenbahn-Nahverkehrs, noch vor der Bahnreform 1994.

Am 25. März 1993 begann der Zugbetrieb auf der Strecke Düren – Heimbach mit modernisierten Uerdinger Schienenbussen. 1995 wurden diese durch moderne RegioSprinter der Firma Siemens/DUEWAG ersetzt. Der Anfangsbetrieb gestaltete sich schwierig, so waren 1993 viele Züge unpünktlich – auch weil die inzwischen in die Jahre gekommenen Schienenbusse den Anstrengungen nicht immer gewachsen waren. Doch nach und nach konnten durch die Modernisierung der Strecke und Bahnstationen, durch die Einführung eines Taktfahrplans sowie der neuen Triebwagentechnik die Akzeptanz bei der Bevölkerung und die Pünktlichkeit erhöht und mehr Fahrgäste gewonnen werden. Die DKB schaffte es, die alten Fahrgastzahlen der Deutschen Bundesbahn um über 500 % zu steigern. Daher gilt die DKB beziehungsweise die Rurtalbahn als Vorzeige-Unternehmen für gelungenen regionalisierten Bahnverkehr.

Daneben wurde auch die Infrastruktur modernisiert. Die Rückfallweichen an der Kreuzungsbahnhöfen wurden durch elektrisch fernbediente Weichen ersetzt. Gleichzeitig wurde die Sicherung der Strecke mit Hauptsignalen eingerichtet. Die Zugleitung wurde von Kreuzau in die zentrale Leitstelle der DKB im Bahnhof Distelrath verlegt, von wo der gesamte Zugverkehr auf den Strecken Düren – Heimbach und Düren – Jülich – Linnich gesteuert wurde. Diese Maßnahmen, neben den spurtstärkeren RegioSprintern, hatten zudem positive Auswirkungen auf die Fahrtzeiten. 1993 dauerte die Fahrt von Düren nach Heimbach noch etwa eine Stunde, inzwischen erreichen die Züge bereits nach gut 46 Minuten ihr Ziel.

Die sogenannte Abteilung Schiene der Dürener Kreisbahn wurde schließlich zum 1. Januar 2003 als eigenständige Gesellschaft Rurtalbahn GmbH ausgegliedert, der Kreis Düren hält trotzdem weiterhin wesentliche Anteile dieser Bahngesellschaft und bleibt über die Dürener Kreisbahn – seit 2009 über die Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren – Eigentümer der Infrastruktur.

Zwei Stadler Regio-Shuttle RS1 (VT742+VT740) der Rurtalbahn im Bahnhof Heimbach

Bis April 2012 werden für die Rurtalbahn fünf neue Fahrzeuge des Typs Regio-Shuttle RS1 beschafft, welche gegenüber den RegioSprintern eine deutliche Qualitätsverbesserung darstellen. Die klimatisierten Fahrzeuge sind mit einer behindertengerechten Toilette ausgestattet.[11] Einstiegshöhe und Fahrzeuglänge entsprechen in etwa den Maßen der RegioSprinter, so dass keine Umbauten an den bereits modernisierten Bahnsteigen erforderlich sind.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Bereits kurz nach dem Bahnhof Düren trifft die Strecke auf die Rur. Südlich von Düren beginnt die Rureifel und der landschaftlich reizvolle Nationalpark Eifel, hier folgt die Bahnstrecke kurvenreich dem namensgebenden Rurtal.

Bahnhof Düren[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Düren
Regionalexpress im Bahnhof Düren

Über die Bahnstrecke Köln–Aachen ist Düren mit seinem Bahnhof seit dem 6. September 1841 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Zwischenzeitlich lag der Inselbahnhof Düren an fünf Bahnstrecken: Neben der Strecke in Richtung Aachen und Köln und der Bahnstrecke Jülich–Düren existiert noch die Bördebahn in Richtung Euskirchen, die dorthin regelmäßig am Wochenende im Personenverkehr befahren und im Güterverkehr bis Zülpich genutzt wird. Vom benachbarten Abzweig am Bahnhof Düren verläuft auch die Zufahrt zur Werkstatt der Rurtalbahn in Distelrath. Die frühere Bahnstrecke Düren–Neuss wurde 1995 zwischen Düren und Bedburg wegen des Tagebaus Hambach stillgelegt und abgebaut. Das Ende dieser Strecke und der Bördebahn vor der Stilllegung befand sich an Stumpfgleisen direkt am Empfangsgebäude. Heute sind die Gleisanlagen im Areal entfernt und eingezäunt.

Die Züge der Rurtalbahn von Heimbach erreichten den Bahnhof Düren unter Mitbenutzung des durchgehenden Hauptgleises der Strecke von Aachen. Die Züge begannen beziehungsweise endeten in der Regel am Gleis 21 auf der Nordseite oder dem damaligen Gleis 5 auf der Südseite des Bahnhofs. Durchgehende Züge von beziehungsweise nach Jülich fuhren von der Nordseite ab, normalerweise aus Gleis 21.

Im Zuge des Ausbaus der Strecke Köln–Aachen für den Hochgeschwindigkeits- und S-Bahn-Verkehr wurde der Bahnhof Düren Anfang der 2000er Jahre stark umgebaut. Im Südteil wurden die Bahnsteige komplett neu errichtet, die Züge der Rurtalbahn können seitdem den Bahnhof Düren (in der Regel am Gleis 4a) erreichen, ohne die Hauptstrecke von Aachen kreuzen zu müssen. Heute ist der Dürener Bahnhof betrieblicher Mittelpunkt der Dürener Kreisbahn, nachdem sie zum 1. April 2000 den Güterumschlag von der DB Cargo übernommen hat. Die Nordseite des Bahnhofs kann seit der Stilllegung der nördlichen Verbindungsbrücke aus Richtung Heimbach nicht mehr direkt erreicht werden.

Haltepunkt Annakirmesplatz[Bearbeiten]

Der Bedarfshaltepunkt Annakirmesplatz am Streckenkilometer 1,9 liegt am Platz der Annakirmes, so dass hier während der Kirmeszeit ein beträchtliches Fahrgastaufkommen herrscht. Bis 1995 hieß der Haltepunkt Düren Süd. Hier kreuzte bis etwa 1958 die Straßenbahn Düren – Rölsdorf die Bahnstrecke. Die Bahnsteige lagen ursprünglich jeweils nördlich und südlich der Aachener Straße. Nach der Übernahme wurde er wie alle anderen Haltepunkte der Strecke von der Rurtalbahn umgebaut und hat heute die typische Standardausstattung, wobei nur noch der nördliche Bahnsteig in Betrieb ist. Einige Hundert Meter südlich befindet sich seit März 2003 das Güterterminal für die Papierfabriken Kanzan und Zanders. Das entsprechende Anschlussgleis befindet sich in Höhe der Straße An der Garnbleiche.

Haltepunkt Kuhbrücke[Bearbeiten]

Dieser 1993 angelegte und 1997 ausgebaute Bedarfshaltepunkt liegt bei Streckenkilometer 3,6 an einem Bahnübergang, an welchem die Straße An der Kuhbrücke die Strecke kreuzt.

Bahnhof Lendersdorf[Bearbeiten]

Bahnhof Lendersdorf

Der seit Bestehen der Strecke existierende Bahnhof Lendersdorf (km 4,6) ist gleichzeitig derzeitiger Endpunkt für den Güterverkehr der Rurtalbahn. In Lendersdorf sind das frühere Empfangsgebäude mit benachbartem Güterschuppen und das alte Stellwerk noch erhalten. Das Stellwerk ist heute in dieser Form nicht mehr in Betrieb und beherbergt wie auch der ehemalige Güterschuppen heute ein Fotostudio.

Der Personenverkehr wird mit den Regiosprintern über einen Inselbahnsteig abgewickelt, mit dem Zweck der halbstündlichen Zugkreuzungen. Neben den beiden Bahnsteiggleisen befinden sich im Bereich des Bahnhofs Lendersdorf zwei weitere Gleise für Rangierarbeiten im Güterverkehr. Direkt gegenüber dem Haltepunkt befinden sich zwei Zufahrtsgleise für den Güterverkehr der Papierfabrik Schoellershammer. Werktags wird die Firma mit Braunkohle beliefert. Für die in direkter Nachbarschaft liegende Akzo-Chemie gibt es Bestrebungen, deren Güterverkehr ebenfalls auf die Schiene zu verlagern.

Haltepunkt Renkerstraße/Krankenhaus[Bearbeiten]

Auch dieser erst im Jahr 2000 entstandene Bedarfshaltepunkt ist ein typischer Haltepunktstandardbau der Rurtalbahn. Er befindet sich im Ort Niederau am Streckenkilometer 5,0.

Haltepunkt Tuchmühle[Bearbeiten]

Haltepunkt Tuchmühle

Seit 1892 konnten die Niederauer die Eisenbahn nutzen, die am Lendersdorfer Bahnhof in Krauthausen hielt. Parallel dazu gab es bis zum Zweiten Weltkrieg eine elektrische Straßenbahn von Düren nach Kreuzau, welche 1945 durch eine Buslinie auf der gleichen Strecke ersetzt wurde. Mit der Inbetriebnahme des Haltepunkts Tuchmühle 1994 gibt es mit der Rurtalbahn wieder Schienenverkehr in Niederau. Die kommunal betriebene Rurtalbahn passiert in Niederau die Haltestellen Renkerstraße und Tuchmühle. Dieser Bedarfshaltepunkt liegt am westlichen Ortsrand von Niederau an der Straße Tuchmühle bei km 5,8. Auch bei diesem 1993 eingerichteten Haltepunkt handelt es sich um einen Standardbau.

Bahnhof Kreuzau[Bearbeiten]

Quer durch das Gemeindegebiet von Kreuzau fährt die Rurtalbahn. Am Bahnhof Kreuzau ist heute noch das Bahnhofsgebäude aus den 1950er Jahren vorhanden, das nach der Zerstörung des ersten Empfangsgebäudes im Zweiten Weltkrieg neu gebaut wurde. Hier befand sich bis Mitte der 90er Jahre die Zugleitung der Strecke, da der Bahnübergang direkt nördlich des Bahnhof von einem örtlichen Schrankenwärter bedient werden musste. Heute wird das Gebäude als Restaurant genutzt. Ebenso ist noch der Güterschuppen des Bahnhofes erhalten, der heute nach massiven Umbauten als Jugendzentrum dient. Der neue 1997 umgestaltete Bahnhof (km 7,3) der Rurtalbahn besitzt heute zwei Gleise und einen Mittelbahnsteig, so dass dort Zugkreuzungen stattfinden können. Hier hatte auch zeitweilig die Firma Hoesch auf Höhe der Straße Friedenau einen Gleisanschluss.

Haltepunkt Kreuzau Eifelstraße[Bearbeiten]

Im Bereich der Eifelstraße befindet sich der gleichnamige Haltepunkt am Streckenkilometer 8,0. Auch bei diesem Haltepunkt handelt es sich um einen Bedarfshaltepunkt, bei dem nur auf Fahrgastwunsch gehalten wird.

Haltepunkt Üdingen[Bearbeiten]

Haltepunkt Üdingen

Üdingen hat einen Bedarfshaltepunkt am Streckenkilometer 10,2 dieser Strecke parallel zum Dechant-Offermanns-Weg. Dieser Haltepunkt besteht seit Eröffnung der Strecke im Jahr 1903 und wurde nach der Übernahme durch die Rurtalbahn 1993 grundlegend umgebaut und entspricht seitdem dem Standard des Verkehrsunternehmens. Dabei blieb die alte Wartehalle aus Bundesbahnzeiten erhalten und wurde renoviert.

Bahnhof Untermaubach-Schlagstein[Bearbeiten]

Der Bahnhof Untermaubach-Schlagstein besteht seit 1903 am Kilometerpunkt 12,0. Bis 1999 trug der Bahnhof den Namen Untermaubach. Neben dem Empfangsgebäude mit Gastronomie gab es einen angebauten Güterschuppen im Fachwerkbau. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bahnhofsanlagen zerstört. Das Empfangsgebäude wurde nicht wieder aufgebaut, stattdessen wurde als Ersatz eine kleine Wartehalle errichtet, die auch heute noch wenige Schritte vom Haltepunkt entfernt erhalten blieb. Pikanterweise war dieses Häuschen bis 1948 ein Abort des alten Bahnhofes. Heute präsentiert sich der Bahnhof mit Inselbahnsteig und zwei Gleisen, so dass fahrplanmäßige Zugkreuzungen möglich sind. Der Bahnhof ist Endpunkt für den Halbstundentakt, während über Untermaubach-Schlagstein hinaus die Regiosprinter nur im Stundentakt verkehren. Es gibt Überlegungen, die nahegelegene Papierfabrik Metsä Tissue über die Schiene zu versorgen. Für den Anschluss der Firma wäre allerdings eine neue Rurbrücke erforderlich.

Haltepunkt Obermaubach[Bearbeiten]

Haltepunkt Obermaubach

Der Bedarfshaltepunkt Obermaubach liegt am Rand des Stausees Obermaubach, eingezwängt zwischen Stausee und dem Waldrand des Hürtgenwaldes. Er hat die Streckenkilometrierung 13,9. Durch diesen Stausee ist die Strecke vom Ort getrennt. Lediglich eine Staumauerbrücke verbindet den Haltepunkt mit dem Ort Obermaubach. Wie bei Zerkall handelt es sich wieder um einen typischen Standardbau der Rurtalbahn.

Haltepunkt Zerkall[Bearbeiten]

Der Bedarfshaltepunkt Zerkall (km 18,7) wurde 1947 eingerichtet und war von da an bis Mai 1950 Endpunkt der Strecke. Er liegt am östlichen Ortsrand von Zerkall am Gut Laachauf dem Stadtgebiet der Stadt Nideggen (obwohl Zerkall zur Gemeinde Hürtgenwald gehört). Auch hier handelt es sich wieder um einen typischen Standardbau der Rurtalbahn.

Bahnhof Nideggen-Brück[Bearbeiten]

Bahnhof Nideggen-Brück mit Biologischer Station

Der Bahnhof Nideggen-Brück (km 19,7) liegt in der Ortschaft Brück und verfügt heute noch über ein renoviertes altes Empfangsgebäude, in dem sich heute die Biologische Station des Kreises Düren befindet. Angebaut an das Empfangsgebäude befindet sich der ebenfalls renovierte frühere Güterschuppen des Bahnhofs. Bis 1995 hieß der Bahnhof Nideggen.

Der neue Bahnsteig ist als Inselbahnsteig angelegt worden. Neben dem Streckengleis befindet sich hier ein Ausweich- und ein Stumpfgleis mit Prellbock. Wie an fast allen Haltepunkten an der Strecke ist auch hier ein kleiner P+R-Parkplatz gebaut worden.

Haltepunkt Abenden[Bearbeiten]

Haltepunkt Abenden

Der mit der Strecke eröffnete Haltepunkt Abenden liegt am Commweg am Kilometerpunkt 22,7 und weicht in seinem Aufbau von der Standardbauweise der Rurtalbahn ab. Hier wurde nach der Übernahme von der Bundesbahn nichts Neues errichtet. Anstelle der sonst üblichen Plexiglas-Wartehäuschen gibt es in Abenden seit der Inbetriebnahme der Strecke ein 1993 saniertes und gemauertes Unterstellhäuschen, das inmitten einer kleinen, parkähnlichen Grünfläche liegt.

Haltepunkt Blens[Bearbeiten]

Blens hat seit 1. August 1903 einen Haltepunkt an der Strecke Düren – Heimbach beim Streckenkilometer 25,3, welcher etwa einen Monat zugleich Endpunkt der Strecke war. Er wurde nach der Übernahme durch die Dürener Kreisbahn 1993 saniert. Bei dem Haltepunkt Blens handelt es sich in Analogie zu Hausen wieder um einen typischen Standardbau.

Haltepunkt Hausen (b Düren)[Bearbeiten]

Der Bedarfshaltepunkt Hausen (km 26,8) liegt seit 1903 an der Hausener Straße am nördlichen Ortsrand in der Nähe des Campingplatzes. Er wurde nach der Übernahme durch die DKB 1993 saniert. Auch bei diesem Haltepunkt handelt es sich um einen Standardbau der Rurtalbahn.

Bahnhof Heimbach (Eifel)[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Heimbach mit Nationalpark-Tor

Der Bahnhof Heimbach liegt direkt am nördlichen Ortsrand und hat neben der Funktion, eine gute Anbindung im Nahverkehr zwischen Linnich, Düren und Heimbach zu bieten, auch eine touristische Funktion als Nationalparktor und Infozentrum für Wanderer und Touristen. Im Empfangsgebäude befindet sich ein kleines Museum der Rurtalbahn. Im Zusammenhang mit den 2004/2005 stattgefundenen Umbau- und Sanierungsarbeiten im Bahnhofsgebäude wurde der an das Hauptgebäude angebaute Fachwerkgüterschuppen abgerissen und durch einen modernen Anbau ersetzt.

Der Halteplatz der Rurtalbahn liegt direkt am früheren Empfangsgebäude am Streckenkilometer 30,0. Auch dieser weist die üblichen Warte- und Schutzhäuschen der Rurtalbahn auf. Im Laufe der Zeit hat der Bahnhof einige seiner Gleise verloren, wie z.B. das Ladegleis am Güterschuppen.

Betrieb[Bearbeiten]

Die Strecke wird im Schienenpersonennahverkehr täglich im Stundentakt von der Linie RB 21 (Rurtalbahn) durch Züge von Düren nach Heimbach genutzt. Wochentags tagsüber verkehren Züge bis Untermaubach im Halbstundentakt.

Außerdem bietet die Euregiobahn von April bis Oktober an Sonn- und Feiertagen Direktverbindungen von Heerlen (in den Niederlanden) und Alsdorf über Aachen in die Eifel und zurück.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich e.V. (Hrsg.): 75 Jahre Düren – Heimbach – Geschichte einer Eisenbahnstrecke. Jülich 1978.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Düren–Heimbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2009/2010. 7. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2009, ISBN 978-3-89494-139-0.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSchienennetz-Benutzungsbedingungen der Rurtalbahn GmbH – Besonderer Teil (SNB-BT). Abgerufen am 10. Februar 2012 (PDF; 73 kB).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGleise in Serviceeinrichtungen – KDN. Abgerufen am 25. Februar 2012 (PDF; 184 kB).
  4. Wolfgang Kreckler: Eisenbahngeschichte des Ortes Jünkerath; Eisenbahnfreunde Jünkerath e.V., 1995, S. 17/18
  5. a b Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich e.V. (Hrsg.): 75 Jahre Düren – Heimbach – Geschichte einer Eisenbahnstrecke; Jülich, 1978, S. 8.
  6. Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich e.V. (Hrsg.): 75 Jahre Düren – Heimbach – Geschichte einer Eisenbahnstrecke; Jülich, 1978, S. 10.
  7. Fotobelege für den Einsatz der Baureihe 212 auf der Rurtalbahn:
  8. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Amtliches Kursbuch, Sommer 1962. S. 165.
  9. a b Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich e.V. (Hrsg.): 75 Jahre Düren – Heimbach – Geschichte einer Eisenbahnstrecke; Jülich, 1978, S. 13.
  10. Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich e.V. (Hrsg.): 75 Jahre Düren – Heimbach – Geschichte einer Eisenbahnstrecke; Jülich, 1978, S. 2.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRurtalbahn: Aktuelles. Abgerufen am 13. August 2012.

Karte