Bahnstrecke Dakar–Niger

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Dakar–Niger
Bahnhof von Dakar
Bahnhof von Dakar
Streckenlänge: 1287 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)

Die Bahnstrecke Dakar–Niger (franz. chemin de fer Dakar-Niger) verbindet Dakar in Senegal mit Koulikoro in Mali in einer Spurweite von 1.000 Millimeter. Sie bindet viele Städte in Senegal wie Thiès und in Mali wie Kayes, Kita, Kati oder Bamako an. Die Streckenlänge beträgt 1287 Kilometer, wobei 641 Kilometer in Mali liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bauarbeiten für die Bahnstrecke Dakar–Niger begannen am Ende des 19. Jahrhunderts unter dem französischen General Gallieni, der in dieser Zeit Gouverneur von Französisch-Sudan war. Ziel war es, den Fluss Niger mit dem Hafen von Dakar zu verbinden, wodurch der Transport von Rohstoffen erleichtert werden sollte. Die Linie wurde größtenteils zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertiggestellt, wobei der Abschnitt KayesKoulikoro 1904 eröffnet wurde. Damit konnten Waren aus dem Landesinneren durch den französischen Sudan auf dem Niger bis Koulikoro, dann auf dem Eisenbahnweg bis Kayes und ab dort auf dem Senegalfluss bis zum Atlantik transportiert werden. Die letzten Streckenabschnitte bis Dakar waren erst 1924 fertiggestellt.

1947 gingen die Angestellten der Eisenbahn für mehrere Monate in Streik, um dieselben Rechte wie die französischen Eisenbahner zu erlangen. Dieser erfolgreiche Streik wurde vom senegalesischen Schriftsteller Ousmane Sembène in seinem 1960 veröffentlichten Werk Holzstücke Gottes als Wendepunkt im antikolonialen Kampf zelebriert.

Bahngesellschaften[Bearbeiten]

Mit der Unabhängigkeit von Mali und Senegal, die durch den Zerfall der Mali-Föderation vollzogen wurde, wurde die Verwaltung der Bahnstrecke auf zwei nationale Bahngesellschaften, die Régie des chemins de fer du Mali (RCFM) und die Régie sénégalaise, aufgeteilt. Die Schwierigkeiten in der Verwaltung und der Mangel an Investitionen führten jedoch zu einer Verschlechterung der Infrastruktur und des Rollmaterials sowie zu zahlreichen Verspätungen.

Im Oktober 2003 übergaben Senegal und Mali die Verwaltung an Transrail, ein franko-kanadisches Konsortium. Entgegen der ursprünglichen Aufgabe, den Reisezugverkehr aufrechtzuerhalten, plant Transrail, sich auf den Transport von Gütern zu konzentrieren. Viele Bahnhöfe wurden geschlossen und die Zahl der Verbindungen reduziert, wodurch sich die Situation abgelegener Gemeinden verschlechterte.[1]

Mitte 2007 wurde die Bahn durch die belgische Gesellschaft Vecturis aufgekauft. Diese beabsichtigte den schlechten Gleis- und Fahrzeugzustand kontinuierlich zu verbessern.[2]

Ausbaupläne[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2007 kündigte der Staatspräsident Senegals Abdoulaye Wade eine Reihe von Großprojekten („grands projets“) zur Weiterentwicklung und Erschließung des Landes an, von denen einige auch die Bahnlinie Dakar-Niger betreffen:

  • Bau eines dritten Gleises zwischen Dakar und Thiès (einschließlich Anbindung des im Bau befindlichen Großflughafens Blaise Diagne); ca 72,5 Mrd. FCFA;
  • Umspurung der Strecke Dakar–Tambacounda–Kidira (= Grenze zu Mali) auf Normalspur; ca, 435 Mrd. FCFA;
  • Neubau der Zweiglinie Thiès–Saint-Louis in Normalspur; 145 Mrd. FCFA;

Anfang Januar 2012 kündigte Präsident Wade weiterhin an, die Strecke durch eine Elektrifizierung aufzuwerten. Die Arbeiten sollen noch 2012, ausgehend von Dakar, im senegalischen Abschnitt beginnen.[3]

Statistiken[Bearbeiten]

„Tableau comparatif des exportations par rail“[4]: Für diese Listung, die die Anzahl der exportierten Tonnen angibt, sind keine Quellen angegeben.

Bahnhof von Kati
Produkt 1924 1934 1952–3 1955–6
geschälte Erdnüsse - 7422 7250 -
ungeschälte Erdnüsse 4125 1990 55.000 147.900
Gummi arabicum 936 1196 1000 1500
Karité-Nüsse 416 2690 9750 -
Tierhäute 787 841 10.000 -
Baumwolle - 185 - 18.200
Hirse 236 - - 850.000

Zweiglinien[Bearbeiten]

Zweiglinien führen nach:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Mord am Dakar-Niger-Express“, in Le Monde diplomatique, 9. Februar 2007
  2. TRANSRAIL S.A. (Sénégal - Mali). 2011, abgerufen am 17. Februar 2012 (französisch).
  3. New line to Bamako. Railway Gazette, 16. Februar 2012, abgerufen am 17. Februar 2012 (englisch).
  4. Jean-Claude Faur: La Mise en valeur ferroviaire de l'AOF (1880–1939). Paris: Université de Paris, 1969 (=Thesis)

Literatur[Bearbeiten]

  • M. McLane, The Senegal-Niger Railway, 1800–1904: A Case Study in Imperialism, University of Wisconsin, 1969.
  • Le Chemin de fer de Thiès au Niger, Afrique-Occidentale française. Gouvernement général/Libr. Larose, 1931.
  • Monique Lakroum, Chemin de fer et réseaux d’affaires en Afrique noire: Le Dakar-Niger (1890–1960), université de Paris VII, 3 vol. 1987 (thèse d’État).
  • Birame Ndour, Éléments d’études sur le mouvement ouvrier dans les chemins de fer du Sénégal (1882–1938), Paris, université de Paris VII, 1981, 67 p. (diplôme d’études approfondies).
  • Ousmane Sembène, Les Bouts de bois de Dieu, Plon, 1960 (fiction).
  • Mor Sène, La Grève des cheminots du Dakar-Niger 1947–1948, Dakar, université de Dakar, 1987, 144 p. (mémoire de maîtrise).
  • Iba Der Thiam, La Grève des cheminots du Sénégal de septembre 1938, Dakar, université de Dakar, 1972, 2 vol., 272 p. + 133 p. (mémoire de maîtrise).

Weblinks[Bearbeiten]