Bahnstrecke Duala–Nkongsamba

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Duala–Nkongsamba / Kumba
Bahnanlagen der Nordbahn bei Bonaberi (vor 1909)
Bahnanlagen der Nordbahn bei Bonaberi (vor 1909)
Streckenlänge: 189 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 16,7 
Minimaler Radius: 120 m
Kopfbahnhof – Streckenanfang
-12 Douala
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Ngaoundere
Brücke über Wasserlauf (groß)
Wouri
Bahnhof, Station
0 Bonaberi
Haltepunkt, Haltestelle
Mpanju
Brücke über Wasserlauf (groß)
10 Bomono
Haltepunkt, Haltestelle
Macka
Bahnhof, Station
Bomono
Bahnhof, Station
Susa
Brücke über Wasserlauf (groß)
26 Mombe
Bahnhof, Station
30 Kake
Bahnhof, Station
64
0
Mbanga
BSicon eBS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
BSicon exSTR.svgBSicon KBHFe.svg
29 Kumba
BSicon exBS2l.svgBSicon exBS2c3.svg
   
67 Nkwangsi
   
73 Mundame-Bahnhof
   
88 Njombe
   
Bajele
   
Penja
   
107 Lum
   
Nkanja
   
Lala
   
Djombe
   
128 Mbo
   
132 Manengoteng
   
Manjo
   
Manengole
   
142 Melle
   
Ndunge
   
160 Nkongsamba

Die Eisenbahnstrecke Bonaberi–Nkongsamba, auch Nordbahn genannt, war nach plantageneigenen Feldbahnen die erste Eisenbahn in Meterspur, die in Kamerun entstand. Sie war 160 km lang und erschloss ein Anbaugebiet für Bananen und Baumwolle. Bonaberi liegt am Ufer des Kamerunflusses (heute: Wouri), gegenüber von Douala. Erst 1955 entstand durch Lückenschluss die heutige Bahnstrecke Douala–Nkongsamba.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Eisenbahnbau wurde von privater Seite betrieben und dafür die Kamerun-Eisenbahngesellschaft gegründet. Die Finanzierung des Projektes beruhte aber teilweise auf einer Zinsgarantie des Deutschen Reiches. Die Gesellschaft erhielt die Konzession und begann 1906 mit dem Bau. Das Durchdringen des Urwaldes für die Trasse erwies sich als aufwändig. 60 Baumriesen mussten durch Sprengung beseitigt werden.[1] Die erste Teilstrecke ging 1909 in Betrieb, 1911 die Strecke insgesamt. Bau und Betrieb lagen bei der Deutschen Kolonial-Eisenbahn Bau- und Betriebsgesellschaft (DKEBBG). Die Strecke entwickelte sich wirtschaftlich gut. Der angedachte Weiterbau, nördlich von Nkongsamba, kam aber nicht zu Stande, weil das Gelände dort sehr gebirgig ist und der Bau sehr aufwändig gewesen wäre. Das Personal der Nordbahn bestand aus 23 Europäern und 608 Einheimischen. Die Betriebsmittel waren 7 Tenderlokomotiven, 11 Reisezug- und 80 Güterwagen.[2]

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam der überwiegende Teil von Kamerun als Mandatsgebiet an Frankreich, einschließlich aller Eisenbahnstrecken. Die Nordbahn gehörte nun zur Chemins de fer de Cameroun (CFC). Eine bauliche Verbindung zur zweiten Fernbahnstrecke in Kamerun, der Mittellandbahn, kam erst 1955 über eine 12 km lange Strecke und eine 1850 m lange Brücke über den Wouri zustande.[3] Von 1962 bis 1969 wurde, von der Bahn in Mbanga abzweigend eine 29 km lange Stichstrecke nach Kumba errichtet. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde dann der Abschnitt Mbanga–Nkongsamba stillgelegt. Die Strecke wird heute im Personenverkehr nicht mehr bedient. Die Eisenbahn bietet auf dieser Verbindung ersatzweise lediglich einen Omnibus-Verkehr an.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Baltzer: Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas. 1916. ND Holzminden o.J. ISBN 978-3-8262-0233-9
  • Helmut Schroeter: Die Eisenbahnen der ehemaligen deutschen Schutzgebiete Afrikas und ihre Fahrzeuge. Frankfurt 1961.
  • Helmut Schroeter u. Roel Ramaer: Die Eisenbahnen in den einst deutschen Schutzgebieten damals und heute / German Colonial Railways then and now. Krefeld 1993.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schroeter, S. 54.
  2. Schroeter, S. 56.
  3. Schroeter, S. 58.
  4. Fahrplan und Tarife von Camrail (PDF; 83 kB)