Bahnstrecke Flieden–Gemünden

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Flieden–Gemünden am Main
Fulda-Main-Bahn RB Burgsinn 0982.jpg
Kursbuchstrecke (DB): 801
Streckennummer (DB): 3825, 3826
Streckenlänge: 56,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Bundesländer: Hessen, Bayern
Strecke – geradeaus
Kinzigtalbahn von Fulda
Bahnhof, Station
0,0 Flieden 314 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Kinzigtalbahn von Schlüchtern
Brücke (mittel)
3,3 Bundesautobahn 66
   
5,5 Distelrasen (Flieden-Fuldaische Höfe)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Verbindungskurve Schlüchtern–Elm
Bahnhof ohne Personenverkehr
10,2 Elm (ehem. auch PV) 310 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
12,4 Ebertsbergtunnel (232 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
13,0 Brandensteintunnel (150 m)
   
16,6 Vollmerz
Tunnel
18,0 Ramholztunnel (neu, 474 m)
Bahnhof, Station
21,6 Sterbfritz 372 m
Tunnel
22,2 Sterbfritztunnel (1092 m)
   
24,2 Mottgers
   
29,9 Altengronau Nord
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
30,2 Ziegenbergtunnel (208 m)
   
ehem. Sinntalbahn nach Wildflecken
Brücke über Wasserlauf (groß)
32,6 Jossa
Bahnhof, Station
33,2 Jossa 251 m
Tunnel
34,0 Ruppertsbergtunnel (321 m)
   
Sinn, Landesgrenze Hessen / Bayern
Haltepunkt, Haltestelle
36,4 Obersinn
Haltepunkt, Haltestelle
38,4 Mittelsinn 200 m
Bahnhof, Station
43,5 Burgsinn 184 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
zur Schnellfahrstrecke nach Würzburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Schnellfahrstrecke von Hannover
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
48,3 Rieneck Sinnberg (Abzw)
Tunnel
Rieneck-Tunnel (422 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
50,0 Sinn
Haltepunkt, Haltestelle
50,4 Rieneck
Brücke über Wasserlauf (groß)
51,6 Sinn
Planfreie Kreuzung – unten
Schnellfahrstrecke Würzburg ↔ Hannover
Brücke über Wasserlauf (groß)
52,4 Sinn
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
54,3 Gemünden Zollberg (Abzw)
Gleisdreieck – geradeaus, nach rechts, von rechts
Main-Spessart-Bahn von/nach Aschaffenburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Fränkische Saaletalbahn von Bad Kissingen
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
55,0 Gemünden Saalebrücke (Abzw)
Brücke über Wasserlauf (groß)
55,2 Fränkische Saale
Bahnhof, Station
56,3 Gemünden (Main) 159 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Werntalbahn nach Waigolshausen
Strecke – geradeaus
Main-Spessart-Bahn nach Würzburg

Die Bahnstrecke Flieden–Gemünden (Fulda-Main-Bahn) ist eine zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke von Flieden und Schlüchtern nach Gemünden am Main. Ab Jossa verläuft sie in Richtung Gemünden in Bayern, davor in Hessen.

Strecke[Bearbeiten]

Neues und altes Südportal des Ramholztunnels
Nordportal des Ramholztunnels
Züge im Bahnhof Jossa

Betrieblich beginnt die Strecke in Fulda. Der Verkehr verläuft von hier bis Flieden auf der Kinzigtalbahn und zweigt im Bahnhof Flieden auf die Bahnstrecke Flieden–Gemünden ab. Von hier verläuft sie durch die Ausläufer von Spessart und Rhön, über die aufgelassen Bahnhöfe Elm und Vollmerz, den im Personenverkehr bedienten Bahnhof Sterbfritz sowie die aufgelassen Stationen Mottgers und Altengronau Nord, bis sie bei Jossa das Sinntal erreicht. Die Strecke folgt dann größtenteils dem Fluss Sinn und verläuft teilweise parallel zur Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Eine Verknüpfung mit der Schnellfahrstrecke besteht südlich von Burgsinn im Betriebsbahnhof Burgsinn.

Der 388 m lange alte Ramholztunnel (erbaut zwischen 1868 und 1871) wurde in den letzten Jahren durch einen 474 m langen Neubau ersetzt. Der Durchbruch für die neue Röhre fand im Juni 2007 statt.[1][2] Seit dem 17. Juni 2008 fahren die Züge in Richtung Süden durch den neuen Ramholztunnel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke setzt sich historisch aus zwei Teilen zusammen:

  • Die Streckenäste Flieden–Elm und Schlüchtern–Elm entstanden beim Bau der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn, deren südlicher Abschnitt heute die Kinzigtalbahn ist. Sie wurden am 15. Dezember 1868 in Betrieb genommen. Im Bahnhof Elm bestand damals eine Spitzkehre, in der alle durchgehenden Züge wenden mussten. Diese betrieblich aufwendige Verkehrsführung diente zum Überfahren des Distelrasens, eines Landrückens, der das Kinzigtal und das Fuldatal trennt.
  • 1873 wurde am Kopfende des Bahnhofs Elm die von Gemünden kommende Fulda-Main-Bahn angeschlossen. Elm wurde damit zum Durchgangsbahnhof, die Bahnstrecke Flieden–Gemünden entstand. Allerdings mussten die Züge der Frankfurt-Bebraer Bahn hier weiterhin „Kopf machen“. Dies änderte sich erst mit der Inbetriebnahme des Schlüchterner Tunnels 1914, der den Distelrasen unterfährt.

Im Jahr 1906 rutschte das gesamte Güterbahnhofareal des Elmer Bahnhofs infolge geologischer Störungen in Verbindung mit unzureichender Entwässerung großflächig ab.

Im Zuge der alliierten Transportoffensive verfolgte ein P-47D Jagdbomber unter mehrfachem Bordwaffeneinsatz im November 1944 einen von Wildflecken kommenden Transportzug von V2-Sprengköpfen und stellte ihn endgültig in Elm. Die Explosion des Güterzuges richtete großflächige Zerstörungen an, darunter auch des aus der Anfangszeit stammenden Empfangsgebäudes. Die baulichen Anlagen wurden in der Nachkriegszeit wegen ihrer gestiegenen Bedeutung vereinfacht wiederaufgebaut. Das Bw Elm wurde bereits 1951 geschlossen.

Die Bahnstrecke Flieden–Gemünden war nach dem Zweiten Weltkrieg Bestandteil der alten Nord-Süd-Strecke HannoverWürzburg.

Betrieb[Bearbeiten]

Regionalbahn im Bahnhof Burgsinn

Die Fulda-Main-Bahn wurde bis zum Jahr 2006 von der Regionalbahn-Linie Fulda–Gemünden (Main) bedient. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurde die Linie in südlicher Richtung nach Würzburg und größtenteils darüber hinaus bis Schweinfurt und sogar bis Bamberg verlängert, lediglich wenige Zugpaare endeten weiterhin in Gemünden (Main). Auf Wunsch des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) wurde der Ausgangspunkt der Züge von Fulda nach Schlüchtern verlegt, wo Anschlüsse nach Fulda und Frankfurt (Main) bestehen. Zwischen Schlüchtern und Jossa verkehren die Regionalbahnen alle zwei Stunden, ab Jossa stündlich. Die Regionalbahnen wurden üblicherweise aus vier n-Wagen gebildet, bespannt von Lokomotiven der Baureihen 111 oder 112, bei in Gemünden (Main) endenden Zugläufen kam auch die langsamere Baureihe 143 zum Einsatz.

Als Teil des „Elektrischen Netzes Würzburg“ wurde der Regionalbahnverkehr auf der Fulda-Main-Bahn im Juni 2006 von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund europaweit ausgeschrieben. Der bisherige Betreiber DB Regio entschied die Ausschreibung für sich und nahm den Betrieb zum Fahrplanwechsel 2010/2011 im Dezember 2010 mit neuen Fahrzeugen des Typs Alstom Coradia Continental auf.

Planmäßigen Personenfernverkehr gibt es auf der Fulda-Main-Bahn seit der Fertigstellung der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg im Jahr 1988 nicht mehr – mit Ausnahme von Nachtzügen, einzelnen Intercity-Zügen und Umleitungsverkehr. Bei einer Sperrung der Schnellfahrstrecke zwischen dem Betriebsbahnhof Burgsinn und Fulda wird der Fernverkehr von der Schnellfahrstrecke über die Bahnstrecke Flieden–Gemünden umgeleitet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Osthessen-News 30 Mio. Euro kostet neuer zweigleisiger "Ramholz-Tunnel" - Juni 2008 fertig, 11. April 2007
  2. Osthessen-News "Licht am Ende des Ramholztunnels" - Durchbruch der 474 Meter langen Röhre, 6. Juni 2007

Weblinks[Bearbeiten]