Bahnstrecke Gerstungen–Vacha

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Gerstungen–Vacha
Strecke der Bahnstrecke Gerstungen–Vacha
Streckennummer (DB): 6707
Streckenlänge: 24,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
   
Thüringer Bahn und Werrabahn
Bahnhof, Station
0,0 Gerstungen
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Thüringer Bahn nach Bebra
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weihebrücke Untersuhl
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
0,7 Tunnel Gerstungen unter Thüringer Bahn (50 m)
   
2,7 Berka/Werra
   
zum Kaliwerk Dippach und Abteroda (Alexandershall)
   
6,7 Dankmarshausen (bis etwa 1993)
   
Landesgrenze Thüringen/Hessen
   
8,8 Widdershausen
Bahnhof ohne Personenverkehr
11,6 Heringen mit Kaliwerk Wintershall
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Kaliwerk Herfagrund
   
14,7 Lengers
Bahnhof ohne Personenverkehr
18,3 Heimboldshausen
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Hersfelder Kreisbahn nach Schenklengsfeld
Bahnhof ohne Personenverkehr
20,4 Werk Hattorf
   
zum Kaliwerk Unterbreizbach
   
21,1 Ulster
   
21,6 Philippsthal
   
22,4 Landesgrenze Hessen/Thüringen
   
Ulstertalbahn von Wenigentaft-Mansbach
   
von Unterbreizbach
Bahnübergang
B 84
Bahnhof ohne Personenverkehr
24,2 Vacha
Strecke – geradeaus
nach Bad Salzungen

Die Bahnstrecke Gerstungen–Vacha, auch Werratalbahn genannt, ist eine Nebenbahnstrecke in Thüringen und Hessen. Sie verlässt in Gerstungen die Thüringer Bahn und dient heute dem Güterverkehr im Kalibergbau im Raum Heringen und Unterbreizbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Eröffnung der Bahnstrecke folgte in mehreren Abschnitten: Der Bahnverkehr zwischen Gerstungen und Berka wurde am 1. Oktober 1903, zwischen Berka und Dankmarshausen am 1. Dezember 1903, zwischen Dankmarshausen und Heringen am 30. März 1905 sowie zwischen Heringen und Vacha am 1. Oktober 1905 aufgenommen. Die anschließende Strecke der ehemaligen Feldabahn, welche bereits am 10. August 1879 (nach Dorndorf) bzw. am 22. Juli 1879 (nach Bad Salzungen) eröffnet wurde, konnte ab dem 7. Juli 1906 bzw. am 1. Dezember 1906 normalspurig befahren werden. Damit ergaben sich weitreichende Möglichkeiten zum Abtransport des gewonnenen Kalisalzes. In den 1930er Jahren wurde in Vacha ein Eisenbahnneubauamt eingerichtet, welches mit der Planung sowie vorbereitenden Arbeiten des zweigleisigen Ausbaues der Strecke begann. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese Arbeiten allerdings abgebrochen und danach auf Grund der Grenzziehung und der Entstehung zweier deutscher Staaten nicht wieder aufgenommen.

Nachdem es bereits seit 1945 keinen Personenverkehr zwischen Philippsthal–Vacha gab, endete hier durch die Grenzziehung der Güterverkehr am 29. September 1962. Zwischen Werk Hattorf und Philippsthal endete am 29. Mai 1981 der Gesamtverkehr. Die Deutsche Reichsbahn stellte zwischen Gerstungen und Dankmarshausen am 5. Oktober 1952 den Personenverkehr ein, die Bundesbahn zwischen Widdershausen und Heringen am 3. Oktober 1953 sowie zwischen Heringen und Heimboldshausen am 29. Mai 1960 den Personenverkehr. Noch bis zum 31. Dezember 1993 verblieb auf dem Reststück Werk Hattorf–Heimboldshausen Personenverkehr nach Bad Hersfeld durch die Hersfelder Kreisbahn. Vacha verlor am 10. Juni 2001 seinen Eisenbahnanschluss auf der Bahnstrecke Bad Salzungen–Vacha, nachdem eine Grubenanschlussbahn zum Schacht Unterbreizbach vom Werk Hattorf aus gebaut wurde, am 31. Januar 2000 in Betrieb ging und der SPNV durch das Land Thüringen abbestellt wurde.

Auf der verbleibenden Bahnstrecke Gerstungen–Werk Hattorf gibt es einen umfangreichen Güterverkehr, der nur an den Wochenenden ruht. Personenverkehr gibt es nur noch alljährlich im Advent, wenn mit einer Dampflok bespannte Züge Heimboldhausen in Richtung Gerstungen verlassen und einen Thüringer Weihnachtsmarkt, z. B. Erfurt, ansteuern.

Kaliverkehr während der deutschen Teilung[Bearbeiten]

Die Strecke lag größtenteils im Grenzgebiet zwischen der DDR und der BRD und passierte zweimal die innerdeutsche Grenze. Entsprechend schwierig gestaltete sich der Abtransport des für beide Staaten wichtigen Kalisalzes. Dies führte zeitweise zur vollständigen Stilllegung der Strecke.

Während dieser Zeit diente auf dem Gebiet der Bundesrepublik die Hersfelder Kreisbahn zum Abtransport des abgebauten Kalis. Nach der Einigung über die Zahlung eines Pauschalbetrages wurde am 27. September 1969 die Strecke wieder in Betrieb genommen.

Im Januar 1975 wurde die Streckenführung unterbrochen, als auf westdeutscher Seite zwischen der Ortschaft Philippsthal und der damaligen innerdeutschen Grenze (Kilometer 22,43) die Gleise abgebaut wurden. Heute enden die Gleise im Bahnhof Werk Hattorf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Bock: Interzonenzüge, GeraMond Verlag, S. 127-133

Weblinks[Bearbeiten]