Bahnstrecke Helmstedt–Oebisfelde

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Helmstedt–Oebisfelde
Kursbuchstrecke: 207d (1959),
207b (1944)
Streckennummer: 1945 Helmstedt–Grasleben
Streckenlänge: 35,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Magdeburg
Bahnhof, Station
0,0 Helmstedt
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Wolfenbüttel
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Braunschweig
   
3,8 Emmerstedt
   
8,5 Barmke
Bahnhof ohne Personenverkehr
15,9 Grasleben
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Anst Esco Salz
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Landesgrenze
NiedersachsenSachsen-Anhalt
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Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Haldensleben
   
19,1 Weferlingen
   
23,2 Döhren
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Landesgrenze
Sachsen-Anhalt–Niedersachsen
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27,7 Bahrdorf
   
31,7 Wahrstedt
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Aller; Landesgrenze
Niedersachsen–Sachsen-Anhalt
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von Wolfsburg und Schandelah
   
von Wittingen
Bahnhof, Station
35,5 Oebisfelde
   
nach Salzwedel
Strecke – geradeaus
nach Berlin

Die Bahnstrecke Helmstedt–Oebisfelde war eine Verbindungsstrecke zwischen der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg und der Berlin-Lehrter Eisenbahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem bereits am 8. April 1889 die Konzession erteilt war, wurde die Strecke am 1. September 1895 eröffnet.

Nach 1945 schnitt die innerdeutsche Grenze die Strecke dreimal, was einen durchgehenden Verkehr verhinderte. Allerdings spielte die Strecke in der Nachkriegszeit eine größere Rolle, weil auf ihr Leerfahrten von Lokomotiven der Reichsbahn der Sowjetischen Besatzungszone (DR) und Reichsbahn der Westzonen (später DB) zwischen Helmstedt und Oebisfelde stattfanden, wo jeweils der Lokwechsel von DB und DR erfolgte. Die Leerfahrten waren nötig, weil der Güterverkehr zwischen Berlin und den Westzonen bzw. der Bundesrepublik über Helmstedt und Oebisfelde überwiegend im Einrichtungsverkehr erfolgte, in Oebisfelde abgekuppelte Lokomotiven dadurch zur Rückfahrt einen Zug in Helmstedt übernahmen und umgekehrt. Geregelt wurde das im Helmstedter Abkommen vom 11. Mai 1949 zwischen den Bahnverwaltungen. Am 16. September 1951 stellte die DR ihre Leerfahrten auf diesem Weg ein, am 16. Juni 1952 wurde der DB die Durchfahrt zwischen Grasleben und Bahrdorf verweigert. Die Leerfahrten im Westen erfolgten seitdem über Braunschweig und Fallersleben. In der Folge wurden die Schienen an der Grenze unterbrochen.

Vom Kreis Helmstedt wurden 1956 Überlegungen angestellt, eine westliche Umgehungsstrecke von Grasleben nach Wolfsburg zu bauen. Dies verlief jedoch im Sande. Die Gleise zwischen Bahrdorf und Wahrstedt wurden Ende der 1960er Jahre beseitigt. Der Personenverkehr Helmstedt-Grasleben wurde am 1. Juni 1959 eingestellt. Im Osten wurde der Personenverkehr zwischen Weferlingen und Döhren noch bis zum 1. Oktober 1961 bedient.

Am 4. November 1995 wurde die Strecke zwischen Grasleben und Weferlingen wieder eröffnet und als Anschlussbahn der Quarzwerke Grasleben betrieben. Wegen Streckenmängeln wurde der Güterverkehr zwischen Helmstedt und Grasleben am 11. Juli 2002 eingestellt. 2006 übernahm die Lappwaldbahn die Strecke Helmstedt–Grasleben, nachdem sie schon die Strecke Grasleben–Weferlingen gepachtet hatte.

Am 17. Mai 2009 wurde der Abschnitt Helmstedt–Grasleben nach erfolgter Sanierung wieder in Betrieb genommen.

Verkehr[Bearbeiten]

Im ländlichen Bereich gelegen, war das Personenverkehrsaufkommen gering. 1939 verkehrten sechs, werktags sieben Zugpaare, 1944 noch vier Zugpaare. Sie führten nur die 3. Klasse. 1945 wurde der durchgehende Verkehr eingestellt, es blieben im Personenverkehr noch die Strecken Helmstedt–Grasleben und Weferlingen–Döhren.

In Grasleben gibt es Salz- und Quarzsandabbau, so dass für Güterverkehrsaufkommen gesorgt war. 1990 verkehrten werktags noch zwei Züge zwischen Grasleben und Helmstedt. Durch den Wiederaufbau ist dieser Verkehr auch weiterhin möglich; die Abfuhr, die zuletzt nur über Haldensleben erfolgte, ist nun auch wieder Richtung Westen möglich. Den Verkehr versieht die Lappwaldbahn.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ralf Roman Rossberg: Grenze über deutschen Schienen 1945–1990. EK-Verlag, Freiburg 1991, ISBN 3-88255-829-6, S. 89–92.
  •  Peter Bock: Interzonenzüge: Eisenbahnverkehr im geteilten Deutschland. GeraMond Verlag, München 1998, ISBN 3-932785-33-9, S. 58–60.
  •  Urs Kramer, Matthias Brodkorb: Abschied von der Schiene. Güterstrecken 1994 bis heute. Transpress, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-71333-8, S. 27.