Bahnstrecke Jülich–Dalheim

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Jülich–Dalheim
Karte-strecke-jülich-dalheim.png
Kursbuchstrecke (DB): 457
Streckennummer: 2540, 2541
Streckenlänge: 34,3 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Strecke von Düren
   
Strecke von Stolberg
   
Strecke von Aachen Nord
Bahnhof, Station
0,0 Jülich
   
Strecke nach Hochneukirch
Haltepunkt, Haltestelle
1,2 Jülich Nord
Straßenbrücke
A 44
Haltepunkt, Haltestelle
3,8 Jülich-Broich
Haltepunkt, Haltestelle
6,2 Linnich-Tetz neuer Hp
   
6,8 Tetz-Boslar alter Bf
   
9,7 Linnich PKL Anst
Haltepunkt, Haltestelle
10,1 Linnich SIG Combibloc Hp & Anst
Bahnhof ohne Personenverkehr
10,4 Linnich alter Bf
   
11,1
   
12,1 Körrenzig
   
13,7 Rurich
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16,2 Hückelhoven-Baal
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Baal Nord
BSicon STRlf.svgBSicon xABZlg.svgBSicon .svg
17,2 Baal West von Baal Gbf
   
18,4 Doveren
   
20,0 Hückelhoven[1]
   
21,8 Zeche Sophia-Jacoba
   
A 46
   
23,5 Ratheim
   
28,0 Wassenberg[2]
   
29,5 Birgelen[3]
   
31,2 Rosenthal (Kr Geilenkirchen)[4]
   
von Roermond
Bahnhof, Station
34,4 Dalheim[5]
Strecke – geradeaus
nach Rheydt

Bei der Bahnstrecke Jülich–Dalheim (KBS 457) handelt es sich um eine eingleisige, im Abschnitt Baal-Güterbahnhof – Ratheim ehemals elektrifizierte Vollbahn. Die 1911 eröffnete Strecke war früher eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, die den Textilstandort Düren mit dem Textilstandort Mönchengladbach/Krefeld verband. Die Strecke verläuft von Jülich bis Baal durch die Jülicher Bördelandschaft, dahinter durch die vom Bergbau geprägten Orte Hückelhoven und Wassenberg. Die Strecke endete unmittelbar an der niederländischen Grenze am Bahnhof Dalheim.

Heute ist nur noch der Streckenabschnitt LinnichJülich in Betrieb, auf dem die Rurtalbahn mindestens stündlich vom und zum Bahnhof Düren verkehrt. Im Streckenabschnitt Baal – Ratheim fand bis zur Streckenstilllegung im Jahr 2007 Güterverkehr für die Hückelhovener Brikettfabrik statt. Dieser Abschnitt sollte ursprünglich nach Planungen der Stadt Hückelhoven zugunsten einer Umgehungsstraße bis 2010 entwidmet und zurückgebaut werden[6], die Stadt scheiterte jedoch mit ihrem Antrag auf Entwidmung, den das Eisenbahn-Bundesamt am 15. Januar 2013 ablehnte.[7]

Die Kreise Heinsberg und Düren planen derzeit (Stand: 2013) eine Reaktivierung der Strecke von Linnich über Baal bis Hückelhoven und Ratheim mit einem Zeithorizont von zehn bis zwölf Jahren.[8]

Geschichte und Betrieb[Bearbeiten]

Ideen und Anfänge[Bearbeiten]

Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts gab es bereits Überlegungen und Bemühungen zum Bau einer Eisenbahnstrecke entlang der Rur von Jülich nach Roermond. Die Strecke sollte dabei von Jülich aus über Tetz-Boslar und Linnich nach Brachelen und Lindern führen. Über Randerath, Dremmen, Oberbruch und Heinsberg sollte die Strecke weiterführen nach Roermond, wo Anschluss an das niederländische Eisenbahnnetz bestanden hätte. Umgesetzt wurde dieses Projekt allerdings nur auf dem Abschnitt Heinsberg-Lindern, welcher am 29. Mai 1890 feierlich eröffnet wurde.

Im Jahre 1896 beantragte der Linnicher Bergwerksbesitzer Gustav Bausch eine Konzession für den Bau einer Bahnlinie von Jülich über Linnich nach Baal. Am 26. Februar 1896 berichtete außerdem die Erkelenzer Zeitung über ein Projekt einer Berliner Gesellschaft, die eine Bahnlinie von Baal beziehungsweise Lövenich über Hückelhoven und Dalheim nach Brüggen bauen wollte.

Die Eisenbahndirektion Köln favorisierte in einer Denkschrift vom 21. Juni 1896 Aufgrund der Erschließung des Steinkohlenbeckens zwischen Wassenberg und Baal eindeutig eine Linienführung rechts der Rur, von Jülich aus über Linnich, Baal, Ratheim und Wassenberg nach Dalheim, wo durch den Eisernen Rhein Anschluss Richtung Roermond und Mönchengladbach bestand.

Planung und Bau[Bearbeiten]

Im Dezember 1897 wandten sich Doveren (zu dem damals noch Hückelhoven gehörte), Ratheim und Hilfarth an den Minister für öffentliche Arbeiten, um den Bau einer Bahnlinie zu erreichen. Am 19. Dezember 1898 unterrichtete der Bezirksausschuss die beteiligten Landräte über den Auftrag des Ministers an die Eisenbahndirektion, mit den Vorarbeiten für die Strecke Jülich – Baal – Dalheim zu beginnen. Der Kreis Jülich erklärte sich in der Folgezeit bereit, Grund und Boden für das Teilstück Jülich–Baal kostenlos bereitzustellen; der Kreis Erkelenz war dazu allerdings nur bereit, wenn die Strecke bis Dalheim ausgeführt werde.

Während die Gemeinde Körrenzig Mitte 1899 bereits die Einplanung eines Bahnhof beantragte, lehnte die Gemeinde Baal jegliche Zuschüsse zum Bahnbau ab. In Rurich war man der Meinung, dass man keinen Beschluss fassen könne, solange keine genaue Streckenfestlegung erfolgt sei. Des Weiteren befürchtete man Nachteile in der Bewässerung der Wiesen und im Weidegang des Viehs, da die Strecke dort auf einem Damm verlaufen sollte.

In den folgenden Jahren gab es eine Vielzahl von Einsprüchen und Petitionen, die hauptsächlich auf eine andere Streckenführung abzielten. Am 3. Juli 1904 wurde der endgültige Gesamtentwurf dem Minister in Berlin vorgelegt. Die Gesamtkosten der neuen Bahnlinie wurden mit 4.647.000 Mark veranschlagt.

Eröffnung[Bearbeiten]

Eröffnungsfeier der Bahnstrecke in Baal
Bahnhof Baal um 1914

Nach der landespolizeilichen Abnahme am 12. und 13. Dezember 1911 fand am 15. Dezember 1911 die offizielle Eröffnung der Bahnstrecke Jülich – Baal – Dalheim mit einem Sonderzug statt, der aus zwei Lokomotiven und sieben D-Zug-Wagen bestand.

Neben den beiden Endbahnhöfen hatte der neue Turmbahnhof Baal die größte Bedeutung. Dort wurde die Verbindung für Personen, Gepäck und Expressgut zur Strecke Aachen–Düsseldorf hergestellt. Über eine Verbindungsstrecke bei Baal Gbf / Baal West wurde die neue Strecke auch für den Verkehr zur Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angeschlossen.

Ratheim, Linnich und Wassenberg erhielten größere Bahnhöfe; Broich, Tetz, Körrenzig, Hückelhoven, und Rosenthal erhielten kleinere Bahnhöfe (Klasse IV) und Doveren wurde Haltepunkt. Die Haltepunkte Birgelen, Sophia-Jacoba und Rurich kamen erst später hinzu; Rurich erhielt diesen im Mai 1912.

Durch den Kohleabbau der Gewerkschaft Sophia-Jacoba entstand eine Werksbahn zum Hückelhovener und zum Ratheimer Zechengelände.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Brücken der Bahnstrecke zumeist durch Sprengungen der deutschen Wehrmacht zerstört. So wurde im Dezember 1944 der Turmbahnhof in Baal gesprengt, das Empfangsgebäude blieb allerdings bis heute erhalten. Amerikanische Pioniere schütteten das Kreuzungsbauwerk zunächst zu, um die Wiederherstellung der Hauptbahn Aachen – Düsseldorf zu beschleunigen.

Auf Grund der damals wichtigen Kohletransporte wurde der Abschnitt Ratheim Rbf–Baal Gbf als erstes wiederhergerichtet. Es folgte am 11. Februar 1950 der Abschnitt Ratheim – Dalheim. Am 1. April 1950 war die Strecke zwischen Jülich und Baal wieder befahrbar. Bis zur durchgehenden Befahrbarkeit der gesamten Strecke zwischen Jülich und Dalheim sollte es noch ein Jahr dauern, da die Wiederherstellung des Turmbahnhofes diese Zeit in Anspruch nahm.

Nachkriegszeit und Niedergang[Bearbeiten]

Letzter Personenzug im Bahnhof Ratheim (27. September 1980). Im Hintergrund die Fördertürme von Schacht 6 und 4 der Zeche Sophia-Jacoba

Zwischen Jülich und Baal wurde der Personenverkehr in den 1960er Jahren stark ausgedünnt, erschwerend hinzu kam der anwachsende Individualverkehr. Die infolgedessen nachlassenden Fahrgastzahlen veranlassten die Bundesbahn dazu, den Personenverkehr zwischen Jülich und Baal zum 29. September 1968 einzustellen; gleiches geschah am 28. Mai 1972 mit dem Güterverkehr auf dem Abschnitt Linnich–Baal. 1974 begann die Demontage der Gleise zwischen Baal und Linnich. Der Güterverkehr zwischen Jülich und Linnich endete 2001.

Die noch übriggebliebene Verbindung Baal–Dalheim wurde wegen des so genannten Rundverkehrs (eine Verbindung Mönchengladbach – Rheydt – Rheindahlen – Wegberg – Dalheim – Wassenberg – Ratheim – Hückelhoven – Baal (West) – Erkelenz – Rheydt – Mönchengladbach) zunächst von der Bevölkerung noch relativ gut angenommen. Für den starken Güterverkehr wurde der Abschnitt Baal – Ratheim 1968 elektrifiziert.

Doch in den 1970er Jahren wurde auch auf der „Nordstrecke“ von Baal nach Dalheim der Fahrplan bis auf wenige Züge am Tag ausgedünnt, der bei der Bevölkerung beliebte Rundverkehr schließlich abgeschafft,[9] und parallel verkehrende Bahnbusse taten ihr übriges: Am 27. September 1980 fuhr der letzte mit einem Trauerkranz versehene Personenzug von Baal aus in Richtung Dalheim/Mönchengladbach.

Insbesondere in Wassenberg wurde seitens des damaligen Bürgermeisters scharfe Kritik am Verhalten der Deutschen Bundesbahn geäußert: Neben einer Unterschriftenaktion der Wassenberger Bevölkerung und einer Demonstration dieser zur Fahrt des letzten Zuges am 27. September 1980 hielt Wassenbergs enttäuschter Bürgermeister Schumann zu diesem Anlass eine Protestrede, in der er bemerkte, dass mit etwas gutem Willen seitens der Bundesbahn diese Streckenstilllegung nicht nötig gewesen sei.

In Ratheim und Hückelhoven zählte der Bundestagsabgeordnete Dr. von Spieß zu den prominentesten Stilllegungsgegnern; dieser zweifelte an den Erhebungen der Bundesbahn für den Güter- und Personenverkehr auf den Strecken Heinsberg – Lindern und Baal – Dalheim (–Mönchengladbach). Er bezeichnete die Zahlen, auf die sich die Bahn als Stilllegungsgrund stützte, als „unrealistische Phantomzahlen“, die „nicht nachprüfbar“ wären. Denn die für die Erhebungen der Bundesbahndirektion notwendigen Fahrgastzählungen fanden meist in den Ferien, Brückentagen oder an Wochenenden statt.

Gleisabbau in Wassenberg

Die offizielle Betriebseinstellung des Abschnitts Dalheim–Ratheim erfolgte am 31. Dezember 1983. Im April 1985 wurden die Gleise im Abschnitt Wassenberg (einschl.) – Rosenthal entfernt, Gleiches geschah 1986 durch die Schließung der Schuttkippe in Rosenthal auf dem Abschnitt von Rosenthal nach Dalheim (ausschl.).

Trotz der Stilllegung des Bergwerks Sophia-Jacoba am 27. März 1997 verkehrten weiterhin Kohlezüge der DB AG zwischen Baal Gbf und Ratheim Rbf (Montag und Mittwoch), da die SJ-Brikett- und Extracitfabrik GmbH auf dem alten Zechengelände in Hückelhoven bis Ende 2007 weiterhin Formkohlen aus Anthrazit produzierte. Am 26. September 2007 wurde auch dieser Güterverkehr eingestellt.

Nachdem der reguläre Personenverkehr bereits in den 1980er Jahren eingestellt wurde, gab es einige Sonderzugfahrten:

  • Der Klingende Rurtaler verband in den 1980er und 1990er Jahren Hückelhoven und Ratheim mit touristischen Ausflugszielen, wie Heimbach oder Königswinter.
  • Die Realschule Ratheim startete 1986 einen Sonderzug mit etwa 750 Schülern nach Heimbach.
  • Der Gläserne Zug brachte in den 1980er Jahren süddeutsche Eisenbahnfreunde nach Ratheim zur Besichtigung der dortigen Zeche.
  • Bündnis 90/Die Grünen starteten 2005 einen Sonderzug.
  • Die DGEG befuhr die Strecke zuletzt am 21. Oktober 2006 mit einem 3-teiligen Schienenbusgespann.

Weitere Entwicklung in den 2000er Jahren[Bearbeiten]

Zwischennutzung durch das Prüfcenter Wegberg-Wildenrath[Bearbeiten]

ICE im Bahnhof Ratheim (2000)

Im Expo-Jahr 2000 wurde die Kohlenwäsche der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba kurzfristig als Aufarbeitungshalle für ICE-Triebzüge des Prüfcenter Wegberg-Wildenrath genutzt. Hierdurch kam es zu dem kuriosen Umstand, dass auf der Strecke Übergabefahrten mit ICE stattfanden (Diesel-ICE konnten aus eigener Kraft fahren, während elektrische Triebzüge ab dem Ende der Oberleitung am Bahnübergang Ratheim von Dieselloks mit Schutzwagen übernommen werden mussten) und so der Bahnhof Ratheim zum inoffiziellen ICE-Betriebshalt wurde.[10]

Stilllegung des Abschnitts Baal–Ratheim[Bearbeiten]

Um sich von der bis 2007 dem Güterverkehr dienenden Strecke Baal Gbf – Ratheim zu trennen, wurde diese Strecke öffentlich von der DB Netz AG ausgeschrieben.[11] Die zum damaligen Zeitpunkt in gutem baulichen Zustand befindliche und elektrifizierte Strecke hatte sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr durch ein interkommunales Gewerbegebiet und das Heizkraftwerk Hückelhoven gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb. Der Grünen-Ortsverband Hückelhoven hat daher sein reges Interesse an dieser Strecke bereits mehrfach bekundet.[12] Auch der Aachener Verkehrsverbund sah ursprünglich in seinem damaligen Zielkonzept 2013 eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg–) Ratheim – Baal für den Personenverkehr vor. Diesen Plänen steht allerdings die Absicht der Stadt Hückelhoven gegenüber, die Strecke nach dem Ende des Restgüterverkehrs zum Bau der Landstraße L 117n teilweise zu überbauen.

letzter Güterzug in Ratheim am 26. September 2007

Im August 2007 wurde die Oberleitung abgeschaltet, seitdem ist eine elektrische Traktion auf der Strecke nicht mehr möglich. Am 26. September 2007 verließ der letzte planmäßige Güterzug den Ratheimer Bahnhof. Kurz danach, zum 1. Oktober 2007, wurde die Strecke offiziell vom Eisenbahnbundesamt stillgelegt. Die Weiche im Baaler Güterbahnhof wurde daraufhin verschlossen, dennoch besteht der offizielle Abzweig von der Bahnstrecke Aachen – Mönchengladbach in Richtung Baal West weiterhin. Trotz Stilllegung verkehrte letztmals am 26. März 2008 ein Zug zum Zwecke des Abtransports der SJ-Werksbahnloks 14, 15 und 16 als Sperrfahrt über die Strecke.

Rückbau und Pläne der Stadt Hückelhoven für eine neue Landstraße (L 117n) auf der Strecke[Bearbeiten]

Ende 2008 beziehungsweise Anfang 2009 wurden erste Abbau-Maßnahmen im Bereich Ratheim begonnen: Am 24. November 2008 wurde der Bahnübergang in Ratheim-Busch zurückgebaut und am 2. Februar 2009 das Ratheimer Stellwerk Sw abgerissen. In den Jahren 2011 bis 2012 wurden die Gleise von Doveren bis zum nördlichen Ortseingang von Hückelhoven abgebaut. Hinter der Ausfädelung in Hückelhoven-Baal steht seit August 2010 ein Prellbock, dahinter verlaufen die Gleise teilweise unterbrochen nur noch bis nach Doveren. Alle Bahnübergänge in Richtung Ratheim wurden zurückgebaut und die Signalanlagen entfernt.

Die Stadt Hückelhoven kaufte die Bahnstrecke von Baal bis Ratheim von der DB Netz AG, um diese für den Bau der neuen Entlastungsstraße L 117n nutzen zu können. Der Kaufvertrag der Stadt mit der DB sah vor, dass die Bahn die Gleise abbauen darf.[13] Anschließend stellte die Stadt beim dafür zuständigen Eisenbahn-Bundesamt einen Antrag auf Entwidmung.

Dagegen formierte sich seitens der Bevölkerung Widerstand, der in der Gründung einer Bürgerinitiative (IG Ratheimer Bahn) mündete. Deren Argumentation ist, dass nach einer Entwidmung der Strecke eine Reaktivierung (für die sich die Initiative starkmacht) nicht ohne langwierige Verfahren möglich wäre. Denn dann sei es rechtlich so, als hätte es dort nie eine Bahnstrecke gegeben.[14] Die Bürgerinitiative befürchtet für den Fall der Enwidmung, dass die Bahnstrecke in Hückelhoven, genauso wie in Wassenberg, überbaut würde und so eine Reaktivierungsoption für nachfolgende Generationen verbaut wird. Die IG Ratheimer Bahn argumentiert, dass die Stadt Hückelhoven mit einer Entwidmung wichtige Zukunftschancen verspielen würde, besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels, den rapide steigenden Kraftstoffpreisen und des Standortwettbewerbs mit anderen Kommunen gleicher Größe.[15] Die Initiative identifiziert sich aber auch mit dem Ziel, eine Entlastung der Ortsdurchfahrten Ratheim und Millich zu realisieren und schlägt daher eine optimierte Planung der L 117n vor, bei der die gewidmete Bahnstrecke weiterhin berücksichtigt wird.[16]

Die Stadt scheiterte letztlich mit ihrem Antrag auf Entwidmung, den das Eisenbahn-Bundesamt am 15. Januar 2013 ablehnte. Im Regionalplan der Bezirksregierung hat man vorausschauend gedacht und den Erhalt der Trasse für eine spätere Reaktivierung berücksichtigt und gesichert.[17]

Reaktivierung der Strecke von Jülich nach Linnich[Bearbeiten]

Hp Linnich SIG-Combibloc

Die Dürener Kreisbahn (DKB) entschloss sich, 2002 den Abschnitt zwischen Linnich und Jülich zu reaktivieren. Dadurch konnte man die Stadt Linnich nach 34 Jahren erstmals wieder mit dem Zug (von Düren aus) erreichen.

Weitere Reaktivierungs- und Ausbaupläne[Bearbeiten]

Nördlich von Linnich soll die Strecke außerdem bis zur DB-Strecke Aachen – Mönchengladbach verlängert werden. Die Kreise Heinsberg und Düren treiben derzeit (Stand: 2013) eine Reaktivierung der Strecke von Linnich über Baal bis Hückelhoven und Ratheim mit einem Zeithorizont von zehn bis zwölf Jahren voran. Diese Variante konnte in einer Machbarkeitsstudie der Gutachterbüros BVS – Rödel & Pachan sowie KCW als beste Variante herausgearbeitet werden. Die Verlängerung von Baal aus in Richtung Norden nach Ratheim wurde vom Kreis Heinsberg in die weitere Untersuchung eingebracht, um das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Gesamtprojekts verbessern zu können. Eine in Ratheim ansässige Bürgerinitiative, die IG Ratheimer Bahn, unterstützt diese Reaktivierungspläne. [18]

Im Laufe des Jahres 2013[veraltet] soll die Bahnstrecke zwischen Jülich und Linnich elektrifiziert werden. Der Betrieb mit Elektrotriebwagen ist allerdings erst ab 2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren vorgesehen.[19]

Bahnhöfe und Haltepunkte an der Strecke[Bearbeiten]

Bahnhof Jülich[Bearbeiten]

Die Rurtalbahn in Jülich
Hauptartikel: Bahnhof Jülich

Jülich hatte von allen Bahnhöfen in der Region in den 1960er Jahren die größte Bedeutung mit der Bahnhofskategorie 3. Bis zur Stilllegung der meisten Strecken in den 1980er Jahren war Jülich ein Bahnknotenpunkt, wenn auch alle Strecken als Nebenstrecken klassifiziert waren: Bis in die achtziger Jahre war der Bahnhof Jülich mit umfangreichen Anlagen für Personen- und Güterverkehr versehen; es gab ein eigenes Betriebswerk. In sieben verschiedene Richtungen verkehrten von Jülich aus Züge. Nachdem jedoch alle, bis auf die Dürener Strecke, an Jülich angeschlossenen DB-Strecken eingestellt wurden, ließ die Bedeutung Jülichs massiv nach. Heute verkehrt auf zwei dieser Strecken die Rurtalbahn GmbH. Sie fährt auf der Bahnstrecke Jülich–Düren in Richtung Süden und auf der ehemaligen Bahnstrecke Jülich – Dalheim in Richtung Norden bis Linnich. Die Strecke der ehemaligen Jülicher Kreisbahn existiert zwar noch, wird aber nicht mehr befahren. Alle weiteren Bahnstrecken sind mittlerweile in der Jülicher Region abgebaut, siehe auch:

Als Ersatz gibt es mehrere Buslinien, die Jülich mit den umliegenden Dörfern und Städten verbinden. Mit der Buslinie SB 11 existiert zudem eine Verbindung nach Aachen als Langzeitersatz für die Bahnstrecke Aachen Nord–Jülich.

Das Bahnhofsgebäude wird heute als Kulturbahnhof (Kuba) für Kino-, Musik- und Kleinkunstveranstaltungen genutzt.

Der Bahnhof hat noch Anschlussgleise zum ehemaligen Ausbesserungswerk Jülich, heute Eigentum der Bundeswehr, und zur Zuckerfabrik Jülich. Dieser Anschluss wurde in den 1980er Jahren während des großen Abrisses entfernt, da die Rübenlieferungen billiger per Traktor und Lastwagen erfolgen konnten. Erst 2005 wurde die Verbindung zur Belieferung des hauseigenen Kohlekraftwerks der Zuckerfabrik wiederhergestellt. Dafür wurde der gegenüber der Zuckerfabrik stehende alte Lokschuppen abgerissen, der bis zuletzt vom Eisenbahn-Amateur-Klub Jülich (EAKJ) genutzt wurde.

Haltepunkt Jülich Nord[Bearbeiten]

Der im Zuge der Reaktivierung neuerrichtete Haltepunkt Jülich Nord

Dieser Haltepunkt liegt an der Römerstraße (km 1,2) und wurde im Rahmen der Reaktivierung der Strecke im Jahr 2002 in der typisch blauen Standardausführung der Rurtalbahn neu gebaut. Es gab vorher an dieser Stelle keinen alten Haltepunkt.

Haltepunkt Broich[Bearbeiten]

Broich verfügte seit 1911 am Kilometerpunkt 4,3 mit dem Bahnhof Broich über einen Zugang zur Bahnstrecke Jülich–Dalheim. Mit der Einstellung des Personenverkehrs 1968 wurde der Bahnhof aufgegeben. Mit der Reaktivierung im Jahr 2002 hatte Broich seit 34 Jahren erstmals wieder Zugang zum Bahnverkehr (in Richtung Jülich/Düren und Linnich) über den neu errichteten Haltepunkt Broich, der sich direkt am südöstlichen Ortseingang am Kilometerpunkt 4,2 gegenüber dem Friedhof befindet. Der alte Bahnhof lag früher etwa 100 m weiter nördlich und existiert heute nicht mehr.

Haltepunkt Linnich-Tetz[Bearbeiten]

Haltepunkt Tetz

Die Geschichte vom Bahnhof Tetz ist zu der von Broich analog: Tetz verfügte seit 1911 mit dem Bahnhof Tetz-Boslar am Streckenkilometer 6,3 ebenfalls über einen Zugang und die Bahnanlagen wurden ebenfalls 1968 aufgegeben. Mit der Reaktivierung 2002 erhielt Tetz nach 34 Jahren erstmals wieder Zugang zum Bahnverkehr über den neu errichteten Haltepunkt Tetz an der Birkenallee. Der Bahnhof Tetz-Boslar wird aufgrund der ungünstigeren Lage zum Ort nicht mehr angefahren. Das ehemalige Empfangsgebäude samt zugehörigem Grundstück wurde saniert und befindet sich nun in Privatbesitz.

Bahnhof Linnich[Bearbeiten]

Endhaltepunkt Linnich

Linnich verfügt seit 1911 mit dem rechtsrurisch gelegenem Bahnhof Linnich (km 10,4) über einen Zugang zur Bahnstrecke Jülich–Dalheim. Das Empfangsgebäude und der frühere Güterschuppen sind heute noch erhalten, wurden nie renoviert und befinden sich heute in Privatbesitz. Auf der Rückseite des Bahnhofes ist noch ein Teil der Gleisanlagen erhalten. Direkt hinter dem Bahnhofsareal befindet sich eine Landhandelsfirma, die zumindest früher über zwei Gütergleise versorgt wurde. Diese Gleise sind heute noch erhalten und werden zum Abstellen überzähliger Waggons und Regiosprintern genutzt. Hinter dem Bahnhofsbereich verläuft die Strecke direkt parallel zur Erkelenzer Straße weiter, bis sie nach etwa 600 m kurz vor der B 57 an einem Prellbock endet.

Mit der Reaktivierung 2002 hatte Linnich nach 34 Jahren erstmals wieder Zugang zum Bahnverkehr (in Richtung Jülich/Düren) über den etwa 300 m vor dem Empfangsgebäude neu errichteten Haltepunkt Linnich SIG Combibloc (km 10,1). Ausgeführt ist der Haltepunkt im Rurtalbahnstandard mit Seitenbahnsteig und Wartehäuschen. Der Haltepunkt wird mindestens im Stundentakt von Regiosprintern der Rurtalbahn angefahren.

Linnich hat darüber hinaus noch den Gleisanschluss zur SIG-Combibloc. Der Anschluss liegt entgegen der Fahrtrichtung, ist also nur über einen Fahrtrichtungswechsel im Bahnhof Linnich zu erreichen. Seit Ende 2001 wird der Anschluss nur noch temporär bedient, wird jedoch betriebsbereit vorgehalten, um eine mögliche Wiederinbetriebnahme nach einem Lückenschluss zur Bahnstrecke Mönchengladbach–Aachen zu vereinfachen.

Bahnhof Körrenzig[Bearbeiten]

1911 erhielt der Ort Körrenzig Anschluss an das Eisenbahnnetz und bis 1968 einen Bahnhof an der ehemaligen Bahnstrecke Jülich – Dalheim am Kilometerpunkt 12,2. Diese eingleisige Bahnstrecke führte früher an der Bahnhofsstraße in Körrenzig vorbei.

Die Bahngleise zwischen Linnich und Baal wurden mit der Stilllegung im Güterverkehr 1974 endgültig demontiert. Das Empfangsgebäude wurde nicht abgerissen, sondern erhalten, renoviert und befindet sich heute in Privatbesitz. Der Bahndamm dient heute teilweise als Fahrrad- und Spazierweg.

Haltepunkt Rurich[Bearbeiten]

Fuß- und Radweg auf der alten Bahntrasse von Baal nach Rurich

Der alte Haltepunkt Rurich (km 13,7) lag damals links vom heutigen Wendehammer der Hompesch Straße. Ein altes Backsteinhäuschen (Unterstand) erinnert an den Haltepunkt. Er befindet sich heute in Privatbesitz und dient als Abstellraum. Seit 2002 dient die ehemalige Bahntrasse zwischen dem Sportplatz Rurich und dem Bahnhof Baal als Rad- und Wanderweg.

Haltepunkt Baal[Bearbeiten]

Der Turmbahnhof Baal um 1914
Hauptartikel: Bahnhof Baal

1852 wurde die Bahnstrecke Mönchengladbach–Aachen durch die damalige Aachen-Neuß-Düsseldorfer Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet und Baal erhielt einen Personen- und Güterbahnhof. An den ursprünglichen Ort erinnert heute noch der Straßenname Am alten Bahnhof.

1911 wurde der Personenbahnhof nach Westen an den Streckenkilometerpunkt 16,2 verlegt. Anlass war die neu eröffnete und bis 1980 in Betrieb befindliche Bahnstrecke JülichDalheim. Um die zwei Eisenbahnstrecken bedienen zu können wurde der Turmbahnhof Baal erbaut. Diese Bauform vereinfachte das Umsteigen zwischen den beiden Strecken. Der heutige Haltepunkt Baal liegt im Turmbahnhof Baal in der oberen Etage.

Nach der Stilllegung der Jülich–Dalheimer Strecke fand ein Umbau des Bahnhofsgeländes statt. Auf der früheren Strecke entstand auf beiden Seiten der Hauptstrecke ein P+R-Parkplatz. Die Durchfahrt unter den Gleisen bietet heute dem Omnibuslinienverkehr freie Durchfahrtsmöglichkeit.

Der Bahnhof Baal (Bahnhof der Kategorie 5) wurde aufgrund der Nähe zu Hückelhoven im Jahre 2002 in Hückelhoven-Baal umbenannt und wird von Lokalpolitikern gerne als „Hückelhovener Bahnhof“ bezeichnet, was bei den Baalern auf wenig Gegenliebe stößt. Der Bahnhof ist stark sanierungsbedürftig und soll in den nächsten Jahren von der Stadt umgebaut werden.

Anschlussstelle Baal West[Bearbeiten]

Um einen Übergang zwischen beiden Strecken für die Schienenfahrzeuge zu ermöglichen wurde eine Verbindungskurve zwischen dem Güterbahnhof Baal und der Anschlussstelle Baal-West am Streckenkilometer 17,3 geschaffen. Diese Verbindungskurve verläuft entlang des nördlichen Ortsrands von Baal und traf die Jülich–Dalheimer Strecke an der Anschlussstelle Baal-West.

Ab dieser sind heute keine Gleise mehr erhalten, denn die Weichenverbindung zwischen den beiden Strecken wurde nach dem Rückbau der Strecke in Richtung Haltepunkt Baal entfernt. Das Streckengleis führte früher geradeaus unter dem Turmbahnhof hindurch in Richtung Rurich. Ab dem Haltepunkt Baal-West setzte auch die Elektrifizierung der Strecke ein. Dies wurde nach der Elektrifizierung der Hauptstrecke durchgeführt um die schweren Kohlezüge von der Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven mittels Elektrolokomotiven abtransportieren zu lassen. Nach der Stilllegung wurde die Strecke nach und nach demontiert. Heute steht direkt hinter dem Abzweig Baal ein Prellbock.

Haltepunkt Doveren[Bearbeiten]

Schienenbus auf Sonderfahrt am Haltepunkt Doveren

Als einziger Ort an der Bahnstrecke Baal Gbf–Ratheim Rbf besaß Doveren einen noch benutzbaren Haltepunkt mit der Streckenkilometrierung 18,4. Dieser liegt am Ortseingang Doverens. Heute ist von diesem Haltepunkt außer der Bahnsteigkante nichts mehr erhalten.

Bahnhof Hückelhoven[Bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude in Hückelhoven ist noch erhalten, wird jedoch jetzt privat als China-Restaurant genutzt. Es liegt zwischen der Jülicher Straße (L117) und dem Lippeweg am Kilometerpunkt 20,0.

Haltepunkt Zeche Sophia-Jacoba[Bearbeiten]

Ehemaliger Verladebereich Am Landabsatz mit Brikettfabrik, Förderturm Schacht 3 und Heizkraftwerk

Nachdem die Strecke die Millicher Halde an ihrer östlichen Seite passiert hat, erreicht sie kurz vor der Schaufenberger Straße den ehemaligen Haltepunkt Zeche Sophia-Jacoba (km 21,7). Von diesem Haltepunkt ist heute nichts mehr erhalten. Der Haltepunkt wurde nach der Zechenstilllegung entfernt. Hinter der Brückenkreuzung an der Schaufenberger Straße befindet sich eine zweite Eisenbahnbrücke. Diese verband den Grubenbahnhof der Zeche Sophia-Jacoba mit dem Anschlussgleis an die Strecke.

Bahnhof Ratheim[Bearbeiten]

Bahnhof Ratheim
Hauptartikel: Bahnhof Ratheim

Die Eisenbahnstrecke durchquerte mit mehreren Gleisen den Bahnhof Ratheim (km 23,5). Am Ortsausgang befand sich ein achtgleisiger Werksbahnhof, der von der in Hückelhoven ansässigen Brikettfabrik genutzt wurde.

Der Bahnhof Ratheim war lange Zeit aufgrund des stark ausgeprägten Güterverkehrs und der hier abzweigenden Anschlüsse zur Zeche Sophia-Jacoba neben dem Bahnhof Baal der wichtigste Bahnhof auf dem Hückelhovener Stadtgebiet; so hatte der Bahnhof Ratheim einst 14 Beamte und der Güterverkehr erreichte bis zu 60.000 Güterwaggons pro Jahr (Bsp. 1987). Es fuhren vier bis sechs sogenannte Programmzüge (der DB) pro Tag (bei Bedarf weitere Güterzüge) und nahezu im Blockabstand betriebsinterne Transporte zwischen dem Zechengelände in Ratheim und der Verarbeitung (Brikettfabrik) in Hückelhoven. Infolge der Schließung der Untertageförderung der Zeche Sophia-Jacoba nahm der Güterverkehr stark ab, und es verkehrten nur noch sporadisch zwei Güterzüge pro Woche. Im Jahre 2009 wurden Bahnstrecke, Bahnübergang und das Stellwerk der Grubenbahn in Ratheim zurückgebaut. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Ratheim und das Stellwerk sind heute noch erhalten.

Bahnhof Wassenberg[Bearbeiten]

Wassenberger Bahnhof 1970

Das Bahnhofgebäude Wassenbergs existiert noch und liegt im Kreuzungsbereich der Bahnhofstraße und der Straße Am Bahnhof. Es ist jedoch aufgrund der aufwändigen und sorgfältigen Renovierungsarbeiten zur Straßenfront kaum noch als solches zu erkennen. Im Gegensatz dazu ist im heutigen Gartenbereich noch die Bahnsteigüberdachung, die Bahnsteigkante und auch der originale Kilometerstein (28,1) noch erhalten.

Seit 1911 besaß Wassenberg einen eigenen Bahnhof an der Strecke Dalheim–Wassenberg–Ratheim–Hückelhoven–Baal, welche 1980 für den Personenverkehr stillgelegt worden ist.

Nach der Stilllegung wurden im Wassenberger Bereich die Gleise entfernt und die Trasse 2006 an einigen Stellen zugeschüttet. Trotzdem ist die alte Bahntrasse nach einer Baumfällaktion vom Wassenberger Bahnhof aus in Richtung Ratheim von den jeweilen Straßenbrücken wieder sehr gut sichtbar. Der Aachener Verkehrsverbund sah ursprünglich in seinem Zielkonzept 2013[veraltet] eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg)–Ratheim–Baal vor, was einer völligen Neuplanung der Trasse zwischen dem Ratheimer Gewerbegebiet und dem Wassenberger Ortszentrum gleichgekommen wäre.

Bahnhof Birgelen[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Birgelen nach der Stilllegung

Birgelen (km 29,6) war bis 1983 an die Bahnstrecke Jülich–Dalheim angeschlossen. Ein Teil des Haltepunkts Birgelen ist größtenteils abgerissen und zugewachsen. Man findet aber noch das Gerüst des Haltestellenhäuschens. Vom anderen Teil des Haltepunkts ist heute allerdings nichts mehr zu erkennen, denn er wurde zu einem Verkehrskreisel im Bereich Sandstraße/Pützchensweg umgebaut. Unter der Straßenbrücke am Haltepunkt wurde die Trasse aufgefüllt und die Straße verbreitert. Heute ist an dieser Stelle ein Spielplatz zu finden.

Bahnhof Rosenthal[Bearbeiten]

Bahnhof Rosenthal im Jahre 1983

1911 wurde die Bahnstrecke Jülich–Dalheim eröffnet. In diesem Zuge bekam der Ort nördlich vom Ortskern einen Bahnhof am Streckenkilometer 31,3 für den Güter- als auch Personenverkehr. In erster Linie war jedoch der Güterverkehr ausschlaggebend für den Bau des Bahnhofes, da man im nahe liegenden Wald Sand abgebaut und verarbeitet hatte. Ferner bestand zeitweise von Rosenthal aus ein Anschlussgleis zur nahegelegenen Mülldeponie. 1983 wurde die Strecke auch im Güterverkehr stillgelegt und die Gleise von Ratheim bis Dalheim, also auch in Rosenthal, 1985 abgebaut. Zahlreiche Gebäude der Wegberger Sandwerke, wie zum Beispiel ein Verladegebäude oder Lagergebäude nördlich des unter Denkmal geschützten Empfangsgebäudes, sind noch heute erhalten, und werden teilweise als Wohngebäude genutzt. Das Bahnhofsgebäude selbst ist heute noch erhalten, renoviert, wird privat genutzt und steht unter Denkmalschutz.

Bahnhof Dalheim[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Dalheim
Der Dalheimer Bahnhof

Von besonderer Bedeutung für die Dalheimer Ortsgeschichte war der Bau des Bahnhofs Dalheim (km 20,1) an der grenzüberschreitenden Bahnlinie Eiserner Rhein als Verbindung vom Ruhrgebiet zum Hafen Antwerpen im Jahr 1879.

Im Bahnhof verfügte die Strecke zeitweise über ein eigenes Wartehäuschen, das hinter dem Stellwerk Df gelegen war. Es bestanden zeitweise Übergänge auf Personenzüge in Richtung Mönchengladbach und Roermond/Antwerpen. Heute wird der Bahnhof Dalheim nur noch alle zwei Stunden von Regiosprintern der Rurtalbahn Dürener Kreisbahn in Richtung Mönchengladbach bedient. Güterverkehr findet zur Zeit hier nicht statt, aber es gibt politische Überlegung diesen zu reaktivieren.

Als Grenzbahnhof in die Niederlande waren ursprünglich umfangreiche Gütergleise vorhanden, die für die Zollabfertigung benutzt wurden. Ebenso gab es in Dalheim ein kleines Betriebswerk für die Versorgung der eingesetzten Dampflokomotiven. Ab 1911 wurde Dalheim zum Abzweigbahnhof: Am 15. Dezember 1911 wurde die Strecke Jülich–Dalheim eröffnet, die am östlichen Bahnhofskopf, direkt am Stellwerk Df, in den Bahnhof mündete. Das Streckengleis in Richtung Jülich erhielt ein eigenes Umfahrgleis sowie einen Bahnsteig mit Wartehalle. Der Bahnhof verfügte über eigene Richtungsgruppen für Züge in Richtung Deutschland und die Niederlande, einen Güterschuppen mit angebauter Rampe und Lokbehandlungsanlagen inklusive Lokschuppen, Wasserturm und Kohlebansen. Die Lokbehandlungsanlagen wurden im Jahr 1969 aufgegeben und abgerissen, die Sprengung des Wasserturms erfolgte im Jahr 1974. Das Empfangsgebäude des Bahnhofes ist heute nicht mehr erhalten. Im Jahr 1979 wurde es bei einem Brand beschädigt und in der Folgezeit abgerissen. Der Personenverkehr in Richtung Baal wurde zum 27. September 1980 eingestellt, der Güterverkehr auf der Strecke konnte sich bis zur Schuttdeponie Rosenthal noch bis 1983 halten.

Heute ist nur noch das Streckengleis des Eisernen Rheins und ein Stumpfgleis vorhanden, an dem der Regiosprinter hält. Für die Reisenden stehen auf dem Bahnsteig ein Wartehäuschen und ein Fahrkartenautomat zur Verfügung. Neben diesen Anlagen ist noch das Stellwerk Df zusammen mit den zugehörigen Formsignalen erhalten. Das früher am westlichen Bahnhofskopf befindliche Stellwerk Dw ist inzwischen abgerissen.

Bahnhöfe heute[Bearbeiten]

  • Die Empfangsgebäude der Bahnhöfe in Jülich, Tetz, Linnich, Körrenzig, Baal, Wassenberg und Rosenthal sind noch erhalten, wurden jedoch umgebaut und renoviert und werden heute zu Privatzwecken genutzt.
  • Der Haltepunkt in Doveren befindet sich in einem schlechten Zustand, konnte allerdings bis zur Stilllegung der Strecke 2007 noch z. B. bei Sonderfahrten benutzt werden. Seit 2012 sind die Gleise entfernt.
  • Im Bahnhof Hückelhoven befindet sich heute (Stand 2013) ein chinesisches Restaurant. Der Bahnsteig ist mit einer Mauer umfriedet.
  • Der Bahnhof Ratheim war nach der Stilllegung der Zeche nur noch bei Bedarf (Güterzüge der SJ-Brikettfabrik) besetzt. Seit Stilllegung der Strecke 2007 wird das Empfangsgebäude nur noch zu Privatzwecken genutzt. Die Gleisanlagen vor dem ehemaligen Bahnhof wurden komplett entfernt.
  • Der Haltepunkt Birgelen ist größtenteils abgerissen und zugewachsen. Man findet aber noch das Gerüst des Haltestellenhäuschens vor. Unter der Straßenbrücke am Haltepunkt wurde die Trasse aufgefüllt und die Straße verbreitert. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Spielplatz.
  • Der Bahnhof Dalheim ist heute ein Regionalbahn-Halt mit nur noch zwei Gleisen. Neben dem Stellwerk, das für den Streckenblock zwischen der deutsch-niederländischen Staatsgrenze bei Dalheim und Wegberg zuständig ist, sind dort auch noch ehemalige Grenzwohnungen erhalten.
  • Bei Baal West steht in der Kurve ein Prellbock.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Lennartz: Schienenwege im Rheinischen Grenzland. Ein Beitrag zur jüngeren Wirtschaftsgeschichte des Kreises Heinsberg. Kreis Heinsberg, Heinsberg 1985 (Museumsschriften des Kreises Heinsberg 6, ZDB-ID 584867-2).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Jülich–Dalheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnhof Hückelhoven. Abgerufen am 29. August 2012.
  2. Bahnhof Wassenberg. Abgerufen am 29. August 2012.
  3. Ein Zug verlässt Birgelen in Richtung Dalheim. Abgerufen am 29. August 2012.
  4. Bahnhof Rosenthal. Abgerufen am 29. August 2012.
  5. Bahnhof Dalheim. Archiviert vom Original am 12. Oktober 2007, abgerufen am 29. August 2012.
  6. Hückelhoven hofft auf Umgehung, Artikel der Rheinischen Post vom 30. September 2008, abgerufen am 5. Februar 2009
  7. Bahntrasse Baal-Ratheim: Keine Entwidmung, Artikel der Heinsberger Zeitung vom 18. Januar 2013, abgerufen am 25. September 2013
  8. Rurtalbahn von Linnich über Baal bis Ratheim?, Artikel der Heinsberger Zeitung vom 11. März 2013, abgerufen am 25. September 2013
  9. Fahrplan 1979. Abgerufen am 29. August 2012.
  10. Drehscheibe Online Foren :: 02 - Allgemeines Forum :: ICEs in Ratheim (Kr. Heinsberg). Abgerufen am 29. August 2012.
  11. Ausschreibung der Strecke Baal Gbf – Ratheim von DB Netz (Version vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  12. Übernahme der Schienenstrecke Baal – Ratheim, Die Grünen, Ortsverband Hückelhoven, 12. Mai 2006 (Version vom 19. Oktober 2007 im Internet Archive)
  13. Hückelhoven: Schienen der Bahnstrecke werden versilbert, Artikel der Heinsberger Zeitung vom 22. März 2013, abgerufen am 25. September 2013
  14. IG Ratheimer Bahn: L 117n und Bahnstrecke kein Widerspruch, Artikel der Heinsberger Zeitung vom 24. März 2013, abgerufen am 25. September 2013
  15. Gründungserklärung der IG Ratheimer Bahn, abgerufen am 30. September 2013
  16. L 117 neu und Bahn möglich, Artikel der Rheinischen Post vom 27. September 2013, abgerufen am 25. September 2013
  17. Bahntrasse Baal-Ratheim: Keine Entwidmung, Artikel der Heinsberger Zeitung vom 18. Januar 2013, abgerufen am 25. September 2013
  18. Rurtalbahn von Linnich über Baal bis Ratheim?, Artikel der Heinsberger Zeitung vom 11. März 2013, abgerufen am 25. September 2013
  19. Rurtalbahn steht bald unter Strom in: Aachener Nachrichten vom 28. Juni 2012


Dieser Artikel wurde am 30. Dezember 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.