Bahnstrecke Kladno–Kralupy nad Vltavou

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Kladno–Kralupy nad Vltavou[1]
Kursbuchstrecke (SŽDC): 093
Streckenlänge: 25,076 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: C4
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
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von Praha-Bubny
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0,000 Kladno früher Eisenbahnstation Vejhybka
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nach Chomutov
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vlečka důl Max (vorm. KND)
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2,725 Kladno město
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vlečka důl Engerth
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3,652 Kladno-Ostrovec
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6,313 Kladno-Švermov
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von Kralupy nad Vltavou
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Staré Kladno früher Alt Kladno
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7,46 Kladno-Dubí
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vlečka Thienfeld, Poldihütte
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9,202 Kladno-Vrapice
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11,911 Brandýsek
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Schnellstraße R7
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14,062 Dřetovice
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Praha–Most
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18,017 Zákolany
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19,793 Otvovice
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22,648 Kralupy nad Vltavou-Minice
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von (Kladno-Dubí–) Podlešín
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von Děčín hl.n.
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25,076 Kralupy nad Vltavou
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nach Prah Masarykovo n.
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nach Neratovice

Die Bahnstrecke Kladno–Kralupy nad Vltavou ist eine eingleisige Hauptbahn in Tschechien, die ursprünglich durch die Buschtěhrader Eisenbahn (BEB) erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft in Mittelböhmen von Kralupy nad Vltavou nach Kladno.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Strecke von Kladno nach Kralupy war die erste Eisenbahnverbindung der Buschtěhrader Eisenbahn. Der Bau der Strecke begann bereits fast ein Jahr vor der Erteilung der beantragten Konzession durch die Firma der Gebrüder Klein. Am 5. November 1855 konnte ein erster provisorischer Betrieb beginnen. Die Konzession zum Betrieb der Strecke erhielt die Buschtěhrader Eisenbahn schließlich am 20. November 1855.[2]

Die Feierlichkeiten zur offiziellen Streckeneröffnung fanden am 23. Februar 1856 statt. An diesem Tag verkehrte ein Sonderzug von Prag über Kralupy nach Kladno. Ab 23. Juli 1856 verkehrten dann auch Personenzüge.

Im Jahr 1863 erhielt die BEB die Konzession zum Umbau der alten Pferdebahn zwischen Prag und Vejhybka auf Dampfbetrieb und Normalspur, 1867 die entsprechende Konzession auch für den Streckenabschnitt Vejhybka–Lány. In dem Zusammenhang errichtete die BEB schließlich eine neue Trasse von Dubí zur Eisenbahnstation Vejhybka, die in großem Bogen um Kladno herumführte. Sie wurde am 23. Februar 1872 für den Gesamtverkehr eingeweiht. Zwischen Dubí und Altkladno wurde am gleichen Tag der Reiseverkehr eingestellt.

Der Fahrplan von 1912 verzeichnete für die Strecke Kladno–Kralup nur drei Reisezugpaare, von denen eines nur von und nach Dubí verkehrte. Sie benötigten für die Gesamtstrecke etwa eine Stunde.[3] Die Buschtěhrader Eisenbahn wurde zum 1. Januar 1923 als eine der letzten großen Privatbahnen in Böhmen verstaatlicht. Fortan war die Strecke in das Netz der Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) integriert.

Ab Ende der 1920er Jahre wurde der Fahrplan mehr und mehr verdichtet, was insbesondere im Einsatz neu beschaffter, moderner Motortriebwagen begründet war. Der Fahrplan von 1937 verzeichnete insgesamt neun Personenzugpaare, von denen lediglich noch drei als klassischer Wagenzug mit Dampflokomotive verkehrten. Bergwärts nach Kladno betrugen die Fahrzeiten weiterhin etwa eine Stunde, talwärts benönötigte der schnellste (als Triebwagen geführte) Zug hingegen nur noch 45 Minuten.[4]

Im Oktober 1950 wurde die Strecke zwischen Staré Kladno und Kladno-Dubí zur Anschlussbahn („vlečka“) abgestuft.

Kohleganzzug von OKD Doprava in Kladno-Dubí (2008)

Die alte Strecke von Staré Kladno verlor ihren Verkehr im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Walzwerkes in Dřín, das über eine neugebaute Anschlussbahn angeschlossen wurde. Der letzte Güterzug verkehrte am 7. November 1983. Um 1990 wurde die Strecke Staré Kladno–Kladno-Dubí abgebrochen.[2]

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über.

Zwischen Kladno und Kralupy nad Vltavou wird die Strecke im Jahr 2011 im Zweistundentakt von Personenzügen bedient. Zudem ist die Strecke zwischen Kladno und Kladno-Ostrovec in das Netz der Esko Praha integriert. Die Linie S5 (Praha Masarykovo nádraží–Kladno-Ostrovec) bedient die Strecke im Stundentakt. Ergänzend verkehren zweistündlich Eilzüge der Linie R5 in der gleichen Relation.[5] Darüber hinaus besteht auch ein dichter Güterverkehr, der zum Teil von ČD Cargo als auch von kleineren privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen abgewickelt wird. Unter anderem verkehrt zweimal täglich ein Ganzzug mit Braunkohle aus dem Nordböhmischen Becken zur Versorgung des Kraftwerkes Kladno mit Brennstoffen.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Dokořán 2009, ISBN 978-80-7363-129-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Railway line 093 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. a b Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Dokořán 2009; S. 81–83
  3. Fahrplan 1912 der Ausschließend priv. Buschtěhrader Eisenbahn - gültig ab 1. Mai 1912
  4. Winterfahrplan 1937 der ČSD
  5. Fahrplan 2011 der ČD