Bahnstrecke Lollar–Wetzlar

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Lollar–Wetzlar
Bahnübergang in Atzbach bei der letzten Sonderfahrt am 24. Juni 1990
Bahnübergang in Atzbach bei der letzten Sonderfahrt am 24. Juni 1990
Strecke der Bahnstrecke Lollar–Wetzlar
Kursbuchstrecke (DB): 526 (1980)
Streckennummer (DB): 3706
Streckenlänge: 18,0 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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von Marburg/Kassel
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von Londorf/Grünberg
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Anschl. Fa. Buderus Lollar
BSicon .svgBSicon BHF.svgBSicon BHF.svg
0,0 Lollar (Inselbahnhof) Gleis 11
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE1.svgBSicon WBRÜCKE1.svg
0,4 Lumda
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ex Anschl. Kiesverladung bis 1970
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nach Gießen/Frankfurt
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1,5 Lahnbrücke
   
2,4 Wißmar
   
2,4 K 25 Landstrasse Wißmar-Gießen
   
2,5 Gbf. Wißmar
   
4,2 Kirchstraße in Launsbach
   
4,4 L 3093 Landstrasse Launsbach-Gießen
   
4,4 Launsbach
   
5,7 Krofdorf-Gleiberg
   
5,8 Landstrasse Krofdorf-Gießen
   
7,1 A 480 / L 3047[1]
   
7,9 Anschl. Fa. Schneider (Steine)
   
7,9 Biebertalbahn
   
7,9 K 42, Landstrasse Rodheim-Heuchelheim-Gießen
   
8,0 Abendstern
   
9,0 Kinzenbach-Ost
   
9,9 Kinzenbach
   
11,5 L 3045, Atzbach, Kinzenbacher Straße
   
11,9 Atzbach
   
12,9 Dorlar
   
13,3 L 3285, Dorlar, Waldgirmeser Strasse
   
14,0 A 45
   
14,2 Lahnbrücke
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von Gießen über Dutenhofen
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Überquerung der Dillstrecke
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16,5 Wetzlar Gbf Wetzlar-Garbenheim
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Lahnbrücken
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Bedienung ab/an ehem. Gleis 1
Bahnhof, Station
18,0 Wetzlar
   
nach Dillenburg/Siegen
   
nach Limburg/Koblenz
   
ehem. Solmsbachtalbahn

Die Bahnstrecke Lollar–Wetzlar war eine Bahnstrecke im heutigen Hessen, die die Städte Lollar und Wetzlar über die Gemeinde Lahnau verband. Sie war Teil der Kanonenbahn Berlin–Metz und von 1878 bis 1991 in Betrieb.

Geschichte[Bearbeiten]

Die preußische Bahnstrecke Lollar-Wetzlar umging den hessischen Bahnknoten Gießen und verlief so weit wie topographisch möglich auf damals preußischem Gebiet (in dieser Karte von 1905 rosa markiert).

Der 18,04 km lange Streckenabschnitt Lollar–Wetzlar wurde als Umfahrung von Gießen gebaut. Von der Main-Weser-Bahn von Norden kommend, zweigte die Kanonenbahn in Lollar nach Westen auf eine eigene Trasse ab und traf in Wetzlar auf die Lahntalbahn, auf der sie weiter nach Westen führte.

Südliche Bahnhofseinfahrt von Lollar im Jahr 1992; das Streckengleis nach Wetzlar ist das 3. von links
Original abgestempelte Fahrkarten; 31 x 58 x 1 mm

Die Arbeiten standen unter der Leitung von Julius Lehwald. Die ersten Vermessungsarbeiten für die Strecke wurden 1872 durchgeführt, die Bauarbeiten begannen am 1. Juli 1875 und wurden im Juli 1878 beendet. Offiziell eröffnet wurde die Strecke am 15. Oktober 1878. Mit diesem Abschnitt der Kanonenbahn sollte der Knotenpunkt Gießen umfahren werden. Wegen der strategischen Bedeutung wurden zunächst keine der an der Strecke liegenden Ortschaften bedient. Die Linie zeichnet sich durch recht großzügige Radien und geringe Steigungen aus. Einige der Fundamente der Brückenbauwerke waren sogar für zweigleisigen Betrieb ausgelegt. Ein Überwerfungsbauwerk am Güterbahnhof Wetzlar ermöglichte das kreuzungsfreie Ein- und Ausfahren aus den jeweiligen Streckengleisen der Dillstrecke.

Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde am 30. Mai 1980 beendet. Der Güterverkehr zwischen Lollar und Abendstern wurde am 28. Februar 1983 eingestellt. Der restliche Güterverkehr zwischen Wetzlar und Abendstern wurde am 28. September 1990 eingestellt.

Zustand heute[Bearbeiten]

Gleis 1 im Bahnhof Wetzlar mit den Schienenbussen der letzten Sonderfahrt am 24. Juni 1990
Brücke der Kanonenbahn bei Krofdorf-Gleiberg, in der Nähe der Straße "Im Augarten". Der Bahndamm ist fast vollständig überwuchert.

Die Strecke ist abgebaut und in ihrem westlichen Abschnitt in den Gemarkungen Dorlar und Atzbach gemäß § 23 Allgemeines Eisenbahngesetz von Eisenbahnbetriebszwecken freigestellt, rechtlich also keine Eisenbahnanlage mehr.

Es wird versucht, die Bauwerke der stillgelegten Abschnitte des Kanonenbahnnetzes zu erhalten. Einige sind Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Das stattliche Empfangsgebäude in Kinzenbach dient als Heimatmuseum. Vor dem Gebäude sind zwei Schienenbusbeiwagen (VS 998 850 und VB 998 170) im Gleis abgestellt, die ebenso museal betreut werden.

Gleich mehrere Bahnbrücken sind erhalten geblieben, die zum Teil als Fußgängerbrücken dienen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eisenbahnatlas Deutschland – Ausgabe 2005/2006. Vlg. Schweers + Wall, o.O. 2005. ISBN 3-89494-134-0
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten- und strecken 1839–1939. 1. Auflage. Theiss Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-8062-1917-6, Bd. 2.1, S. 546ff (Strecke 035).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Lollar–Wetzlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.eisenbahn-tunnelportale.de/lb/inhalt/tunnelportale/3706.html