Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld

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Rheydt–Köln-Ehrenfeld
Strecke der Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld
Kursbuchstrecke (DB): 465
Streckennummer (DB): 2611 (Rheydt–Köln-Ehrenfeld Gbf)
2612 (Köln-Ehrenfeld Westkopf)
2613 (Köln-Ehrenfeld Gbf–Pbf)
Streckenlänge: 49,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Strecke von Mönchengladbach
Bahnhof, Station
49,4 Rheydt Hbf
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Güterumgehungsbahn von Viersen
BSicon eABZrg.svgBSicon eKRZu.svgBSicon eABZlg.svg
ehem. Strecke von Rheydt Gbf
BSicon STR.svgBSicon STR.svgBSicon eABZrg.svg
ehem. Strecke von Mönchengladbach
BSicon ABZrg.svgBSicon STRrf.svgBSicon BHF.svg
46,4 Rheydt-Odenkirchen
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Rheydt Gbf
BSicon ABZrf.svgBSicon STRc2.svgBSicon STR3.svg
Eiserner Rhein nach Roermond
BSicon STRrf.svgBSicon STR+1.svgBSicon STRc4.svg
Strecke nach Aachen
Bahnhof, Station
41,5 Hochneukirch
   
ehem. Strecke nach Stolberg
Haltepunkt, Haltestelle
38,7 Jüchen
   
35,0 Gubberath
Straßenbrücke
A 46
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Neuss
Bahnhof, Station
31,3 Grevenbroich
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Bedburg
Bahnhof ohne Personenverkehr
27,6 Erftwerk
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24,3 Oekoven
Grubenanschlußbahn Gewerkschaft Neurath
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Bahnhof, Station
20,0 Rommerskirchen
   
ehem. Strecke nach Holzheim
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Güterstrecke nach Niederaußem
Bahnhof, Station
15,5 Stommeln
Bahnhof, Station
11,5 Pulheim
   
5,6 Köln-Bocklemünd
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
3,5 Köln-Ehrenfeld Gbf Westkopf Bft
BSicon STRlg.svgBSicon ABZgl+r.svgBSicon STRlg.svg
SFS von Aachen (niveaufrei)
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Köln-Müngersdorf Technologiepark
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1,7 Köln-Ehrenfeld Gbf
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0,0 Köln-Ehrenfeld Pbf
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SFS nach Köln Hbf

Die Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld ist eine überwiegend zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnhauptstrecke in Nordrhein-Westfalen zwischen Rheydt Hauptbahnhof und dem Bahnhof Köln-Ehrenfeld. Lediglich der Abschnitt zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Odenkirchen ist eingleisig.

Im Kursbuch der Deutschen Bahn ist die Strecke dem nördlichen Teil der rechten Rheinstrecke zugeordnet. Die KBS 465 umfasst daher die Strecke Mönchengladbach – Köln – Koblenz. Grund dafür sind die vor einigen Jahren eingeführten durchgehenden Zugläufe des Regionalverkehrs.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Strecke gehen auf die 1870–1875 erbaute Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft zurück, die vom heutigen Mönchengladbacher Hauptbahnhof über Geneicken, Mülfort, Odenkirchen und Hochneukirch weiter nach Jülich, Eschweiler und Stolberg führte. 1889 wurde vom an dieser Strecke gelegenen Bahnhof Hochneukirch eine Verbindung zum an der Bahnstrecke Düren–Neuss gelegenen Bahnhof Grevenbroich gebaut. Die direkte Verbindung von Grevenbroich nach Köln folgte schließlich 1899.

Bereits 1905 bestand eine Bahnstrecke zwischen Rheydt-Odenkirchen und Rheydt Gbf, die nördlich von Rheydt Gbf über die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach und den Eisernen Rhein geführt wurde und zwischen dem Eisernen Rhein und der Bahnstrecke Krefeld–Rheydt von Norden her in den Güterbahnhof einfädelte.

Erst 1908 wurde die direkte Verbindung zwischen Odenkirchen und Rheydt Hauptbahnhof eröffnet, die von Odenkirchen ein großes Stück parallel zur Strecke zum Güterbahnhof verläuft. Durch den Bau wurde die 1870 entstandene Strecke über Geneicken von der damals schon zweigleisigen, parallel verlaufenden Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach Hauptbahnhof und Rheydt Hauptbahnhof ins Abseits gedrängt. Diese Teilstrecke, welche 1968 noch elektrifiziert und zunächst weiter für Züge von Mönchengladbach nach Köln genutzt worden war, wurde schließlich im Mai 1985 zwischen Odenkirchen und Geneicken stillgelegt und abgebaut. Die Strecke zwischen Rheydt-Odenkirchen und Rheydt Gbf wurde 1945 aufgegeben, das Überwerfungsbauwerk über die Strecke nach Aachen ist heute nicht mehr vorhanden.

Ein zweigleisiger Ausbau des Abschnitts zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Odenkirchen zusammen mit einem eingleisigen Abschnitt der Bahnstrecke Viersen–Venlo wird mit knapp 50 Mio. Euro beziffert. Der Rat der Stadt Nettetal fordert das Paket vehement auch im Zusammenhang mit dem Eisernen Rhein.[2]. Die Streckenbeschreibung im Einzelnen:

Bahnhof Köln-Ehrenfeld[Bearbeiten]

Bahnhof Köln-Ehrenfeld

Quer durch Ehrenfeld verläuft die Schnellfahrstrecke Köln–Aachen. Der Bahnhof Köln-Ehrenfeld ist ein Regionalbahnhof; hier besteht Zugang zu den S-Bahn-Linien S 12 und S 13 der S-Bahn Rhein-Ruhr, den Regional-Express-Linien NRW-Express, Rhein-Erft-Express und Rhein-Sieg-Express sowie zu den Regionalbahnlinien Rhein-Erft-Bahn und Erft-Bahn.

Innerhalb des westlichen Teils des Bahnhofs liegt außerdem der S-Bahn-Haltepunkt Köln-Müngersdorf Technologiepark,[3][4] der jedoch nur über die Schnellfahrstrecke erreichbar ist.

Vier Stadtbahnlinien (3, 4, 5 und 13) verbinden Ehrenfeld mit dem Stadtzentrum sowie mit den umliegenden Vororten.

Bahnhof Köln-Bocklemünd[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Köln-Bocklemünd

Der Bahnhof Köln-Bocklemünd lag an der Bahnstrecke Köln–Mönchengladbach (Streckenkilometer 5,6), unmittelbar an der Bundesstraße 59 im Süden des Kölner Stadtteils Bocklemünd/Mengenich und wurde Anfang der 1970er Jahre stillgelegt und danach zum größten Teil abgewrackt.

Bahnhof Pulheim[Bearbeiten]

Bahnhof Pulheim
Bahnhof Pulheim
Bahnhof Pulheim

Pulheim ist seit 1898 über einen eigenen Bahnhof am Kilometerpunkt 11,5 an die Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld angeschlossen. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist noch vorhanden und wird als Kiosk genutzt. Im Empfangsgebäude war bis in das Jahr 2007 das Fahrdienstleiterstellwerk Pf in Betrieb, bis die ESTW-Technik Einzug gehalten hat. Im Jahr 2005 wurde der Bahnhofsbereich komplett umgebaut und modernisiert. Der bis dato vorhandene Mittelbahnsteig wurde nach Fertigstellung der beiden Seitenbahnsteige abgebaut. Südlich des Empfangsgebäudes entstand ein neues Park-and-Ride-Parkhaus. Weiterhin ist der Bahnhof mit einem Fahrradparkhaus, Fahrradboxen, Wartehäuschen und Fahrkartenautomaten ausgerüstet. Die kompletten Umbaumaßnahmen, die auch städtebauliche Aspekte berücksichtigten, zogen sich von 1997 bis 2005 hin.

Auf Höhe der Widdersdorfer Straße vor dem Bahnhof Pulheim liegt ein 3,8 km langes Anschlussgleis für die Umspannanlage Brauweiler der RWE. Es wird nur für Transporte von Transformatoren genutzt. Im Bereich des Anschlussgleises an die Strecke besteht ein kurzes Ausziehgleis in östlicher Richtung.

Bahnhof Stommeln[Bearbeiten]

Bahnhof Stommeln
Alter Güter- und Verladebahnhof
Bahnhof Stommeln

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Stommeln (km 15,4), das von 1898 bis 1972 in Betrieb war, ist heute noch vorhanden und wird gewerblich als Café genutzt. Am südlichen Bahnsteigende ist seit 1972 ein eingeschossiger Bau vorhanden, in dem sich auch heute noch der zeitweise geöffnete Fahrkartenverkauf befindet. Neben dem Fahrkartenverkauf war in diesem Gebäude auch das Fahrdienstleiterstellwerk Sf vorhanden, dass mit der Einführung der ESTW-Technik im Jahr 2007 seine Aufgaben verlor. Weiterhin ist der Bahnhof Stommeln mit zwei Seitenbahnsteigen, Fahrkartenautomaten und Wartehäuschen ausgerüstet. Auf dem Zuweg zum ersten Empfangsgebäude stehen einige Park-and-Ride-Parkplätze zur Verfügung.

Der Güter- und Verladebahnhof Stommeln wurde Ende der 1950er Jahre stillgelegt. Heute befinden sich noch einige Schienenreste und Gebäude mit Verladerampen auf dem Gelände eines Baumarktes. An dem Güterbahnhof wurden überwiegend Stahlteile verladen, die im Nachbarort Pulheim im ehemaligen Walzwerk hergestellt wurden.

Bahnhof Rommerskirchen[Bearbeiten]

Bahnhof Rommerskirchen mit dem 2007 abgerissenen Stellwerk

Der Bahnhof Rommerskirchen liegt an Streckenkilometer 20,1. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Rommerskirchen ist heute noch vorhanden und wird gewerblich genutzt. Für Reisende steht ein Mittelbahnsteig zur Verfügung, der mit Wartehäuschen und Fahrkartenautomaten ausgerüstet ist. Ende 2008/Anfang 2009 wurde der Park-and-Ride-Parkplatz neben dem Empfangsgebäude erweitert. Bis zur Einführung der ESTW-Technik im Jahr 2007 verfügte Rommerskirchen über das Fahrdienstleiterstellwerk Rof, das T-förmig über den beiden Streckengleisen stand. Im November 2008 wurde dieses nun überflüssig gewordene Stellwerk abgerissen.

Zeitweise bestanden südlich des Streckengleises Anschlüsse an eine Schrotthandlung und eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Neben den beiden Streckengleisen stehen in Rommerskirchen zwei Umfahrgleise zur Verfügung. Hier zweigt auch eine Güterzugstrecke nach Niederaußem zum dortigen Grubenbahnhof von RWE Power ab, die Teil des Strategischen Bahndamms ist. Diese Strecke führte früher von Rommerskirchen nach Mödrath und wurde im Zuge des Tagebaus Frechen stillgelegt. Der letzte Personenverkehr zwischen Rommerskirchen und Niederaußem wurde am 23. Mai 1971 durchgeführt. Seit dieser Zeit dient das Streckengleis lediglich als Anschluss der Rheinbraun an die Strecke der Deutschen Bahn. Hier verkehren täglich Kalkmehlzüge zwischen dem Rheinkalk-Werk Flandersbach in Wülfrath und Niederaußem für die Rauchgasentschwefelungsanlagen der Kraftwerke. In diesem Zusammenhang gab es im Februar 2008 das Unternehmen Dampfpilze am Rhein. Ein Transport eines Kalkmehlzuges mit einer Dampflok. Gelegentlich kommt es auch zu Transporten von Transformatoren für die angeschlossenen Kraftwerke.

Bahnhof Oekoven[Bearbeiten]

Der ehemalige Bahnhof Oekoven (km 24,2) ist bereits seit Jahrzehnten nicht mehr als solcher in Betrieb. Der Personenverkehr im Bahnhof wurde zum 24. September 1965 aufgegeben, der Güterverkehr folgte zehn Jahre später, zum 30. August 1975. Das frühere Empfangsgebäude des Bahnhofs ist heute noch vorhanden und dient einem Tierheim als Heimat. Oekoven hatte im Laufe seiner Existenz mehrere Stellwerke: Von 1913 bis 1942 bestanden die Stellwerke Ko (Oob) im Empfangsgebäude und Owt an der Strecke. Sie wurden 1942 abgerissen und durch die beiden Stellwerke Oof und Ow ersetzt. Diese waren bis 1982 in Betrieb. Ow wurde danach abgerissen, Oof existiert noch.

Im Bahnhof zweigte eine Anschlussbahn zum Braunkohletagebau der Gewerkschaft Neurath ab, über der Kohlezüge abgefahren wurden. Die Gewerkschaft Neurath sorgte auch für den Personenverkehr, der zur Betriebszeit des Tagebaus rege durch die Arbeiter genutzt wurde. In Oekoven gibt es eine öffentliche Feldbahnanlage. Seit 1976 befindet sich auf dem früheren Bahnhofsgelände, südlich der Strecke, das Feldbahnmuseum Oekoven.

Bahnhof Erftwerk[Bearbeiten]

Im Bahnhof Erftwerk (km 27,6) wurde zwischen 1915 und Mitte der 1965 Personenverkehr durchgeführt. Die wohl größere Bedeutung kam dem Bahnhof im Güterverkehr zu. Von hier aus wurden Firmen nördlich der Strecke, im Bereich der Nordstraße, und südlich der Strecke das Aluminiumwerk bedient. Der Anschluss des Aluminiumwerks ist heute noch vorhanden: Es ist ein Überholgleis für das nördliche Streckengleis. Das frühere Stellwerk Ef besteht heute noch, ist jedoch seit der Inbetriebnahme der ESTW-Technik im Jahr 2007 nicht mehr in Betrieb.

Bahnhof Grevenbroich[Bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude in Grevenbroich

Der Bahnhof Grevenbroich wurde 1869 am Streckenkilometer 34,3 der Bahnstrecke Düren–Neuss gebaut und bildet den Knotenpunkt mit der Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld. Er wird von den Linien RB 38 (Erft-Bahn), RE 8 (Rhein-Erft-Express) und RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) bedient und bietet tagsüber im Halbstundenrhythmus Verkehrsverbindungen in die Nachbarstädte Düsseldorf und Köln sowie mindestens im Stundenrhythmus nach Mönchengladbach.

Das erste Empfangsgebäude des Bahnhofs Grevenbroich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wegen erheblicher Kriegsschäden abgerissen und 1959 durch ein neues Empfangsgebäude ersetzt, das bis heute existiert. Neben dem Empfangsgebäude stehen den Reisenden zwei überdachte Mittelbahnsteige zur Verfügung, an denen die Gleise 1 bis 4 abgeschlossen sind. Ferner hat der Bahnhof westlich der Bahnsteige ein Umfahrgleis, ein Überrest des früheren Güterbahnhofs. Dieser ist in den letzten Jahren abgerissen worden, so dass außer des Gleises nichts mehr vorhanden ist. Lediglich eine große Brachfläche läßt die frühere Ausdehnung erahnen. Mit der Inbetriebnahme des ESTW Grevenbroich für die Strecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld im Jahr 2007 wurden die Stellwerke Gnf und Gs überflüssig; sie sind jedoch noch vorhanden.

Bahnhof Gubberath[Bearbeiten]

Von 1889 bis zum Beginn der 1960er Jahre bestand der kleine Bahnhof Gubberath an der Strecke bei km 35,4. Es ist zwischen 1960 und 1962 abgerissen und entfernt worden.

Bahnhof Jüchen[Bearbeiten]

Der Bahnhof Jüchen liegt an der Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld am Kilometerpunkt 38,7 mit einem 1889 errichtetem Empfangsgebäude. Das Empfangsgebäude ist heute in Privatbesitz. Ausgerüstet ist der Haltepunkt mit zwei Seitenbahnsteigen, die mit Fahrkartenautomaten und Wartehäuschen aufwarten. Neben dem früheren Empfangsgebäude ist ein kleiner Park-and-Ride-Parkplatz vorhanden.

Bahnhof Hochneukirch[Bearbeiten]

Der Bahnhof Hochneukirch heute

Im Jahre 1873 erhielt Hochneukirch (damals noch Neukirchen, heute zu Jüchen) am östlichen Ortsrand eine Schienenanbindung, welche die aufstrebende Textilindustrie weiter beflügelte. Der Bahnhof (am Streckenkilometer 11,8) wird durch die Bahnhofstraße mit der Ortsmitte verbunden. Hier traf die Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg mit der Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld zusammen, mit der sie sich dann die Trasse bis zum Bahnhof Rheydt-Odenkirchen teilte.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

1873 erhielt der Ort eine Schienenanbindung von Mönchengladbach nach Stolberg. Der erste Zug der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft fuhr von Mönchengladbach auf der erst später nach Stolberg verlängerten Bahnstrecke über Jülich nach Eschweiler-Aue. 1889 wurde die Eisenbahnlinie nach Köln dem Verkehr übergeben. Beim Bau der Strecke wurde diese östlich parallel an die bereits bestehende herangeführt. Das Empfangsgebäude ist heute noch erhalten und beinhaltete ab 1964 das Stellwerk Hf. Dieses Stellwerk wurde mit der Einführung der ESTW-Technik im Jahr 2007 aufgegeben. Der Mittelbahnsteig ist ausgerüstet mit Wartehäuschen und einem Fahrkartenautomaten. Südlich des Empfangsgebäudes ist heute noch der ehemalige Güterschuppen erhalten.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Mönchengladbach und die Handelskammer stellten an den Eisenbahnminister den Antrag, die Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld zwischen Mönchengladbach und Grevenbroich über Giesenkirchen statt über Hochneukirch zu legen. Mönchengladbach versprach sich davon eine bessere Erschließung seines Hinterlandes. Industrie und Bevölkerung von Hochneukirch wünschten sich aber eine Streckenführung über Hochneukirch nach Grevenbroich und Köln. Der Fabrikant Peter Busch setzte sich mit einigen ihm bekannten Abgeordneten im Berliner Landtag in Verbindung und Pastor Martin Köllen wandte sich an den Oberhofmeister der Kaiserin Augusta, Graf Nesselrode-Ehreshoven. Durch Vermittlung des Grafen konnte Köllen seine Wünsche dem Eisenbahnminister Maybach schriftlich mitteilen. Durch dessen persönlichen Einsatz konnte die Eisenbahnlinie durch Hochneukirch im Jahre 1889 dem Verkehr übergeben werden. Zum Dank für ihren Einsatz ehrte Hochneukirch Peter Busch und Martin Köllen, indem die Straßen links und rechts vom Bahnhof ihre Namen erhielten.

Um nach Hackhausen zu gelangen, mussten die Gleise überschritten werden. In den ersten Jahren war dieser Bahnübergang ungesichert, nach einem Unglücksfall wurden Schranken angebracht. Im Jahre 1909 sollte eine zweite Strecke von Erkelenz über Wanlo und Keyenberg nach Hochneukirch gebaut werden, die aus Geldmangel nie errichtet wurde. 1911 wurde eine Eisenbahnbrücke zwischen Hochneukirch und Hackhausen gebaut. 1967 musste die Brücke um 60 Zentimeter angehoben und unterfüttert werden, weil die Strecke mit Oberleitung elektrifiziert wurde. Die alte Eisenbahnbrücke wurde 1988 abgerissen und durch eine neue Stahlbetonbrücke ersetzt.

Niedergang[Bearbeiten]

Zum 30. Mai 1980 wurde der Personenverkehr auf der Strecke nach Stolberg eingestellt und die Gleise der Strecke nach Jülich zurückgebaut. Der Güterverkehr bis Ameln wurde bis zum 1. Juni 1984 fortgeführt. 1987 wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Heute gibt es noch zwei Gleise nach Rheydt und Köln mit den hohen Gleisnummern 9 und 10, bedingt dadurch, dass die Gleise 1–8 mit dem Abriss der Strecke nach Jülich entfernt wurden. Der Wegfall der Stolberger Strecke führte dazu, dass die Platzierung des noch gut erhaltenen Empfangsgebäudes heute ungewöhnlich wirkt. Dieses liegt etwa 40 Meter vom Mittelbahnsteig entfernt. Ebenso liegt die Unterführung zum Mittelbahnsteig in freiem Feld. Das zwischen den verbliebenen Gleisen und dem Empfangsgebäude jahrzehntelang brachliegende Bahnhofsfeld wird seit kurzem zu einem Parkplatz umgebaut. Dies ist Teil eines Projekts, in dessen Rahmen im Hochneukircher Bahnhof und in Neubauten daneben 41 seniorengerechte Wohnungen geschaffen werden sollen. Im Bahnhofsgebäude soll zudem ein Gemeinschaftsraum entstehen.

Bahnhof Rheydt-Odenkirchen[Bearbeiten]

Dampfzug im Bahnhof Odenkirchen im Jahre 1874

Das erste am Streckenkilometer 46,4 gelegene Empfangsgebäude Odenkirchens wurde 1870 errichtet. Nach einer schweren Beschädigung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg wurde das damals zweigeschossige Gebäude zu einem eingeschossigen Flachbau zurückgebaut. Im Jahr 1962 wurde der Bahnhof Odenkirchen in Rheydt-Odenkirchen umbenannt. Der früher recht ausgedehnte Bahnhof Odenkirchens wurde in den letzten Jahrzehnten stark zurückgebaut. Von der früheren Güteranlage mit den acht Hauptgleisen ist bis auf drei Gleise nichts mehr übrig geblieben. Lediglich der hölzerne Mittelbahnsteig blieb erhalten. Ausgerüstet ist der Bahnhof mit Fahrscheinautomaten im Bereich des früheren Empfangsgebäudes. Vor dem Gebäude stehen einige wenige Park-and-Ride-Parkplätze bereit. Das frühere Stellwerk Of war von 1965 bis 2007 im Empfangsgebäude untergebracht. Mit der Einführung der ESTW-Technik im Jahr 2007 wurde das Stellwerk nicht mehr benötigt. Das Bahnhofsgebäude wurde im Frühjahr 2012 abgerissen, auf seiner Stelle entstehen P+R-Parkplätze.[5]

Die letzten drei Kilometer der Strecke sind ab Odenkirchen bis Rheydt Hauptbahnhof nur eingleisig ausgeführt. Dies ist insoweit bemerkenswert, dass dieser Abschnitt nie zweigleisig ausgebaut wurde, obwohl die Strecke ansonsten auf ihrer gesamten Länge zweigleisig war.

Rheydt Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Rheydt Hauptbahnhof
Hauptbahnhof Rheydt
Ein umgeleiteter ICE bei der Ausfahrt aus Rheydt Hauptbahnhof in Richtung Köln
IC 1918 Aachen – Berlin Südkreuz erreicht am 30. Dezember 2009 Rheydt Hbf
Hauptartikel: Rheydt Hauptbahnhof

Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt Güterbahnhof liegen beide an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach und dem im Hauptbahnhof beginnenden Eisernen Rhein, der bis zum Güterbahnhof parallel zur Strecke nach Aachen verläuft. Ebenso beginnt am Hauptbahnhof Rheydt (km 49,4) die Bahnstrecke nach Köln-Ehrenfeld.

Das Empfangsgebäude des Rheydter Hauptbahnhofes, das aus den 1950er Jahren stammt, ist heute noch erhalten und beherbergt neben dem Fahrkartenverkauf einige Geschäfte und ein Kino. Für die Reisenden steht neben dem Hausbahnsteig ein Mittelbahnsteig zur Verfügung. Ein weiterer Bahnsteig an Gleis 4 dient dem Umstieg von Reisenden zum Mönchengladbacher Fußballstadion, an der Rückseite des Bahnsteiges ist eine Bushaltestelle für den Shuttleservice angelegt. Angefahren wird der Bahnhof im Stundentakt von der Rhein-Niers-Bahn (RB 33) in Richtung Duisburg und Aachen, dem Wupper-Express (RE 4) in Richtung Dortmund und Aachen und dem Rhein-Erft-Express (RE 8) in Richtung Mönchengladbach und Koblenz. Im Zweistundentakt verkehrt die Schwalm-Nette-Bahn (RB 39) zwischen Mönchengladbach und Dalheim. Außerdem wird er von der Rhein-Erft-Bahn (RB 27) von Mönchengladbach über Köln nach Koblenz angefahren.

Rheydt Güterbahnhof wird nur noch zum Abstellen von Güterzügen und von Zügen für das Prüfcenter Wegberg-Wildenrath genutzt. Er ist im Laufe der Zeit beträchtlich geschrumpft. Neben den umfangreichen Güteranlagen verfügte der Bahnhof bis 1975 über ein eigenes Betriebswerk mit vier inzwischen abgerissenen Stellwerken. Angeschlossen ist der Güterbahnhof an die Strecke Aachen–Mönchengladbach, den Eisernen Rhein sowie im nördlichen Bereich an die heutige Mönchengladbacher Güterumgehung Richtung Viersen-Helenabrunn, die aus der früheren Bahnstrecke Krefeld–Rheydt entstanden ist. Früher verband außerdem eine weitere Strecke Rheydt Gbf mit Rheydt-Odenkirchen. Sie verlief von Odenkirchen zunächst parallel zur Strecke zum Rheydter Hauptbahnhof und fädelte nach Überquerung der Strecken zum Hauptbahnhof auf einem Überwerfungsbauwerk schließlich im nördlichen Teil des Güterbahnhofs zwischen der Strecke nach Krefeld und dem Eisernen Rhein ein.

Nach dem Rückgang im Güterverkehr und der damit abnehmenden Bedeutung des Güterbahnhofs Rheydt, brachte das Prüfcenter Wildenrath der Firma Siemens neues Leben in den Güterbahnhof Hier wurde nach 1997 ein gesicherter Abstellbereich für Fahrzeuge eingerichtet, die in das Prüfcenter überführt werden sollten, oder von dort kamen und auf ihre Weiterfahrt warteten. Dieser Abstellbereich ist bis zum heutigen Tag erhalten.

Betrieb[Bearbeiten]

Die Strecke wird vom Regional-Express RE 8 (Rhein-Erft-Express) mit Elektrotriebwagen der Baureihe 425 und von der Regionalbahn RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) mit einer Elektrolok der Baureihe 143 und drei Doppelstockwagen jeweils im Stundentakt bedient.

Weblinks[Bearbeiten]

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Rheinische Post vom 3. Oktober 2011: Resolution an Ramsauer
  3. www.deutschebahn.com: Gleise in Serviceeinrichtungen Abgerufen am 9. Februar 2011 (PDF; 251 kB)
  4. DB, Bahnhöfe in Deutschland
  5. Bahnhof Odenkirchen weicht Park-&-Ride-Platz RP Online Abgerufen am 8. Mai 2012