Bahnstrecke Van Buren–Saint Francis

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Van Buren ME–Saint Francis ME[1]
Streckenlänge: 98,8 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Zweigleisigkeit:
Gesellschaft: Van Buren–Madawaska: EMRY
Madawaska–Fort Kent: MNR
Fort Kent–St. Francis: zuletzt BAR
   
von Houlton
   
0,0 Van Buren ME
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach St.-Leonard (Canadian Junction)
   
4,6 Keegan ME
   
 ? Violette ME
   
12,4 Parent ME
   
15,9 Notre Dame ME
   
20,9 Lille ME
Bahnhof ohne Personenverkehr
25,1 Grand Isle ME
   
32,0 St. David ME
   
 ? Fournier ME
   
 ? Pelletier Siding
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Güteranschluss zur Fraser Mill
Bahnhof ohne Personenverkehr
39,9 Madawaska ME (Eigentumsgrenze EMRY/Maine)
   
 ? Gilman ME
   
 ? Cleveland ME
Bahnhof ohne Personenverkehr
52,4 Frenchville ME
   
 ? Upper Frenchville ME
   
55,3 St. Lucie ME
   
 ? Robbins ME
Bahnhof ohne Personenverkehr
71,3 Fort Kent ME
   
nach Oakfield
   
74,7 Fort Kent ME Village
   
 ? Pierre ME
   
82,1 Ledges ME
   
84,1 Wheelock ME
   
91,1 St. John ME
   
98,8 St. Francis ME

Die Bahnstrecke Van Buren–Saint Francis ist eine Eisenbahnstrecke in Maine (Vereinigte Staaten). Sie ist rund 99 Kilometer lang und verbindet die Städte Van Buren, Fort Kent und St. Francis. Die normalspurige Strecke wird heute nur noch zwischen Van Buren und Fort Kent im Güterverkehr betrieben. Der Rest bis St. Francis ist stillgelegt. Der Abschnitt von Van Buren bis Madawaska gehört der Eastern Maine Railway, der Abschnitt von Madawaska bis Fort Kent dem Bundesstaat Maine, der sie an die Maine Northern Railway verpachtet hat. Beide Bahngesellschaften gehören der New Brunswick Southern Railway, die den Güterverkehr auf ihnen durchführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem 1897 die Hauptstrecke der Bangor and Aroostook Railroad bis Van Buren fertiggestellt war, begannen die Planungen für den weiteren Ausbau des Netzes. Der Ashland Branch, eine Zweigstrecke, die von der Hauptstrecke nach Ashland abzweigte, wurde 1902 nach Fort Kent verlängert. Um diese beiden Endpunkte miteinander zu verbinden, sowie den Nordwesten des Bundesstaats zu erschließen, plante man eine Bahnstrecke entlang des Saint John River und Allagash River. Die Strecke sollte in Van Buren an die Hauptstrecke anschließen und über Fort Kent entlang des Allagash River und dann weiter südwärts bis Packards führen, wo sie wieder auf die BAR-Hauptstrecke treffen würde. Der Bau begann zeitgleich von Van Buren und Fort Kent aus westwärts.

Am 18. Oktober 1909 konnte der erste, 25 Kilometer lange Streckenabschnitt von Van Buren bis Grand Isle eröffnet werden. Am 6. Dezember 1909 erfolgte die Eröffnung des ersten Abschnitts der Allagash Line von Fort Kent nach St. Francis. Der Lückenschluss zwischen Grand Isle und Fort Kent erfolgte am 28. November 1910. Da die Ansiedlung am Oberlauf des Allagash River und im Seengebiet südlich davon unterblieb, wurde auch die geplante Strecke nicht weitergebaut. Die Strecke von Fort Kent nach St. Francis erhielt daraufhin die Bezeichnung St. Francis Branch.

Nachdem bereits 1948 der Personenverkehr zwischen Van Buren und Fort Kent endete, stellte die BAR diesen 1954 auch auf dem St. Francis Branch ein.[2] Der Güterverkehr dauert an und wurde ab 2003 von der Montreal, Maine and Atlantic Railway (MMA) durchgeführt. Der Abschnitt von Fort Kent nach St. Francis wurde 1997 stillgelegt. Zum 1. Juli 2011 übernahm die Maine Northern Railway die Betriebsführung zwischen Madawaska und Fort Kent, nachdem die MMA diesen Abschnitt 2010 an den Bundesstaat Maine verkauft hatte und stilllegen wollte.[3] Am 19. Juni 2013 kaufte die Eastern Maine Railway den Abschnitt von Van Buren bis Madawaska.[4]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Die Strecke bildet die nördliche Fortsetzung der Bahnstrecke Brownville–Saint-Leonard, von der sie in Van Buren abzweigt. Sie verläuft am Südufer des Saint John River, der auf ganzer Streckenlänge die Staatsgrenze nach Kanada bildet, immer parallel zum U.S. Highway 1 über Grand Isle, Madawaska, Frenchville und Fort Kent nach St. Francis. In Fort Kent zweigt die Bahnstrecke Oakfield–Fort Kent ab. Bedeutende Kunstbauten gibt es auf der Strecke nicht.

Personenverkehr[Bearbeiten]

Der Personenverkehr war auf der Strecke von Anfang an spärlich. Auch zur Blütezeit der Eisenbahnen in Nordamerika verkehrte nur ein werktäglicher Personenzug auf jedem Abschnitt der Strecke. Ein Zug befuhr zunächst die Relation Squa Pan–Van Buren–Fort Kent mit Anschluss an den Zug, der von Houlton über Ashland nach St. Francis fuhr. Etwa 1930 tauschten die beiden Züge ihre südlichen Endpunkte, sodass der Zug von St. Francis nunmehr in Squa Pan endete, und der Zug über Van Buren weiter nach Houlton verkehrte. 1913 benötigte man für die Strecke von Van Buren nach Fort Kent etwa eine Stunde und 50 Minuten[5], 1934 etwa zehn Minuten weniger.[6] Weitere 40 Minuten Reisezeit nahm die Strecke nach St. Francis in Anspruch.

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mike Walker: SPV's comprehensive Railroad Atlas of North America. New England & Maritime Canada. Steam Powered Publishing, Faversham 1999, ISBN 1-874745-12-9.
  2. Fahrpläne der BAR von 1910 bis 1961.
  3. Artikel auf progressiverailroading.com
  4. Artikel auf trains.com vom 21. Juni 2013
  5. Official Guide of the Railways and Steam Navigation Lines of the United States, Porto Rico, Canada, Mexico and Cuba. Ausgabe November 1913. Bangor&Aroostook Railroad. Seite 149.
  6. Official Guide of the Railways and Steam Navigation Lines of the United States, Porto Rico, Canada, Mexico and Cuba. Ausgabe Februar 1934. Bangor&Aroostook Railroad, Table 1. Seite 63.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jerry Angier, Herb Cleaves: Bangor & Aroostook. Flying Yankee Enterprises, Littleton MA 1986, ISBN 0-96155-743-5.
  • George H. Drury: The Historical Guide to North American Railroads. 2nd Edition. Kalmbach Publishing Co., Waukesha WI 2000, ISBN 0-89024-356-5
  • Robert M. Lindsell: The Rail Lines of Northern New England. Branch Line Press, Pepperell MA 2000, ISBN 0-942147-06-5.

Weblinks[Bearbeiten]