Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar

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Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar
Der Bahnhof Wolfhagen 2008
Der Bahnhof Wolfhagen 2008
Kursbuchstrecke (DB): 612
Streckennummer: 3903
Streckenlänge: 36,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Zweigleisigkeit: Ahnatal-Casselbreite –
Vellmar-Obervellmar
Strecke – geradeaus
Twistetalbahn von Korbach
Bahnhof, Station
0,0 Volkmarsen RE
   
ehem. Twistetalbahn nach Warburg
Brücke über Wasserlauf (groß)
Erpe, Wirtschaftsweg
Brücke (mittel)
L 3075
Haltepunkt, Haltestelle
4,4 Ehringen RE
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Wolfhagen Pommernkaserne
Brücke (mittel)
10,8 L 3214
Bahnhof, Station
10,9 Wolfhagen RT4 RE
Brücke über Wasserlauf (groß)
Erpetalbrücke (Erpe)
Brücke (mittel)
L 3390
Haltepunkt, Haltestelle
14,9 Altenhasungen
Straßenbrücke
L 3312
Brücke (mittel)
L 3214
Haltepunkt, Haltestelle
19,3 Oberelsungen
Straßenbrücke
A 44
Haltepunkt, Haltestelle
Zierenberg-Rosental
Bahnhof, Station
23,6 Zierenberg RE
Brücke über Wasserlauf (groß)
Warmetalviadukt (Warme, L 3211)
Tunnel
Zierenberger Tunnel (815,5 m)
Haltepunkt, Haltestelle
28,4 Fürstenwald
Bahnhof, Station
34,1 Weimar (Kr. Kassel) RE
Brücke (mittel)
Rasenallee (Landesstraße 3217)[1]
Bahnhof, Station
34,1 Ahnatal-Heckershausen
Haltepunkt, Haltestelle
34,8 Ahnatal Casselbreite
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
36,1 Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Warburg RT3
Bahnhof, Station
36,4 Vellmar-Obervellmar[2] RE
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Friedrich-Wilhelms-Nordbahn nach Kassel
Strecke – geradeaus
Harleshäuser Kurve nach Kassel RT3RT4

Die Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar führt von Volkmarsen durch Wolfhagen und Zierenberg nach Vellmar-Obervellmar, wo sie auf die Bahnstrecke WarburgKassel trifft. Ihr Startpunkt ist Volkmarsen, wo sie von der Bahnstrecke Warburg–Sarnau abzweigt. Neben der gesamten Strecke stehen fast alle Bahnbauten entlang der Strecke unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten]

Zugkreuzung in Zierenberg am 12. Juni 2002: 628 223 begegnet dem von 216 143 geschobenen Wendezug

In Volkmarsen endete nach der Stilllegung der Abschnitte Warburg–Volkmarsen 1967 und Korbach–Volkmarsen 1987 für rund 10 Jahre der Schienenpersonennahverkehr. Nach der Reaktivierung der Strecke nach Korbach am 4. Oktober 1998 erfolgte eine durchgehende Bedienung Korbach–Kassel, zunächst mit Regionalbahnen im Stundentakt. Zum 1. Januar 2002 hat die DB-Tochter Kurhessenbahn die Infrastruktur gepachtet und den Betrieb der Nahverkehrs- und Güterzüge auf der Strecke übernommen. Anschließend wurde ein Konzept mit Regionalexpress-Zügen Kassel-Wilhelmshöhe–Korbach im Zweistundentakt und Regionalbahnen Kassel Hbf–Korbach eingeführt. Die Regionalbahnen fuhren bis Volkmarsen im Stundentakt und bis Korbach im Zweistundentakt. Die Strecke wurde vom 28. Mai 2006 bis zum 9. Dezember 2006 umfassend saniert. Dabei war sie für den Zugverkehr gesperrt.

Nach der Sanierung der Bahnstrecke begann der Vorlaufbetrieb der RegioTram zwischen Wolfhagen und Kassel Hbf im Stundentakt. Die Strecke wurde im August 2007 weiter in die Kassler Innenstadt verlängert. Darauf werden spezielle Dieselhybridfahrzeuge vom Typ Regio Citadis eingesetzt, die auf dem Netz der Deutschen Bahn mit Diesel und auf Stadtbahngleisen mit 600 V Gleichspannung fahren können. Der Wechsel zwischen den Antriebssystemen findet während des Haltes am Kasseler Hauptbahnhof statt. Bis Dezember 2013 fuhr die Linie RT 4 auf Stadtbahngleisen der Innenstadt-Ringstrecke unter anderem durch die Königsstraße und über dortigen Königsplatz. Seit Dezember 2013 fahren die Züge durch die Königsstraße zur Holländischen Straße und wenden dort. Neben der RegioTram verkehrt eine stündliche Regionalexpress-Linie Kassel-Wilhelmshöhe–Korbach die bis Wolfhagen nur in Obervellmar, Weimar und Zierenberg hält. Diese Züge werden mit Fahrzeugen der Baureihen 646 und 628 betrieben.

Ausbau 2010 bis 2013[Bearbeiten]

Von 2010 an wurde die Bahnstrecke zwischen Wolfhagen und Vellmar so ausgebaut, dass die RegioTram-Linie RT 4 seit Dezember 2013 halbstündlich verkehren kann. So wurde der Haltepunkt Heckershausen von August 2010 bis August 2011 zu einem zweigleisigen Bahnhof mit Mittelbahnsteig erweitert, an dem sich seit Dezember 2013 die RegioTrams kreuzen. Von November 2010 bis November 2013 wurde der Bahnhof Vellmar-Obervellmar um das dritte Gleis erweitert. Dazu musste ein neuer Mittelbahnsteig mit Zugängen und eine Stützwand mit Lärmschutzaufbau errichtet werden.[2] Außerdem wurde ein etwa 1000 m langes Stück der Strecke im Anschluss an den Bahnhof zweigleisig. Am Ende dieser Ausbaustrecke wurde am 18. Dezember 2011 der Haltepunkt Ahnatal-Casselbreite – zunächst nur eingleisig – eröffnet. Der südwestlich des Ortskerns von Heckershausen befindliche Bahnübergang wurde an der Rasenallee (Landesstraße 3217) zwischen Mai 2011 und August 2012[1] durch eine Straßenunterführung ersetzt. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits Ende 2012 abgeschlossen sein, tatsächlich waren die Bauarbeiten auch 2013 noch im Gange. Der Halbstundentakt bis Zierenberg wurde zum turnusgemäßen Fahrplanwechsel 2013/2014 am 15. Dezember 2013 eingeführt.[3] Mit dem neuen RegioTram-Konzept wurde der Fahrplan auf der Strecke vollständig umgebaut. Die RE-Linie hat andere Abfahrtzeiten und die Reisezeit nach Korbach wurde um 10 Minuten verkürzt. In Zierenberg bietet die Linie kurze Übergangszeiten zur RegioTram zum Hauptbahnhof und in die Kassler Innenstadt.

Planungen[Bearbeiten]

In Wolfhagen soll die lange Wendezeit der RegioTram von 30 Minuten zur Verlängerung in die Wolfhagener Innenstadt genutzt werden. Die Züge sollen dazu als dieselbetriebene Stadtbahn bis zur Wilhelm-Filchner-Schule fahren.[4]

Bedienungsangebot[Bearbeiten]

Die Strecke wird heute durchgehend von Korbach über die Bahnstrecken Warburg–Sarnau und Volkmarsen–Obervellmar nach Kassel betrieben. Durchgeführt wird der Personennahverkehr ab Korbach im Stundentakt von RE-Zügen der Kurhessenbahn bis Kassel-Wilhelmshöhe. Zusätzliche Züge bietet ab Wolfhagen die RegioTram-Linie RT 4 durch die Kasseler Innenstadt zur Holländischen Straße. Diese fährt stündlich, ab Zierenberg seit Dezember 2013 halbstündlich. In Vellmar-Obervellmar besteht Anschluss an die RT 3 von und nach Hofgeismar-Hümme.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Info zur Eisenbahnüberführung/Straßenunterführung an der Rasenallee vom 26. Mai 2011, auf bahn.de
  2. a b Artikel Regiotram-Verbindung: Bauarbeiten für Beseitigung des Nadelöhrs in Obervellmar starten vom 16. Oktober 2011, auf hna.de
  3. Neue Weichen gehen jetzt in Betrieb, vom 7. Dezember 2012, auf hna.de
  4. NVV Nahverkehrsplan, S. 327-328, auf nvv.de

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Münzer: Entstehung und Frühzeit preussischer Durchgangsnebenbahnen im ländlichen Raum – die Linien Sarnau - Volkmarsen - Warburg und Volkmarsen - Obervellmar in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte, Heft 29, Karlsruhe 1997 (DGEG)
  • Lutz Münzer: Volkmarsen-Obervellmar, abgedruckt in der 44. Ergänzungsausgabe von Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland einst & jetzt, 2003 (GeraNova)
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Theiss Verlag, Stuttgart 2005, 3 Bände im Schuber, ISBN 3-8062-1917-6, insb. Strecken-Nr.068 (Band 2.2, S. 778ff)

Weblinks[Bearbeiten]