Baiju

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ascelin von Cremona erhält einen Brief von Papst Innozenz IV. (links), und übergibt ihn an den mongolischen General Baiju (rechts).

Baiju auch Bayju Noyan oder Baichu (deutsche Aussprache: Baidschu) war ein mongolischer Befehlshaber aus Persien (bl. 1230-1260) unter Großkhan Ögedei Khan und folgte Chormagan als Noyan nach.

Baiju übernahm das Kommando um 1241/1242 und wandte sich schnell gegen die Rum-Seldschuken, die er in der Schlacht vom Köse Dağ 1243 besiegte. Nach diesem Kampf wurden die Rum-Seldschuken Vasallen der Mongolen und wurden gezwungen David VI. zu entlassen. David VI. wurde als Schützling der Mongolen auf dem georgischen Thron installiert. Die Mongolen hatten aber nur einige Truppen in der Region und hielten ihre Vasallen durch bestrafende Raubzüge in Schach. Baiju führte Zehntausendschaften (Mong. Tumen) 1246 zu einem Raubzug nach Syrien. Trotz seiner kleiner Erfolge dort waren seine zwei Feldzüge gegen die Abbasiden im Irak 1238 und 1246 weniger erfolgreich.

Nach dem Tod Ögedei Khans wurde Baiju durch den neuen Großkhan Güyük Khan 1246 durch Eljigidei ersetzt. Aber 1251/1252 wurde Eljigidei und seine ganze Familie Opfer der politischen Säuberungen des neuen Großkhans Möngke Khan.

Unter Baiju konnten die Mongolen in den 1240ern und den 1250ern ihre Kontrolle über den heutigen Iran halten und hatten mehrere Vasallen wie die Rum-Seldschuken, die Georgier. Sie mischten sich in die Thronnachfolgen ihrer Vasallen und verlangten Tribute. Aber die Abbasiden in Bagdad und die Assassinen im Elburs-Gebirge blieben unabhängig, bis Hülegü 1255 an die Macht kam.

Baiju wurde wahrscheinlich von Hülegü vorgeworfen, dass er es nicht schaffte, die mongolische Macht weiter auszudehnen und wurde von Hülegü persönlich als Oberbefehlshaber 1255 ersetzt. Doch Baiju nahm unter Hülegü noch an weiteren Feldzügen teil, so gegen die Rum-Seldschuken 1256, gegen Bagdad 1258 und gegen Ägypten und Syrien 1259.

Es ist nicht klar, was mit Baiju später geschah. Hülegü zog mit einem großen Teil der Armee 1260 ab und überließ das Kommando der zurückgebliebenen Armee Kitbugha. Gemäß Raschīd ad-Dīn wurde Baiju auf Geheiß Hülegüs hingerichtet. Seine Stelle nahm der Sohn Chormagans namens Schiremun ein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • The Cambridge Illustrated History of the Middle Ages. Band 3: 1250–1520. Reprinted edition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2001, ISBN 0-521-26646-7.
  • Claude Cahen: Pre-Ottoman Turkey. A General Survey of the Material and Spiritual Culture and History c. 1071–1330. Reprinted edition. American Council of Learned Societies, New York NY 2008, ISBN 978-1-59740-456-3.

Weblinks[Bearbeiten]