Baikal-Helmkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Baikal-Helmkraut
Baikal-Helmkraut

Baikal-Helmkraut

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Scutellarioideae
Gattung: Helmkräuter (Scutellaria)
Art: Baikal-Helmkraut
Wissenschaftlicher Name
Scutellaria baicalensis
Huds.

Das Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) ist eine Pflanzenart in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Diese krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 40 cm. Sie hat einen schlanken „Wurzelstock“ und längliche, eiförmige und gezähnte Blätter. Im Sommer bildet sie an der Oberlippe violett, an der Unterlippe blau gefärbte, 2 bis 3 cm lange Blüten.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Das Helmkraut enthält Scutellarin, Baicalin, Wogonosid, ätherische Öle, Gerbstoffe und Harze.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Baikal-Helmkraut ist in Sibirien (Baikalsee) beheimatet, seine weitere Verbreitung reicht bis nach China, aber wohl auch nach Nordamerika. Ebenso wird es in Europa kultiviert.

Nutzung[Bearbeiten]

Volksmedizin[Bearbeiten]

Die Indianer benutzten schon seit Jahrhunderten das Helmkraut als Heilkraut. Im 19. Jahrhundert wurde es mit dem europäischen Baldrian verglichen. In China ist es unter dem Namen „Huang qin“ seit langem bekannt.

Pharmakologie[Bearbeiten]

Baikal-Helmkraut wirkt antiallergen, entzündungshemmend und antibakteriell.[1] Untersuchungen haben ergeben, dass Wogonin, ein Wirkstoff des Baikal-Helmkrauts, die „Selbstmordfunktion“ (Apoptose) in Krebszellen auslöst, gesunde Zellen aber völlig unbehelligt bleiben.[2] Forschungen der Medizinischen Universität Wien aus dem Jahr 2011 bestätigen dies.[3] Für den Inhaltsstoff Baicalin konnten im Tierversuch progesteronfördernde und antiabortive Wirkungen beschrieben werden. [4]

Literatur[Bearbeiten]

  1. Andrew Chevallier: Das Grosse Lexikon der Heilpflanzen. Dorling Kindersley, Starnberg 2001, ISBN 3-8310-0167-7, S. 134.
  2. S. Kohlstädt: Pflanzeninhaltsstoff mit selektiver Wirkung auf Krebszellen. Pressemitteilung des DKFZ vom 12. Dezember 2007
  3. Der Standard: Wie der Tumor in die Lymphe kommt
  4. A. T. Ma, X. H. Zhong, Z. M. Liu, W. Y. Shi, J. Du, X. H. Zhai, T. Zhang, L. G. Meng: Protective effects of baicalin against bromocriptine induced abortion in mice. In: The American journal of Chinese medicine. Band 37, Nummer 1, 2009, ISSN 0192-415X, S. 85–95, doi:10.1142/S0192415X09006709, PMID 19222114.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!