Bailey-Borwein-Plouffe-Formel
In der Mathematik bezeichnet die Bailey-Borwein-Plouffe-Formel (BBP-Formel) eine 1995 vom kanadischen Mathematiker Simon Plouffe entdeckte Summenformel zur Berechnung der Kreiszahl
.
Die von Plouffe entdeckte Reihe für
ist:
Die Formel ist nach den Autoren des Zeitschriftenartikels benannt, in dem die Formel erstmals veröffentlicht wurde, David H. Bailey, Peter Borwein und Simon Plouffe.[1] Das Erstaunliche an dieser speziellen Formel ist, dass man mit ein wenig Umstellen einen Algorithmus daraus ableiten kann, der eine beliebige Ziffer der Darstellung von
im Hexadezimalsystem bestimmen kann, ohne die vorherigen Ziffern zu benötigen (Ziffer-Extraktion).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Polylogarithmische Konstante
Seit Plouffes Entdeckung wurden viele ähnliche Formeln der Gestalt
entdeckt, die sich zu anderen fundamentalen mathematischen Konstanten (in der Darstellung zur Basis
) aufsummieren, wie z. B. zu den polylogarithmischen Konstanten
und zur Catalanschen Konstante G. Man bezeichnet diese Formeln als BBP-Reihen zur Basis b. Die Frage, zu welchen mathematischen Konstanten BBP-Reihen existieren, ist bislang unbeantwortet. Zu folgenden Primzahlen p existiert für
eine BBP-Reihe: (Sloane A104885)
- 2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 29, 31, 37, 41, 43, 61, 73, 109, 113, 127, 151, 241, 257, 331, 337, 397, 683, 1321, 1429, 1613, 2113, 2731, 5419, 8191, 14449, 26317, 38737, 43691, 61681, 65537, 87211, 131071, 174763, 246241, 262657, 268501, 279073, 312709, …
23, 47, 53 und 59 sind die kleinsten Primzahlen, die in dieser Liste fehlen. Es ist jedoch unbewiesen, ob zu
tatsächlich keine BBP-Reihe existiert. Vermutlich gibt es für Quadratwurzeln
, die Eulersche Zahl e und die Eulersche Konstante
keine BBP-Reihe, da dies (vermutlich) keine polylogarithmischen Konstanten sind.
[Bearbeiten] BBP-Algorithmus
An einem Beispiel soll gezeigt werden, wie man die Ziffern einer Zahlendarstellung erhält. So bekommt man z. B. die 4. Dezimalstelle von
durch
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wobei zur Notation der Modulo-Operator und die Gauss-Klammer verwendet werden.
Analog ergibt sich die
-te Stelle der Hexadezimaldarstellung von 
Multiplikation mit
der Plouffe-Formel ergibt nach Unterteilung in vier Terme
.
Da im Ausdruck für
nur der gebrochene Teil von
eingeht, entfernen wir zunächst von jedem einzelnen Summanden den ganzzahligen Teil. In den ersten
Summanden von
erreichen wir dies durch Anwendung des Operators
auf den Zähler, die restlichen Summanden mit
haben keinen ganzzahligen Teil. Damit ändert sich
ab auf
und es ist unter Verwendung des Zeichens
für Kongruenz
Da die veränderten Summen selbst und erst recht ihre Linearkombination noch ganze Zahlen enthalten können, müssen diese noch entfernt werden. Dann kann man mit
multiplizieren und den gebrochenen Teil wegschneiden, um schließlich
zu erhalten.
[Bearbeiten] Vorteile des BBP-Algorithmus
Diese Methode, nur die gerade benötigte Stelle von
zu extrahieren, erspart den Speicherplatz für die vorherigen Stellen. Weiter kann man einfachere Datentypen für die Speicherung der gewonnenen Stellen verwenden, die wiederum auch kürzere Zugriffszeiten haben, was den Algorithmus letztlich schneller macht. Daher hat diese Methode alle vorherigen Algorithmen zur Berechnung von
(die größere und komplexere Datentypen benötigten) überflüssig gemacht.
[Bearbeiten] Literatur
- Marc Chamberland. Binary BBP-Formulae for Logarithms and Generalized Gaussian-Mersenne Primes. Journal of Integer Sequences, Vol. 6, 2003, nur digital
- David H. Bailey. A Compendium of BBP-Type Formulas for Mathematical Constants, 2004, online
- Barry Cipra. Digits of Pi in D.Mackenzie, B.Cipra (eds). What's happening in the Mathematical Sciences Vol.6, pp29-39. AMS 2006.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bailey, David H., Borwein, Peter B., and Plouffe, Simon: On the Rapid Computation of Various Polylogarithmic Constants. In: Mathematics of Computation. 66, Nr. 218, April 1997, S. 903–913. doi:10.1090/S0025-5718-97-00856-9.


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