Bailey-Brücke

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Eine Bailey-Brücke in Frankreich um 1970
Bailey-Brücke in Libyen. Auch die Stützpfeiler wurden aus Bailey-Brückensegmenten gebaut.
Notbrücke in den albanischen Bergen, Nationalstraße 6 (Albanien) bei Burrel
Bau einer Bailey-Brücke über den Rhein im Zuge der Operation Plunder, 25. März 1945
Zerstörter deutscher Jagdpanzer IV und Bailey-Brücke am Dortmund-Ems-Kanal bei Dreierwalde im April 1945

Die Bailey-Brücke ist eine transportable, aus vormontierten Einzelbauteilen zusammensetzbare, Not- oder Behelfsbrücke. Sie benötigt keine Spezialausrüstung und Geräte zum Aufbau, kann mit Lastkraftwagen transportiert werden und kann schwerste Lasten bis hin zu Panzern tragen. Ursprünglich für den militärischen Bereich entwickelt, wurde sie ebenso im zivilen Bereich für vorübergehende Überbrückungen eingesetzt.

Verwendung[Bearbeiten]

Bailey-Brücken sind mit relativ wenig Aufwand aufbaubar und werden daher nicht nur von Militärs weltweit eingesetzt, auch große Hilfsorganisationen verwenden Bailey-Brücken. Sie werden auch als Brückengeräte oder als Pionierbrückengeräte bezeichnet. So hat die Fachgruppe Brückenbau des THW neben der D-Brücke auch die Bailey-Brücke im Einsatz. In Deutschland werden in bundeseigenen Brückenlagern auch 2360 t Elemente für Bailey-Brücken vorgehalten; dies entspricht einer Gesamtlänge von rund 790 Metern.[1]

Historisch[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Entwicklung wurde in Deutschland durchgeführt, die wesentliche Weiterentwicklung fand dann aber in Großbritannien statt. Donald Coleman Bailey, ein Armeeangestellter, der Modellbrücken zu seinem Hobby hatte, schlug diese Konstruktionsweise seinen Vorgesetzten vor. Die ersten Brücken waren 1944 einsatzbereit. Im Zweiten Weltkrieg kamen Bailey-Brücken beispielsweise in folgenden Fällen zum Einsatz:

  • Behelfsbrücke bei Son, nördlich von Eindhoven über den Wilhelminakanal (Operation Market Garden)
  • Behelfsbrücke über die Saar, aufgebaut im Artilleriefeuer der Deutschen
  • Behelfsbrücke über den Rhein bei Wesel (Operation Plunder), einige sind noch nach dem Krieg bis in die 1950er Jahre verwendet worden.
  • Behelfsbrücke über die Werra bei Laubach, errichtet von englischen Pionieren als Ersatz für die gesprengte Autobahnbrücke bis 1952, genutzt bis 1963
  • „Patton“-Brücke als erste, länger genutzte feste Brücke in Köln nach dem Zweiten Weltkrieg (1946–1951) [2]

Bailey-Brücken in neuerer Zeit:

  • Behelfsbrücke in Glashütte, nach dem Elbehochwasser 2002 erbaut durch das THW Müllheim und THW Pfedelbach.
  • Behelfsbrücke in Judenburg während des Neubaus der Murbrücke (2009–2010)
  • Behelfsbrücke im Kirnitzschtal nach dem Hochwasser 2010, erbaut durch das THW Dresden (erbaut 10/2010, bis 09/2012 in Betrieb) [3]

Für andere Zwecke[Bearbeiten]

Der Startturm für den Start der Skylark-Raketen in Woomera (Australien) wurde aus Segmenten von Bailey-Brücken zusammengesetzt.

Technik[Bearbeiten]

Die Einzelbauteile haben im Schnitt ein maximales Gewicht von etwa 300 kg und können auch auf kleineren Fahrzeugen transportiert werden. In den USA gibt es drei Army-Normgrößen für Bailey-Brücken, genannt M1, M2 und M3.

Bailey-Brücken sind heute technisch überholt, es kommen aber eine Reihe anderer Brückengeräte zum Einsatz, etwa die Z-Brücke oder das Brückengerät SBG 66.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bailey-Brücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Private belgische Website zum Bailey-System

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.strassen.nrw.de, abgerufen am 8. März 2012
  2. Pattonbrücke auf www.ebertplatz.de
  3. Bericht zum Brückenabbau auf thw-dresden.de, abgerufen am 11. Dezember 2012