Bajan (Schiff, 1907)

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Bajan
Bayan1915-1917.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Russisches KaiserreichRussisches Kaiserreich (Seekriegsflagge) Russisches Reich
Schiffstyp Panzerkreuzer
Klasse Bajan-Klasse
Bauwerft Neue Admiralitätswerft, Sankt Petersburg
Stapellauf 2. August 1907
Verbleib 1922 in Stettin abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
137,0 m (Lüa)
Breite 17,5 m
Tiefgang max. 6,7 m
Verdrängung Konstruktion: 7.835 tn.l.
Maximal: 8.343 tn.l.
 
Besatzung 570 Mann
Maschine
Maschine 26 Belleville-Dampfkessel
2 stehende Verbundmaschinen
Maschinen-
leistung
19.320 PS (14.210 kW)
Geschwindigkeit max. 22,5 kn (42 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • 2 × 20,3 cm L/45-Geschütze
  • 8 × 15,2 cm L/45-Geschütze
  • 20 × 7,5 cm L/50-Geschütze
  • 4 × 4,7 cm-Geschütze
  • 2 Torpedorohre ∅ 38,1 cm
  • 150 Minen
Panzerung
  • Gürtelpanzer: 50–203 mm
  • Kommandostand: 137 mm
  • Kasematten: 51–120 mm
  • Hauptdeck: 50 mm
    Böschungen: 63 mm

Die Bajan war der vierte der vier Panzerkreuzern der Bajan-Klasse der Kaiserlich Russischen Marine. Da das Typschiff Bajan im Dezember 1904, d. h. schon vor der Kiellegung ihrer Schwesterschiffe, in Port Arthur versenkt worden war, wurde das vierte Schiff der Serie ihr zu Ehren wiederum Bajan benannt.

Die Bajan-Klasse[Bearbeiten]

Die Bajan-Klasse war die vierte Klasse von Panzerkreuzern der russischen Marine und stellte eine erhebliche Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängerklassen dar. Die Schiffe waren nicht mehr als Handelsstörer, sondern als Flottenaufklärer konzipiert. Der Entwurf wich daher radikal von denen der früheren Panzerkreuzer ab und stammte vom russischen MTK (Morskoi Technitscheskij Komitet = Marine Technik Komitee), das aus Vertretern der russischen Schiffbau-, Waffen- und Ingenieursindustrie bestand. Die Klasse hatte nur etwa die halbe Wasserverdrängung ihrer Vorgänger, aber fast die gleiche Bewaffnung und erheblich höhere Geschwindigkeit. Der Bauvertrag für die beiden ersten Schiffe – Bajan und Admiral Makarow – ging an die französische Werft Forges et Chantiers de la Méditerranée in La Seyne-sur-Mer bei Toulon. Die beiden letzten Schiffe, Pallada und Bajan, wurden bei der Neuen Admiralitätswerft in Sankt Petersburg gebaut.

Nachdem das Typschiff Bajan im Russisch-Japanischen Krieg in Port Arthur versenkt und von den Japanern gehoben worden war, baute man den Schiffsentwurf nur leicht modifiziert weiter. Die schon 1899-1900 gebaute Bajan war noch mit Harvey-Nickelstahl gepanzert, während die ab 1905 gebauten Schwesterschiffe mit dem moderneren Krupp-Zement-Stahl[1] gepanzert waren, wodurch sich die Panzerstärken aufgrund der höheren Widerstandsstärke um ca. 20 % verringerten.

Schicksal[Bearbeiten]

Die Bajan diente in der Baltischen Flotte. Sie nahm, wie auch ihr Schwesterschiff Admiral Makarow, am 2. Juli 1915 am sog. Gotland-Raid teil und war später an der Schlacht im Moon-Sund am 17. Oktober 1917 und am Eismarsch der Baltischen Flotte im April 1918 beteiligt. Sie wurde 1922 in Stettin abgewrackt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://de.academic.ru/dic.nsf/technik/23209/Zementieren

Literatur[Bearbeiten]

  • Conway's Maritime Press: All the World's Fighting Ships 1860–1905, London 1979
  • Stephen McLaughlin, „From Ruirik to Ruirik: Russia's Armoured Cruisers“, in Warship 1999-2000. Conway's Maritime Press

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bayan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien