Bakchos und Sergios

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Bakchos und Sergios auf einer Ikone aus dem 7. Jahrhundert

Bakchos und Sergios, auch Bacchus und Sergius († um 303 in Resafa, Syrien) waren frühchristliche Märtyrer, die als Heilige verehrt werden.

Der Legende nach waren sie Offiziere einer römischen Grenztruppe. Wegen seines Glaubens wurde Bakchos zu Tode gepeitscht. Sergios überlebte die Folterungen und soll enthauptet worden sein.

Verehrung[Bearbeiten]

Ihr Gedenktag ist der 7. Oktober.

Vor allem Sergios wurde im Byzantinischen Reich sehr verehrt. Bereits im 4. Jahrhundert wurde in Kairo zur Ehre der beiden Heiligen eine Kirche errichtet, die im 8. Jahrhundert zerstört und um 1000 wieder aufgebaut wurde.

Über dem Grab der Märtyrer in Resafa wurde eine große Kirche errichtet, die Ziel von Wallfahrten war. Daher wurde die Stadt später Sergiopolis oder Sergiupolis (deutsch: Stadt des Sergios) genannt. Von diesem Gotteshaus sind nur mehr Ruinen erhalten.

Plan der Rundkirche in Konstantinopel.

Justinian I. ließ 527 für beide Heiligen in Konstantinopel eine Rundkirche, die Sergios- und Bakchos-Kirche errichten, die wahrscheinlich Vorbild für die Kirche San Vitale in Ravenna war. Auch in Rom und Tours ist die Verehrung der beiden Heiligen bezeugt.

Die um 1739-1740 erbaute Pfarrkirche von Kreuzebra im thüringischen Eichsfeld hat die beiden Märtyrer als Patrone.[1]

Debatte[Bearbeiten]

Der US-Historiker und LGBT-Aktivist John Boswell (1947–1994) hat deren Beziehung zueinander in seinem kontrovers diskutierten[2] zweiten Hauptwerk The Marriage of Likeness[3] als Beleg dafür gedeutet, dass die katholische Kirche gleichgeschlechtlichen Beziehungen nicht immer feindselig gegenübergestanden hätte. Der auch ins Lateinische übersetzte Ritus der Adelphopoiesis (griech. „Brüdermachen“), mit dem die orthodoxe Kirche die Liebe zweier Männer segnete und sie für immer aneinanderband, sei nach dem Vorbild männlicher Heiligenpaare wie Sergius und Bacchus angelehnt. Boswell verstand diese Institution als eine Art christlichen Vorläufer der gleichgeschlechtlichen Ehe, wie sie heute von vielen christlichen Konfessionen mit großer Vehemenz bekämpft wird. Andere Historiker wie David Woods[4], Robin Darling Young[5], und Brent Shaw[6] widersprechen dieser Ansicht und stellen Boswells Methodik und Schlüsse in Frage.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bakchos und Sergios – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Johann Wolf, Maik Pinkert im Auftrag des Bischöflichen Kommissariates Heiligenstadt (Hrsg.): Die heiligen Märtyrer Sergius und Bacchus, Kirchen-Patronen zu Kreuzeber auf dem Eichsfelde, nebst historischen Nachrichten von der dasigen Kirche (Reprint). Heiligenstadt 2004, ISBN 3-935782-05-5.
  2.  Hans P. Obermayer: Martial und der Diskurs über männliche „Homosexualität“ in der Literatur der frühen Kaiserzeit. Gunter Narr Verlag, Tübingen 1998, ISBN 3-823348-779, S. 3.
  3. John Boswell, The Marriage of Likeness. Same-Sex Union in Premodern Europe, Harper Collins, London, 1995.
  4. Woods, David (2000). „The Origin of the Cult of SS. Sergius and Bacchus“. From The Military Martyrs, 25. Juni 2009.
  5. Robin Darling Young: Gay Marriage: Reimagining Church History. In: First Things. 47, November 1994, S. 43–48. Abgerufen am 25. Juni 2009.
  6. Brent Shaw: A Groom of One's Own?. In: The New Republic. Juli 1994, S. 43–48. Abgerufen am 25. Juni 2009.