Baketaton

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Baketaton in Hieroglyphen
G29 V31
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i t
n
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Baketaton
(Baket Aton)
B3k.t Jtn
Dienerin Atons
TombHuya2.jpg
Grab des Huja in Achet-Aton, Herstellung einer Statue der Baketaton

Baketaton, auch Baket-Aton oder Beketaton, war eine altägyptische Prinzessin der 18. Dynastie (Neues Reich). Außer den Inschriften und Abbildungen in Achet-Aton, dem heutigen Tell ell-Amarna, ist nichts über das Leben oder den späteren Verbleib dieser Königstochter bekannt.

Herkunft und Titel[Bearbeiten]

Die Herkunft von Baketaton ist unbekannt, da diese nicht explizit dokumentiert. Als gesichert kann jedoch ihre Einordnung in die Zeit und Familie um Amenophis III. und Amenophis IV. (Echnaton) gelten, da die wenigen Belege, die es über sie gibt, bisher ausschließlich aus Echnatons ehemaliger Hauptstadt Achet-Aton stammen. Es sind keine Darstellungen bekannt, die explizit einen Vater oder eine Mutter dieser Königstochter benennen, weshalb alle Annahmen über ihre Eltern Vermutungen darstellen.

Baketaton führt den Titel einer „Königstochter“. Inschriften im Grab des Vermögensverwalters und Haremsvorstehers Huja in Achet-Aton bezeichnen sie mehrfach als „Tochter des Königs, von seinem Leibe, die er liebt, Baketaton“[1]. Ein Hinweis auf die Mutter fehlt, wie es beispielsweise bei allen sechs Töchtern von Echnaton und Nofretete der Fall ist: „Tochter des Königs, von seinem Leibe, die er liebt, geboren von der Großen königlichen Gemahlin Nefer-Neferu-Aton-Nofretete“. Da in den Darstellungen im Grab sowohl Teje und Baketaton als auch Nofretete und einige Töchter abgebildet und durch die Inschriften zu identifizieren sind, kann ausgeschlossen werden, dass Baketaton eine Tochter von Nofretete und Echnaton war.

Darstellungen[Bearbeiten]

Amenophis III. (links), Teje und Baketaton (rechts); der Name Baketaton befindet sich in der Inschrift vor ihr; die Namen von Amenophis III. und Teje sind in Kartuschen oben hinter der Darstellung der Teje geschrieben

Die Darstellungen Baketatons und die Inschriften, die sie namentlich nennen, sind jedoch immer eng mit der Großen Königlichen Gemahlin Teje verbunden, deren Name in diesen Reliefs wie der von Nofretete in einer Kartusche geschrieben ist. In einer Szene werden Baketaton und Teje von Amenhophis III. begrüßt und beide heben als Zeichen der Ehrerbietung jeweils eine Hand. Diese Darstellung von Amenophis III. in Achet-Aton war unter anderem Anlass für die Annahme einer Koregentschaft zwischen Vater Sohn[2]. Andererseits wurde sie als posthume Ehrung des verstorbenen Königs durch seine Frau und Tochter gesehen. Die andere Seite des Reliefs zeigt Echnaton, Nofretete und deren sechs Töchter. Zwei weitere Szenen stellen Baketaton dar, wie sie von einem Künstler abgebildet wird und wie Echnaton, Teje und sie gemeinsam einen Tempel betreten.

Schlussfolgerungen und Kontroversen[Bearbeiten]

„Bankett-Szene“, von links nach rechts: zwei Töchter Nofretes, davon eine Meritaton, Nofretete, Echnaton, Teje und Baketaton

In seiner Dokumentation zu den Felsengräbern von Amarna geht Norman de Garis Davies in Band III auf alle Darstellungen im Grab des Huja ein. Zu der Szene von Amenophis III., Teje und Baketaton vermerkt er: „Die Beschreibung zu Baketaton, Tochter des Königs, von seinem Leibe, die er liebt, ist hier zum ersten Mal in Gegenwart ihres königlichen Vaters vorhanden.“[3]

In der 1910 von Theodore M. Davis erschienen Veröffentlichung The tomb of Queen Tîyi. The discovery of the tomb. des 1907 entdeckten Grabes KV55 im Tal der Könige behandelt ein Abstrakt von Gaston Maspero das Leben von Königin Teje, da Davis dieses Grab als das ihre ansah. Zu Baketaton hält Maspero fest, dass seinerzeit nichts außer dem Namen der Prinzessin bekannt war. Da sie ausschließlich in Achet-Aton genannt wird und ihr Name den Gott Aton beinhaltet, wurde angenommen, sie sei eine Tochter Echnatons. Maspero führte aus, dass es Beweise dafür gäbe, dass Baketaton eine spät geborene Tochter von Teje und Amenophis III. sei und ihr ursprünglicher Name vermutlich Baketamun gelautet haben könnte, der schließlich in der Regierungszeit Echnatons in Baketaton geändert worden war. Er nimmt an, dass Baketaton sehr jung gewesen ist, als ihr Vater verstarb, da sie im 12. Regierungsjahr von Echnaton als kleines Mädchen dargestellt wird.[4]

Die naheliegendste Schlussfolgerung dieser Darstellungen ist deshalb, Baketaton als eine Tochter von Amenophis III. und Teje zu sehen.[5] Diese These wird unter anderem von den Ägyptologen Cyril Aldred[6] und Christiane Desroches Noblecourt[7] vertreten.

Marc Gabolde[8] hingegen sieht Baketaton als eine Tochter Echnatons und dessen großer Geliebten Kija. Die Beziehung von Teje zu Baketaton sei deswegen eher das von einer Königin zu ihrer Enkelin gewesen.[9]

Nicholas Reeves schließlich führt zwei weitere Varianten zur Elternschaft an: Diese geheimnisvolle Prinzessin könnte einerseits die Königstochter Sitamun gewesen sein, die in der Amarna-Zeit einen für diese Zeit angepassten Namen angenommen hatte. Andererseits könnte Baketaton aber auch eine Tochter Amenophis III. und Sitamuns gewesen sein.[10]

Lebenszeit, Todeszeitpunkt sowie Baketatons Grab sind ebenfalls unbekannt, allerdings wird sie nach dem Tod Tejes auch in keiner Inschrift mehr genannt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Norman de Garis Davies: The Rock Cut Tombs of El Amarna. Part III – The Tombs of Huya and Ahmes. The Egypt Exploration society, London 2004, ISBN 0-85698-160-5, Tafeln IV und VI.
  2. Norman de Garis Davies: The Rock Cut Tombs of El Amarna. Part III – The Tombs of Huya and Ahmes. The Egypt Exploration society, London 2004, ISBN 0-85698-160-5, S. 16
  3. Norman de Garis Davies: The Rock Cut Tombs of El Amarna. Part III – The Tombs of Huya and Ahmes. The Egypt Exploration society, London 2004, ISBN 0-85698-160-5, S. 15
  4. Theodore M. Davis, Gaston Maspero, Grafton Elliot Smith et al.: The tomb of Queen Tîyi. The discovery of the tomb, S. 19.
  5. Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. 2004, S. 154.
  6. Cyril Aldred: Echnaton. Gott und Pharao Ägyptens. Weltbild, Augsburg 1990, ISBN 3-89350-079-0, S. 109 und Bildtafel 52–53.
  7. Christiane Desroches-Noblecourt: Tut-ench-Amun. 1963, S. 154–155.
  8. Marc Gabolde: Baketaton fille de Kiya? In: Bulletin de la Société d'Égyptologie de Genève. Bd. 16, 1992, ISSN 0255-6286, S. 27–40.
  9. Marc Gabolde, In: Alfred Grimm, Sylvia Schoske (Hrsg.): Das Geheimnis des goldenen Sarges. Echnaton und das Ende der Amarnazeit (= Schriften aus der Ägyptischen Sammlung. Bd. 10). (Veröffentlicht anläßlich der Sonderausstellung Das Geheimnis des Goldenen Sarges, München, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, 17. Oktober 2001 bis 6. Januar 2002). Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München 2001, ISBN 3-87490-722-8, S. 21.
  10. Nicholas Reeves: Echnaton. 2002, S. 70.