Bakongo

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Ethnische Karte Angolas, Siedlungsgebiet der Bakongo ist beige gekennzeichnet

Die Bakongo (Plural von Kongo, Singular Mukongo) sind eine ethnische Gruppe im Mündungsgebiet des Flusses Kongo, vor allem in der DR Kongo (Kongo-Kinshasa), der Republik Kongo (Kongo-Brazzaville) und den angrenzenden Gebieten Angolas (Provinz Zaire und Provinz Uíge) einschließlich Cabinda und Gabuns.[1]

Ihre Gesamtzahl beträgt über 5 Millionen Menschen[2]. Ein Großteil spricht die Sprache Kikongo, und zwar in verschiedenen Dialekten. Ein wachsender Teil spricht als Zweitsprache, oft auch als Erstsprache, das Lingala, das sich seit der Mitte des XX. Jahrhunderts von Kinshasa aus als Verkehrssprache verbreitet hat.

Ihre Religion ist fast zur Gänze das Christentum in verschiedenen Ausprägungen. Es überwiegt die Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche; daneben sind vor allem im angolanischen Teil die Baptisten stark vertreten. Im Kongo-Kinshasa hat sich schon zur Kolonialzeit die synkretistische Kirche der sog. Kimbanguisten gebildet, die inzwischen auch im Kongo-Brazzaville und in Angola Anhänger hat. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist es besonders unter den Bakongo zur Gründung einer Vielzahl von Erweckungskirchen gekommen.

Ursprünglich betrieben die Bakongo vor allem Landwirtschaft als Waldpflanzer und Ackerbauern. Inzwischen ist mehr als die Hälfte zu Stadtbewohnern geworden und geht den verschiedensten Berufen nach, insbesondere dem Handel.

Die Kongo-Volksgruppe war das Hauptvolk des ehemaligen afrikanischen Bantureichs Kongo, das im Nordwesten des heutigen Angola vom frühen Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert existierte. Während des Unabhängigkeitskrieges in Angola unterstützten die Bakongo dort zumeist die anti-koloniale Bewegung FNLA und den von dieser mit organisierten Aufstand von 1961[3]. Als dieser von Portugal niedergeschlagen wurde, flohen sie zu Hunderttausenden in nach Kongo-Kinshasa. Nach der Unabhängigkeit strömten sie mehrheitlich nach Angola zurück, jedoch vielfach nicht in ihre Ursprungsgebiete, sondern nach Luanda und andere angolanische Städte, in denen sie oft Integrationsprobleme hatten. Im Bürgerkrieg in Angola unterstützten sie anfangs die FNLA, später teilweise deren Konkurrenzbewegung UNITA, gegen die regierende Bewegung MPLA. Nach der Einführung des Mehrparteiensystems in Angola versuchte die FNLA vergeblich, zum politischen Vertreter der Bakongo zu werden; bei den beiden bisherigen Parlamentswahlen erhielt sie nur einen geringen, zuletzt geradezu unbedeutenden Anteil der Stimmen. Gleichzeitig entstanden unter den Bakongo Dutzende partikularistischer Parteien, von denen jedoch keine nennenswerten Bedeutung gewann.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karte der ethnischen Gruppen in Angola
  2. Da zum angolanischen Teil noch nicht wieder verlässliche Statistiken vorliegen, ist nur eine grobe Schätzung möglich
  3. Siehe Geschichte Angolas