Balaams Esel

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Rembrandt Harmensz. van Rijn 122.jpg
Balaams Esel
Rembrandt van Rijn, 1626
Öl auf Holz, 65 cm × 47 cm
Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris

Balaams Esel (auch Bileam und die Eselin) ist ein Gemälde von Rembrandt van Rijn aus dem Jahr 1626. Es misst 65 x 47 cm. Das Gemälde hängt im Musée Cognacq-Jay. [1] Es schildert die biblische Geschichte des Hebräers Balaam und seines sprechenden Esels.

Rembrandts Werk[Bearbeiten]

Das Bild ist ein Werk aus Rembrandts Leidener Zeit. Erst 1625 eröffnete er dort eine Werkstatt und begann selbständig zu malen. Das Gemälde entstand noch unter dem Einfluss der Historienmalerei seines Lehrers Pieter Lastman, der in Rom an den Werken von Elsheimer und Caravaggio geschult wurde. Die „bunte, fast grelle Farbenwahl” [2] auf südlicher Bühne, aber auch die gleichmäßige Beleuchtung vor einem hellen Hintergrund und die noch etwas steife Darstellung der Figuren, ist typisch für diese frühen Bilder Rembrandts, zu denen auch die Steinigung des heiligen Stephanus (Musée des Beaux-Arts, Lyon) und die Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel (Puschkin-Museum, Moskau) zählen [3]. 1641 verhandelte Rembrandt erfolgreich mit dem Pariser Kaufmann Alphonse Lopez, der als Vertreter der Französischen Krone und im Auftrag von Kardinal Richelieu zwischen 1636 und 1641 in Amsterdam Kriegsmaterial beschaffte und nebenher mit Kunst handelte, über den Ankauf des Bildes [4].

Bileam und die Eselin ist beliebtes Thema in der Bildenden Kunst. Rembrandt war zweifellos die Darstellung seines Lehrer Pieter Lastman (1583–1633) Bileam und die Eselin, 1622, Öl auf Holz 40,3 x 60,3 cm bekannt. [5] Doch bereits im 4. Jahrhundert taucht das biblische Motiv als Wandgemälde in einer Katakombe in der Via Latina in Rom auf. Ein Elfenbeinrelief mit der Darstellung des Motivs, das Dominikus Stainhart (1655–1712) zugeschrieben wird, befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum in München. Eine neuere Darstellung von Bileam und die Eselin stammt von Gustave Doré (1865).

Hintergrund[Bearbeiten]

Pieter Lastman: Bileam und die Eselin, 1611, Öl auf Holz, 40,3 x 60,3 cm

Balaam, ein Prophet Gottes, sattelte seinen Esel und begab sich auf die Reise nach Kirjathhuzoth. Gott missfiel, dass Balaam dort gegen Israel reden wollte, und schickte einen Engel, um ihn zu stoppen. Als der Esel den Engel vor sich sah, drehte er sich weg. Daraufhin peitschte Balaam den Esel.

Wieder reiste das Paar weiter, bis der Esel noch einmal den Engel sah, der die Straße blockierte. Wieder drehte er sich weg und wieder wurde er ausgepeitscht. Sobald sie die Reise wieder aufnahmen, blockierte der Engel einen schmalen Durchgang zwischen zwei Mauern. Der Esel konnte sich nicht umdrehen und nicht vor dem Engel zurückweichen, also legte er sich einfach nieder. Balaam wurde sehr wütend und schlug den Esel ohne Gnade.

Als Gott dieses sah, gab er dem Esel das Geschenk der Sprache. Da sagte der Esel: „Warum schlägst du mich? Bin ich nicht der gleiche Esel, der all die Jahre hindurch so zuverlässig gewesen ist? Bin ich nicht der gleiche Esel, der dich immer getragen hat, gleichgültig wohin es gehen sollte? Warum schlägst du mich nun?“

Daraufhin erklärt der Engel Balaam, dass, wenn der Esel sich nicht weggedreht hätte, er ihn getötet haben würde. Balaam sah seinen Fehler ein. (4. Buch Mose (Numeri) 22-24 des Alten Testaments)

Belege[Bearbeiten]

  1. Claudio Pescio: Rembrandt, The Oliver Press, 2008 ISBN 978-1-93454502-7, S. 18, 19
  2. Gerhard Muller; Theologische Realenzyklopädie: Religionspsychologie, Samaritaner, Walter de Gruyter, 1998, S. 202 ISBN 3110161273
  3. Kurt Bauch in: Kindlers Malerei Lexikon, Band V, S. 44, Kindler, Zürich, 1968
  4. Steven M. Nadler: Rembrandt's Jews, University of Chicago Press, 2003 ISBN 0226567370
  5. Pieter Lastman in der Hamburger Kunsthalle