Balance (Film)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Filmdaten | |
|---|---|
| Originaltitel: | Balance |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Erscheinungsjahr: | 1989 |
| Länge: | 7 Minuten |
| Originalsprache: | keine |
| Altersfreigabe: | FSK 6 |
| Stab | |
| Regie: | Christoph Lauenstein Wolfgang Lauenstein |
| Drehbuch: | Christoph Lauenstein Wolfgang Lauenstein |
| Produktion: | Kunsthochschule Kassel, Hochschule für Bildende Künste Hamburg |
| Kamera: | Christoph Lauenstein Wolfgang Lauenstein |
Balance ist ein deutscher Trickfilm von Christoph und Wolfgang Lauenstein aus dem Jahr 1989. Er gewann im Jahr 1990 den Academy Award (Oscar) als Bester animierter Kurzfilm.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Der Film zeigt eine Gruppe von menschenähnlichen Gestalten, die sich auf einer frei schwebenden Plattform befinden. Bei Bewegungen müssen sie darauf achten, im Gleichgewicht zu bleiben, da die Platte sich sonst neigt und sie herunterstürzen.
Einer der Gestalten gelingt es nun, eine Truhe aus dem umgebenden Raum auf die Platte zu holen. Aus der Truhe erklingt Musik. Von diesem Moment an gibt es einen Einschnitt im Gruppenverhalten und das individuelle Verhalten der einzelnen Figuren kommt zum Vorschein. Jede der Figuren will die Kiste für sich haben, und so bilden sich Grüppchen, die sich bekämpfen. Eine Figur nach der anderen wird von der Platte gestoßen.
Am Ende bleibt eine einzige Figur in einer ausweglosen Situation gefangen, da die Kiste auf der einen Seite, die Figur jedoch auf der anderen Seite der Plattform steht und somit Kiste und Figur an ihre Positionen gefesselt sind.
[Bearbeiten] Kritik und Hintergrund
Der Film entstand an der Kunsthochschule Kassel. Er wurde als kleines Meisterwerk gelobt. Mit minimalem Aufwand erzeugt er eine unheimliche, surreale Atmosphäre. Dabei vermittelt er trotzdem eine universal verständliche Botschaft.
Der Film wird von der Bundeszentrale für politische Bildung empfohlen. Im Haus der Geschichte in Bonn läuft er in einer Endlosschleife am Schluss der Dauerausstellung. Man kann die Figuren, Kiste, Platte und den Oscar für diesen Film im Düsseldorfer Filmmuseum besichtigen.
Der Film ist eine Parabel: Das anfangs kooperative Gruppenverhalten wird durch eine äußere Einwirkung, hier in Form einer Musik spielenden Kiste, verändert. Das Verhalten der Gruppenmitglieder schlägt in destruktiven Egoismus um. Die Abhängigkeit der Menschen voneinander, das „Aufeinander-Angewiesen-Sein“, wird im Film durch das ständig nötige Ausbalancieren auf der Plattform besonders deutlich. Dies zeigt, dass der Mensch nur in einer zusammenarbeitenden Gruppe zum Erfolg kommen kann, deren Ziel es ist, diesen Erfolg zu teilen. Die Folgen des Egoismus werden im Film besonders stark sichtbar, da egoistisches Handeln für die handelnde Person selbst negative Auswirkungen mit sich bringt.
Der Film zeigt weiterhin, das es manchmal eine Art Naturgesetze gibt, die dem einfachen unreflektierten Sehsinn und seiner schlichten Logik zuwider laufen. So bekommt im Film derjenige die Kiste, der nicht direkt auf sie zugeht (um sie zu besitzen), sondern der bekommt sie, der einen Schritt von ihr zurück tritt, um sozusagen den Platz frei zu machen für die erwünschte Kiste (die dann von selbst kommt). Dies erinnert an fernöstliche Philosophie bzw. an eine buddhistische Denkweise, die in Opposition zu unserer westlichen auf Besitz, Eroberung oder Unterwerfung ausgerichteten Verhaltensweise steht.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm, verliehen am 26. März 1990
- Deutscher Filmpreis in Silber 1989
- Diverse Preise auf internationalen Filmfestivals
[Bearbeiten] Weblinks
- Balance in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Balance bei Filmportal.de
- Artikel über die Filmemacher
- Der Kurzfilm bei sevenload

