Balance (Film)

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Balance ist ein deutscher Puppentrickfilm von Christoph und Wolfgang Lauenstein aus dem Jahr 1989. Er gewann im Jahr 1990 den Academy Award (Oscar) als Bester animierter Kurzfilm.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film zeigt eine Gruppe von menschenähnlichen Gestalten, anscheinend schlanke, hochgewachsene, hagere Männer ohne Kopfhaare, die sich auf einer frei schwebenden quadratischen Plattform befinden. Auf ihren Rücken tragen sie (offenbar zufällige) Nummern, woran man sie unterscheiden kann. Bei Bewegungen müssen sie darauf achten, die Balance zu halten, da die Platte sich sonst neigt und sie hinunterstürzen.

Die Gestalten schieben dann teleskopartige Stäbe aus und angeln mit diesen von der Plattform. Einer Figur gelingt es, eine Art Kiste oder Truhe herbeizuziehen. Aus dieser erklingt – ähnlich wie bei einer Spieluhr – leise Musik, wenn man sie aufzieht. Die Kiste rutscht sehr leicht auf der Platte umher, so dass die Gestalten mit ihrer Position das Gewicht der Truhe ausgleichen müssen, da sonst die Platte kippen und alle hinunterfallen würden. Andererseits möchte aber jede der Gestalten die Truhe am liebsten für sich allein haben.

In der Folge wechselt die Truhe mehrmals den Besitzer. Schließlich kämpfen die Figuren miteinander, aus verschiedenen Gründen fallen nach und nach beinahe alle hinunter. Eine Figur kann sich noch mit den Fingern am Rande der Plattform festhalten. Nachdem aber alle anderen hinuntergefallen sind, muss eine Gestalt, die auf der Kiste sitzt, von dieser aufstehen und sich zum anderen Ende der Plattform begeben, was sie eilend tut, um das Gewicht auszugleichen. Dort trifft sie auf jene hängende Gestalt, welche sich gerade wieder hochzieht – und stößt sie mit ihren Füßen ab, so dass sie hinunterfällt.

Man sieht nun in einer Totalen, dass sich die Platte mit der Gestalt am einen und der Kiste am gegenüberliegenden Rand im Gleichgewicht befindet. Um das Gleichgewicht zu halten, muss die letzte Figur auf ihrer Position, weit entfernt von der Kiste, verharren; schließlich verklingt die Musik aus der Kiste.

Kritik und Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film entstand an der Kunsthochschule Kassel. Er erzeugt mit geringem Aufwand eine unheimliche, surreale Atmosphäre. Dabei vermittelt er trotzdem eine universal verständliche Botschaft.

Der Film war 1990 Teil des von der Popgruppe Alphaville initiierten Kurzfilmprogramms Songlines, in dessen Rahmen er mit dem Lied Middle of the Riddle unterlegt war.

Der Film wird von der Bundeszentrale für politische Bildung empfohlen. Im Haus der Geschichte in Bonn läuft er in einer Endlosschleife am Schluss der Dauerausstellung. Man kann die Figuren, Kiste, Platte und den Oscar für diesen Film im Düsseldorfer Filmmuseum besichtigen.

Für den Film Balance hat das Akustik Duo "Piano meets Vibes" eine Filmmusik komponiert, welche am 24. April 2003 im Kino Hoffnung in Lübeck, im Rahmen einer Tournee, live uraufgeführt wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]