Balbinus

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Bronzemünze des Balbinus

Decimus Caelius Calvinus Balbinus († 29. Juli 238 in Rom) war im Sechskaiserjahr vom 22. April 238 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Er wurde zusammen mit Pupienus vom römischen Senat gewählt, nachdem es Gordian I. und Gordian II. nicht gelungen war, den zum Staatsfeind erklärten Kaiser Maximinus Thrax zu besiegen.

Leben[Bearbeiten]

Gegenseitiges Misstrauen[Bearbeiten]

Die kurze Regierungszeit der beiden Kaiser war geprägt von gegenseitigem Misstrauen und von der Abneigung des römischen Volkes ihnen gegenüber, was sich angeblich aus der Zeit des Pupienus als hart durchgreifender Stadtpräfekt begründete. Nach ihrer Ernennung durch den Senat – ein ungewöhnlicher Vorgang – mussten die beiden das Kapitol im Schutz einer schnell improvisierten Leibwache verlassen, um sich vor dem Volkszorn und den Prätorianern zu schützen.

Triumph[Bearbeiten]

Pupienus übernahm die Leitung des Kampfes gegen die Aufständischen, während Balbinus die Staatsgeschäfte organisierte. Doch noch bevor Pupienus überhaupt die dazu nötigen Truppen ausheben konnte, erreichte ihn die Nachricht, dass Maximinus Thrax vor Aquileia von den eigenen Soldaten ermordet worden sei. Daraufhin eilte Pupienus sofort nach Ravenna, nahe zum Ort des Geschehens.

Er beendete den Bürgerkrieg, indem er einfach die Armeen beider Seiten auflöste und die Soldaten zurück zu ihren Stationierungsorten schickte. Beim folgenden Zug durch die Hauptstadt (es handelte sich nicht um einen regelrechten Triumph, da keine auswärtigen Feinde besiegt worden waren) wurde Pupienus frenetisch bejubelt. Diese Ovationen waren dann offenbar auch der Anlass für den endgültigen Bruch zwischen den beiden Kaisern. Doch zunächst ließen sie sich nichts anmerken und regierten in scheinbarem Einverständnis weiter.

Tod[Bearbeiten]

Schließlich wurde es Pupienus zum Verhängnis, dass er seit seiner Zeit als Statthalter in Germanien stets eine Truppe von Germanen als Leibwache hielt. Dies verärgerte die Prätorianer, die sich selbst ins Abseits gedrängt fühlten und sich überdies nie damit abgefunden hatten, bei der Kaiserwahl übergangen worden zu sein. Während eines lautstarken Streits zwischen den beiden Kaisern drangen die Gardisten in den kaiserlichen Palast ein und brachten die beiden grausam um.

Nach einer laut Herodian nur 99 Tage dauernden Regentschaft der beiden „Senatskaiser“ hatte sich gezeigt, dass der Senat sich im Kampf um die Macht im Reich nicht mehr gegen das Militär durchsetzen konnte. Nach dem Tod der beiden ging die Macht auf Gordian III. über, der bereits kurz nach dem Tod seines Onkels und seines Großvaters (Gordian II. und Gordian I.) zum Caesar erhoben worden war.

Quellen[Bearbeiten]

Die Hauptquellen zu Balbinus sind

Beide Werke sind nicht besonders zuverlässig, vor allem die Historia Augusta berichtet oft rein Fiktives und stellt eine höchst problematische, wenn auch wichtige Quelle dar. Die oben dargestellte Rekonstruktion der Ereignisse ist daher in vielen Punkten unsicher.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch die Angaben im Artikel zur Reichskrise des 3. Jahrhunderts.

  • Henning Börm: Die Herrschaft des Kaisers Maximinus Thrax und das Sechskaiserjahr 238. In: Gymnasium. Band 115, 2008, S. 69 ff.
  • Hartwin Brandt: Kommentar zur Vita Maximi et Balbini der Historia Augusta (= Antiquitas. Reihe 4, Serie 3, Band 2). Habelt, Bonn 1996, ISBN 3-7749-2785-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balbinus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Gordian I. und Gordian II. Römischer Kaiser
(mit Pupienus) 238 (mit Pupienus)
Gordian III.