Balda

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Balda (Begriffsklärung) aufgeführt.
Balda AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005215107
Gründung 1908
Sitz Bad Oeynhausen, Nordrhein-Westfalen

Leitung

Mitarbeiter 1.178 (2011)[1]
Umsatz 66,3 Mio. Euro (2011)
Branche Kunststoffverarbeitung
Website www.balda.de
Die Balda Matic II von 1959/1960

Die Balda AG mit Sitz im ostwestfälischen Bad Oeynhausen entwickelt und fertigt Systeme aus Kunststoff für medizinische Geräte sowie Elektronikprodukte.

Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Konzernumsatz in Höhe von 66,3 Millionen Euro. Weltweit beschäftigte Balda 1.178 Mitarbeiter (Stand am 31. Dezember 2011), der überwiegende Teil davon im Segment Electronic Products in Malaysia. In Deutschland beschäftigte der Konzern 217 Mitarbeiter.

Die Aktie der Balda AG ist an der Deutschen Börse gelistet und wird im SDAX geführt.

Gründung als Kamerahersteller[Bearbeiten]

Hauptartikel: Balda-Werk

Balda wurde 1908 von Max Baldeweg als ein Unternehmen zur Herstellung von Kameras in Dresden gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte das Unternehmen seinen Geschäftssitz nach Ostwestfalen. Die Produktion von Kameras endete in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts angesichts der Konkurrenz aus Fernost. Balda konzentrierte sich auf die Herstellung von Kunststoffteilen. [2]

Das Unternehmen seit 1994[Bearbeiten]

Seit 1994 produziert Balda vor allem für die Telekommunikations-, Automobil- und Medizintechnik. Im Jahr 2000 wurde eine 35.000 Quadratmeter große Produktionsstätte in Bad Oeynhausen gegründet.

Seit 1999 wird die Aktie der Balda AG an der Frankfurter Börse gehandelt. Anfangs im Neuen Markt gelistet, wurde sie bis zum 23. Juni 2008 im SDAX notiert. Seit dem 4. März 2010 ist die Aktie erneut im SDAX gelistet.

Anfang 2007 wurden die in Deutschland ansässigen Tochtergesellschaften Balda Heinze GmbH & Co. KG, HeRo Galvanotechnik GmbH sowie die Sächsische Metall- und Kunststoffveredelungs GmbH an die Hanse Industriekaptital-Beteiligungs GmbH mit Sitz in Hamburg verkauft.[3] Ende des Jahres 2007 wurde bekannt, dass auch die Balda Solutions Deutschland GmbH sowie der Balda Werkzeugbau verkauft werden sollten. Als der Verkauf an die Aurelius AG Anfang 2008 scheiterte, musste Balda seine beiden Tochterunternehmen kurzfristig zurückkaufen. Im Mai 2008 gelang dann der Verkauf, abermals an die Hanse Industriekapital-Beteiligungs GmbH.[4]

Zum 31. Dezember 2008 schied der seit dem 14. Oktober 2003 amtierende Vorstandsvorsitzende Joachim Gut aus dem Unternehmen aus. Seine Position übernahm zusätzlich der bisherige Finanzvorstand Dirk Eichelberger. Alleinvorstand Dirk Eichelberger schied im gegenseitigen Einvernehmen mit Abschluss der Hauptversammlung am 3. Juli 2009 aus. Als Finanzvorstand und zunächst auch als Alleinvorstand folgte ihm ab 7. Juli 2009 Rainer Mohr, der zuletzt Finanzvorstand der Sovello AG war.

Von Juli 2009 bis Februar 2011 waren Michael Sienkiewicz Vorstandsvorsitzender der Balda AG und Mohr Finanzvorstand. Am 16. Februar 2011 wurde Rainer Mohr wieder Alleinvorstand [5] Er legte sein Amt jedoch zum 1. Januar 2012 nieder, was mit "unterschiedlichen strategischen Vorstellungen" begründet wurde. Im folgte Dominik Müser als Vorsitzender des Vorstands und James Lim als Vorstandsmitglied. Lim kümmert sich schwerpunktmäßig um das Segment Electronic Products, das sich in einer Neuausrichtung befindet.[6]

Mit Wirkung zum 1. Dezember 2011 veräußerte Balda die Gesellschaften des früheren Segments MobileCom im Rahmen eines Management-Buy-Out und beendete damit das zuletzt defizitäre Engagement im Mobilfunksektor.

Der Vorstandsvorsitzende Dominik Müser kündigte auf der ordentlichen Hauptversammlung der Balda AG am 11. Mai 2012 an, das Medicalgeschäft durch Akquisitionen zu stärken und vor allem stärker zu internationalisieren. Das Segment Electronic Products soll bis Ende des Jahres 2012 restrukturiert werden und die Ertragswende schaffen. Die Aktionäre beschlossen auf der Hauptversammlung die Umstellung des Bilanzstichtags auf den 30. Juni, so dass im Zeitraum 1. Januar 2012 bis 30. Juni 2012 ein Rumpfgeschäftsjahr eingelegt wird.

Im Sommer 2006 verschaffte sich das Unternehmen durch Beteiligung an TPK Holding (Xiamen, China) Zugang zur Touchscreentechnologie. Die Beteiligung an der TPK Holding wurde in den vergangenen Jahren sukzessive reduziert. Im Februar 2012 folgte durch den Verkauf von 20 Millionen Aktien die Verringerung der Beteiligung von 16,1 auf 7,6 %, wobei die Transaktion einen Verkaufserlös von 238 Millionen Euro erbrachte. Vorstandsvorsitzender Müser zufolge soll auch die restliche Beteiligung, die keine strategische Bedeutung hat, vollständig veräußert werden. Die Erlöse aus den Verkäufen der TPK-Aktien sollen nach Angaben des Vorstands größtmöglich in Form von Sonderdividenden an die Aktionäre der Balda AG ausgeschüttet werden.

Segmente[Bearbeiten]

Medizintechnik[Bearbeiten]

Gegenstand ist das Entwickeln und Fertigen von Kunststoffprodukten für die Marktsegmente Pharmazie, Diagnostik und Medizintechnik.

Electronic Products[Bearbeiten]

In diesem Segment entwickelt und produziert Balda Elektronikprodukte. Abnehmer sind Hersteller und Vertriebsgesellschaften der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik.

Unternehmen innerhalb der Unternehmensgruppe[Bearbeiten]

Medical[Bearbeiten]

  • Balda Medical GmbH & Co. KG

Electronics[Bearbeiten]

  • Balda Solutions Malaysia Sdn. Bhd

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

Der Aktienbesitz der Balda AG war per Ende Mai 2012 wie folgt verteilt:

  • 53,83 Prozent Streubesitz unter 3 %
  • 27,60 Prozent Yield Return Investments Limited, Beteiligungsgesellschaft von Yun Ling Chiang (vorher Max Gain Management Ltd.)
  • 5,22 Prozent Octavian Advisors
  • 5,09 Prozent Senrigan Capital Group
  • 4,97 Prozent Weiss Asset Management/Brookdale International Partners
  • 3,16 Prozent Point Lobos Capital
  • 0,13 Prozent Aufsichtsrat der Balda AG

Kennzahlen[Bearbeiten]

Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Umsatz
in Mio
60,0 160,3 158,6 198,4 272,9 377,7 397,2 157,4 257,4 283,9 138,96 141,4
Überschuss/Fehlbetrag
in Mio
0,3 13,6 1,1 4,6 11,6 28,0 33,4 -15,4 -8,4 -14,2 46,4 94,4
Mitarbeiter* 624 1.628 1.980 2.919 3.599 5.532 8.044 6.131 7.218 4.861 4.505 2.455

Stand: 31. Dezember 2010[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Balda – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Presseportal:EANS-News: Balda schließt Rumpfgeschäftsjahr 2012 mit Konzerngewinn von 250,7 Mio. Euro ab Ausgabe vom 20. September 2012, abgerufen am 13. August 2013
  2. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 9. März 2008, Seite 55
  3. Heise Newsticker: Balda in Finanznöten Ausgabe vom 5 März 2008, abgerufen am 12. August 2013
  4. Heise Newsticker: Balda verkauft deutsches Handyschalen Geschäft zum zweiten Mal Ausgabe vom 13. Mai 2008, abgerufen am 12. August 2013
  5. Balda-Chef gibt auf, Artikel in der Neuen Westfälischen am 16. Februar 2011, abgerufen am 16. Februar 2011
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPersonalie: Balda Alleinvorstand geht. Handelsblatt, 29. November 2011, abgerufen am 19. November 2013.
  7. Geschäftsberichte (2010 - 1999) der Balda AG

52.243058.745461Koordinaten: 52° 14′ 35″ N, 8° 44′ 43,7″ O